Diese 5 Nachteile der Dividendenstrategie können deine Rendite zerstören!

Ein passives Einkommen. Jeden Monat.

Vielleicht sogar jeden Tag.

Was hältst du davon?

Klingt vortrefflich, nicht wahr?

Genau das verspricht eine Dividendenstrategie:

Du investierst in Aktien mit hoher Dividende und musst nur noch dabei zusehen, wie die Ausschüttungen auf dein Konto rieseln wie der erste Schnee auf die Zugspitze.

Erst sind es 50 Euro pro Monat. Dann 500. Irgendwann 5000.

Dennoch kannst du dir schnell die Rendite zerschießen, wenn du nur auf die Dividende schaust.

Achte deshalb auf diese 5 Nachteile der Dividendenstrategie, bevor du blind in Aktien investierst, nur weil sie 8 Prozent Dividendenrendite zahlen.

ACHTUNG: Dieser Text ist Teil einer zusammenarbeit von über zwanzig Finanzgblogger, die alle hervorragende Artikel zum Thema Dividende geschrieben haben.

Möchtest du die anderen Artikel lesen, schaue hier auf Finanzplanet vorbei. Außerdem stehen die Artikel alle in der neuen Ausgabe des GELDMAGs.)

Die 5 Nachteile der Dividendenstrategie, die dir deine Rendite zerschießen können

1. Nachteil der Dividendenstrategie: Du konzentrierst dich nur auf die Dividendenrendite

Das Zinsniveau in Deutschland hat ein Image wie Urlaub in Afghanistan.

Null Prozent auf deutsche Anleihen, 0,1 Prozent auf Tagesgeld – ich bitte dich.

Deshalb schwören viele auf die Dividende als neuen Zins.

Schließlich schütten Dividendenaktien jährlich Geld aus – eben wie ein Zins.

Dennoch sind Dividenden KEINE Zinsen, weil sie viel risikoreicher sind:

Allein 2019 sind in den USA 22.780 Unternehmen pleite gegangen – hingegen ist 2019 keine US-amerikanische Anleihe ausgefallen.

Also: Die Dividende ist kein Zins.

Der erste Fehler.

Dennoch hören nur wenige darauf und schauen sich allein die Dividendenrendite an, wenn sie auf Dividenden pirschen wie Jäger auf Rotwild.

Schließlich ist eine Dividendenrendite von 6 Prozent verlockend:

„Mensch, 6 Prozent pro Jahr! Das ist ja der Hammer.“

Zudem kannst du die Dividendenrendite leicht berechnen:

Sie ist die Dividende pro Aktie / Aktienkurs.

Doch ist es eine gute Idee, sich auf die Dividendenrendite zu stützen wie ein Piraten-Kapitän auf sein Holzbein?

Leider nein.

Diese Indizes zeigen es deutlich:

Hier hast du den MSCI World im Vergleich zum MSCI World High Dividend Yield (hohe Dividenden-Rendite):

Indizes 1 Monat 3 Monate 1 Jahr Year to Date 3 Jahre 5 Jahre 10 Jahre
MSCI World High Yield 2,23 10,13 29,45 8,77 9,16 9,52 8,16
MSCI World 4,70 11,05 46,01 9,98 14,71 14,65 10,54

Quelle: MSCI

Du siehst: Über die letzten 10 Jahre war High-Yield (also hohe Dividendenrendite) das schlechtere Investment.

Warum ist das so?

  1. Die Unternehmen sind reine Cashcows: Sie schütten ihren Gewinn aus, weil sie kaum noch wachsen und nicht wissen, wie sie noch wachsen können. Sie maximieren den KURZFRISTIGEN Shareholder-Value.
  2. Für eine hohe Dividendenrendite reicht meistens eines: fallende Kurse. Sinkt der Kurs stark genug, wirkt auch die Dividende prickelnd wie Riesling Sekt. Nur meistens läufst du in eine Falle: in Unternehmen von der Resterampe und Todeskandidaten. Erst fällt der Kurs, dann wird die Dividende gestrichen, darauf fällt der Kurs weiter.

Was ist also die Alternative, anstatt auf die Dividendenrendite zu starren wie auf ein tiefes Dekolleté?

