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Bitcoin und Klima – ist Bitcoin wirklich ein Klima-Killer?

Umweltsau! Klimakiller! Bitcoin verbraucht so viel Energie wie Österreich und die Schweiz zusammen! Oder war es die Niederlande? Egal: Alle paar Monate muss ein anderes Land herhalten, an dem Bitcoins Verbrauch gemessen wird. Bitcoin hat nun einmal das Stigma „Klimasünder“ weg wie der Tagebau Hambach.

Doch stimmt das?

Ist Bitcoin tatsächlich ein Klima-Killer?

Die kurze Antwort: Nein!

Für die lange Antwort: Lies den Artikel.

Zuerst jedoch musst du verstehen, warum die Kryptowährung so viel Strom braucht und warum das absolut wichtig ist.

Ist Bitcoin wirklich ein Klimakiller?

Woher kommt der Stromverbrauch, der den Verbrauch der Schweiz, Österreich oder doch der Niederlande übersteigt?

Sie weinten, weil sie so hässlich waren.

Die Archarai waren armlange, schleimige Polypen, von Lumpen bedeckt, die das Licht scheuten wie die unbekannten Ungeheuer auf dem Meeresgrund.

Dafür erfüllten sie einen Zweck:

Ihr Tränen spendeten das Wasser, auf dem die Silberstadt Amargánth schwamm, und zugleich webten sie das Silberfiligran, woraus die Stadt bestand.

Hässliches schaffte Wunderschönes.

Bastian jedoch ertrug ihr Weinen nicht und verwandelte sie in Schlafmuffen – Clownsmotten, die lachten, schabernackten und ohne Sinn alles mutwillig zerstörten.

So vernichteten die Schlafmuffen auch die wunderschöne Silberstadt – keine Träne wässerte mehr den Fluss, kein Polypen-Arm spann mehr Silber. Die Stadt ging einfach ein.

Warum erzähle ich dir die kurze Episode aus Michael Endes „Die unendliche Geschichte?“

Weil der Energieverbrauch notwendig ist, damit die Miner tatsächlich Archarai bleiben und nicht zu Schlafmuffen werden.

Lass es mich erklären:

Die Miner sind dazu da, Transaktionen in Blöcke zu packen und zu bestätigen.

Dafür lösen sie knifflige mathematische Rätsel, um eine sogenannte „Nonce“ zu finden – eine Zufallszahl, die den Block bestätigt und deine Transaktion gültig macht.

Wer zuerst die Nonce findet, ist der Gewinner.

Dieses Prinzip des Minings oder Schürfens heißt Proof of Work, also Beweis durch Arbeit.

Diese Berechnungen fordern eine ungeheure Rechenleistung.

Indem Schürfer arbeiten, also die Hardware (Grafikkarten) Energie schluckt wie ein Tank Benzin, sichern sie die Blockchain und das Netzwerk.

Sie sind die Archarai: hässlich, aber notwendig, um das System am Laufen zu halten.

Was würde jedoch passieren, wenn jeder Transaktionen bestätigen könnte – ganz ohne Energieaufwand, Rechenaufgaben und ohne zu schürfen?

Dann wäre die Blockchain unsicher wie das Ehegelübde eines Heiratsschwindlers!

Jeder könnte minen und mit einer 51-Prozent-Attacke, die Blockchain übernehmen, nachträglich ändern und nur noch SEINE Transaktionen bestätigen.

Dann wären die Miner Schlafmuffen, die mutwillig das ganze System zerstören könnten.

Der Prüfmechanismus und somit der Stromverbrauch verhindern also, dass Chaos ausbricht und Bitcoin wertlos wird.

Verstanden!

Jetzt zu den Argumenten:

Warum ist der Energieverbrauch nicht so dramatisch, wie es dir die Medien wie mit einem Presslufthammer einhämmern?

1. Bitcoin und Klima: Warum Bitcoin-Mining kein Land ist, sondern eine Industrie

Strommasten vor einem blauen Himmel
Photo by Fré Sonneveld on Unsplash

In der Finanzwelt hörst du es immer wieder:

Vergleiche NICHT Äpfel mit Birnen, Aprikosen mit Weintrauben oder Kiwis mit Rhabarber.

