Risikooptimierung mit der richtigen Asset Allocation – so leicht geht’s!

Aktien, Anleihen, Tagesgeld, Immobilien, Edelmetalle – die Verteilung auf diese und weitere Anlageklassen sowie Länder und Währungen wird gemeinhin als Asset Allocation oder auch Portfoliostrukturierung bezeichnet.

Durch eine Gewichtung und sinnvolle Diversifikation (Streuung) dieser Assets, lassen sich Risiko und Rendite steuern und gewissermaßen optimieren. Anhand bestimmter Parameter ergeben sich für jeden Anleger unterschiedliche Vorgehensweisen.

Welche diversen Anlageklassen es zur Aufteilung deines Vermögens gibt und wie du herausfindest, welche Asset Allocation zur dir passt, erfährst du in diesem Blogbeitrag!

Welche Anlageklassen gibt es?

Auf dem Finanzmarkt gibt es zahlreiche Möglichkeiten sein Geld zu investieren.

Mithilfe ausgewählter Kriterien wie Anlagehorizont, Risiko-Rendite Verhältnis oder Liquidierbarkeit werden all diese Optionen zu bestimmten Gruppen zusammengefasst, den sogenannten Assetklassen (o. a. Anlageklassen).

Demnach finden sich in einer Gruppierung Merkmale, die sich diametral zu den anderen Klassen verhalten und somit nicht miteinander korrelieren.

Ist für die eine Anlageklasse eine hohe Rendite mit starken Kursschwankungen charakteristisch, so ist es in der anderen eine geringe Rendite mit stabilem Kurswert.

Bildschirm mit Kursen

Eine negative Marktentwicklung der einen Anlageklasse kann dann durch einen positiven Verlauf einer anderen Klasse kompensiert werden. Die Asset Allocation sorgt dabei für die Aufteilung des Vermögens auf verschiedene Anlageklassen.

Somit können sich verschiedene Assets ausgleichen oder je nach Gewichtung ein risikobehaftetes oder risikoärmeres Portfolio ergeben.

Jede Konzentration auf wenige oder gar nur eine Assetklasse verursacht ein unnötiges Klumpenrisiko. Gleiches gilt für Assets.

Der US-amerikanische Wirtschaftswissenschaftler William F. Sharpe legte drei Kriterien zur Unterscheidung von Anlageklassen fest.

  1. Diese sollten sich in den festgelegten Merkmalen so unterscheiden, dass ein Asset nur einer Klasse zugeordnet werden können.
  2. Es müsse möglich sein, eine Vielzahl von Assets in einer Klasse unterzubringen, um so innerhalb dieser Einheit noch zu diversifizieren (streuen).
  3. Die Renditen und damit auch das Risiko in der jeweiligen Klasse, sollen sich von denen anderer Klasse unterscheiden. 

Zu beachten sind die drei Faktoren zur Bewertung von Anlagen: Rendite, Risiko und Liquidität. Diese drei ergeben das magische Dreieck der Geldanlage und bedingen sich immer gegenseitig.

Eine gesteigerte Rendite und eine entsprechende Liquidität ergeben ein hohes Risiko und umgekehrt. Die Vorteile einer Geldanlage aus höherer Rendite und geringem Risiko geht einher mit begrenzter Liquidität.

Folgend wirst du vier Anlageklassen kennenlernen, die die bekanntesten Anlagen enthalten.

  1. Anlageklasse: Klassische Bankprodukte

Dazu zählen beispielsweise das Tagesgeldkonto, das Sparbuch, Festgeld, die Lebensversicherung und der Bausparvertrag.

All diese sind Produkte, auf die es heutzutage so gut wie keine Zinsen mehr gibt, allerdings geht man auch kaum ein Risiko ein.

Ebenso ist eine gewisse Liquidität gegeben. Dein Geld kann dir schnell zur Verfügung gestellt werden. Daher sollte diese Anlageklasse ein fester Bestandteil deiner Asset Allocation sein.