Schaue auf weitere Kennzahlen:

  1. Ausschüttungsquote (Pay-out-Ratio): Zeigt, wie viel vom Gewinn die Aktie ausschüttet. (Berechnung: Dividende pro Aktie / Gewinn pro Aktie). Sie sollte zwischen 25 und 75 Prozent liegen. 100 Prozent ist eine in Blut getauchte, rote Flagge – das kann sich kein Unternehmen lange leisten.
  2. Dividendenwachstum: AT&T hat zwar eine hohe Dividendenrendite, dafür steigt die Dividende nur 2 Prozent pro Jahr. Apple hingegen hat nur eine Dividendenrendite von 0,69 Prozent, dafür steigt sie jährlich um knapp 10 Prozent. Hält das Unternehmen das durch, ist es langfristig der bessere Dividendenzahler.
  3. Jahre Dividendenwachstum: Oft passiert dir Folgendes: Der Kurs fällt, die Dividendenrendite steigt. Du steigst ein. Die Dividende wird gestrichen. Du hast ein sehr schlechtes Investment. Wenn hingegen ein Unternehmen jedes Jahr die Dividende anhebt (oder zumindest nicht kürzt), stehen die Chancen höher, dass sie auch in Krisen pünktlich wie die Steuer gezahlt wird.
  4. Das Wichtigste: Gewinnwachstum und Free Cashflow. Ein Unternehmen kann nur eine Dividende zahlen, wenn ihr Gewinn wächst. Denn die Dividende ist ein Stück des Gewinns. Und der Gewinn bestimmt die Kurse. Steigt der Gewinn, werden auch langfristig die Kurse steigen.

Also: Verlasse dich bei Dividendenaktien nicht nur auf die Dividendenrendite, sondern schaue dir ebenso andere Aktienkennzahlen an.

2. Nachteil der Dividendenrendite: Du bist weniger diversifiziert

Verbundene Welt als Sinnbild für fehlende Diversifikation als Nachteile der Dividendenstrategie

Wer sind gute Dividendenzahler?

Energie, Finanzen, Konsumgüter, Industrie.

Vermisst du hier irgendetwas?

Vielleicht Amazon, Facebook, Netflix?

Die Aktien, die in den letzten zehn Jahren dein Depot zum Mond geschleudert hätten wie eine Startrampe von Space-X.

Schaust du nur auf Dividendenaktien, entgehen dir die schnell wachsenden Growth-Unternehmen – die Apples, Amazons und Microsofts von morgen.

Das zeigt sich im Vergleich der letzten 10 Jahre von MSCI World und MSCI World Growth (Wachstums-Unternehmen):

YTD 2021 1 Jahr 3 Jahre 5 Jahre 10 Jahre Seit 31. Dezember 1974
MSCI World 9,98 46,01 14,41 14,65 10,54 11,19
MSCI World Growth 6,64 49,45 20,87 18,93 13,05 10,59

Quelle: MSCI

Zugegeben:

Seit 1974 hat Growth verloren.

Dennoch entwickelt sich unsere Welt rasant – schneller als im 20. Jahrhundert.

Uns erwarten selbstfahrende Autos, Cloud, Drohnen, AI, Blockchain … die ganze Tombola an Buzzwords.

Diese Entwicklung kommt schneller, als du denkst.

Dennoch bildet eine Dividendenstrategie kaum die Themen ab, die die Welt innerhalb der nächsten zehn bis zwanzig Jahre prägen werden wie Krügerrand-Münzen.

Deshalb bist du mit reinen Dividendenaktien weniger diversifiziert und dir entgehen die Vorzeige-Unternehmen von morgen.

3. Nachteil der Dividendenstrategie: Die Dividende ist eine Zwangsjacke

Hat ein Unternehmen erst einmal jahrelang die Dividende gezahlt – z. B. die Dividende-Aristokraten mit 25 Jahren Wachstum – ist es in der Dividende eingesperrt.

Warum?

Viele Aktionäre kaufen nur, weil die Firma verlässlich zahlt.

Es sind reine Einkommens-Investoren.

Sie schauen nur auf die Ausschüttung; es ist ihnen oft egal, ob das Unternehmen noch wächst, ob es investiert und ob es nicht an der Substanz knabbert, um die Dividende weiterzuzahlen.

Hauptsache das Geld fließt wie Blut in die Pumpe bei der Blutspende.

