Warum die Rente für deine Altersvorsorge nicht reichen wird und was du sofort tun kannst

Wer allein die gesetzliche Rente für das Alter hat, der wird seinen jetzigen Lebensstandard wohl nicht halten können. Zur Zeit beträgt das Rentenniveau 48 %. Das bedeutet, dass Arbeitnehmer, mit weniger als der Hälfte ihres jetzigen durchschnittlichen Arbeitseinkommens, im Alter auskommen müssen. Wie die Bundesregierung mitteilt, sinkt bis 1933 die Rente auf 44,5 % herab. Wer im Ruhestand seinen jetzigen Lebensstandard erhalten möchte, der muss vorsorgen.

Was bedeutet das nun für die Altersvorsorge?

Welcher finanzieller Bedarf im Alter ist notwendig?

Wie Statistiken zeigen, ist die gesetzliche Rente für viele älteren Menschen die einzige Versorgung. Etwa ein Drittel hat beispielsweise Zusatzeinkünfte andere wiederum beziehen Einkünfte aus einer betrieblichen Altersvorsorge. Durchschnittlich wird davon ausgegangen, dass diese Einkünfte etwa brutto 418 Euro ausmachen. Das ist auch das Niveau, wie sich Zusatzrenten aus privaten Versicherungen ergeben. Deshalb wird gerade jungen Arbeitnehmern empfohlen, diese Vorsorgelücke zu decken.

Generell gilt, dass 80 % des letzten Nettoeinkommens notwendig sind, um den jetzigen Lebensstandard in der Rente zu erreichen. Es sieht ja so aus. Wenn Arbeitnehmer erst einmal aus dem Arbeitsleben ausgeschieden sind, dann entfallen Kosten für den Weg zur Arbeitsstelle. Auch sind Kinder dann so alt, damit sie sich selbst versorgen können bzw. auf eigenen Beinen stehen. Hat man im Laufe seines Arbeitslebens bereits für das Alter etwas zurückgelegt, so entfallen diese Kosten ebenfalls.

Dennoch kann es neue Kosten geben. Man denke hier an den altersgerechten Umbau des Bades. Auch können Kosten für Medikamente oder Pflegekosten anfallen. Solche Summen müssen ja oftmals aus eigener Tasche bezahlt werden. Ist die Rente dann klein, sind viele Menschen auf Sozialhilfe angewiesen.

3 Gründe, warum die Rente nicht reichen wird

Im Grunde genommen schieben viele Arbeitnehmer das Thema Altersvorsorge immer vor sich her. Für viele ist die Thematik noch nicht angekommen, alles liegt noch in weiter Ferne, es wird schon werden. Dennoch sollte es gerade jungen Arbeitnehmer klar sein, dass die gesetzliche Rente die sie nach einem langen Berufsleben erwarten dürfen, nicht ausreichend ist. So kann man diese “Aufschieberitis” durchaus als Volkskrankheit bezeichnen.

Wichtig ist es auf jeden Fall sein Rentenkonto kontrollieren. Denn nur so kann festgestellt werden, wie hoch die Rente einmal sein wird.

3 Gründe sind dabei sehr wichtig.

Grund 1: Der Generationenvertrag der abgeschlossen wurde, ist an sich ganz gut, aber das Umlagesystem bei dem Lohnarbeiter Rentner finanzieren, funktioniert nicht.

Das kann damit zusammenhängen, dass die Menschen immer älter werden. Momentan sind es bereits 21 % unserer Bevölkerung die bereits über 65 Jahre sind. Im Jahr 2050 werden es sogar 32 % sein. Zur Zeit sind es über 25 % der Bevölkerung die eine Rente beziehen.

Grund 2: Es gibt Arbeit die jenseits der Lohnsteuerkarte stattfindet. So sind Haus-und Pflegearbeit, die oft nur von Frauen verrichtet wird, in den Berechnungen der Rente immer noch Randgruppen. Auch das Herausfallen von Tausenden von Flüchtlingen aus unserem Rentensystem, fallen heraus. Der Grund, sie dürfen nicht arbeiten. Auch sind es Insassen in Gefängnissen, die zwar arbeiten, aber keine Sozialversicherungsleistungen erhalten.

