Systematischer Vermögensaufbau: Richtig sparen mit dem Terrassenmodell

Systematischer Vermögensaufbau: Richtig sparen mit dem Terrassenmodell

Seien wir ganz ehrlich: Vermögensaufbau ist harte Arbeit. Zu den beständigen Einkommen, die sich nach Möglichkeit noch regelmäßig erhöhen sollen, kommt der Verzicht für ein weit in der Zukunft liegendes Ziel. 

Häufig eine echte mentale Herausforderung. Daher ist ein systematisches Vorgehen beim langfristigen Vermögensaufbau so entscheidend. Wie du mit dem Terrassenmodell gezielt deinen Plan verfolgst, zeige ich dir in diesem Blogbeitrag!    

Nicht wenige scheitern beim Vermögensaufbau

Eine finanzielle Reserve für die Altersvorsorge aufzubauen, ist und bleibt für viele zum Scheitern verurteilt.

Zum einen, weil die meisten Menschen sich erst gar nicht damit befassen und zum anderen, weil sie die falschen Strategien anwenden. In einem Jahr zur Million oder in nur drei Monaten zum fünfstelligen Einkommen, mit dieser oder jener Methode, sind da sicher nicht die richtigen Ansätze.

Dabei muss es gar nicht so kompliziert sein, wenn man sich erst einmal mit den Grundprinzipien des Sparens und Investierens auseinandergesetzt hat.

Darauf, wie du diese mit dem Terrassenmodell umsetzen kannst, werde ich im folgenden Text noch näher eingehen. Nur, wenn du deine privaten Finanzen im Griff hast, kannst du dich an die langfristige Geldanlage wagen. 

Was vor dem ETF-Sparplan kommt

Investieren in ETFs (börsengehandelte Indexfonds; Exchange Traded Fonds) ist ein gutes Instrument, um in den Vermögensaufbau zu starten.

Jedoch sind diese nicht für jeden Zweck geeignet. Bevor du dich also in die Strukturierung deines Portfolios stürzt und die ersten ETF-Sparpläne anlegst, steht zunächst die Überprüfung deiner kompletten Finanzen auf dem Plan.

Schließlich kannst du nur das Geld für die langfristige Anlage verwenden, das du wirklich in naher Zukunft nicht brauchst. Dein ETF-Depot sollte deinen finanziellen Bedürfnissen entsprechen.

Eine gute Anlagestrategie basiert auf einer soliden privaten Finanzplanung

Etwas Ähnliches haben wir sicher alle schon mal erlebt: Erst geht es in den Urlaub, der dann doch etwas teurer ausfällt, als eigentlich geplant war, und, wenn man dann nach Hause zurückkommt, streikt auch noch das Auto.

Das ist anstrengend und nervig. Richtig problematisch wird es allerdings, wenn dafür nicht die nötigen finanziellen Rücklagen vorhanden sind, um für die anfallenden Kosten aufkommen zu können.

Richtig problematisch wird es allerdings, wenn dafür nicht die nötigen finanziellen Rücklagen vorhanden sind, um für die anfallenden Kosten aufkommen zu können.

Niemand will auf dem Girokonto ins tiefrote Minus rutschen, um die unerwarteten Mehrausgaben stemmen zu können. Dieses Szenario stellt jedoch eher die Ausnahme dar.

Wie ist es mit den gewohnheitsmäßigen Ausgaben, die häufig nebenbei anfallen? Der Coffee to go hier, der Roman für 9,99 EURO dort. Neben den fixen Kosten für Netflix-Abo und Miete für dein Smartphone, sind es die kleinen variablen Beträge, die ins Geld gehen.

Warum erzähle ich dir das? Weil du nur Geld in ETFs anlegen solltest, dass du auch tatsächlich längerfristig entbehren kannst. Anders ausgedrückt: Du musst dauerhaft mehr einnehmen, als du ausgibst.

Doch das gelingt den Wenigsten. Das Modell der vier Terrassen kann dich dabei unterstützen. Zunächst solltest du jedoch damit starten für mindestens drei Monate ein Haushaltsbuch zu führen. Dieses gibt dir einen genauen Überblick über deine Einnahmen und Ausgaben.

