ETF kaufen: Broker auswählen, aber richtig!

Du nimmst deinen Vermögensaufbau selbst in die Hand. Nach wochenlanger Vorbereitung möchtest du nun deinen ersten ETF kaufen. Aber wo einen ETF kaufen? Welcher Broker ist der richtige?

Worauf musst du achten? Bist du mit deiner Planung schon so weit, um diesen nächsten Schritt zu gehen? Diese und weitere Fragen schauen wir uns gemeinsam in diesem Blogbeitrag an!

Bist du bereit fürs ETF kaufen? Broker-Auswahl ist der letzte Schritt!

Ich weiß, ich weiß. Du hast Bücher gewälzt, Blogbeiträge studiert und deine Vermögensübersicht rauf und runter analysiert. Du willst endlich loslegen und deine erste Investition an der Börse tätigen. Das einzige, was dir noch fehlt, ist der passende Broker.

Wie du siehts kommt dieser Punkt erst am Ende einer langen Kette von Überlegungen und Maßnahmen. Damit du dich nicht verzettelst oder sogar zu früh an der Börse einsteigst, möchte ich mit dir vorab einen kurzen Checkup machen. Geht ganz schnell. Versprochen 😉

Möchtest du sofort zu den Broker-Infos kannst du diesen Punkt überspringen.

  1. Basiswissen aufbauen

Du hast alle Infos zur Börse gesammelt, weißt wie Kursbewegungen zustande kommen und was Aktien, ETFs und Anleihen sind, kannst du schon im Schlaf aufsagen? Super, dann können wir ja direkt zum nächsten Punkt springen.

  1. Dein finanzieller Status quo

Du hast deine Finanzen genau unter die Lupe genommen? Du kennst jede deiner Fixkosten, hast unnötige Ausgaben eliminiert und konntest sogar deine Einnahmen erhöhen? Dein Sparbetrag ist schon eine feste Größe, die jeden Monat konstant übrigbleibt? Hervorragend, dann geht es sofort weiter!

  1. Ziele setzen

Du hast ein konkretes finanzielles Ziel, dass du mit Zahlen eindeutig validieren kannst? Du hast dir notiert ab wann du wie viel Geld für deinen Traum benötigst und hast weder die Inflation noch die Kapitalertrags- und Abgeltungssteuer vergessen mit einzuberechnen? Perfekt, wir sehen uns bei Schritt 4.

finanzielle Ziele Setzen

  1. Risikobereitschaft ermitteln

Du weißt nicht nur, ob du einen Fallschirmsprung machen würdest, sondern ebenso wie dein finanzielles Risiko aussieht, das du bereit bist einzugehen?

Du kennst die Aufteilung zwischen risikobehafteten und risikoarmen Geldanlagen und bist dir bewusst, wie deine prozentuale Verteilung aussehen soll? Ideal, Strategie wir kommen!

  1. Strategie festlegen

Mit passivem und aktivem Investieren kennst du dich aus und du weißt genau auf welcher Seite du stehst? Market-Timing, Stockpicking und Buy-and-Hold ist nicht nur irgendein Börsenfachjargon, den du mal gehört hast, sondern du kannst die Begriffe mit eigenen Worten erklären?

Du kennst dich nicht nur mit Risikodiversifikation aus, sondern hast dementsprechend bereits dein gesamtes Portfolio geplant? Dann wollen wir uns hier nicht länger aufhalten und kommen zur finalen Aufgabe!

  1. Auswahl deiner Produkte

Nur, weil jetzt schon die Brigitte zu Börseninvestitionen berät und die BILD über ETFs schreibt, heißt das noch lange nicht, dass man das genauso nachmachen muss.

Wie du siehst, gehört einiges mehr dazu in den Vermögensaufbau zu starten und zum ETF kaufen. Broker googeln, anmelden und fertig, wäre hier zu kurz gedacht. Lass uns gemeinsam die einzelnen Steps durchgehen, die du beachten solltest.

ETF kaufen: Broker, was ist das?

Dein Online-Broker ist im Grunde genommen die Verbindung zwischen dir und der Börse. Dein Broker ermöglicht es dir direkt Aktien, Anleihen, oder Fonds zu kaufen und zu verkaufen, ohne dabei auf einen Mittelsmann angewiesen zu sein.