Grund 3: Jeder vierte Arbeitnehmer arbeitet im Niedriglohnbereich. Das bedeutet, dass nicht mehr als 9,54 Euro in der Stunde bezahlt werden. Auch die Leiharbeit wächst rasant. Auf der anderen Seite ist die Produktivität pro Arbeitsstunde über 35 % gestiegen und zwar in den letzten 25 Jahren. Zudem sollte beachtet werden, dass immer mehr Jobs der stets wachsenden Automatisierung nicht mehr bestehen.

Warum ist es sinnvoll besser fürs Alter vorzusorgen?

Wie die Altersarmut in den Griff bekommen?

Alle Arbeitnehmer möchten im Alter eine Rente haben, mit der sie gut leben können. Dennoch wird empfohlen zusätzlich eine Altersvorsorge abzuschließen, da die gesetzliche Rente nicht ausreichen wird. Bei manchen Rentner, die heute schon ihre Rente beziehen, reicht diese oft nicht einmal um damit würdig leben zu können. Viele Rentner sind auf Sozialhilfen angewiesen. Andere wiederum arbeiten weiterhin, da die Rente nicht ausreicht.

Sinnvoll ist es auf jeden Fall, rechtzeitig für das Alter vorzusorgen um damit eine Vorsorgelücke zu schließen. Wer beispielsweise gerade 18 Jahre alt ist, der denkt ja nicht an seine Rente und auch nicht an sein Alter. Die jungen Leute wollen ihr Leben genießen, was auch durchaus nachvollziehbar ist. Bleiben im Monat wenigstens ein paar Euro übrig, so sollte man die aber bereits jetzt, für eine private Altersvorsorge nutzen. Empfohlen wird von Experten, den monatlichen Überschuss zuerst nicht langfristig anzulegen, sondern erst mittelfristig.

Wird das Geld dann für den Bau eines eigenen Hauses verwendet, so wird gleichzeitig etwas für die Altersvorsorge getan. Dann erst sollten langlaufende Produkte ausgewählt werden, mit denen für das Rentenalter abgesichert wird. Je früher damit begonnen wird, umso mehr kann erwartet werden. Wer Anfang 30 damit beginnt, wählt den richtigen Zeitpunkt.

Die gesetzliche Rente wird ja immer weniger werden, da unser Gesellschaft älter wird. Oft sind es ja die Frauen die mit einer niedrigen Rente auskommen müssen. Das sind Frauen, die mit einer Witwenrente leben müssen oder die im Berufsleben nur Jobs im Niedriglohnsektor hatten, weil sie die Kinder erziehen mussten.

Wo liegen die Herausforderungen für eine ausreichende Rente?

Den Beitragszahlers in Deutschland stehen durch niedrige Geburtenraten und auch wegen der steigenden Lebenserwartung immer mehr Rentner gegenüber. So kommen rechnerisch ungefähr drei Personen im Alter von 20 bis 64 Jahren, eine Person ab 65 Jahren, kann man davon ausgehen, dass es nach 2030 nur noch zwei zu eins ausmachen. Damit unterliegt Deutschland wegen der niedrigen Geburtenzahlen und der doch steigenden Lebenserwartung einem zweifachen Alterungsprozess.

Zudem werden durch unseren medizinischen Fortschritt die Arbeitnehmer immer älter. Daraus ergibt sich der Zustand, dass immer weniger Arbeitnehmer die Renten von Rentnern finanzieren müssen. Auch hat sich das Berufsfeld stark verändert. Heutzutage sieht es so aus, dass nicht alle Arbeitnehmer lebenslang bei einem Unternehmen beschäftigt sind. So kommt es durchaus vor, dass Arbeitnehmer die Anstellung mehrfach wechseln. Dazu kann man Arbeitslosigkeit, Teilzeitarbeit oder Kinderziehung dazu rechnen.

Aber auch Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt können dafür sorgen, dass die Rente nicht mehr ausreichend ist. Dazu trägt die Langzeitarbeitslosigkeit genauso bei die eine stete Niedriglohnbeschäftigung. Außerdem trifft die Digitalisierung viele Arbeitnehmer. Auch im Hinblick auf Selbständige ist zu ersehen, dass auch dort die Anzahl größer wird, die nicht für die Rente vorgesorgt haben.