Ich glaube, du verstehst meinen Punkt.

Wieso vergleicht man also Bitcoin mit einem Land?

Seit wann ist Bitcoin ein Land?

Es klingt einfach fürchterlich:

Ein Verbrauch höher als Österreich und der Schweiz (oder war es die Niederlande?) weckt Angst, schürt Feindseligkeit und brandmarkt Bitcoin.

Diesen Vergleich kann ich auch:

Streaming hat 2018 so viel Energie verbraucht, wie Polen, Italien und Deutschland zusammen.

Und jetzt in Corona-Zeiten will ich die Zahlen eines Jahres gar nicht sehen.

Regt sich deshalb jemand auf, weil die Leute „Two and a Half Man“ in Dauerschleife schauen?

Nein! – Der Medienaufschrei bleibt im Halse stecken.

In der Presse stehen keine Beschwerden, kein Journalist, kein Professor veröffentlicht irgendwelche Studien, die den Ausstoß von Netflix, Disney+ und YouTube anprangern.

Was ist also die Lösung?

Mining ist eine Industrie, vergleiche also den Energieverbrauch mit einer anderen Industrie – wie dem Finanzsystem und Goldminen.

Was verbrauchen diese? Sind sie so energieintensiv wie Kryptogeld?

  • Bitcoin geschätzter Verbrauch derzeit: 137,85 Terawattstunden (TWh) (Ungefähr so viel wie 68.925.000 Waschmaschinen).
  • Goldminen geschätzter Energieverbrauch: 132 TWh (Nur der Bergbau und Betrieb; Transport, Prägung, Verkauf nicht eingerechnet.)
  • Bankenwesen geschätzter Energieverbrauch: 650 TWh.

Daten: Bloomberg; Kryptomag, Cambridge Bitcoin Energy Consumption Index.

Bitcoin tanzt also nicht aus der Reihe, sondern steht in Reih und Glied.

Trotzdem verbraucht die Kryptowährung viel Strom – zugegeben – und es ist kein schlagkräftiges Argument zu sagen:

Andere Industrien sind eben schlechter für’s Klima als Bitcoin.

Das ist genauso, als würde man behaupten: Vierteilen ist eine bessere Todesstrafe als Pfählen, weil es schneller geht.

Schauen wir uns deshalb an, welchen Strom Bitcoin überhaupt benutzt:

2. Bitcoin und Klima: Welchen Strom nutzt das Netzwerk?

Windräder im Sonnenuntergang, die Miningfarmen und Bitcoin antreiben
Photo by Karsten Würth on Unsplash

Es ist ein leichtes zu sagen:

Bitcoin verbraucht so und so viel Energie, das macht so viel CO2 – oh Gott, so viel! – und deshalb ist Bitcoin schlecht für’s Klima.

Du musst jedoch auf den Strom schauen, den Bitcoin verbraucht.

Ist es Kohle? Atom? Solar? Wasserkraft?

Das zählt!

Und was ist das Ergebnis?

Laut einer Studie kommen 74,1 Prozent des Stromes aus erneuerbaren Energien – so aus Wind, Solar und Wasserkraft.

Quellen: Cointelegraph; CoinShare Studie. (Eine andere Studie hingegen sagt: Es sind nur 39 Prozent aus erneuerbaren Energien).

Und das hat einen einfachen Grund:

Grüner Strom aus dem Netz ist billig – und wer weniger dafür zahlt, macht somit mehr Gewinn. Das macht viele Regionen Chinas besonders attraktiv.

Trotzdem sind Mineure keine Ökos oder Klimaaktivisten; sie wollen Gewinn machen und das führt sie zu billigen, oft grünen Strom.

Und weil die Welt immer weiter auf grünen Strom umschwenkt, wird er hierbei noch günstiger und attraktiver.

Zudem steigt umweltschädlicher Strom in Preis und es lohnt sich nicht mehr, in diese Länder zu investieren.

Punkt. So sorgen Bitcoins für mehr Nachhaltigkeit.

Ein gutes Beispiel ist die Region Sichuan in China, wo ca. 19 Prozent des weltweiten Minings stattfindet.

