In Anleihen investieren: Wie du dein Portfolio dauerhaft sicherst und monatlich Zinsen kassierst

Anleihen sind für viele Anleger, was Schlachthöfe für Vegetarier sind: ein Grund zum Heulen. Nur niedrige Zinsen und keine Besserung in Sicht. Doch sind Anleihen wirklich tot? Lohnt es sich noch, in Anleihen zu investieren? Und was sind Anleihen überhaupt?

Jetzt erfährst du:

  • Was Anleihen sind
  • Welche Vorteile und Nachteile sie dir bieten
  • Und wie du in Anleihen investierst, um dein Vermögen zu schützen oder monatlich Zinsen zu kassieren.

In Anleihen investieren – ein Komplett-Überblick

Was sind Anleihen und zu was sind die gut?

Banken die Anleihen Ausgeben
Quelle Bild: Photo by Floriane Vita on Unsplash

Eine neue Fabrik, Straßen, Brücken oder ein Berliner Flughafen – Unternehmen und Staaten verschlingen Unsummen, um ihre Projekte zu finanzieren.

Dafür brauchen sie Geld und dafür emittieren (ausgeben) sie Anleihen, was nichts anderes ist als Schulden.

Investierst du in Anleihen, hast du folglich einen verbrieften Schuldschein gegenüber einem Staat (z.B. Deutschland) oder einem Unternehmen (z.B. Siemens).

Dadurch ist der Schuldner verpflichtet, am Ende der Laufzeit die Schuld zu tilgen und dir Zinsen zu bezahlen – entweder jährlich, halbjährlich oder vierteljährlich.

Deshalb sind Anleihen festverzinsliche Wertpapiere: Sie zahlen dir einen festen Zins aus; die Erträge werden nicht einbehalten, der Zinseszins wirkt darum NICHT.

Anleihen sind wie folgt aufgebaut:

  1. Nennwert: Wie viel Geld du leihst (z.B. 100 €).
  2. Zinscoupon: Die Zinsen, die du jährlich bekommst.
  3. Laufzeit: Wie lang die Anleihe läuft.

Gut, verstanden: Wenn du in Anleihen investierst, kassierst du Zinsen – doch wie hoch sind diese?

Wie entsteht der Zinssatz von Anleihen?

Wie entsteht der Zinssatz, wenn du in Anleihen investierst
Quelle Bild: Photo by Josh Appel on Unsplash

Was glaubst du, wie viel Zinsen springen raus, wenn du Vater Staat 30 Jahre dein Geld leihst? – 2, 4 oder sogar 6 Prozent?

Alles falsch: NUR 1,250 Prozent, wenn du in Anleihen investierst mit einer Fälligkeit am 15. August 2050!

Nicht sehr ergiebig, nicht wahr?

Für höhere Zinsen, muss dein Geld schon in die Sonne – wie wäre es mit dem feurigen Argentinien?

Eine argentinische Staatsanleihe bis zum 31.12.2038 zahlt dir 27,867%!

Woher kommt dieser Unterschied?

Es kommt aus der Zahlungsfähigkeit der Schuldner: Deutschland ist der Klassenprimus mit AAA (S&P), Argentinien eher der faule Schüler in der letzten Reihe CCC-.

Und die Klasse gestört hat er auch: Insgesamt hat Argentinien NEUN Staatspleiten vorzuweisen – kein gutes Zeugnis.

Halten wir also fest: Wie viel Zinsen du erhältst, errechnet sich auf der Sicherheit deiner Anlage. Ohne Risiko, keine Rendite und bei Deutschland ist das Risiko verschwindend gering.

Das ist der Grundgesetz des magischen Dreiecks der Geldanlage.

Doch wer beurteilt die Kreditwürdigkeit der Staaten und Unternehmen? Es sind die großen, unabhängigen Ratingagenturen S&P, Moodys und Fitch; stufen sie ein Land auf, kann es sich billiger Geld leihen – und umgekehrt.