Du musst also nicht extra zu einer Bank gehen, um deine Börseninvestitionen durchzuführen. Das macht es unkompliziert und bequem. So kannst du mit wenigen Klicks, ganz einfach von zu Hause deinen Wertpapierhandel erledigen.

Viele Direktbanken, wie ING-Diba, comdirect oder consorsbank sind auch gleichzeitig Online-Broker. Du kannst also dort neben deinem Tagesgeld- oder Girokonto ebenso ein Depot eröffnen.

Eine Direktbank kommt ganz ohne eigene, physische Filialen aus und wickelt alle Geschäfte online ab. Das hat den Vorteil, dass dadurch Kosten eingespart werden, die dann auf den Kunden umgelegt werden können. Dann kommst du günstiger beim Anlegen des Depots und ETF kaufen. Broker gibt es mit und ohne Depotführungsgebühren.

Im Gegenzug dafür musst du bei deiner Bank allerdings auf den Service vor Ort verzichten. Nichtsdestotrotz ergibt sich daraus der Vorteil, dass Konto- und Depotführungsgebühren, trotz enorm niedriger Zinsen, teils noch kostenlos sind. Jedoch gibt es in diesem Bereich mittlerweile schon Anpassungen. Darauf solltest du also achten.

Lies dir daher genau die Kostenübersicht deiner Bank beziehungsweise deines Brokers durch und vergleiche die Anbieter miteinander.

Neben den Direktbanken gibt es ebenso reine Online-Broker, bei denen du nur ein Depot eröffnen kannst. Dazu gehören beispielsweise onvista bank oder Neo-Broker wie Scalable Capital und Trade Republic.

Diese Broker arbeiten meist mit größeren Banken, wie hier der Commerzbank oder Solarisbank zusammen, um ihre Dienstleistungen überhaupt anbieten zu können.

Zudem unterstehen sie der BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungen) und unterliegen der Aufsicht der Deutschen Bundesbank. Das ist besonders dann von Bedeutung, wenn es um die Einlagensicherung geht.

Diese besagt, dass bei einer Insolvenz dein Vermögen auf bis zu 100.000 EURO abgesichert ist. Dieser Punkt ist jedoch nur dann von Relevanz, wenn du eine größere Summe auf dem Verrechnungskonto hast, was möglichst nicht der Fall sein sollte.

Hier ein Beispiel von onvista bank zur Anlage eines Sparplans:

onvista Beispiel Sparplan anlegen

ETF kaufen: Broker sicher genug?

Es kann verunsichern, wenn man sich das erste Mal mit der Börse beschäftigt und sein hart erarbeitetes Geld nun für sich arbeiten lassen möchte.

Wahrscheinlich hast du zunächst das Gefühl ein finanzielles Wagnis einzugehen beim ETF kaufen. Broker bieten dir dahingehend in einem Punkt Schutz. Sollte es passieren, dass dein Online-Broker pleitegeht, ist dein Geld nicht verloren.

ETFs gehören nach dem Kapitalanlagegesetz (KAGB) zum sogenannten Sondervermögen und werden somit nur von deinem Broker verwaltet. Das bedeutet alle Wertpapiere und demnach auch deine ETFs gehören dir.

Nichtsdestotrotz kann ein Insolvenzverfahren ein komplizierter und bürokratischer Prozess werden. Für dich ist das mit unter Umständen langen Wartezeiten verbunden, die insofern unangenehm sind, da deine Aktien, ETFs etc. während dieser Phase weder liquidierbar noch handelbar sind.

Diesen Zeitabschnitt kannst du dazu nutzen, dich nach einem neuen Broker umzusehen.

Worauf solltest du bei der Auswahl eines geeigneten Brokers achten?

Da unser Fokus auf dem Vermögensaufbau mit ETFs liegt, ist das, das Hauptaugenmerk bei der Beurteilung eines passenden Brokers. Schließlich möchtest du endlich deinen ersten ETF kaufen. Broker sollten daher vor allem ein vielfältiges Angebot an sparplanfähigen ETFs anbieten.