Warum liegen da die Rechenzentren?

Weil – gerade in der Regenzeit – die Strompreise mit die billigsten der Welt sind. Sie sind fast kostenlos.

Wasserkraft macht es dort möglich – nicht Kohlestrom.

Und falls dir die Argumente nicht reichen, dann nimm Elon Musk.

Glaubst du, dass er alle Prinzipien über Bord geworfen hat? Dass es ein Bluff war, die Erde vor der Zerstörung zu retten? Und dass er Tesla, Solar City und SpaceX mit feurigem Eifer führt…

… und dann alles vergisst, um Bitcoins auf Teslas Bilanz zu packen und jetzt auch Zahlungen in der Digitalwährung verfügbar zu machen?

Das glaube ich nicht. Elon Musk ist ein Genie und er weiß, was seine Unternehmen, die Umwelt und die Technik wirklich brauchen.

Das ist aber nicht alles:

Miner verwenden nicht nur Ökostrom, ihre Rechner revolutionieren auch die Branche und kappen sinnlosen Energieverbrauch.

3. Bitcoin und Klima: Mining fördert grüne Technologie

Solanlagen auf einer Wiese, Sonnenschein, Klimaschutz
Photo by Chelsea on Unsplash

Weißt du, was abfackeln ist?

Nein, ich rede nicht von brennenden Scheunen, wenn Teenager heimlich auf Strohballen rauchen.

Abfackeln ist ein Prozess in der Öl- und Gas-Industrie, wobei Gase einfach verbrannt werden.

Warum?

Weil sie nicht gebraucht werden – einige sind schädlich oder es ist unrentabel, das Gas aufzubereiten und zu verkaufen.

So wird es in die Atmosphäre gepustet und heizt die Erde auf wie ein Gasherd.

Schlimm, aber Bitcoin kann hier helfen und das Klima schützen.

Anstatt das Gas zu verbrennen und Kohlenstoffdioxid in die Luft zu schleudern, erzeugt ein Generator daraus Strom und dieser treibt die Bitcoin Miner an.

Beispielsweise testet Gazprom bereits dieses Verfahren.

In den USA hingegen betreiben Fracking-Firmen bereits solche Generatoren.

So schützt Bitcoin sogar das Klima und die sich weiterentwickelnde Industrie findet neue Lösungen.

Aber es geht noch weiter:

In Zukunft werden sich die Betreiber dort ansiedeln, wo die Kosten günstig sind und keine andere Industrie liegt.

Nehmen wir als Beispiel einen Wasserfall in Afrika.

Vielleicht steht ein Dorf in der Nähe – mehr nicht.

Was für eine Industrie würde sich hier ansiedeln? Welche hätte hier einen Anreiz?

Nur Mining!

Mit einem Wasserkraftwerk könnte es den billigen Strom des Wasserfalls nutzen, und damit eine Quelle grünen Stroms anzapfen, die kein anderer nutzen würde.

Der Rest wird ins Stromnetz gespeist.

So ist der ökologische Fußabdruck null, die Energiebilanz ist ebenfalls Frühlingsgrün und das Dorf kann gleichzeitig an diesem technischen Segen teilhaben.

Ich weiß, ich weiß: nur eine Vision – aber dahin geht die Entwicklung und die private Wirtschaft.

Denn schon heute nutzt Mining die grünen Energie-Quellen, die andere Industrien missachten, verwerfen und nicht auslasten.

Ich hoffe, die Argumente haben dir gezeigt: Bitcoin ist KEIN Klimakiller; vielmehr treibt er die Entwicklung an, die uns zu mehr grüner Energie und Klimaschutz führt.

Zum Schluss ist dieses Argument jedoch egal.

Wenn du Bitcoin als Schneeballsystem und Shitcoin abtust, ist jede Kilowatt-Stunde zu viel – auch wenn sie von Kolibris erzeugt wird, die mit ihrem Flügelschlag einen Generator antreiben.

Deshalb musst du dir die Frage stellen: Was ist dir ein funktionierendes Geldsystem wert, wo nicht auf Knopfdruck Geld entsteht?

