- Sparkassen-Berater verkaufen Deka-Fonds an ihre Kunden.
- Volksbank-Berater vertreiben Union Investment-Fonds.
- MLP, Deutsche Vermögensberatung DVAG, Tecis und OVB – um die bekanntesten zuerst nennen.
- Aber auch Unternehmen wie Telis, TauRes, Swiss Life Select, Horbach und wie sie alle heißen, gehören dazu.
Wie kommst Du an Deine Finanzprodukte?

- Wie funktionieren Finanzvertriebe? Wie verdienen sie ihr Geld?
- Ist Dein Finanzberater unabhängig?
- Auf was musst Du bei einem Finanzberater sonst achten? Welche Kniffe und Tricks gibt es?
Provisionsberatung ist der Standard in Deutschland
Sich beraten lassen gegen ein Honorar? Undenkbar für viele Menschen in Deutschland. Da muss ich ja Geld für zahlen! Finanzberatung bekomme ich doch auch kostenlos! Kostenlos ist bekanntlich nichts – die meisten Berater werden schlicht und ergreifend über Provisionen vergütet, sodass Du es als Kunde nicht merkst. Und die Provision zahlt der Kunde letztlich über seine monatlichen Beiträge. Nicht vergessen werden darf auch: Das Provisionsmodell ist nicht nur schlecht. Die Honorarberatung hat Schwächen! So sind beispielsweise viele Versicherungsprodukte nur als Provisions-Policen (sogenannte Bruttopolicen) erhältlich. Der Honorarberater hat also deutlich weniger Auswahl in seinen Nettopolicen (Nettotarif). Und ein Kunde kommt mit einer Nettopolice + Beratungshonorar nicht unbedingt günstiger weg als mit einer Bruttopolice – das kommt immer auf den Einzelfall an.Finanzvertriebe: Wenig Fokus auf Kosten, viel Fokus auf Emotionen
Der Aufbau einer emotionalen, häufig „kumpelsmäßigen“ Beziehung stand oft im Vordergrund der Beratung – teils war es mir richtig unangenehm, dass alles auf die persönliche Ebene bezogen worden ist. Auch die eigentlich essenziellen Daten wie Vertragswerk, anfallende Provisionen und sonstige Kosten wurden ungern gezeigt – und wenn dann nur, wenn ich explizit danach gefragt habe. Besonders erschrocken war ich, wenn mich der jeweilige Berater überhaupt nicht von selbst auf die anfallenden Kosten hingewiesen hat. Aber natürlich legt der Sparkassen-Berater den Fokus der Beratung nicht auf die laufenden Kosten eines Fonds. Und so legt der Versicherungsvermittler den Fokus ebenfalls nicht gerne auf die Kosten – das ist nicht sexy und hilft nicht im Prozess, dass der Kunde einen Vertrag unterschreibt.Die Unabhängigkeit Deines Finanzberaters

Start-ups im Finanzbereich
Es gibt einige Start-ups im Bereich der Finanzdienstleistungen, die es besser machen möchten. Und manchen gelingt das auch.- Keine großen Versicherungskonzerne als Anteilseigner am Unternehmen
- Keine Beschränkung auf bestimmte Produktpartner
Das Beispiel Deutsche Vermögensberatung
Schauen wir uns die Deutsche Vermögensberatung DVAG etwas genauer an. Wer die DVAG aus der Werbung kennt, assoziiert sie gerne mit Jürgen Klopp – dieser repräsentiert die DVAG zumindest als Werbepartner. Fangen wir aber von vorne an: „Deutsche Vermögensberatung“ hört sich wie eine offizielle Instanz an, der das Recht zusteht, Menschen in Deutschland in Sachen Vermögen zu beraten – dass dahinter im Grundsatz einfach ein „Generali-Vertrieb“ steht, dürfte den wenigsten klar sein. Die Berater dort arbeiten als sogenannte „gebundene Versicherungsvertreter“ – die Auswahl der Gesellschaften und Produkte ist daher nochmal eingeschränkter als bei „ungebundenen Versicherungsvertretern“. … und der Produktvertrieb der DVAG wird von einer riesigen Masse an Vermögensberatern getragen. Auf der Seite der Deutschen Vermögensberatung heißt es für das Geschäftsjahr 2020 beispielsweise: „In mehr als 5.000 Direktionen und Geschäftsstellen betreuen nun über 18.000 hauptberufliche Vermögensberaterinnen und Vermögensberater rund 8 Millionen Kunden.“ Dass ich von der Deutschen Vermögensberatung allerdings alles andere als angetan war, kannst Du ganz in Ruhe in meinem Bericht zur DVAG nachlesen. Vor allem die Produktauswahl und die enormen Gesamtkosten in den Verträgen haben mich zum Nachdenken gebracht – sind diese teuren Produkte wirklich das, auf was der Normalverbraucher in Deutschland als Vorsorgeprodukt vertraut? Die DVAG sucht aktuell stark nach nebenberuflichen Partnern, die Finanzprodukte für die DVAG vertreiben – schaue Dir dazu gerne das folgende Video an: https://www.youtube.com/watch?v=HIrcMRtyJQo Hier kann man sich natürlich fragen: Reicht ein nebenberufliches Engagement aus, um Kunden nach Ihren Bedürfnissen beraten zu dürfen? Und das gepaart mit der eingeschränkten Produktauswahl des Generali-Konzerns? Auch der Versicherungsbote fragt sich: Sind 17.000 Vermögensberater nicht genug? Ich konnte meiner Beratung dort jedenfalls nicht viel Positives abgewinnen – wie immer ist das natürlich auch vom jeweiligen Berater abhängig, auch wenn die Produktauswahl häufig sehr ähnlich ist.Was wird Dir im Bereich Geldanlage und Altersvorsorge verkauft?
Bausparvertrag, Riester, Lebensversicherungen, … Nicht alles schlecht, aber häufig mit hohen Kosten verbunden. Es fällt auf:- Kaum Empfehlungen für kostengünstige ETFs.
- Häufig hohe Kostenquoten der Fonds und der Versicherungspolicen.
- Häufig werden Geldanlage-Produkte nur im Mantel einer Versicherung vertrieben.
Finanzvertriebe: Fazit
Es ist natürlich wie überall: Es gibt solche und solche – bei den großen Finanzvertrieben war ich regelmäßig sehr enttäuscht. Sowohl was die Produkte also auch was die Beratung anbelangte. Einige wenige Start-ups machen Ihren Job aus meiner Sicht richtig gut, andere sind meinem Empfinden nach nicht viel besser als manche „alteingesessenen“ Konzerne. Aber schaue Dir dazu gerne meine Finanzberatungs-Rankings an – ich hoffe, die Ausarbeitungen helfen Dir! Dein Depotstudent Dominik von depotstudent.de Quelle Beitragsbild: Pixabay Über den Autor:
Dominik Wenzelburger ist Finanzblogger auf depotstudent.de. Dort zeigt er Menschen, wie sie ihr Geld sinnvoll anlegen können, wie sie die richtigen Produkte auswählen und die richtigen Ansprechpartner für Finanzfragen finden.
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