Was sind Meme Coins? Das bizarre Geheimnis hinter Doge, Shib, Akita… gelöst!

Eins vorweg: Wenn du nach den nächsten 100x Coin suchst, verschwende nicht deine Zeit und klicke weg. Dieser Artikel erklärt Meme Coins – er redet nicht von Lambo, Moon oder Raketen. Aber nun zum Text:

Es ist wahrscheinlich der größte Trade aller Zeiten:

Am 27. Oktober entdeckte der Twitter News-Account „Morning Brew“ eine Ethereum Wallet mit Shiba Inu Tokens.

Wert: 5,7 MILLIARDEN Dollar.

Einkaufspreis: 8000 Dollar.

Zeit dazwischen: ca. 400 Tage.

Noch nie wurde jemand so schnell und so plötzlich zu einem Milliardär – und mit so unverschämt wenig Aufwand. Nur ein Meme Coin hat das geschafft.

Doch was sind solche Coins? Was zeichnet sie aus? Und haben sie einen Wert? – Oder liegt er nur darin, dass einige manchmal schneller zum Mond fliegen als die Apollo 11?

Das erfährst du in diesem Artikel.

Doch zuerst eine kleine Geschichtsstunde: Was sind Memes?

Was sind Memes?

Ja, ja, ich weiß. Bestimmt denkst du jetzt:

Will der Texter mir wirklich erklären, was Memes sind? Es sind Bilder von Tieren, Menschen, Filmen mit einem lustigen Spruch darunter. Over and out!“

Stimmt…doch nur zu einem kleinen Teil. Denn Memes sind viel mehr – sie gehören zu einer eigenen Wissenschaft: Memetik.

Memetik versucht zu erklären, wie sich Ideen über Jahrhunderte entwickeln. Genauso, wie die Evolutionsbiologie erklärt, wie sich unsere Gene über Jahrhunderte entwickelt haben.

Und Gene sind das Stichwort:

Denn Memes werden gern mit Genen verglichen – wie Spermium und Eizelle den Menschen, so pflanzen Memes Ideen fort. Das können Melodien sein, Modetrends, Reden, Gedichte…

…sogar Beethovens 5. Sinfonie ist ein Meme. Jeder kennt das berühmte „Damdamdamdam,“ das durch zahlreiche Filme und Serien donnert.

Wie Gene haben nun Memes verschiedene Merkmale:

  1. Variation (Veränderung): Memes verändern sich mit der Zeit – beispielsweise war Spaghetti Bolognese im 19. Jahrhundert ein Arme-Leute-Essen; jetzt isst sie fast jeder.
  2. Erblichkeit: Memes sind erblich – so hat mir mein Vater mehrere Ostfriesen-Witze erzählt.
  3. Survival of the Fittest: Einige Memes sterben, wenn sich ihre Umgebung verändert. Oder wer tanzt heute noch den Gangnan Style?

Danke Sherlock für die Geschichtsstunde, aber was hat das mit Meme Coins zu tun?

Nicht so schnell, ich war noch nicht fertig!

Memes pflanzen also eine Idee fort – und zwar über Gedanken oder Bilder…

…und das überträgt sich auf unsere heutigen Internet-Memes:

Auch sie sind eine Idee in witziger Form. So gibt es tausende Memes über den Chef der amerikanischen Notenbank, der Geld über Geld druckt:

Was ich dir damit sagen will?

Memes sind nicht nur ein guter Spruch – sie sind witzig, weil sie Probleme, Sachen oder Dinge (kurz: eine Idee) aus dem Alltag aufgreifen und verspotten. Jeder versteht sie, weil sie einen wahren Kern haben.

Und das führt uns zu:

ENDLICH: Was sind Meme Coins?

Sie sind Kryptowährungen, die auf einem Meme basieren. Dahinter steckt kein Ziel wie bei Bitcoin, der das globale Finanzsystem gerechter machen will.

Nein, Memes wollen (meist) nur eines: Spaß! Sie sind wie die Witzeseite auf CoinMarketCap.

Dabei vereinigen sie verschiedene Merkmale, die sie von anderen Coins abheben wie ein Clown in der U-Bahn:

Welche Merkmale haben Meme Coins?