Das konntest du an General Electric oder Royal Dutch Shell beobachten:

Konnten die Unternehmen die Dividende nicht mehr stemmen, sprangen die Investoren ab wie Soldaten aus einem Kampfflugzeug.

Ein neues Beispiel ist AT&T:

Das Telekommunikations-Unternehmen trennt sich von der Medien-Sparte und kürzt wahrscheinlich die Dividende, um sich im Wettbewerb zu behaupten.

Doch anstatt AT&T zu feiern, dass es sich von seinen Fehlern trennt, auf seine Wurzeln konzentriert und wieder ein wettbewerbsfähiges Unternehmen wird, nein, die Entscheidung wurde mit minus acht Prozent abgestraft.

Warum ist das so?

Wer die Dividende beschneidet, zeigt immer Schwäche:

Was? Du kannst die Dividende nicht mehr zahlen? Da ist aber einiges nicht mehr in Ordnung!

So wagt es das Management oft nicht, die Dividende zu kürzen; deshalb werden Investitionen aufgespart, wichtige Entscheidungen vertagt und Veränderungen abgesägt – bis das Unternehmen eingeht wie Zimmerpflanzen in einer Dunkelkammer.

Denn das Management wird am Aktienkurs gemessen; fällt er, stürzt oft auch die Firmenleitung (oder bekommt zumindest keine Boni).

Was ist die Alternative?

Als Aktionär solltest du lieber auf die Dividende verzichten, anstatt das Unternehmen in den Ruin zu treiben, weil du auf deine 5 Prozent pro Jahr pochst.

Denn die Dividende ist KEIN geschenktes Geld – es ist Eigenkapital, Geld aus dem Unternehmen.

Und wenn du dir ein Haus kaufst und den Kredit abstotterst, möchtest du auch nicht mit dem Geld um dich werfen wie mit Konfetti.

Nein, du lebst sparsam und konzentrierst dich auf das Nötigste.

Warum sollte es bei Unternehmen anders sein, wenn sie investieren müssen?

4. Nachteil der Dividendenstrategie: Du zahlst mehr Steuern

Mann macht Steuererklärung

Warren Buffet liebt Dividenden – doch zahlt er selbst eine?

Weit gefehlt!

In 66 Jahren Firmengeschichte hat er keinen Cent bezahlt.

Warum?

  1. Das Geld ist besser im Unternehmen aufgehoben, um es zu reinvestieren.
  2. Dividenden haben steuerliche Nachteile.

Denn sie werden doppelt besteuert.

Zuerst im Unternehmen, dann in deiner Tasche.

Verlässt du dich rein auf Kursgewinne, sparst du kräftig Steuern – und zwar dank des Barwertvorteils nachgelagerter Steuerzahlung.

Dividenden werden immer sofort besteuert: Rein ins Depot, zack sind 26 Prozent weg.

Für Kursgewinne hingegen interessiert sich das Finanzamt erst, wenn du sie realisierst, also Anteile mit Gewinn verkaufst.

Stelle es dir vor wie einen Kredit vom Staat:

Dein Geld wird langfristig mehr; aber du zahlst erst, wenn du verkaufst – so lange investierst du steuerfrei.

Die Menge der Steuer wirkt zwar dann auf einmal größer, ist jedoch viel geringer, als hättest du für jede Kurssteigerung etwas abgedrückt.

Deshalb ist es auch Steuer-effizienter, Aktien zurückzukaufen.

So halten die Aktionäre mehr am Unternehmen – ohne dass der Fiskus die Hand aufhält.

(Aktienrückkäufe sind jedoch nur sinnvoll, wenn a.) genügend Geld in der Kasse liegt und b.) die Aktie unterbewertet ist.)

5. Nachteil der Dividendenstrategie: Du verpasst Innovationen

Verpasste Innovation als weiterer Nachteil der Dividendenstrategie

Oben habe ich es gesagt:

Wachstumsaktien sind knausrig, weil sie in die Zukunft investieren.

Es bleibt nichts für Dividenden, wenn du 100 Prozent (und oft mehr) deines Geldes in Forschung und Entwicklung steckst.

Wachstum ist das Gesetz!

Der Gewinn hingegen lässt auf sich warten, bis die Marktanteile erobert, das Wachstum gebremst und die Marktposition behauptet ist.