Der Gesetzgeber hat auf diese Situation reagiert. Beispielsweise mit der Riester-Rente, mit dem Betriebsrentengesetz, mit der Anhebung der Altersgrenze oder mit dem Bürgerentlastungsgesetz. Das sind nur einige Maßnahmen vom Gesetzgeber, um die Rente zu sichern oder auch ausreichend zu berechnen.

Wo liegen die Chancen wenn die Altersvorsorge selbst vorgenommen wird?

Das Rentensystem unterliegt einem Drei-Säulen-Modell

Die erste Säule wird die Basisvorsorge abdecken. Darunter versteht man die gesetzliche Rentenversicherung oder die Rürup-Rente.

Als zweite Säule werden die betriebliche Altersvorsorge und die Riester-Verträge genannt. Diese Säule richtet sich vor allem an Arbeitnehmer.

Bei der dritten Säule sind sogenannte ungeförderte Vorsorgen gemeint. Das kann eine private Lebens- oder Rentenversicherung sein. Aber auch mit privaten Fondssparplänen kann vorgesorgt werden.

Fast jeder Arbeitnehmer ist über die erste Säule abgesichert. Welche Altersvorsorge nun für den Einzelnen richtig sind, ist davon abhängig ob der Arbeitnehmer angestellt oder selbständig ist. Daneben stehen auch staatliche Förderungen oder ein flexibles Ansparen. Wichtig außerdem ist die Zeit die bis zur Rente verbleibt.

Bevor nun reagiert wird, sollte zuerst festgestellt werden, wie viel Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung zu erwarten sind. Auch hier wird empfohlen stets den Rentenbescheid auf eventuelle Lücken zu kontrollieren. Wer also seine Altersvorsorge selbst in die Hand nehmen möchte, der sollte zuerst eine Bestandsaufnahme vornehmen.

Wer sich für eine Altersvorsorge entscheidet, der kann lebenslang eine Rente erwarten. Viele Arbeitnehmer nutzen dazu die betriebliche Altersvorsorge. Um hier die richtige Entscheidung zu treffen, kann über eine Rentenberatung bei Verbraucherzentralen aber auch bei einem Honorarberater erfolgen. Hier ist es wichtig, die geforderten Unterlagen bereitzulegen.

Das sind aktuelle Renteninformationen, bereits bestehende Vorsorgeverträge, der Steuerbescheid und eine Gehaltsabrechnung.
Bei Abschluss einer privaten Altersvorsorge sollte zuerst der Bedarf ermittelt werden. Ausgehend sind 80 % des letzten Nettoeinkommens. Wer beispielsweise im Monat 1.500 Euro netto zur Verfügung hat, der benötigt im Ruhestand etwa 1200 Euro monatlich.

Hier gilt es genau auszurechnen. Dazu sollten die Ausgaben zusammengerechnet werden, die im Alter anfallen werden. Das sind auf jeden Fall die Krankenversicherung als auch Wohn- und Lebenserhaltungskosten wie Kleidung, Versicherungen und Hobbys. Eventuell kommen dann noch Raten für einen Kredit dazu. Bedenken sollte man auch, ob noch unterhaltspflichtige Kinder im Rentenalter zu versorgen sind. Im Gegenzug fallen dann aber Kosten für Benzin oder für eine Berufsunfähigkeitsversicherung weg.

Die 7 wichtigsten Regeln für eine gute Altersvorsorge

1. Regel: So früh als möglich mit der Altersvorsorge beginnen. Je länger gewartet wird, desto schwieriger wird die finanzielle Lage, denn die Sparer müsse sich dann sehr anstrengen. Ein kleines Beispiel: Wenn ein Mann von 20 Jahren monatlich 52 Euro in die Rentenversicherung einbezahlt, kann er mit 67 Jahren, also bei Rentenantritt, mit monatlich 200 Euro mehr rechnen. Beginnt er aber erst mit 40 Jahren, beträgt die monatliche Sparrate immerhin schon 124 Euro, um die gleiche Zahlung zu erhalten.