Wie ausgeprägt dieser Anteil ist, entscheidet sich nach deiner individuellen Risikoneigung und persönlichen Lebenssituation.

Sparschwein mit Geldstapel

  1. Anlageklasse: Wertpapiere

In dieser Assetklasse finden sich Aktien, Staats- und Unternehmensanleihen, Fonds und ETFs. Diese am Kapitalmarkt gehandelten Wertpapiere weisen eine deutlich höhere Renditechance auf als die klassischen Bankprodukte.

Allerdings geht damit ein mitunter deutlich höheres Risiko bis hin zum Totalverlust einer. Hier kommt die zweite Regel Sharpes zum Tragen.

Um innerhalb dieser Anlageklasse eine Risikooptimierung zu gewährleisten, ist eine Diversifizierung unerlässlich.

Sehr gut bewertete Staatsanleihen mit kurzer Laufzeit, in der eigenen Währung, können ein risikoärmeres Gegenstück zu den sehr risikobehafteten Aktien bilden.

  1. Anlageklasse: Immobilien

Um in Immobilien zu investieren, gibt es unterschiedlichen Vorgehensweisen. Es ist möglich direkt ein Haus, eine Wohnung oder mehrere Wohneinheiten zu erwerben und diese dann zu vermieten.

Diese Variante geht mit einem nicht unerheblichen Aufwand einher. Leichter ist es, sich durch den Kauf von Aktien an Immobilienunternehmen zu beteiligen.

Hier ist jedoch wieder nur eine geringe Diversifikation gegeben. Dieser Umstand lässt sich mit einem Fonds ausgleichen. Beispielsweise gibt es die Möglichkeit in Immobilien ETFs zu investieren.

  1. Anlageklasse: Alternative Investments

Ein Beispiel für alternative Investments sind Rohstoffe. Gerade während der Pandemie sind die Preise durch die Decke gegangen.

Die Lagerung von Öl, Erdgas, Kohle, Agrargütern, Baumwolle oder Holz ist für den Privatanleger jedoch nahezu unmöglich.

Allein Edelmetalle könnten in einem Bankschließfach untergebracht werden. Bei Rohstoffen gibt es daher ebenso die Option indirekt mit Fonds und ETFs in deren Wertentwicklung zu investieren.

Weitere alternative Investments, wie Hedgefonds, Private Equity, Derivate, aber auch Kunstwerke, Oldtimer oder Lego, können Teil deiner Asset Allocation sein.

Oldtimer

Welche Arten von Asset Allocation gibt es?

In der Theorie wird zwischen strategischer und taktischer Asset Allocation unterschieden. Die strategische Asset Allocation bezieht sich vor allem auf langfristig ausgelegte Investitionen in diverse Anlageklassen.

Zur Bestimmung dieser Aufteilung werden individuell Anlageziel, Anlagehorizont, Risikoneigung und Risikotragfähigkeit festgelegt. Ein Beispiel: 30 Prozent in Anleihen, 50 Prozent in Aktien und 20 in klassische Bankprodukte.

In regelmäßigen Zeitabständen sollte überprüft werden, ob die zuvor definierten Parameter für die Vermögensstruktur noch bestehen.

Sind beispielweise die Aktien deutlich im Kurs gestiegen und machen nun einen höheren Anteil von 60 Prozent des Portfolios aus, sind eventuell Anpassungen oder Umstrukturierungen notwendig.

Dieses Verfahren nennt man Rebalancing.  

Bei der taktischen Asset Allocation geht es vor allem um eine kurz- bis mittelfristige Über- oder Untergewichtung einiger Assets innerhalb der Anlageklassen.

Dies gewährt eine gewisse Flexibilität, um in der strategischen Ausrichtung dennoch unmittelbarer aktiv die Chancen auf eine höhere Rendite zu nutzen beziehungsweise Risiken zu vermeiden.

Dabei kann der Fokus auf Branchen, Emittenten, Titel oder auch Staaten und einzelne Regionen gerichtet sein.

