das kannsdu von einem fischer lernen

Wohlstand erschaffen – dein persönlicher Weg zu mehr Selbstbestimmtheit

In meiner elfjährigen Karriere in einer großen deutschen Bank habe ich immer wieder über eine Sache gestaunt:

Unser Wirtschafts- und Finanzsystem ist heutzutage so komplex, dass kaum einer es versteht. (Übrigens auch nicht alle in einer Bank.) Viele Menschen versuchen jedoch noch nicht einmal, es zu verstehen.

Das ist aus drei Gründen tragisch:

  1. Es betrifft wirklich jeden: Alle Menschen haben jeden Tag mit Geld zu tun, ihr Erfolg hängt maßgeblich, davon ab, ob sie die Spielregeln dieses Systems verstehen! Oder hast du schonmal ein Spiel gewonnen, dessen Regeln du nicht kanntest?
  2. Jeder ist ein Teil des Systems und gestaltet es durch das eigene Angebot (z.B. an Arbeitskraft) und die eigene Nachfrage selbst mit.
  3. Es ist folgt im Kern ein paar sehr logischen und leicht nachvollziehbaren Prinzipien. Jeder, der diese einmal verinnerlicht hat, kann deutlich bessere Entscheidungen für sich und seine Liebsten treffen kann.

Mit einer simplen Geschichte werde ich dir in diesem Artikel zeigen, was genau ich damit meine.

Von Fischern auf Inseln* – Wie du dich selbst in eine Aufwärts-Spirale von wachsendem Wohlstand bringen kannst

Stelle dir bitte einmal eine Welt ohne jegliche Technik, Häuser oder Werkzeuge vor. Und nun stelle dir eine kleine Insel vor, auf der nur zwei Menschen leben, Paul und John. Beide verbringen jeden einzelnen Tag damit, im Wasser mit ihren bloßen Händen zu fischen.

Diese Arbeit ist sehr anstrengend und am Ende des Tages hat jeder gerade einmal einen Fisch gefangen. Das ist gerade genug, um zu überleben und am nächsten Tag genug Energie zu haben, um wieder fischen zu gehen.

Diese Situation könnte für immer so weitergehen, aber eines Tages liegt Paul wach und hat eine Idee: Wenn er einen langen, spitzen Stock hätte, könnte er die Fische viel einfacher fangen. Diese Idee lässt ihn nicht mehr los und so entscheidet er am nächsten Tag, nicht fischen zu gehen sondern zunächst im Wald nach einem geeigneten Stock zu suchen.

Anschließend nach einer scharfen Muschel, um damit den Stock an der einen Seite anzuspitzen. Der ganze Prozess ist langwierig und anstrengend und so geht er abends völlig fertig und hungrig schlafen, da er ja den ganzen Tag nichts gegessen hat.

Er hört noch die spottenden Kommentare von John der ihn fragt, ob er wirklich wegen einem Stock den ganzen Tag auf Essen verzichtet hat.

Doch das stört Paul nicht, denn am nächsten Tag steht er früh auf und geht voller Motivation mit seinem Stock fischen. Und tatsächlich, da er einen besseren Überblick hat und das Salzwasser nicht mehr in seine Augen spritzt, fängt er an dem Tag zwei Fische. Überglücklich isst er abends den einen, hebt den zweiten auf und legt sich hin.

Er überlegt schon, was er nun alles tun kann mit seinen zwei Fischen pro Tag. Er könnte zum Beispiel nur noch jeden zweiten Tag fischen gehen und die freien Tage dafür verwenden, um sich ein Haus zu bauen oder Kleidung anzufertigen. Oder er geht trotzdem jeden Tag fischen und kann so einen Fisch-Überschuss aufbauen, den er für schlechte Zeiten aufbewahrt.

Er ist ganz berauscht von den vielen Möglichkeiten und schläft zufrieden ein.