So kannst du mit dem Terrassenmodell richtig sparen

Angenommen, du bist an dem Punkt, dass du erfolgreich mit deinem Haushaltsbuch am Ende eines jeden Monats einen Überschuss zur Verfügung hast. Nun geht es darum diesen Geldbetrag sinnvoll einzusetzen. Schauen wir uns dafür die vier Stufen des Modells genauer an.

Terrasse 1: die laufenden Kosten

Die erste Stufe umfasst den laufenden Zahlungsverkehr. Dabei eignet sich am besten ein normales Girokonto. Um hier hohe Gebühren einzusparen, lohnt sich häufig der Wechsel von einer Standardbank oder der Sparkasse zu einer Direktbank.

Auch dort fallen mittlerweile unter bestimmten Bedingungen Kosten an. Daher solltest du vor einer Anmeldung immer die Preislisten überprüfen und miteinander vergleichen. 

Auf dem Girokonto sollte sich etwa ein Nettomonatsgehalt befinden. Dieses kann dann dazu verwendet werden, die laufenden Ausgaben zu decken.

Da es auf dem Girokonto keine Zinsen, sondern derzeit sogar in vielen Fällen “Negativzinsen” für geparktes Geld anfallen, sollte der Betrag nicht wesentlich höher sein.

Er sollte aber auch nicht bedeutend darunter liegen, denn ein Abrutschen in den Dispo ist ein absolutes No-Go.

Der Überziehungskredit auf dem Girokonto ist besonders teuer. Dabei können schnell Zinsen um die 10 Prozent anfallen. Das ist nicht nur teuer, sondern ebenso ein psychologischer Fallstrick auf mehreren Ebenen.

Du denkst, durch den Dispo hättest du mehr Geld zur Verfügung. Dem ist jedoch nicht so. Dieses Geld gehört dir nicht. Ein ausgereizter Dispo belastet und verliert seine Funktion als kurze Aushilfe in einer besonders brenzligen Notlage.

Am besten ist es, wenn du den Dispokredit und eine geduldete Überziehung niemals in Anspruch nimmst.

Terrassenmodell richtig umsetzen: Abrutschen in den Dispo ist ein absolutes No-Go.

Terrassenmodell Stufe 2: der Notgroschen

Ist das Polster für die laufenden Kosten angelegt, kann es weitergehen auf der zweiten Terrassenstufe. An diesem Punkt solltest du dir eine eiserne Reserve aufbauen, die für den absoluten Notfall gedacht ist.

Beispielsweise, wenn dein Auto den Geist aufgibt und du gerade erst aus einem überteuerten Urlaub zurückgekehrt bist. Gleiches gilt für eine kaputte Waschmaschine, einen Wasserschaden oder plötzlich anfallende Reparaturen oder gar den Jobverlust. 

Der Notgroschen soll dich davor bewahren durch unvorhersehbare Ausgaben finanziell überrumpelt zu werden. In einem Notfall kommt es natürlich darauf an, dass du schnell und unkompliziert an dein Geld herankommst.

Dennoch sollte dieser Geldbetrag von deinem normalen Girokonto entkoppelt sein, um “versehentliche” Minimierungen zu vermeiden.

Aus diesen Gründen bietet sich hier ein Tagesgeldkonto an. Auf dieses Konto gibt es ebenfalls keine Zinsen. Bei der Auswahl einer geeigneten Bank solltest du auf die Einlagensicherung von 100.000 EURO achten, die im Falle einer Pleite greift und dein Vermögen schützt.

Im Idealfall umfasst der Notgroschen etwa drei bis sechs Nettomonatsgehälter. Faktoren, die du dabei berücksichtigen solltest, sind: 

  • Wie sicher ist deine Anstellung / deine monatlichen Einnahmen?
  • Wie viele Personen sind von deinem Einkommen abhängig?
  • Welche Verbindlichkeiten / Kredite musst du abbezahlen?
  • Wie hoch sind deine monatlichen Fixkosten?