4. Bitcoin und Klima: Was ist dir ein funktionierendes Geldsystem wert?

Bitcoin-Münze auf einer Dollarnote

Wie kommt eine gekaufte Goldmünze in deinen Tresor?

Zuerst wird gebohrt, gegraben und gestochert – wo sprudelt überhaupt eine Goldquelle?

Dan rücken eine Menge Maschinen an, Bagger, Waschrinnen, Trucks; die Mine wächst und aus Tonnen schweren Gesteins werden denkbar klitzekleine Goldkörnchen ausgewaschen.

Dann muss es gereinigt, von Schlacke befreit werden und wird schließlich in Barren oder Münzen gegossen.

Nun muss es noch zu dir – per Schiff oder Flugzeug kommt es in die Lagerhallen der Goldhändler und schließlich klingelt der Bote an deiner Haustür.

So viel Energie, so viel Aufwand – und sie sind absolut NÖTIG.

Dieser Aufwand und die Seltenheit des Goldes machen es wertvoll.

Würde jeder Goldnuggets finden, wenn er sein Blumenbeet umgräbt, wäre es wertlos; es ist keine Energie hineingeflossen.

Das Gleiche gilt für Bitcoin und den Bitcoin Preis 2021:

Bitcoin ist auf 21 Millionen begrenzt (Seltenheit) und es kostet verdammt viel Energieaufwand, ihn zu schürfen.

So wird er wertvoll.

Vergleiche es mit dem Dollar, Yen oder Euro – es kostet NUR ein paar Entscheidungen der Regierungen und Zentralbanken, schon gibt es Milliarden mehr.

Der Präsident der Federal Reserve Bank in Minneapolis, Neel Kashkari, hat es in einem Interview zugegeben:

„Es gibt einen unendlichen Vorrat an Geld in der Federal Reserve.“ (von mir übersetzt).

Lass dir das auf der Zunge zergehen wie ein Mousse au Chocolat.

Deshalb musst du dir die Frage stellen:

Was ist dir ein Geldsystem wie Bitcoin wert, dass nach klaren Regeln funktioniert, nicht unendlich ist und nicht unbegrenzt Geld drucken kann?

Klar:

Wir sind nicht Venezuela oder Nigeria, wir haben keine galoppierende Inflation erlebt und den Verfall unserer Währung (zumindest nicht im 21. Jahrhundert).

Wir kennen die Angst nicht, die Müllsäcke voll Geld und die täglich steigenden Preise, wenn die Währung stündlich an Wert verliert.

Trotzdem musst du dir diese Frage beantworten:

Ist dir Bitcoin die aktuell 137,85 Terawattstunden pro Jahr wert oder nicht?

Ich sage Ja und bisher gibt mir der Markt recht.

Dennoch muss diese Frage jeder für sich entscheiden.

PS: Wenn Bitcoin nicht so schädlich für das Klima ist, warum dreschen die Medien dann auf Bitcoin ein?

Weil er eine Alternative zu unserem Geldsystem ist.

Umso mehr die Kryptowährung weltweit nutzen, desto mehr wankt der Euro, der Dollar oder der Yen.

Das wollen die Regierungen nicht – verständlicherweise und ich mache ihnen auch keinen Vorwurf.

Früher war das Argument gegen Kryptowährungen Geldwäsche und Terrorfinanzierung; jetzt ist es: Bitcoin ist schlecht für’s Klima.

Du wirst also in Zukunft noch einiges hören.

Vor allem, wenn der Kurs weiter steigt und die globale Digitalisierung voranschreitet – bisher hat erst 60 Prozent der Erde Internet.

Da kommt noch einiges auf uns zu bzgl. Bitcoin und Klima.


Junger Mann schaut in die Kamera, während er am Laptop sitzt

Über den Autor:

Finanz-Enthusiast, Self-Improvement-Sensei und  notorischer Wort-Jongleur – diese drei Engel für Charlie bin ich: Robin Prock. Meine Texte entzaubern die Finanzwelt, um sie Dir zerlegt auf dem Silbertablett zu präsentieren. Für Deine finanzielle Bildung und ein selbstbestimmteres Leben.

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