Du willst ja nicht zu miesen Zinsen in Anleihen investieren, deren Zahlungsversprechen genauso sicher ist wie das Ja-Wort eines Heiratsschwindlers.

Darüber hinaus wird der langfristige Zins durch den Marktzins bestimmt – er entsteht aus Angebot und Nachfrage. Wenn niemand Deutsche Anleihen für 1,25 % möchte, könnte Olaf Scholz sie auch nicht ausgeben.

Dennoch werfen Anleihen nicht nur Zinsen ab, du kannst ebenso von Kursgewinnen profitieren:

Der Anleihekurs – wie kommt er zustande?

Der Kurs, wenn du in Anleihen investierst
Quelle Bild: Photo by Markus Winkler on Unsplash

Sagen wir, Deutschland braucht dringend Geld – eine zweite Corona-Welle legt die Wirtschaft lahm, Atomkatastrophe… – deswegen wird eine neue Anleihe ausgegeben:

Dieses Mal sind es 4 % für dreißig Jahre – und die Investoren stürzen sich darauf wie Aasgeier auf einen gerissenen Bison.

Was passiert nun mit unserer alten Anleihe für 1,25%? Sie wird zum Mauerblümchen, schließlich gibt es kaum Zinsen.

Deshalb muss du Anleger entschädigen, falls sie dennoch großmütig in deine Anleihe investieren – und zwar über den Anleihekurs:

Wie Aktien haben Anleihen einen Kurs, nur steht er nicht in Euro oder Dollar, sondern in Prozent, es ist ein bestimmter Prozentsatz vom Nennwert.

Ein Beispiel:

Unsere Mauerblümchen-Anleihe hat einen Nennwert von 10.000 € – das sind 100 %.

Steht der Kurs bei 100 %, geben dir Investoren genau 10.000 € für die Anleihe. Nun sind aber die Zinsen gestiegen, sehr dramatisch sogar.

Deshalb fällt der Kurs der Mauerblümchen-Anleihe als Entschädigung für den Käufer: Er wird dafür entschädigt, dass er auf höhere Zinsen verzichtet und in deine Anleihen investiert.

Er bezahlt nur einen geringeren Prozentsatz des Nennwertes – du verlierst also Geld.

Natürlich wirkt das auch in die andere Richtung: Fallen die Zinsen, wird deine Mauerblümchen-Anleihe zum Top Model und der Kurs steigt.

Halten wir fest:

  1. Der Marktzins steigt: Der Kurs der Anleihe fällt.
  2. Der Marktzins fällt: Der Kurs der Anleihe steigt.

Hältst du jedoch die Anleihe dreißig Jahre lang, kann dir das gleichgültig sein wie ein Sandsturm in Timbuktu – der Kurs beeinflusst NICHT die Schuld:

Zum Laufzeitende bekommst du den Nennwert zu 100 % zurück, solange der Schuldner zahlen kann, und damit leiten wir geschmeidig über zu den Nachteilen von Anleihen:

Was sind die Risiken von Anleihen?

Mann nimmt Risiken auf sich
Quelle Bild: Photo by Loic Leray on Unsplash

Die drei Hauptrisiken erwarten dich, wenn du in Anleihen investierst:

  1. Ausfallrisiko: Der Schuldner ist pleite und kann nicht zahlen.
  2. Zinsänderungsrisiko: Die Zinsen steigen, die Kurse fallen.
  3. Währungsrisiko: Du kaufst eine Anleihe in Dollar, nun fällt der Dollar gegenüber dem Euro und du bekommst weniger raus.

Weitere Nachteile, wenn du in Anleihen investierst:

  1. Inflationsrisiko: Die Inflation steigt und verputzt deine mageren Zinsen – umso länger die Laufzeit, desto höher dieses Risiko.
  2. Kündigungsrisiko (nur Unternehmen): Viele Unternehmen behalten sich das Recht vor, Anleihen zu kündigen, wenn die Zinsen fallen. Du bekommst dann den Nennwert zurück – die erwarteten Zinsen allerdings nicht.
  3. Liquiditätsrisiko: Anleihen werden nicht so rege gehandelt wie Aktien; schlimmer ist es noch, wenn du exotische Anleihen hältst – beispielsweise eine Anleihe auf ein französisches Weingut in Bordeaux -, dann musst du einen Abschlag zahlen, um die Anleihe doch an den Sommelier zu bringen.