Terrasse 3: größere Anschaffungen

Sind die ersten beiden Treppen im Terrassenmodell erklommen, geht es weiter mit der dritten Stufe. Auf dieser Ebene wird das Geld für die mittelfristigen Ziele angespart.

Das kann beispielsweise ein sechsmonatiges Sabbatical, die Elternzeit oder eine längere Reise sein. Wie hoch die Sparsumme in diesem Bereich ist, hängt ganz individuell von deinen persönlichen Zielen ab.

Ein wesentlicher Einflussfaktor bei der Auswahl des geeigneten Produktes für die Ansparung ist der Anlagehorizont.

Umso kürzer dieser ist, umso risikoärmer sollte die Anlageform sein. Bei einem Sparziel, das in zwei bis drei Jahren erreicht werden soll, sind beispielsweise Indexfonds nicht die richtige Lösung. 

Handelt es sich also um kurzfristig erreichbare Sparziele sind maximal Festgelder oder auf den Anlagezeitraum abgestimmte Anleihen solider Emittenten verwendbar. 

Terrassenmodell Stufe 4: die Altersvorsorge

Erst, wenn du die ersten drei Stufen der Terrasse erklommen und die entsprechenden Summen zur Seite gelegt hast, kannst du das übrige Geld für deine Altersvorsorge nutzen. Hier geht es ganz klar um den langfristigen Vermögensaufbau.

Analysen historischer Daten haben gezeigt, dass sich Marktschwankungen mit einem Anlagehorizont von mindestens zehn, besser fünfzehn Jahren ausgleichen lassen. Im Idealfall investierst du nun jeden Monat überschüssige Einnahmen und nutzt diese für deine Kapitalbildung.

Liegt dein geplantes Sparziel sehr weit in der Ferne, kannst du auf risikoreichere Anlageformen, wie beispielsweise Aktien-ETFs ( Exchange Traded Funds) setzen. Bei der derzeitigen Zinspolitik kannst du mit klassischen Produkten wie dem Tagesgeldkonto oder dem Sparbuch nicht einmal die Inflationsrate ausgleichen.

Ein breit diversifiziertes Weltportfolio aufbauen

Mit einer breiten Streuung über Länder, Branchen, Asset-Klassen und Zeit hinweg, lässt sich ein risikooptimiertes Portfolio aufbauen. Eine einfache Umsetzung gelingt mit ETFs. Diese bilden die Wertentwicklung eines Indexes nach und beinhalten zahlreiche Positionen gleichzeitig.

Doch Achtung: ETF ist nicht gleich ETF. Bei der Auswahl der geeigneten ETFs für dein ETF Weltportfolio solltest du dich vorab genauestens informieren und recherchieren, worauf es ankommt. Ich möchte dir hier kurz zwei Varianten vorstellen, die du so aber auf keinen Fall blind nachkaufen solltest. Erst informieren, dann investieren!

ETF ist nicht gleich ETF.

Eine Option kann der MSCI ACWI (All Country World Index) darstellen. In ihm sind sowohl Industrie- als auch Schwellenländer enthalten.

Dieser ETF spiegelt mit fast 3.000 Unternehmen 85 Prozent der weltweiten Marktkapitalisierung wider. Diesem ähnlich ist der Vanguard FTSE All-World.

Die zweite Möglichkeit, die ich hier kurz anreißen möchte, ist die Kombination aus MSCI World ETF und MSCI Emerging Markets. Der MSCI World beinhaltet 23 Industrieländer, während der Emerging Markets die Wertentwicklung von 25 Schwellenländern abbildet.

Was ist der Vorteil gegenüber einem ETF? Mit zwei ETFs hast du die Chance diese unterschiedlich stark zu gewichten. Das kann sich auf deine Rendite, aber auch auf dein Risiko auswirken.

Welche Stufe im Terrassenmodell hast du bereits erreicht? Was sind dein Ziele für die Zukunft? Schreib es uns gern in die Kommentare!

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