  • Starke Community: In Shiba Inus “Woof Paper” steht es: “Wir sind ein Experiment im dezentralen, spontanen Community-Aufbau.“ Meme Kryptowährungen leben von ihrer Community – sie pumpen den Preis, verteidigen den Coin, predigen in Foren. Deshalb heißen Token-Halter gerne „Armeen“. Wie die SHIB-Army oder DOGE-Army.
  • Hohe Stückzahl: Doges Stückzahl ist unbegrenzt, Shib begann mit einer Quadrillion Token. Zum einen ist das ein Witz auf ernsthafte Token-Modelle (Bitcoins 21 Millionen); zum anderen steckt dahinter Psychologie und Werbung: Mit 5 € kann ich mir nur 0,0001 Bitcoin kaufen – allerdings: 140.000 Shib Token. Wo hast du das Gefühl, mehr für dein Geld zu bekommen?
  • Volatil: Eine Investition in Meme Coins ist eine Achterbahnfahrt – an einem Tag steigen sie um 1000 Prozent, am nächsten fallen sie um 50. Daran liegt jedoch der Reiz: Es ist Nervenkitzel, Spaß, Spannung… das kettet die Mitglieder enger aneinander. Gefühle kochen hoch, wenn der Preis hochkocht.
  • Wert kommt durch Preis: Wie viel ein Meme wert ist, bestimmt der Preis. Steigt der Preis, investieren mehr – und umgekehrt. Klar: Auch Bitcoin zieht viele Leute durch den Preis an. Allerdings bekommt er auch anders Wert. Beispielsweise, wenn ihn mehr Händler akzeptieren oder ein Land Bitcoin kauft.
  • Social Proof und Bandwagon Effekt: Was bedeutet das? Etwas wird wertvoller oder richtiger, wenn andere es tun. Oder, wie man sagt: Es gibt zwei Tempolimits – einmal das Tempolimit auf dem Straßenschild und dann, was das Auto vor dir fährt. Bei Meme Kryptos kommen mehr Menschen dazu, indem mehr Menschen dazu kommen. Das heißt: Sie werden bekannter, mehr steigen ein, der Preis steigt, andere wollen das nicht verpassen, noch mehr steigen ein – so lange, bis es niemanden mehr gibt, der einsteigen möchte.
  • Projekte dahinter: Nicht jedes Meme bleibt beim Witz stehen wie Dogecoin. Shiba Inu baut ein ganzes Ökosystem auf mit Non Fungible Tokens, einer dezentralen Exchange und weiteren Coins (Bone und Leash). Oder Cumrocket hat erfolgreich einen Marktplatz für erotische NFTs hochgezogen. Sind es dadurch ernstzunehmende Projekte? Das wird nur die Zeit zeigen.

Natürlich stellt sich bei Meme Coins immer die Frage:

Sind sie nicht vollständig wertlos?

Ich (PERSÖNLICH!) glaube nicht! Zwar halte ich keinen, dennoch haben sie für mich einen Wert… und das sind meine Gründe:

Sind Meme Coins wirklich wertlos? – 6 knackige Gegenbeweise:

