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Das ist der entscheidende Unterschied zwischen Tages- und Festgeld

Tages- oder Festgeld: Was lohnt sich wann?

Sowohl das Tages- als auch das Festgeldkonto dürften den meisten Deutschen ein Begriff sein. Sie zählen zu den beliebtesten Produkten für traditionelle Sparer und wurden vor allem in der Vergangenheit intensiv genutzt. Seit der Einführung der Niedrigzinsphase bieten sie wesentlich geringere Renditen als noch von vor 2008 gewohnt, ihre jeweiligen Vorteile blieben jedoch erhalten. Wie sich diese konkret in der Praxis auswirken, ist auch davon abhängig, ob das für die eigene Situation passende Produkt gewählt wird.

Was sind Tages- beziehungsweise Festgeldkonto?

Bei beiden Kontenarten erfolgt eine Verzinsung auf das existente Guthaben. Der große Unterschied liegt in der Verfügbarkeit von diesem. Bei einem Tagesgeldkonto wird das eingelegte Kapital nicht dauerhaft gebunden, das heißt es ist getreu des Namens „täglich“ verfügbar. Wer Geld benötigt oder auf andere Konten, wie das klassische Girokonto, umlagern möchte, kann das also jederzeit tun. Bei einem Festgeldkonto ist, so viel verrät schon der Name, jegliches Kapital für einen gewissen Zeitraum „fest“ gebunden. Für Anleger besteht also keine Möglichkeit vor Ablauf des zuvor vereinbarten Anlagezeitraums an das eigene Kapital zu gelangen.

Beide Konten haben gemeinsam, dass sie nicht für den täglichen Zahlungsverkehr genutzt werden. Selbst bei einem Tagesgeldkonto ist es also nicht möglich, darüber Rechnungen zu begleichen, ebenso gibt es dafür keine EC-Karte, mit der an der Supermarktkasse gezahlt werden könnte. Sowohl das Tages- als auch das Festgeldkonto dienen daher tatsächlich ausschließlich der Geldanlage. Die Verzinsung erfolgt dauerhaft, wann genau diese gutgeschrieben wird, kann sich aber je nach Bank unterscheiden. Eine Gutschrift erfolgt entweder am Quartalsende oder auf Jahresultimo.

Des Weiteren profitieren beide Kontenarten vom sogenannten „Zinseszinseffekt“. Da das eingelegte Kapital verzinst wird, erhöht sich dieses für das darauffolgende Jahr durch die gezahlten Zinsen, welche dann selbst wieder Zinsen abwerfen. Aufgrund der Niedrigzinsphase hat dieser Effekt jedoch maßgeblich an Wirksamkeit verloren und macht heute, abgesehen von hohen Vermögenseinlagen, kaum noch einen nennenswerten, geldwerten Unterschied.

Vor- und Nachteile vom Tagesgeldkonto

Im direkten Vergleich beider Kontenarten ist es zwangsläufig erforderlich, die jeweiligen Vor- und Nachteile zusammentragen. Sie lassen sich objektiv ermitteln, zu berücksichtigen ist jedoch immer, dass auch subjektive, individuelle Faktoren in die Anlageentscheidung einspielen könnten.

Vorteile

Der große Vorteil des Tagesgeldkontos ist die Verfügbarkeit. Weil das Geld nicht dauerhaft gebunden wird, kann es theoretisch jeden Tag abgehoben werden. Das ist vor allem für Anleger interessant, deren finanzielle Situation etwas enger bemessen ist. Wer nicht gewährleisten kann, dass das angelegte Geld in Zukunft nicht vielleicht doch benötigt wird, trifft mit einem Tagesgeldkonto die wesentlich sichere Entscheidung. Zugleich wird dadurch ermöglicht, überschüssiges, aktuell nicht benötigtes Geld nicht komplett unverzinst auf dem Girokonto „liegen“ zu lassen. Das Kapital könnte stattdessen auf einem Tagesgeldkonto angelegt werden, wo es Zinsen erwirtschaftet, dennoch aber jederzeit abgezogen werden kann.

Aus diesem Umstand heraus ergibt sich der Vorteil der täglich festgestellten Zinsen. Einmal am Tag wird das Guthaben geprüft und dokumentiert, damit dann wahlweise am Ende des Quartals oder Jahres auch verzinst. Es entgehen, sollte das Kapital abgezogen werden, also immer nur die Zinsen für die Tage, wo dieses nicht mehr auf dem Tagesgeldkonto liegt. Ein weiterer Vorteil zeigt sich bei der Mindesteinlage. Anders als bei Festgeldkonten, ist es bei Tagesgeldkonten für gewöhnlich möglich kleinere Beträge anzulegen. Das hilft vor allem Sparern, die eher geringe Summen immer noch effizient anlegen möchten. Eine Mindesteinlage ist bei den meisten Banken dennoch angegeben, beziffert sich oftmals aber nur auf einen kleinen vierstelligen Betrag.