In den kommenden fünf Tagen fischt Paul jeden Tag und fängt insgesamt zehn Fische, von denen er fünf Fische an den Tagen isst und fünf Fische spart.

Die folgenden Tage fischt er nur noch morgens, fängt einen Fisch für den Tag und baut am Mittag an seiner Unterkunft, die immer gemütlicher wird und die ihn gegen Wind und Wetter schützt. Paul wacht immer ausgeruhter auf und hat jeden Tag ein wenig mehr Energie zur Verfügung, um sich sein Leben so zu gestalten, wie er es gerne hätte.

John schaut dabei zu, wie sein Kumpel ein immer besseres Leben führt. Zwar fallen am Abend beide völlig erledigt ins Bett, da sie den ganzen Tag hart arbeiten. Doch die Situation von Paul wird stetig besser, während sich die von John nicht verändert.

Eines abends versucht Paul seinen Freund davon zu überzeugen, dass auch er einen Tag hungern und dafür einen Speer bauen soll. Doch John winkt ab. Er meint, dass er in so etwas nicht gut sei, außerdem wolle er kein Risiko eingehen.

Paul erklärt ihm jedoch, dass er schon die ganze Zeit sehr riskant lebt, denn sobald er einmal nicht fischen kann, zum Beispiel aufgrund einer Krankheit, wird er sehr schnell verhungern. Erst jetzt versteht John die Lage, in der er steckt und hat einen Vorschlag: “Kann ich mir mittags, wenn du am Haus baust, nicht einfach deinen Speer ausleihen?”

Paul ist hin- und hergerissen. Auf der einen Seite mag er John, aber er weiß auch noch, dass er Hunger und Risiko eingegangen ist, während John sich nur über ihn lustig gemacht hat.

Außerdem möchte er nicht, dass er einen Mitbewohner erzieht, der sich immer darauf verlässt, dass er es schon richten wird. Also lehnt er dies ab, macht aber zwei andere Vorschläge:

  1. “Ich baue dir einen eigenen Speer, Der kostet dich allerdings zwei Fische. Du hast die aktuell nicht aber wirst sie haben, wenn du mit ihm fischst. Dann kannst du sie mir zurückzahlen.”
  2. Ich leihe dir den Speer aus für eine Tagesrate von einem halben Fisch.

Paul weiß, dass er in beiden Fällen wieder ein Risiko eingeht. Zum Beispiel kann es passieren, dass John ihm die Fische nicht zahlen kann, da er den Speer nicht einsetzen kann. Oder er macht ihn sogar kaputt. Aber ähnlich wie zuvor sieht Paul eine vielversprechende Möglichkeit, seine Situation weiter zu verbessern und ist gerne bereit, hierfür ein gewisses Risiko einzugehen.

So profitiert am Ende auch John von seinem Streben nach einem besseren Leben und seinen wohlüberlegten Investitionsentscheidungen.

Voraussetzungen für wachsenden Wohlstand

Fassen wir einmal kurz zusammen, was Paul gemacht hat.

  • Er war bereit, einen Tag zu hungern und keinen Fisch zu fangen. In heutiger Zeit können wir dies Konsumverzicht bzw. Sparen nennen.
  • Er hat die Zeit sinnvoll eingesetzt, um produktiver zu werden. Wäre er den ganzen Tag am Strand gelegen, hätten sich die Vorteile natürlich nicht eingestellt.
  • Er ist ein Risiko eingegangen, denn es hätte ja auch sein können, dass seine Erfindung floppt und er umsonst gehungert und gearbeitet hat.

Wichtig bei dieser Betrachtung ist, dass der Speer gleichzusetzen ist mit Sparkapital. Eigentlich benötigt man es nicht direkt, es ist immer nur Mittel zum Zweck, um das zu bekommen, was man wirklich will.

