Fall 1: Du wirst zweimal monatlich bezahlt
Ebenso wie gestern gehe ich von 2000 € aus, die Du insgesamt erhältst. So sind es beispielsweise 1000 € am 1. des Monats und 1000 € am 15. des Monats. Ebenfalls gleich bleibt die Verteilung der Ausgaben:- 50 Prozent: Fixe Kosten wie Strom, Wasser, Kleidung, Raten, Miete…
- 10 Prozent: Sparen
- 10 Prozent: Investieren
- 30: Prozent: Spaßkonto
Fall 2: Du wirst mehrmals und unregelmäßig im Monat bezahlt
Gerade Content-Arbeiter wie Schreiber oder Werbetexter erhalten ihr Geld erst, wenn der Auftrag erledigt ist. Das können hohe Summen sein, die jedoch nur unregelmäßig auf das Konto fließen – und das mehrmals im Monat. Wie automatisieren sie ihre Finanzen? Ganz einfach: Sie leben von ihrem Puffer wie ein Braunbär von seinem Fett im Winter. Hierzu müssen sie sich ein paar Monate zeitnehmen, um das System anzustoßen. Sie sparen ein paar Monate und bauen sich so ihre Fettreserven auf – ich empfehle 2-3 Monats-Gehälter. Dafür müssen sie natürlich wissen, wie viel sie monatlich zum Leben brauchen. Ich gehe wieder von 2000 € aus. Dann haben sie einen Puffer von insgesamt 4000 – 6000 €. Wie Du deine Ausgaben genau bestimmst, erfährst Du mit deiner persönlichen Bilanz. Aber wie sieht das System aus? Genauso, wie mit regelmäßigem Einkommen. Am 1./2. des Monats werden per Lastschrift und Überweisung die Rechnungen bezahlt, am 3. wird gespart und am 4. investiert. Der Rest fließt aufs Spaßkonto. Nur gibt es einen Unterschied: Daueraufträge, Lastschriften und Überweisungen gehen weg von einem Sparkonto, nicht von deinem Gehaltskonto – das ist wahrscheinlich sowieso ein Geschäftskonto. Wie sieht das in der Praxis aus? Auf einem Sparkonto liegen 2-3 Monatsgehälter – von ihm bezahlst Du alle Rechnungen, Investitionen, Sparraten… Auf deinem Geschäftskonto liegt dein monatliches Einkommen. Sind hier 2000 € voll – und auch die Betriebsausgaben bezahlt – überweist Du dein Geld auf das Sparkonto; der Puffer ist wieder aufgefüllt. So zieht es sich endlos fort, bis Du dein System änderst oder regelmäßiger verdienst. Auf dem Sparkonto behandelst Du dein Geld, als wäre es ein normales, regelmäßiges Einkommen. Von hier starten deine automatisierten Finanzen.Fall 3: Du wirst nur ein paar Mal im Jahr bezahlt
Viele Freelancer und Selbstständige haben nur ein paar Großaufträge im Jahr – dafür kommt ein Batzen Geld rein. Sagen wir: Du bekommst alle 3 Monaten 15.000 €. Wie simulierst Du ein trautes, regelmäßiges Einkommen? Du machst exakt das Gleiche, wie im Fall 2 beschrieben: Du baust dir einen Puffer auf, der auf einem Sparkonto liegt. Von ihm gehen per Dauerauftrag und Lastschrift alle deine Ausgaben und Sparraten raus. Aber Achtung: Du musst genau wissen, wie viel Du monatlich ausgibst. Bei dir ist das besonders wichtig, weil Du nicht über deine Verhältnisse leben darfst. Es kommt nicht regelmäßig Geld rein, um Verschwendung abzufedern. Also notiere dir deine durchschnittlichen, monatlichen Ausgaben, Spar- und Investitionsraten. Rechne sie zusammen und Du hast die nötige Summe für einen Monat. Dann solltest Du dich nicht mit einem 2-3 Monats-Puffer zufriedengeben, sondern ganze 6 Monate veranschlagen – better safe than sorry. Von diesem Puffer gehen alle deine Ausgaben ab und dein Gehalt kommt entweder direkt auf dieses Konto oder zuerst auf ein Geschäftskonto. Nur eine Sache rate ich dir noch: Erhöhe deine Sparrate und baue dir einen zweiten Puffer auf. Mit 6 Monatsgehältern kannst Du zwar lange Durststrecken überbrücken, aber Du weißt nie, was kommt. Corona beweist es: Mehrere Monate stand alles still und Selbstständige hat es besonders hart getroffen. Deshalb solltest Du dir einen extra Puffer anlegen – auch wenn es nur kleine Sparraten sind. Liegen hier ebenfalls Summen für 3 – 6 Monate, bist Du sicher genug. Dann kannst Du den Dauerauftrag auflösen und dein Geld anderweitig verwenden – so investieren, für den Urlaub sparen oder ausgeben.Eins noch: Steuern
Als Selbstständiger musst Du dich selbst um deine Steuern kümmern; vergiss sie deshalb nicht! Viele leben das ganze Jahr ein Highlife und dann können sie die Steuern nicht bezahlen – Pech gehabt, das Finanzamt lässt dich nicht vom Haken. Deshalb solltest Du ungefähr 40 % deiner Einnahmen für die Steuer zurücklegen. Falls Du am Ende weniger zahlen musst, als Du eingeplant hast, empfehle ich dir Folgendes: Investiere die Hälfte, spare ein Viertel und verjubel den Rest. Der Spaß darf nicht zu kurz kommen. So kannst Du deine Steuer genauer errechnen:Einkommenssteuer
Solange Du jährlich unter 9.408 € Gewinne machst (2020), fallen keine Steuern an. Falls Du darüber liegst, habe ich dir hier den offiziellen Einkommensteuerrechner verlinkt.Gewerbesteuer
Als Gewerbetreibender musst Du sie erst bezahlen, wenn dein jährlicher Gewinn 24,500 € übersteigt. Liegst Du darüber, berechnet sich deine Steuer wie folgt: Gewerbeertrag x 3,5 % x Hebesatz = Gewerbesteuer Der Hebesatz wird von deiner Gemeinde festgelegt; sie schickt dir auch den Steuerbescheid.Umsatzsteuer
Als Kleinunternehmer (unter 22.000 Euro Umsatz im Jahr) musst deine keine Umsatzsteuer zahlen. Für die anderen gilt: Umsatz x Umsatzsteuersatz (7 % / 19 %) = UmsatzsteuerFazit
Mit unregelmäßigem Einkommen ist die einzige Kunst, dir einen Puffer anzulegen. Ist er einmal groß genug, kannst Du kinderleicht ein regelmäßiges Einkommen kopieren. Nur auf die Steuer solltest Du achten und für sie ein extra Sparkonto einrichten. Ehre dem Ehre gebührt: Die Idee zum Beitrag stammt aus dem Buch „I will teach you to be rich“ Kapitel 5. Hat dir der Beitrag gefallen? Hast Du noch Fragen? Schreibe es mir in den Kommentaren 🙂
über den Autor:
Finanz-Enthusiast, Self-Improvement-Sensei und notorischer Wort-Jongleur – diese drei Engel für Charlie bin ich: Robin. Meine Texte entzaubern die Finanzwelt, um sie Dir zerlegt auf dem Silbertablett zu präsentieren. Für Deine finanzielle Bildung und ein selbstbestimmteres Leben.
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Robin Prock
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