Unter Umständen gibt es Aktionen und weitere Angebote, von denen du profitieren kannst. Darüber hinaus lohnt es sich deine ETF-Favoriten im Vorhinein zu recherchieren.

Einen sehr guten Überblick bietet zum Beispiel justetf.com. Überprüfe dann, ob dein Wunschbroker diese ETFs anbietet.

Sparplanfähig bedeutet, dass du ähnlich einem Dauerauftrag, regelmäßig automatisch Anteile deines ausgewählten ETFs nachkaufst. Das hat den Vorteil, dass du nach einmaligem Einrichten nichts weiter zu tun brauchst, als deinem Depot beim Wachsen zuzusehen.

Sparpläne sind in der Regel günstiger und kosten dich weniger Ordergebühren. Da sind wir direkt beim nächsten Punkt.

Kosten sparen mit dem richtigen Broker

Um deine Rendite nicht unnötig zu schmälern, kommt es auf jede mögliche Kostenminimierung an. Das gilt nicht nur für die Kaufs- und Verkaufsgebühren deiner ETFs, sondern ebenso für die allgemeinen Kosten deines Brokers.

Mache dir am besten eine Übersicht, in der du die Kosten des jeweiligen Brokers zusammenfasst. Im Idealfall verlangt dieser keine Depotführungsgebühren und die Orderprovision sollte möglichst niedrig sein.

Die Orderprovision ist die Gebühr, die beim Kauf und Verkauf deiner ETFs fällig wird. Sie wird entweder mit einem fixen Preis pro Transaktion oder einem prozentualen Anteil des investierten Kapitals angegeben.

Die Orderprovision musst du gedanklich direkt von deinem investierten Geld abziehen.

Orderprovision gedanklich abziehen

Ein Beispiel:

  • Zu investierendes Kapital: 100 EURO
  • Broker A: Fixpreis 5 EURO pro Order
  • Broker B: variabler Preis 1 Prozent pro Order

In diesem Beispiel würden wir uns beim ETF kaufen Broker B näher anschauen. Der variable Preis von einem 1 Prozent ist mit 1 EURO Ordergebühr wesentlich günstiger als 5 EURO.

Läge dein anzulegendes Kapital allerdings bei 1.000 EURO, wäre das Angebot von Broker A, dem von Broker B vorzuziehen. 10 EURO versus 5 EURO.

Häufig sind jedoch Klauseln angegeben, die den variablen Anteil deckeln. Beispielsweise auf eine Summe von 60 EURO.

Wie du siehst, ist hier etwas Recherche und kurzes Nachdenken gefordert. Du solltest dir darüber im Klaren sein, wie viel Geld du wie anlegen möchtest.

Solltest du einmal das Gefühl, dass du dich für den falschen Broker entschieden hast oder einen Anbieter finden, der signifikant bessere Konditionen bietet, besteht immer die Möglichkeit eines Wechsels.

Dieses Vorgehen besteht meist nur aus dem Ausfüllen eines Formulars. Das wichtigste ist also, dass du nicht in der Analysis paralysis verharrst, sondern eine Entscheidung triffst, um den nächsten Abschnitt deines Vermögensaufbaus einzuleiten. Denn ohne Broker, kein Zugang zur Börse.

P.S. Falls du für deinen Junior ein günstiges und unkompliziertes Depot/Broker suchst, lese hier, wie du ein Junior Depot vergleichen kannst.


Über die Autorin:

Hallo! Mein Name ist Jessi, ich bin 31 Jahre alt und lebe zusammen mit meinem Mann und meinem kleinen Sohn in Berlin. In den letzten 15 Jahren habe ich so ziemlich jeden Euro, den ich zusammenkratzen konnte, für Bekleidung oder anderen Schnick Schnack ausgegeben.

Bis ich eines Tages auf das Thema Börse, Aktien und ETFs gestoßen bin. So schaffte ich es, nicht nur ein Jahr lang keine Kleidung zu kaufen, sondern gleichzeitig noch mein Geld für mich arbeiten zu lassen. Alles zu meiner persönlichen Weiterentwicklung und, wie du das auch schaffen kannst, findest du unter themoneygirl.de

 

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