Für eine Dividende bleibt nichts.

Solche Unternehmen sind die Zukunft – und schubsen die eingesessenen Dividendenzahler oft von ihrem Thron.

Kandidaten wie Walmart sind eher die Ausnahme: Sie zahlen eine Dividende UND investieren kräftig in Entwicklung.

Wieder ein gutes Beispiel ist AT&T:

Das alte Telekommunikations-Unternehmen zahlt weiter eine Dividende; die neue Medien-Sparte hingegen nicht.

Sie braucht jeden Cent, um im Streaming-Krieg mit Netflix und Disney+ zu bestehen.

Ein anderes Beispiel ist der Bankensektor.

Blockchain, Kryptowährungen der Zentralbanken, das dezentrale Finanzsystem und Digital Wallets werden den Sektor umgraben wie ein Gemüsebeet.

Das siehst du an den Nutzerzahlen von JP Morgan im Vergleich zu Squares Cash App und PayPals Vemno:

Beide haben es in wenigen Jahren geschafft, mehr Nutzer anzulocken als JP Morgen Chase in 30 Jahren und fünf Übernahmen.

(Quelle: Ark Invest, Big Ideas 2021).

Allein durch Netzwerkeffekte, Social Media und geniales Marketing.

Die junge Generation – Millenials, GenZ – wollen Freiheit und das Digitale – keine Bankniederlassung um die Ecke.

So könnte es viele Sektoren treffen: 3D-Druck in der Industrie, Wasserstoff und elektrische Fahrzeuge im Energie-Bereich.

Wer hier nicht investiert und dafür weiter Dividende zahlt, könnte schnell ins Hintertreffen geraten.

Ist das ein Todesurteil für Dividenden-Unternehmen?

Auf keinen Fall!

Nur für die Unternehmen, die um jeden Preis Dividende zahlen – und Investitionen aufschieben wie Kinder ihre Hausaufgaben.

Fazit: Nachteile der Dividendenstrategie

Das waren sie: Die 5 Nachteile der Dividendenstrategie!

Eine Dividendenstrategie ist dennoch keinesfalls schlecht! – solange du sie richtig machst wie Alex Fischer oder Luis Pazos.

Dennoch schauen die meisten nur auf die Dividendenrendite und freuen sich über jährlich sechs Prozent – während der Kurs um acht Prozent einbricht.

Was ist also die Lösung?

Wenn du Dividenden möchtest, schaue auf Qualitäts-Unternehmen – auch wenn die Dividendenrendite nur eins bis drei Prozent beträgt.

Dafür ist dein Kapital besser geschützt, die Dividende ist sicherer und wächst oft schneller.

Und vergiss die Growth-Aktien nicht:

Sie KÖNNTEN in den nächsten Jahren der große Rendite-Treiber sein.

Diese Rendite verpasst du, wenn du nur auf die Dividende schaust.

Und eine Frage:

Ist es allzu schlimm auch einmal eine Aktie zu verkaufen? Realisierte Kursgewinne sind auch bares Geld.

PS. Wenn du die Nachteile der Dividendenstrategie umgehen möchtest, schaue dir Tipps bei Alex Dividenden Fischer und Luis Pazos ab – mit ihnen vermeidest du grobe Schnitzer.

Disclaimer: Dieser Text ist keine Anlageberatung. Alles, was du mit den genannten Informationen machst, unterliegt allein deiner Verantwortung!


Junger Mann schaut in die Kamera

Über den Autor:

Finanz-Enthusiast, Self-Improvement-Sensei und  notorischer Wort-Jongleur – diese drei Engel für Charlie bin ich: Robin Prock. Meine Texte entzaubern die Finanzwelt, um sie Dir zerlegt auf dem Silbertablett zu präsentieren. Für Deine finanzielle Bildung und ein selbstbestimmteres Leben.

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  • Beim Lesen dieses Artikels musste ich mehrfach schnauben wie ein preisgekrönter Araberhengst. Inhaltlich stimme ich zu, doch die schrägen Vergleich purzeln einem entgegen wie niedliche Hundewelpen in einem Bällebad. So ist das Gesamtbild irgendwie surreal wie eine Landschaft von Dalí, nach Konsum von LSD betrachtet.

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