Asset Allocation Level 1 bestimmen
Um strategisch in den Vermögensaufbau zu starten, musst du, bevor du mit dem Aufbau deines Portfolios beginnst, vorab einige Parameter festlegen. Daher lass uns nochmal zwei Schritte Anlauf nehmen, um dann den nächsten großen Sprung zu machen. Du solltest bereits im Vorhinein folgende Punkte für dich geklärt haben:- Du kennst deine Einnahmen und Ausgaben in- und auswendig. Dafür hast du mindestens drei Monate lang ein Haushaltsbuch geführt. Zudem hast du dich damit auseinandergesetzt, sinnlose Kosten zu kürzen, ggf. Verträge zu wechseln, Abos zu kündigen und, wenn möglich dein Einkommen zu erhöhen. Darüber hinaus hast du eine Vermögensaufstellung gemacht, die all deine Verbindlichkeiten (Schulden) und Vermögenswerte (z.B. Immobilien, Dividendenausschüttungen) aufzeigt.
- Du hast einen Sparbetrag festgelegt. Das ist genau die Geldsumme, die normalerweise am Ende eines Monats übrigbleibt. Diese ist nach Abzug all deiner fixen und variablen Kosten immer gleich. Aus diesem Grund wirst du nun nicht mehr bis zum Monatsende mit der Auszahlung warten, sondern direkt zwei Daueraufträge zu Beginn eines jeden Monats anlegen. Einen für den risikoarmen und einen für den risikobehafteten Anteil deines Portfolios.
- Du hast bereits einen Notgroschen von mindestens drei Netto-Monatsgehältern auf einem Tagesgeldkonto hinterlegt. Dieser ist, wie der Name schon sagt, für den absoluten Notfall. Geht die Waschmaschine kaputt, braucht das Auto eine Reparatur, musst du einen Jobverlust überbrücken? Das sind Szenarien, in denen dieses Geld zum Einsatz kommen kann.
Zusatz: Hast du zusätzlich eine große Summe angespart, die bisher nur auf deinem Konto herumlag? Beziehe diese finanziellen Mittel mit ein, indem du deine monatliche Sparsumme um x EURO aufstockst.
Beispiel: Du hast 100.000 EURO gespart und deine monatliche Sparsumme beläuft sich auf 1.500 EURO. Diese könntest du dann beispielsweise monatlich für die nächsten drei Jahre auf 4.000 EURO aufstocken.
Risikoarm versus risikobehaftet
Die Aufteilung deines Sparbetrages zwischen risikobehaftet und risikoarm, ist der erste Baustein für dein Weltportfolio: Gewichtung und Diversifikation finden bereits auf dieser Stufe statt. Die Investition an der Börse, in unserem Falle der Kauf von ETFs, entspricht dem risikoreichen Anteil, während das Tagesgeldkonto oder Staatsanleihen mit hervorragender Bonität zum risikoärmeren Bereich zählen. An dieser Stelle wird die erste Entscheidung von dir verlangt: Welches finanzielle Risiko bist du bereit einzugehen? Deine Risikotoleranz bei der Geldanlage hängt von mehreren Faktoren ab. Dazu gehören mitunter: Jobsicherheit, abzuzahlende Kredite, Abhängigkeiten anderer Personen von deinem Einkommen, deine persönliche finanzielle Risikoneigung, deine Wohnsituation und so weiter. Geh hier einmal alle Punkte durch und entscheide für dich wie deine persönliche und individuelle Risikoverteilung aussieht. Vielleicht wählst du eine offensive Strategie, bei der 70 Prozent in ETFs investiert und 30 Prozent deines Sparbetrages auf einem Tagesgeldkonto landen. Oder du wählst eine defensive Variante, bei der es genau umgedreht ist. Wähle die für dich passende Option. Dazu gehört selbstverständlich, dass eine risikobehaftetere Anlage auch eine höhere Renditechance mit sich bringt, wohingegen es auf das Tagesgeldkonto keine Zinsen mehr gibt.Weltportfolio Gewichtung richtig bestimmen – so geht’s
Drei unterschiedliche Weltportfolios – Gewichtung nach Gerd Kommer
Ich möchte dir an dieser Stelle gern drei Portfolio-Varianten von Gerd Kommer aus dem Buch „Souverän investieren mit Indexfonds und ETFs“ vorstellen, da ich selbst gute Erfahrung damit gemacht habe und von diesem Ansatz überzeugt bin.