2. Regel: Die staatliche Förderung nicht dem Staat schenken. Wer eine private Altersvorsorge anfängt, der sollte die steuerlichen Vorteile von der Rürup-Rente oder der Riester-Rente sich nicht entgehen lassen.

3. Regel: Frühzeitig feststellen, wie hoch die Rente sein wird. Wer nichts unternimmt, kann bei Renteneintritt eine unangenehme Überraschung erleben. Dann besteht oft keine Möglichkeit mehr die Rente aufzubessern.

4. Regel: Flexibel bleiben. Das bedeutet, dass es Gründe im Leben geben kann, wo weniger Geld zur Verfügung steht. Man denke hier an Arbeitslosigkeit, die Elternzeit oder einfach weniger Einkommen bei einem neuen Job. Hier sollten Arbeitnehmer die Zahlungsweise so legen, dass die Beiträge auch bei weniger Geld bezahlt werden können.

5. Regel: Eventuell kann eine Versicherung auch beitragsfrei gestellt werden. Eine Umstellung auf kleinere Raten kann ebenfalls sinnvoll sein.

6. Regel: Sich professionell beraten lassen.

7. Regel: Mit einem langen Leben rechnen.

Eine Altersvorsorge ansparen können Arbeitnehmer auch mit einem Banksparplan oder einem Fondssparplan vornehmen.

Gerade beim Fondssparen besteht die Möglichkeit Kapital aufzubauen. Damit kann eine höhere Rendite erwirtschaftet werden als bei einem Banksparplan. Damit das Risiko nicht so hoch ist, sollten Dach- oder Mischfonds geordert werden. Die Anlage weit streuen kann mit marktbreiten ETFs geschehen.

Hilfe und Motivation bei der Altersvorsorge

Es gibt eine einfache Regel die besagt, wer nicht startet der kommt auch nicht ins Ziel. Viele Arbeitnehmer unterschätzen die Zeit, die für eine Altersrücklage ja besteht. Dabei ist nicht maßgebend wie die Altersvorsorge aussieht, sondern wann sie beginnt. Auch die richtige Altersvorsorge ist wichtig. Da tauchen Fragen auf wie “soll ich mich selbst um die Vorsorge kümmern” oder ist eine betriebliche Altersvorsorge richtig. Sollen es Fondssparen sein oder doch besser die Riester-Rente. Wer sich da unsicher ist, sollte auf eine professionelle Beratung setzen.

Welche 2-3 Alternativen gibt es, wenn sich nicht um die Rente gekümmert wird?

Als Vorsorgelösung für den künftigen Rentner ist, dass er die Basisversorgung sicherstellt. Dazu gehört die gesetzliche Rentenversicherung.

Auch Rürup-Renten zählen zu der Basisrente. Gedacht waren sie für den Selbstständigen der gut verdient. Dennoch kann sie auch der Arbeitnehmer in Anspruch nehmen.

Die betriebliche Altersvorsorge ist dazu gedacht, dass Arbeitnehmer in die klassische Rentenversicherung einbezahlen. Arbeitnehmer können davon profitieren, dass auf die Beiträge keinerlei Steuern und Sozialabgaben anfallen.

Fazit:

Nur mit einer privaten Altersvorsorge kann eine persönliche Vorsorgelücke geschlossen werden. Außerdem kann mit der Vorsorge der heutige Lebensstandard des Arbeitnehmers gehalten werden. Da es sehr viele Möglichkeiten der Vorsorge gibt, sollten Arbeitnehmer sich beraten lassen.


Über den Autor:

Marco ist Gründer der Geldhelden Organisation. Seine Vision ist es finanzielle Bildung in die Breite der Gesellschaft zu tragen. Mit seinem Coaching hilft er Menschen dabei die richtigen finanziellen Entscheidungen zu treffen und das WARUM dahinter zu verstehen.

Mit seinen Ausbildungsprogrammen hilft er Menschen dabei monatlich mehr Einkommen zu verdienen, die Altersvorsorge ein für alle mal abzuhaken und die richtigen Investments für eine sichere Kapitalanlage zu finden.


 

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