4 weitere Börsenweisheiten aus dem Peloponnesischem Krieg, die du NIEMALS missachten solltest

Börsenweisheit 5: Habe immer einen Plan
Perikles, der athenische Feldherr, wusste: Auf dem Land, in der Schlachtreihe und von Mann zu Mann hätten die Athener keine Chance. Sie würden aufgerieben wie Semmelbrösel, die du über einen Gulasch streust. Deshalb verließ er sich auf Athens Stärke: seine Flotte! Sollen doch die Spartiaten kommen, das Land verheeren, die Mauern anrennen und schließlich bedröppelt abziehen, weil die Athener nicht herauskommen… …die Athener jedoch besteigen ihre Schiffe, fahren nach Sparta und verwüsten das Land. So wollte Perikles die Spartiaten zermürben und schließlich zur Aufgabe zwingen. Welche Börsenweisheit kannst du hieraus lernen? Mache dir immer einen Plan, wenn du investierst! Was meine ich damit? Bevor ich Geld in eine Aktie packe wie Klamotten in die Waschmaschine, schreibe ich Folgendes auf:- Warum kaufe ich die Aktie?
- Wie lange plane ich, die Aktie zu halten?
- Wann würde ich die Aktie wieder verkaufen?
Börsenweisheit 6: Sichere dich gegen Black Swans ab
Am Anfang plagte sie Hitze, die Augen röteten sich und Zunge und Schlund fühlten sich wie roh an. Dann kamen Niesen, Husten, Heiserkeit und die Krankheit legte sich auf den ganzen Körper: Er war vollständig mit Pusteln, Bläschen und Geschwüren bedeckt – die Athener sahen aus wie eiternde Streuselkuchen. Die meisten verendeten nach sechs bis acht Tagen an Erschöpfung; anderen starben die Gliedmaßen ab – Finger, Zehen, Geschlechtsteile – oder sie erblindeten oder wurden wahnsinnig. Ganz Athen war eine Leichenhalle! Was war geschehen? Perikles Plan war es, alle Bürger in der Stadt zu versammeln, wenn die Spartiaten angriffen – so saßen tausende auf engsten Raum, einige auf der Straße, andere in den Tempeln. Kein Wunder, dass eine Seuche ausbrach, die schließlich Perikles selbst hinwegraffte. Welche Börsenweisheit kannst du daraus lernen? Bereite dich auf Black Swans (Schwarze Schwäne) vor!
- Davon ausgeht, dass ein Schwarzer Schwan deinen Plan zerschießen könnte,
- du deshalb nicht 100 Prozent in ein Investment steckst,
- du nicht übermäßig hebelst und Aktien auf Pump kaufst,
- du vielleicht große Positionen mit Shorts oder Put-Optionen absicherst
- und dir immer ein Cash-Polster bereithältst.
Börsenweisheit 7: Suche nach konvexen Wetten
Der Feldzug nach Sizilien war für Athen eine Katastrophe: Tausende Bürger gingen verloren, hunderte Schiffe ankerten nun auf dem Meeresgrund. Dieser Feldzug war der Dolchstoß, der Athen schließlich den Krieg verlieren ließ. Warum hatte man sich auf dieses Himmelfahrtskommando überhaupt eingelassen? Die Bürger waren überheblich, stolz und zu selbstsicher – sie glaubten: Mit Sizilien werde man schon fertig. Sie gingen eine viel zu unsichere Wette ein: Gewinnen sie, haben sie Sizilien; nur lag die Insel weit von Athen entfernt, war im Winter nicht erreichbar und band dauerhaft Truppen. Unterdessen standen die Feinde direkt vor der Tür, klopften sich vor attischem Land schon die Schuhe ab und musste nur noch einfallen. Kurz:- Wenn die Athener gewinnen, haben sie zwar eine große Insel, die jedoch ständig beschützt und gesichert werden muss,
- verlieren die Athener hingegen, kämpfen sie an mehreren Fronten und müssen gegen mehrere Großmächte bestehen.
Welche Börsenweisheit lernst du daraus?
Suche immer nach konvexen Wetten, also Wetten, wo die Upside höher ist als die Downside.
Nehmen wir als Beispiel überbewertete Tech-Aktien wie Square, Teladoc Health oder Roku.
Können diese Aktien noch steigen?
Absolut: Sie können dieses Jahr noch einmal 100 Prozent machen.
Ist das jedoch wahrscheinlich?
Das ist eine andere Frage:
Wenn etwas stark gestiegen ist und Aktienkennzahlen die Bewertung kaum noch rechtfertigen, hast du eine konkave Wette:
- Die Downside (die Aktien fallen wieder),
- ist größer als die Upside (die Aktien steigen weiter).
- Verlust: 18.000 Euro
- Gewinn: 62.000 Euro.
Börsenweisheit 8: Kenne deinen Feind
Ganz ohne Minikamera, Abhörgeräte oder löchrige Tageszeitungen war man in Griechenland bestens informiert: In einer Stadt hatte man Verräter, auf dem Land Späher. Jede Bewegung des Feindes wurde beobachtet, auskundschaftet und analysiert – so kannte man den Feind und konnte seine nächste Bewegung vorausahnen. Welche Börsenweisheit lernst du hieraus? Kenne deinen Feind – also deine Aktie. Viele stützen sich bei Investment-Entscheidungen auf heiße Tipps, FOMO oder Finanzpornografie … Und wundern sich, wenn es danach schiefgeht. Denn erst, wenn die Aktie abstürzt, fragen sie sich: Was habe ich da eigentlich gekauft? So verfällst du in Panik, stößt das Papier ab und machst Verluste. Wer nämlich die Aktie nicht kennt, hält sie auch nicht, wenn sie fällt – und verkauft sie auch nicht, wenn sie zu stark gestiegen ist… …das schafft nur, wer die Aktie analysiert hat. Was solltest du mindestens wissen?- Was stellt das Unternehmen her?
- Wer ist seine Konkurrenz?
- Welchen Marktanteil hat es?
- Wie groß ist der verfügbare Markt?
- Wie alt ist es?
- Ist es im Familien-Besitz oder wird es von einem Manager geführt?
- Wie schätzt du die Branche ein?
- Kennst du das Produkt? Nutzt du es vielleicht selbst?
- Was ist die Strategie des Unternehmens, weiterzuwachsen?
- Wie ist das Unternehmen bewertet?
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