Jetzt habe ich dich die ganze Zeit geärgert mit Fakten und schlechten Nachrichten – bestimmt fragst du dich, wozu Anleihen überhaupt nütze sind?

Niedrige Zinsen, Risiko auf Kursverluste – warum in Anleihen investieren?

Darum:

Was sind die Vorteile von Anleihen?

Die Vorteile, wenn man in Anleihen investiert
Quelle Bild Photo by Johan Godínez on Unsplash

1. Diversifikation

Stelle dir Aktien und Anleihen vor wie Mann und Frau im Bett mit nur einer Decke – in der Nacht zieht zuerst der Mann die Decke zu sich, die Frau wacht bibbernd auf und zieht die Decke wieder zurück.

Dann friert dem Gatten und er erobert die Decke erneut.

Die ganze Nacht das gleiche Spiel.

Genauso ist es mit Aktien und Anleihen: Laufen Aktien gut, steht es schlecht um die Anleihen – keiner will sie kaufen, weil sie weniger Rendite abwerfen. (Die Rendite-Decke ist bei den Aktien).

Crashen jedoch die Aktien, ziehen die Anleihen die Rendite-Decke zurück – die Anleger wollen Sicherheit und investieren in Anleihen.

Beispielsweise fielen in der Finanzkrise 2008 Aktien global um 37 %; Anleihen hingegen stiegen um 10 %.

Diesen Decken-Krieg kannst du ausnutzen, und zwar mit der Diversifikation, der Risikostreuung:

Du verringerst dein Risiko, indem du über mehrere Anlageklassen (Aktien, Anleihen, Immobilien…) dein Geld streust.

Denn Anlageklassen sind nicht die chinesische Volksbefreiungsarmee – sie laufen nicht im Gleichschritt. Wenn eine Anlageklasse himmelsstürmend steigt, fällt die andere oder steigt nur minimal.

So gleichst du Risiken aus und dein Vermögen schrumpft nicht allzu sehr, wenn Aktien auf Talfahrt sind.

Natürlich schmälerst du dadurch etwas deine Rendite, weil Aktien langfristig die renditestärkste Anlageklasse sind.

Doch das Risiko sinkt überproportional: Du senkst mit Anleihen MEHR das Risiko, als du an Rendite verlierst.

Wie das genau funktioniert, erfährst du unten in den Praxisbeispielen:

2. Sicherheit

Gerade habe ich es schon angestoßen wie ein Sektglas zum Hochzeits-Toast: Anleihen sind die Bodyguards deines Portfolios, sie sind zuständig für die Sicherheit.

Denn KURZFRISTIG (unter 20 Jahre) schwanken Anleihen deutlich weniger als Aktien.

Vor allem Staatsanleihen mit kurzer Laufzeit (max. 3 Jahre), ausgezeichneter Bonität (AAA bis AA) und ausgegeben in der Heimatwerbung, sind mit Abstand die sicherste Anlageklasse.

Viel sicherer als Tagesgeld, Festgeld oder Hochglanz-Unternehmen – warum?

Weil Staaten das Gewaltmonopol haben:

  1. Durch Steuern, Zwangsabgaben und Gelddrucken können sie sich refinanzieren.
  2. Mit Gesetzen und Subventionen können sie Unternehmen und Branchen fördern oder in die Knie zwingen (siehe Solarkraft).
  3. Ist ein Staat kurz vor der Pleite, wird er meistens gerettet – bei Apple springt kein Internationaler Währungsfonds ein.
  4. Außer wenn Krieg herrscht, gehen Staaten nur selten bankrott – Unternehmen und Banken gehen ständig ein wie schlecht gegossene Orchideen.