Folgende Dinge hat Paul durch seine Aktion bekommen:

  • Er hat genug Zeit und Energie, um sein Leben immer weiter zu verbessern.
  • Er konnte Reserven für schlechte Zeiten aufbauen.
  • Er kann sein Sparkapital für ihn arbeiten lassen und so noch mehr zu bekommen.

Zusammenfassend gilt also:

Jeder kann eigenständig Wohlstand erschaffen durch die Bereitschaft, auf Konsum zu verzichten und Risiken beim Investieren einzugehen.

Alle anderen Wege (wie ein Lottogewinn) können wir selbst nicht aktiv gestalten und sind daher Sklaven von Glück oder Pech.

Aber was genau heißt das nun für unsere heutige Zeit? Wie kannst du diese Erkenntnis konkret nutzen? Natürlich ist unsere Wirtschaftswelt viel komplexer ist als dieses Beispiel. Dennoch gelten dieselben Prinzipien auch heute noch! Vor allem weil alles so dermaßen komplex aussieht, kann dir dieses Verständnis dabei helfen, einen klaren Weg zu mehr Wohlstand zu finden und zu gehen.

Die Möglichkeiten, deinen Alltag effizienter zu gestalten und durch Konsumverzicht zu sparen, zu investieren und so Stück für Stück dein Leben auf allen Gebieten zu verbessern, stimmt bei uns ganz genau so wie auf der Insel. Nur anstatt Fischen haben wir Geld und anstatt Speeren haben wir unzählige Investitionsmöglichkeiten.

Wie soll man sparen, wenn das Geld gerade so langt?

Nun aber zu der alles entscheidenden Frage:

Wie schafft man es, in diese Aufwärts-Spirale von steigendem Wohlstand zu gelangen?

Hierzu eine einfache Beobachtung: Die Ausgaben steigen mit den Einnahmen. Oft sind Menschen, die 5.000 € p.M. verdienen am Ende des Monats genauso pleite wie Menschen, die nur 2.000 € verdienen. Wie kann das sein? Es gibt so viele Menschen, die alle unterschiedliche Einnahmen und Verpflichtungen haben und doch sind viele am Ende des Monats auf demselben Level, nämlich pleite.

Das liegt daran, dass sich unsere Ausgaben beinahe automatisch an unsere Einnahmen anpassen, wenn wir nicht aufpassen. Das Geheimnis, um diesen Prozess bewusst zu steuern, liegt darin, sich ganz bewusst zu machen, was wirklich notwendig ist. An welche Ausgaben und an welchen Lebensstandard haben wir uns gewöhnt? Und natürlich die große Frage nach dem Warum: Warum mache ich dies, warum kaufe ich das?

Hierzu eine einfache Überlegung:

Wenn du wüsstest, dass du im kommenden Monat 10 % deines Einkommens ausgeben müsstest, damit ein geliebter Mensch eine überlebensnotwendige Behandlung bekommt, würdest du das irgendwie hinbekommen? Natürlich würdest du es hinbekommen, weil es dir wichtig ist. Du hast ein verdammt großes und starkes Warum.

Wenn du heute sparen musst, damit du irgendwann in Zukunft eine Rente in ungewisser Höhe bekommst, sofern du es überlebst, dann ist der Drang, hierfür zu sparen, natürlich eher gering.

Wenn du für das Sparen also ein großes und starkes Warum findest, dann würdest du es locker hinbekommen.

Wofür verzichtest du gerne darauf, Geld auszugeben?

Nun ist also die Frage, wie kann es so wichtig für dich werden? Nun, die beiden entscheidenden Worte hierbei sind FÜR DICH, denn die Antwort auf diese Frage ist hoch individuell. Und genau hier entfaltet so ein simples Beispiel wie mit dem Fischer seine Wirkung, denn dadurch erkennt jeder sehr schnell und klar was möglich sein kann und man kann den Zusammenhang zwischen Konsumverzicht und Dingen wie mehr Möglichkeiten, Zeit, Sicherheit und Wohlstand plötzlich erkennen.

