Ist Bitcoin wirklich ein Klimakiller?
Woher kommt der Stromverbrauch, der den Verbrauch der Schweiz, Österreich oder doch der Niederlande übersteigt?
Sie weinten, weil sie so hässlich waren. Die Archarai waren armlange, schleimige Polypen, von Lumpen bedeckt, die das Licht scheuten wie die unbekannten Ungeheuer auf dem Meeresgrund. Dafür erfüllten sie einen Zweck: Ihr Tränen spendeten das Wasser, auf dem die Silberstadt Amargánth schwamm, und zugleich webten sie das Silberfiligran, woraus die Stadt bestand. Hässliches schaffte Wunderschönes. Bastian jedoch ertrug ihr Weinen nicht und verwandelte sie in Schlafmuffen – Clownsmotten, die lachten, schabernackten und ohne Sinn alles mutwillig zerstörten. So vernichteten die Schlafmuffen auch die wunderschöne Silberstadt – keine Träne wässerte mehr den Fluss, kein Polypen-Arm spann mehr Silber. Die Stadt ging einfach ein. Warum erzähle ich dir die kurze Episode aus Michael Endes „Die unendliche Geschichte?“ Weil der Energieverbrauch notwendig ist, damit die Miner tatsächlich Archarai bleiben und nicht zu Schlafmuffen werden. Lass es mich erklären: Die Miner sind dazu da, Transaktionen in Blöcke zu packen und zu bestätigen. Dafür lösen sie knifflige mathematische Rätsel, um eine sogenannte „Nonce“ zu finden – eine Zufallszahl, die den Block bestätigt und deine Transaktion gültig macht. Wer zuerst die Nonce findet, ist der Gewinner. Dieses Prinzip des Minings oder Schürfens heißt Proof of Work, also Beweis durch Arbeit. Diese Berechnungen fordern eine ungeheure Rechenleistung. Indem Schürfer arbeiten, also die Hardware (Grafikkarten) Energie schluckt wie ein Tank Benzin, sichern sie die Blockchain und das Netzwerk. Sie sind die Archarai: hässlich, aber notwendig, um das System am Laufen zu halten. Was würde jedoch passieren, wenn jeder Transaktionen bestätigen könnte – ganz ohne Energieaufwand, Rechenaufgaben und ohne zu schürfen? Dann wäre die Blockchain unsicher wie das Ehegelübde eines Heiratsschwindlers! Jeder könnte minen und mit einer 51-Prozent-Attacke, die Blockchain übernehmen, nachträglich ändern und nur noch SEINE Transaktionen bestätigen. Dann wären die Miner Schlafmuffen, die mutwillig das ganze System zerstören könnten. Der Prüfmechanismus und somit der Stromverbrauch verhindern also, dass Chaos ausbricht und Bitcoin wertlos wird. Verstanden! Jetzt zu den Argumenten: Warum ist der Energieverbrauch nicht so dramatisch, wie es dir die Medien wie mit einem Presslufthammer einhämmern?1. Bitcoin und Klima: Warum Bitcoin-Mining kein Land ist, sondern eine Industrie

- Bitcoin geschätzter Verbrauch derzeit: 137,85 Terawattstunden (TWh) (Ungefähr so viel wie 68.925.000 Waschmaschinen).
- Goldminen geschätzter Energieverbrauch: 132 TWh (Nur der Bergbau und Betrieb; Transport, Prägung, Verkauf nicht eingerechnet.)
- Bankenwesen geschätzter Energieverbrauch: 650 TWh.
2. Bitcoin und Klima: Welchen Strom nutzt das Netzwerk?

3. Bitcoin und Klima: Mining fördert grüne Technologie

4. Bitcoin und Klima: Was ist dir ein funktionierendes Geldsystem wert?
Wie kommt eine gekaufte Goldmünze in deinen Tresor?
Zuerst wird gebohrt, gegraben und gestochert – wo sprudelt überhaupt eine Goldquelle?
Dan rücken eine Menge Maschinen an, Bagger, Waschrinnen, Trucks; die Mine wächst und aus Tonnen schweren Gesteins werden denkbar klitzekleine Goldkörnchen ausgewaschen.
Dann muss es gereinigt, von Schlacke befreit werden und wird schließlich in Barren oder Münzen gegossen.
Nun muss es noch zu dir – per Schiff oder Flugzeug kommt es in die Lagerhallen der Goldhändler und schließlich klingelt der Bote an deiner Haustür.
So viel Energie, so viel Aufwand – und sie sind absolut NÖTIG.
Dieser Aufwand und die Seltenheit des Goldes machen es wertvoll.
Würde jeder Goldnuggets finden, wenn er sein Blumenbeet umgräbt, wäre es wertlos; es ist keine Energie hineingeflossen.
Das Gleiche gilt für Bitcoin und den Bitcoin Preis 2021:
Bitcoin ist auf 21 Millionen begrenzt (Seltenheit) und es kostet verdammt viel Energieaufwand, ihn zu schürfen.
So wird er wertvoll.
Vergleiche es mit dem Dollar, Yen oder Euro – es kostet NUR ein paar Entscheidungen der Regierungen und Zentralbanken, schon gibt es Milliarden mehr.
Der Präsident der Federal Reserve Bank in Minneapolis, Neel Kashkari, hat es in einem Interview zugegeben:
„Es gibt einen unendlichen Vorrat an Geld in der Federal Reserve.“ (von mir übersetzt).
Lass dir das auf der Zunge zergehen wie ein Mousse au Chocolat.
Deshalb musst du dir die Frage stellen:
Was ist dir ein Geldsystem wie Bitcoin wert, dass nach klaren Regeln funktioniert, nicht unendlich ist und nicht unbegrenzt Geld drucken kann?
Klar:
Wir sind nicht Venezuela oder Nigeria, wir haben keine galoppierende Inflation erlebt und den Verfall unserer Währung (zumindest nicht im 21. Jahrhundert).
Wir kennen die Angst nicht, die Müllsäcke voll Geld und die täglich steigenden Preise, wenn die Währung stündlich an Wert verliert.
Trotzdem musst du dir diese Frage beantworten:
Ist dir Bitcoin die aktuell 137,85 Terawattstunden pro Jahr wert oder nicht?
Ich sage Ja und bisher gibt mir der Markt recht.
Dennoch muss diese Frage jeder für sich entscheiden.
PS: Wenn Bitcoin nicht so schädlich für das Klima ist, warum dreschen die Medien dann auf Bitcoin ein?
Weil er eine Alternative zu unserem Geldsystem ist.
Umso mehr die Kryptowährung weltweit nutzen, desto mehr wankt der Euro, der Dollar oder der Yen.
Das wollen die Regierungen nicht – verständlicherweise und ich mache ihnen auch keinen Vorwurf.
Früher war das Argument gegen Kryptowährungen Geldwäsche und Terrorfinanzierung; jetzt ist es: Bitcoin ist schlecht für’s Klima.
Du wirst also in Zukunft noch einiges hören.
Vor allem, wenn der Kurs weiter steigt und die globale Digitalisierung voranschreitet – bisher hat erst 60 Prozent der Erde Internet.
Da kommt noch einiges auf uns zu bzgl. Bitcoin und Klima.
Über den Autor:
Finanz-Enthusiast, Self-Improvement-Sensei und notorischer Wort-Jongleur – diese drei Engel für Charlie bin ich: Robin Prock. Meine Texte entzaubern die Finanzwelt, um sie Dir zerlegt auf dem Silbertablett zu präsentieren. Für Deine finanzielle Bildung und ein selbstbestimmteres Leben.
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