Deshalb gelten Staatsanleihen mit den genannten Kriterien als risikolos – sie kommen dem Ideal der „Risikolosigkeit“ am nächsten.

Investierst du in Anleihen, profitierst du von dieser Hochsicherheit.

3. Sicheres Einkommen

Eine Dividendenstrategie mag zwar rentabler sein, aber unsicherer: Unternehmen müssen keine Dividende zahlen.

Gerade in Corona-Zeiten werden Dividenden gekappt wie zu lange Fingernägel.

Anders ist es, wenn du in Anleihen investierst: Die Zinsen sind verbrieft, daran kann keiner rütteln oder schütteln.

Solange der Ausgeber nicht ausfällst, erhältst du deine Zinsen.

Wer also ein festes, regelmäßiges und sicheres Einkommen sucht, ist mit Anleihen besser aufgehoben.

So viel zur grauen Theorie – jetzt färben wir sie bunt, und zwar mit Praxisbeispielen, wie du in Anleihen investieren kannst:

Wann macht es Sinn, in Anleihen zu investieren?

Mann hält Glühbirne in der Hand
Quelle Bild: Photo by Júnior Ferreira on Unsplash

1. Sichere dein Portfolio

In seinem Buch „Souverän Investieren mit Indexfonds & ETFs“ gibt Gerd Kommer die Marschrichtung vor, indem du dein Vermögen in ein zwei Teile aufteilen sollst – einen risikolosen und einen risikobehafteten:

  1. Risikolos: Staatsanleihen mit kurzer Laufzeit (max. drei Jahre) höchster Bonität und in Euro.
  2. Risikobehaftet: Aktien und ggf. zur weiteren Diversifizierung Immobilien und Rohstoffe.

Unter „Diversifikation“ habe ich dir erklärt, warum diese Aufteilung sinnvoll ist – du verringerst das Risiko und schmälerst nur geringfügig deine Rendite.

Das beweise ich dir jetzt an der Risikokennzahl Maximum Drawdown, doch was beschreibt sie?

Es ist der höchste Wertverlust, der innerhalb des betrachteten Zeitraums eingetreten ist. Ist eine Aktie zwischen 2000 und 2020 um maximal 90 % gefallen, sind 90 % der Maximum Drawdown.

Das Schöne an dieser Kennzahl: Es ist keine blutleere Statistik, sondern ein Prozentsatz, den du tatsächlich verloren hast oder hättest.

Im folgenden Beispiel wirst du sehen, wie der Maximum Drawdown stark abnimmt, die Rendite dafür nur gering, wenn du in Anleihen investierst.

Als Portfolio nehme ich das Kommer Weltportfolio 2: 70 % Aktien weltweit und 30 % europäische Staatsanleihen und zum Vergleich ein 100 % Aktienportfolio.

Die Portfolios kommen von extraETF – in der jeweiligen Kopfzeile habe ich dir die genaue Zusammensetzung verlinkt:

Kennzahl 70/30 Weltportfolio 100 % Aktien weltweit (70-30 Vanguard Portfolio)
Maximum Drawdown -23,9 % am 23 März 2020 (Auflegung 2013) -32,5 % am 23 März 2020 (Auflegung 2014)
Rendite p.a. 6,88 % p.a. 7,49 % p.a.

Zugegeben: Die Zeitspanne ist arg kurz, dennoch sind beide Portfolios durch Corona krisenerprobt und damit vergleichbar.

Und wie du siehst, über die Jahre büßt du nicht einmal 1 Prozent an Rendite ein, ersparst dir aber fast 10 % an roten Zahlen.

Damit du siehst, dass dieser Effekt keine Eintagsfliege ist, hier ein Beispiel aus Kommers Buch von 2018 (Seite 64).

Es zeigt die Wertentwicklung über 20 Jahre – von 1996 bis 2016:

Kennzahl 100 % Aktien (globaler Aktienmarkt) 60 % Aktien weltweit und 40 % Geldmarkt und Anleihen
Rendite p.a. real 6,5 % 5,0 %
Maximum Drawdown -57 % im Februar 2009 -34 % im März 2003

Dieses Ergebnis ist erstaunlich, trotzdem ist das KEIN Muss, in Anleihen zu investieren – ich habe auch keine.