Weltportfolio Variante 1 – zwei ETFs
Bei diesem ersten möglichen Modell geht es um die Zusammenstellung zweier ETFs. Zum einem dem MSCI World und zum anderen dem Emerging Markets. Die empfohlene Gewichtung sieht dann folgendermaßen aus:
- MSCI World: 75 %
- Emerging Markets: 25 %
-
Industrieländer: 75 % – davon:
- Large & Mid Caps: 50 %
- Westeuropa: 44 %
- USA / Nordamerika: 40%
- Japan / Australien: 16%
- Small Caps: 50 %
- Westeuropa: 44 %
- USA / Nordamerika: 40%
- Japan / Australien: 16%
-
Schwellenländer: 25 %
- Large & Mid Caps: 50 %
-
Industrieländer: 55 %
- Large & Mid Caps: 50 %
- Westeuropa: 44 %
- USA / Nordamerika: 40%
- Japan / Australien: 16%
- Small Caps: 50 %
- Westeuropa: 44 %
- USA / Nordamerika: 40%
- Japan / Australien: 16%
-
Schwellenländer: 25 %
-
Immobilien: 10 %
-
Rohstoffe: 10 %
- Large & Mid Caps: 50 %
Das Pantoffelportfolio von Finanztest
Das Pantoffelportfolio des Magazins Finanztest ist so simpel, wie der Name vermuten lässt. Dem Anleger werden drei Profile zur Auswahl gestellt, die sich nur mit der Aufteilung zwischen risikoarm und risikobehaftet beschäftigt. Das Versprechen: Erstelle dir auf einfachste Art, ganz unkompliziert dein Weltportfolio. Gewichtung und umfassende Diversifikation spielen jedoch kaum eine Rolle. Risikoarm wird beim Pantoffelportfolio mit Tagesgeldkonto oder einem Tagesgeld-Festgeld-Mix gleichgesetzt wohingegen der risikoreiche Anteil von einem MSCI World abgedeckt werden soll. Die risikobereite Variante setzt eine Verteilung von 75 Prozent in den ETF und 25 Prozent auf das Tagesgeldkonto voraus. Dem entgegengesetzt ist das Pantoffelportfolio für Vorsichtige. Für Unentschlossene gibt es das Fifty-fifty-Pantoffel, welches sogleich den dritten Anlagetyp ausmacht. Positiv zu bewerten ist, dass das Pantoffelportfolio eine einfache Maßnahme ist, um einen Einstieg an der Börse zu finden. Darüber hinaus sind für die Form der Anlage nur ein geringer Sparbetrag von 50 bis 100 EURO notwendig sind, um direkt zu beginnen. Negative Aspekte zeigen sich jedoch in der sehr geringen Diversifikation und in der Beschränkung auf den MSCI World Index. Bei der Investition in nur einen Welt ETF kann der MSCI ACWI, der sowohl Industrie- als auch Schwellenländer enthält, relevant sein. Zu beachten gilt jedoch, dass die Gewichtung im Index bereits vorgegeben ist, die sich mit zwei ETFs (MSCI World + Emerging Markets) natürlich anpassen lassen könnte. Überdies fallen für einen ACWI häufig höhere Gebühren als für einen MSCI World an. Der ARERO Fonds bietet einen etwas anderen Ansatz. Er ist eine Zusammenstellung aus Aktien, Renten (Anleihen) und Rohstoffen und zeigt somit eine größere Verteilung der Asset-Klassen. Bei diesem Fonds muss man ebenso mit der bestehenden Gewichtung und etwas höheren Kosten vorliebnehmen. Wie du siehst, hängt der Aufbau deines ETF Weltportfolios maßgeblich von deinem Sparbetrag ab. Hast du diesen ermittelt, ist der zweite Schritt die Risikoverteilung. Erst dann kannst du eine Weltportfolio-Variante bestimmen, die zu deinen Bedürfnissen passt.
Über die Autorin:
Hallo! Mein Name ist Jessi, ich bin 31 Jahre alt und lebe zusammen mit meinem Mann und meinem kleinen Sohn in Berlin. In den letzten 15 Jahren habe ich so ziemlich jeden Euro, den ich zusammenkratzen konnte, für Bekleidung oder anderen Schnick Schnack ausgegeben.
Bis ich eines Tages auf das Thema Börse, Aktien und ETFs gestoßen bin. So schaffte ich es, nicht nur ein Jahr lang keine Kleidung zu kaufen, sondern gleichzeitig noch mein Geld für mich arbeiten zu lassen. Alles zu meiner persönlichen Weiterentwicklung und, wie du das auch schaffen kannst, findest du unter themoneygirl.de
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