Aber machen wir uns nichts vor: “Mehr Sicherheit” ist so allgemein und kann alles oder nichts heißen, das motiviert niemanden. Du musst deine ganz eigene Bedeutung finden.

Und plötzlich sind wir bei deinen Träumen und Zielen. Was möchtest du haben, tun, sein und geben?

Ich mache das mal an meinem Beispiel fest:

  • Ich war 11 Jahre in einer Bank, habe mich privat aber nie wirklich mit Investment-Strategien beschäftigt. Aus meinem Geld mehr Geld zu machen war schon irgendwie reizvoll, aber die Zeit und den Aufwand war es mir nicht wert. Ich hatte einfach keinen Drive und wusste nicht, wofür.
  • Während eines sechsmonatigen Sabbaticals habe ich entschieden, dass ich nicht in die Bank gehöre und mich mit einem Online-Business selbständig machen will, während ich um die Welt reise. Ich habe beschlossen, digitaler Nomade zu werden, von unterwegs aus zu arbeiten und zudem noch meine eigenen Werte dabei zu vertreten.
  • Dazu brauchte ich jedoch Geld und plötzlich war mein Warum groß genug. Ich habe nur deshalb angefangen, mich mit Kryptowährungen zu beschäftigen und habe investiert.
  • 2017 gingen sie durch die Decke und das Investment hat mir dabei geholfen, mein Traumleben zu ermöglichen.

Ganz klar, da war auch Glück dabei. Aber das wichtige ist:

Glück kann nur den finden, der Möglichkeiten wahrnimmt.

Wer den ganzen Tag nur zu Hause sitzt, macht es dem Glück natürlich sehr schwer, ihn/sie zu finden. Und die Möglichkeit mit den Kryptos hätte ich nicht wahrgenommen, wenn ich nicht gewusst hätte, wofür. Immerhin war damit eine ganze Menge Arbeit verbunden und auch Risiko. Aber ich wusste wofür, was ich tun könnte wenn es sich in die richtige Richtung entwickelt. Und das hat mich motiviert, aus meiner Komfortzone raus und da durchgebracht.

Die Gleichung bzw. die Schritt für Schritt Anleitung sieht also wie folgt aus:

  1. Finde heraus, was dich heiß machst. Wofür du bereit bist, ein Risiko einzugehen
  2. Nutze dies als Antrieb für Konsumverzicht und Investmententscheidungen
  3. Bleibe einfach dran! Auch wenn du anfangs keine großen Erfolge erzielst, so lernst du doch und wirst immer besser.
  4. Belohne dich! Nutze dein Geld nicht nur um noch mehr Geld zu machen, sondern nutze es, um dein Leben Stück für Stück besser zu machen und so die Motivation aufrecht zu erhalten.

 

Wer schreibt hier?

Ben Korbach ist ehemaliger Banker und reist heute mit seiner Frau als digitaler Nomade um die Welt. Dabei hilft er Menschen dabei, ihren ganz persönlichen Lebensweg zu finden, indem er Möglichkeiten und neue Perspektiven aufzeigt. Die Erfahrungen während seiner Quarterlife Crisis nutzt er heute, um als Experte Menschen aus dieser schwierigen Zeit zu führen. Besuche ihn auf Benkorbach. Auf seiner Seite geht es um genau das: Selbstbestimmtheit und deinen ganz persönlichen Antrieb zu finden. Schaue dort gerne einmal vorbei und lerne am besten dich, deine Träume und Ziele besser kennen, bevor du anfängst, zu sparen und zu investieren. Denn so findest du viel leichter deinen eigenen Finanz-Strategie, es wird leichter durchzuhalten und somit wahrscheinlicher, dass du die am Ende genau das Leben erschaffen kannst, das du dir wünschst.

 

* Die Geschichte mit den Fischern stammt aus folgendem Buch: “Wie eine Volkswirtschaft wächst…und warum sie abstürzt” von Peter und Andrew Schiff