Ob du in Anleihen investierst, hängt ab von deiner persönlichen Risikotoleranz:

Bist du jung, verdienst genug, hast einen Notgroschen und erträgst Verluste mental, dann ist auch eine Aktienquote von 100 %  für den Vermögensaufbau kein Problem.

Erst ab Mitte dreißig, Anfang vierzig solltest du langsam umschichten, um gleichzeitig dein Vermögen für die Altersvorsorge abzusichern und immer noch wachsen zu lassen.

Doch wenn du bereits Vermögen hast und von Zinsen leben möchtest? – dann kannst du mit Anleihen-ETFs monatliche Ausschüttungen genießen:

2. Monatliche Ausschüttungen

Zinsen und Dividenden – diese beide Wörter beten Einkommens-Investoren herunter wie Gläubige das Vaterunser.

Mit ihnen finanzieren sie ihren Lebensunterhalt, sie verdienen ein passives Einkommen. Doch ein Problem haben sie: Die Regelmäßigkeit fehlt.

Manche Aktien schütten in Juni aus, andere im August, dann diese Anleihe im Dezember – so sprudelt in manchen Monaten das Einkommen wie der Niagara, in anderen nur wie die Teich-Fontäne des Nachbarn.

Dafür gibt es eine Lösung: Monatliche Ausschüttungen mit Dividenden und Anleihen.

Die Portfolios entnehme ich wieder extraETF – klicke einfach auf die Links in der entsprechenden Kopfzeile, um die Zusammensetzung zu erfahren:

Kennzahlen Monatliche Ausschüttungen 100 % Aktien Monatliche Ausschüttungen 50 % Anleihen
Ausschüttungsrendite 2020 4,43 % 4,28 %
Rendite p.a. seit 2014 3,98 % p.a. 5,73 % p.a.
Maximum Drawdown -39,3 % am 23. März 2020. -27,7 % am 23. März 2020.

Wieder wirkt der Federbett-Effekt der Anleihen – sie dämpfen hohe Verluste.

Zudem ist über 6 Jahre sogar die Rendite höher, wenn du in Anleihen investierst, obwohl bei beiden Portfolios die gleichen Aktien-ETFs enthalten!

Das liegt daran, dass ETF Dividenden Portfolios zumeist lausige Anlagen sind – sogar Anleihen machen mehr Rendite gut.

Aber wie gesagt: 6 Jahre sind wenig aussagekräftig, wahrscheinlich ändert sich dieses Bild über 10 bis 20 Jahre.

Außerdem sind es spekulativere Anleihen aus Schwellenländer, nicht zu vergleichen mit europäischen Staatsanleihen!

Wer dennoch Kapital angespart hat und monatliche Ausschüttungen sucht, ist vielleicht mit dieser Portfolio-Lösung zufrieden:

  • Die Ausschüttungsrendite ist mit gut 4 % hoch – bei einem Kapital von 350.000 € sind das knapp 15.000 € im Jahr OHNE Steuern und ETF-Kosten!
  • Die Rendite ist mit fast 6 % p.a. nicht schlecht – ABER: Renditen der Vergangenheit sind keine Garantie für die Zukunft.

Schauen wir uns noch ein letztes Beispiel an, wie du in Anleihen investieren kannst, um Gewinne zu erzielen:

3. Spekulation

Spekulation – dieses Wort liegt vielen Anlegern eklig im Mund wie der Zungenbelag nach einer durchzechten Nacht.

Trotzdem ist an Spekulation nichts auszusetzen, solange du erfahren bist, die Risiken kennst und einschätzen kannst und bereits ein sicheres Portfolio aufgebaut hast.

Dann darf jeder ein bisschen spielen.

Doch wie spekulierst du mit Anleihen? – vor allem mit den Kursen: Die Kurse von Anleihen schwanken, zumal bei Wackelkandidaten wie unsicheren Staatsanleihen oder Unternehmen am Rande der Insolvenz.