Ob du dein Hauptaugenmerk auf das strategische und damit passive Investieren legst oder ob du häufig darüber hinaus taktisch und damit aktiv agierst, bleibt dir selbst überlassen.

Ein überproportionales Kauf- und Verkaufsverhalten kann zu höheren Renditen, aber zugleich höheren Risiken führen.

Die Moderne Portfoliotheorie – eine Methode der Asset Allocation

Die meisten Verfahren zur Asset Allocation basieren auf den Portfoliotheorien von Harry M. Markowitz.

Gemeinsam mit seinen Kollegen Merton Miller und William Sharpe wurde er 1990 für seine Arbeit mit dem Nobelpreis ausgezeichnet.

Im Vordergrund steht dabei die Betrachtung des gesamten Portfolios, nicht die einzelner Vermögensanlagen. Anhand von drei Parametern wird der Einfluss, den das jeweilige Asset nimmt, bewertet.

  • die zukünftig erwartete Rendite
  • das Risiko, gemessen an den Wertschwankungen
  • die Entwicklung, der einzelnen Assets untereinander

Die Moderne Portfoliotheorie geht davon aus, dass es, durch richtige Diversifizierung, zu jedem Risiko, dass der Anleger bereit ist einzugehen, eine passende Asset Allocation gibt.

Passend heißt in diesem Falle, Rendite maximiert. Renditechancen werden wahrgenommen und parallel wird eine gleichförmige Entwicklung der Rendite, des gesamten Portfolios erreicht.

Daraus resultiert das Markowitz-Paradigma, eine klassische Vorgehensweise zur Optimierung der Vermögensstrukturierung. Dazu gehören zwei Schritte:

  1. Benötigte Rendite: Inbezugnahme der individuellen Lebensumstände und derzeitigen Vermögenslage, wird die Höhe der Rendite errechnet, die bis zum Ende des geplanten Anlagezeitraums erreicht werden soll.
  2. Betrachtung historischer Daten: Basierend auf das Risiko-Rendite Verhältnis der jeweiligen Anlageklassen wird versucht, das Portfolio so aufzubauen, dass die erwartete Rendite, der zuvor festgelegten entspricht.

Je höher die benötigte Rendite, umso höher liegt die Gewichtung auf risikobehafteten Anlagen.

Frau springt über Abgrunf

 

Allerdings gibt es auch Kritik an der von Markowitz entwickelten Portfoliostrategie.

So ist es doch nahezu unmöglich (es sei denn man hat entsprechende Insiderinformationen) die zu erwartende Rendite vorherzusagen.

Für jeden Anleger ist die Verteilung seines Vermögens auf die unterschiedlichen Anlageklassen ganz individuell. Ein Anhaltspunkt kann die Formel 100 – Lebensalter geben, um die Gewichtung zwischen risikobehafteten und risikoarmen auszuloten.

Jedoch bedarf diese oberflächliche Herangehensweise noch weiterer Überlegungen. Basierend auf dem eigenen Risikobewusstsein, den persönlichen Lebensumständen, dem Anlagehorizont und der angestrebten Rendite.

All diese Faktoren sollten bei deiner Asset Allocation eine tragende Rolle spielen. Dann findest du die für dich passende Aufteilung.


 

Über die Autorin:

Hallo! Mein Name ist Jessi, ich bin 30 Jahre alt und lebe zusammen mit meinem Mann und meinem kleinen Sohn in Berlin. In den letzten 15 Jahren habe ich so ziemlich jeden Euro, den ich zusammenkratzen konnte, für Bekleidung oder anderen Schnick Schnack ausgegeben.

Bis ich eines Tages auf das Thema Börse, Aktien und ETFs gestoßen bin. So schaffte ich es, nicht nur ein Jahr lang keine Kleidung zu kaufen, sondern gleichzeitig noch mein Geld für mich arbeiten zu lassen. Alles zu meiner persönlichen Weiterentwicklung und, wie du das auch schaffen kannst, findest du unter themoneygirl.de

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