Doge als erster unter den Meme Coins
  1. Community: Shiba Inu hat es geschafft, in einem guten Jahr 1 Million Token-Halter anzuziehen – und wahrscheinlich Millionen mehr, die den Token kennen. Hat eine bellende Community von einer Million einen Wert? Ich glaube schon, denn es sind Netzwerkeffekte. Facebook ist wertvoll, weil es Milliarden Menschen nutzen. Warum sollte es bei Shib anders sein?
  2. Spaß: Die meisten wollen nicht hören, dass Bitcoin oder Ethereum das Finanzsystem verändert. Es ist öde. Langweilig. Die Leute wollen unterhalten, nicht belehrt werden – so auch beim „Investieren“. Der Beweis? Wir bezahlen Schauspielern Millionen, nicht Mathelehrern. Einen Meme Coin zu kaufen ist deshalb manchmal nichts anderes, als einen Horror-Film zu schauen. Und sind Horror-Filme wertlos?
  3. Zeitkritik: Was anders ist der Dollar oder Euro als ein Meme? Sie sind in der Stückzahl ungedeckelt, sind an keinen Vermögenswert gebunden und haben eine steigende Inflationsrate – wie wir gerade schmerzhaft im Supermarkt und an der Tankstelle bemerken. Der Unterschied zu Doge und Shib ist nur, dass jeder an den harten Dollar oder Euro glaubt. Meme Coins sind also (gewollt oder nicht) eine berechtigte Kritik und Parodie auf unser Finanzsystem.
  4. Brutkasten für neue Kultur: Aus Doge entstand Shib, aus Shib wieder Floki, Akita Inu, Kishu Inu… Memes haben neue Memes gezeugt – eine völlig eigene Meme-Kultur. Hier wirkt die ursprüngliche Bedeutung von „Memes:“ als Gene der Kultur, die sich fortpflanzen, vermischen und verändern. Das kann man ablehnen oder begrüßen, aber Kultur hat einen Wert.
  5. Eigene Produkte: Shiba Inu hat eigene NFTs, eine DEX und plant ein ganzes Ökosystem. Kishu Inu ein Kishuverse… ob daraus LANGFRISTIG was wird? Keine Ahnung. Jedenfalls verlassen einige Memes die Witze-Seite und blättern zum Business-Teil.
  6. Roter Teppich für Krypto: Und wenn alle diese Gründe weniger ziehen als ein Schlag mit dem nassen Handtuch, etwas lässt sich nicht bestreiten: Sie bringen Leute in Krypto. Hat nicht jeder einen Freund oder eine Freundin, die dich als Experten angeschrieben hat: Hey, was meinst du? Sollte ich noch in Shiba Inu einsteigen? Meme Coins bringen Nutzer – zwar gehen die meisten wieder, aber ein paar bleiben; und darauf kommt es an. Das haben auch die Börsen begriffen und werben mit Meme Coins: Crypto.com schreibt im Google Play Store „Crypto.com – BTC, SHIB kaufen.“ Oder Binance verschenkt SHIB an neue Nutzer, die ihre Artikel lesen:
Bilder der Binance Academy mit Meme Coins
Quelle: Binance Academy

Lass mich bitte jedoch noch einmal etwas klarstellen:

DAS WAR KEINE FINANZBERATUNG. ICH RATE DIR NICHT IN MEMES ZU INVESTIEREN!

Es ist hochriskant, der Ausgang mehr als ungewiss und für jeden Meme-Millionär gibt es jemanden, der Meme-haft alles verzockt hat – bis auf sein letztes Hemd mit Hunde-Motiv.

Außerdem erwarten dich viele Scams wie der Squid Game Token, der vor ein paar Wochen Anleger um Millionen geprellt hat.

Puhh, das musste raus.

Lass und jetzt zum Fazit kommen und das Gesagte zusammenfassen.

Fazit zu Meme Coins

Ich habe bewusst keine Beispiele aufgezählt. Es gibt einfach zu viele Coins – und die meisten gehören auf keine Liste, sondern in ein Tierheim. Es gibt definitiv zu viele Hundecoins.

Für eine vollständige Liste schaue hier auf CoinMarketCap.

Es ist wirklich knifflig, hier „Gewinner“ herauszupicken. Denn hat man einmal von diesem Coins gehört, ist es oft zu spät noch einzusteigen.

Deshalb versuche ich es gar nicht.

Trotzdem sind sie für mich nicht wertlos: Sie machen Spaß, sind Kritik und hellen das bitterernste Investieren auf wie ein Lächeln im Gesicht von Angela Merkel.

Doch vor allem bringen sie Kultur in die Finanz/- und Kryptowelt – einen neuen Zeitgeist.

Ohne Geschichten von Doge, Shib, Wallstreetbets wäre alles etwas leerer. Es fehlte etwas.

So erfüllen Coins den ursprünglichen Gedanken von Memes: Sie übertragen Kultur!

Und, wer weiß, vielleicht wird aus einigen Projekten über die Jahre etwas „Ernsthaftes.“

DISCLAIMER: Dieser Text ist keine Anlageberatung! Alles, was du mit den genannten Informationen machst, unterliegt allein deiner Verantwortung!

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Robin Prock

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