Deren Kurse sind nur noch ein Bruchteil des Nennwertes; kaufst du die Anleihen ein, winkt dir ein hübsches Sümmchen, FALLS sich der Schuldner finanziell erholt.

Beispielsweise drohte Argentinien 2020 wieder der Staatsbankrott, er wurde jedoch im August rechtzeitig abgewendet.

Zwischenzeitlich sanken deshalb die Anleihen bis 18.04.2025 auf 26 % des Nennwertes – im August standen sie wieder bei knapp 44 %.

Wer mutig war und die Chance erkannt wie genutzt hat, konnte fast 20 % Gewinn einstreichen.

Was sind andere Beispiele?

A. Zinsdifferenz zwischen Staaten

2004 konnten gewiefte Anleger zuschlagen: Der Leitzins in den USA betrug 4,5 %, während er in Japan nahe Null war.

Wie konnte man das ausnutzen?

Man verschuldete sich zu minimalen Zinsen in Japan und investierte das Geld in amerikanische Staatsanleihen.

Die Zinsen deckten die japanischen Schulden und warfen bei entsprechend hohen Kapital ein nettes Sümmchen ab.

Risiko hierbei: Die Währungskurse können sich abrupt ändern, sodass man für Yen weniger Dollar bekommt; zusätzlich konnten die Zentralbanken den Leitzins verändern.

Was wiederum die Spekulation zerstört wie eine Häusersprengung.

B. Ein genialer Coup von Kostolany

Die Börsenlegende André Kostolany war nach dem 2. Weltkrieg auf Einkaufstour.

Er investierte in Anleihen besiegter Nationen wie Deutschland, Japan oder Italien und spekulierte: Die Verlierer werden ihre fälligen Staatsanleihen bezahlen – was sie auch taten.

Der größte Coup gelang ihm mit deutschen, 5,5 -prozentigen Young-Anleihen bei einem Nennwert zu 1000 Francs.

Er kaufte sie zu einem Kurs von 25 % (250 Francs) und strich pro Anleihe 35.000 Francs ein!

Woher kam die Steigerung des Nennwertes um 3400 %?

Seit 1930 hatte sich der Franc gegenüber dem Dollar stark abgewertet, doch Deutschland wollte der Welt nach dem Krieg beweisen, wie kreditwürdig es sei.

Deshalb hat Adenauer die Anleihe nicht in Francs zurückgezahlt, sondern in Dollar – mit den rückständigen Zinsen machte das umgerechnet 35.000 Francs.

Quelle: André Kostolany, Börsenseminar.

Natürlich sind solche unglaublichen Beispiele selten wie Saigaantilopen.

Fazit: in Anleihen investieren

Ende, warum die in Anleihen investieren solltest
Quelle Bild: Photo by Markus Spiske on Unsplash

Ja, wer mit sicheren Staatsanleihen Zinsen verdienen will, für den sind Anleihen tatsächlich tot.

Tut mir leid: An Aktien führt kein Weg vorbei.

Wer diesen Anspruch jedoch fahren lässt, kann immer noch profitieren, wenn er in Anleihen investiert:

  1. Du kannst das Risiko deines Portfolios drastisch reduzieren, ohne viel Rendite einzubüßen.
  2. Verdiene bei genügend Kapital ein monatliches passives Einkommen.
  3. Erfahrene Anleger können mit Anleihen vorzüglich spekulieren.

Aus dieser Perspektive betrachtet, sind Anleihen keinesfalls tot!

Quelle Beitragsbild: Photo by Zachary Nelson on Unsplash


Junge schaut in die Kamera

Über den Autor:

Finanz-Enthusiast, Self-Improvement-Sensei und  notorischer Wort-Jongleur – diese drei Engel für Charlie bin ich: Robin. Meine Texte entzaubern die Finanzwelt, um sie Dir zerlegt auf dem Silbertablett zu präsentieren. Für Deine finanzielle Bildung und ein selbstbestimmteres Leben.

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