Zum Vorteil der Tagesgeldkonten avanciert außerdem die europäische Marktfreiheit. Deutsche Anleger sind frei ihr Geld im europäischen Ausland anzulegen. Die jeweiligen Banken werden durch die europäische Einlagensicherung bis zu 100.000 Euro geschützt. Folglich ist seitens des Anlegers nicht zwangsläufig Vertrauen in die Bank notwendig, da jede europäische Bank automatisch bis zu diesem Betrag abgesichert ist. Stattdessen können sich Anleger das im europäischen Umland mitunter attraktivere Zinsniveau zu Nutze machen. Bei dem Dienstleister WeltSparen lassen sich Tagesgelder in Europa vergleichen. Anleger werden feststellen, dass speziell der Zinssatz oftmals signifikant höher als bei deutschen Hausbanken ausfällt.

Ein weiterer, individueller Vorteil ist ein etwaiger Bonus. Zur Eröffnung wird mitunter, teilweise noch an eine Mindesteinlage gekoppelt, ein Bonus ausgezahlt. Dieser steigert effektiv die Rendite. Ob das der Fall ist, hängt aber von der Bank ab und ist daher nicht als genereller Vorteil von Tagesgeldkonten anzusehen.

Nachteil

Tagesgeldkonten werden ausschließlich als Guthabenkonten geführt, sie können also nicht in den negativen Bereich gehen. Da sie als reine Geldanlage fungieren, ist dieser Nachteil aber getrost zu vernachlässigen. Ein größerer Nachteil zeigt sich bei der Betrachtung der Zinsen. Diese werden durch die Banken bestimmt, deren eigene Zinshöhe wiederum durch die Europäische Zentralbank als Geldgeber beeinflusst wird. Seit der Weltwirtschaftskrise im Jahr 2008 herrscht in Europa ein sogenannter „Null- oder Niedrigzins“. Die Leitzinsen sind also entweder bei 0% oder sogar noch darunter.

Das wirkt sich konkret auf den Zins aus, den die Banken ihren eigenen Endkunden offerieren. Die Folgen sind offensichtlich: Zinssätze für Tagesgeldkonten (und auch Festgeld) bewegen sich auf einem historischen Tief, die erzielte Rendite fällt also nur noch minimal aus. Während das Geld auf dem Tagesgeldkonto also sicher angelegt ist und einerseits immerhin verzinst wird, ist die tatsächliche Rendite niedrig und als Nachteil zu werten.

Festgeldkonto: Vor- und Nachteile

Viele Punkte, die eben zu den Tagesgeldkonten geschrieben worden, lassen sich auf das Festgeldkonto übertragen. Vor- und Nachteile werden an dieser Stelle zusammen erläutert, da sie eng miteinander verwoben sind. Beim Festgeldkonto wird das Kapital dauerhaft gebunden, zum Beispiel für zwei, fünf oder auch zehn Jahre. Dafür gibt es einen garantierten Zinssatz – das ist ein Vorteil, so kann er bei weiteren Reduzierungen vom Leitzins nicht nachträglich herabgestuft werden. Generell ist die Verzinsung zudem höher, weil das Geld eben gebunden ist und die Bank ihren Kunden dafür einen Aufpreis zahlt.

Der Nachteil davon liegt auf der Hand: weil das Geld festgebunden ist, gibt es für Anleger keine Möglichkeit dieses außerplanmäßig abzuziehen. Wer sein Geld für fünf Jahre bindet, erhält dieses folglich zwangsläufig erst fünf Jahre später zurück. Dabei macht es keinen Unterschied, ob der Anleger das Geld vielleicht dringend benötigt oder inzwischen arbeitslos geworden ist – das gebundene Kapital ist für die Laufzeit des Festgeldkontos bei der Bank und kann da nicht abgezogen werden. Als weiterer Nachteil darf benannt werden, dass bei Festgeldkonten oftmals höhere Mindesteinlagen erforderlich sind. Diese legt die Bank fest, oftmals ist aber mit wenigstens 5.000 bis 10.000 Euro Einlage zu rechnen.

Des Weiteren findet mitunter eine Staffelung statt. Höhere Beträge, die länger angelegt werden, erhalten mitunter eine bessere Verzinsung als ein geringeres und kurzfristiger angelegtes Kapital. Im Gegenzug riskieren Anleger noch mehr Geld dauerhaft außerhalb der eigenen Reichweite zu binden. Diese Entscheidung muss, sowohl hinsichtlich der Kapitalhöhe als auch des Anlagezeitraums, also gut überlegt sein.

Festgeld- oder Tagesgeldkonto: was eignet sich wirklich wann für wen?

Die eigene finanzielle Situation ist das ausschlaggebende Argument. Anders als bei Anlagen auf dem Kapitalmarkt, zum Beispiel Aktien, besteht weder bei Festgeld- noch Tagesgeldkonten ein Risiko – demnach entscheiden die eigenen Renditevorstellungen und die Verfügbarkeit des Kapitals. Wer sich nicht sicher ist, ob er in den nächsten Jahren nicht doch etwas von dem angelegten Geld benötigt, entweder als „Notgroschen“ für unvorhergesehene Kosten oder weil geplante Vorhaben wie ein Hausbau anstehen, ist mit einem Tagesgeldkonto immer besser bedient. Das Geld bleibt verfügbar, es besteht kein Risiko und das Kapital kann im Hintergrund etwas Rendite erwirtschaften.

Wer sich zu 100% sicher ist, das benötigte Kapital die nächsten Jahre nicht zu benötigen, kann sich hingegen für ein Festgeldkonto entscheiden. Der temporäre Komplettverzicht auf das eingelegte Geld resultiert dann in einer höheren Rendite, da Festgeldkonten für gewöhnlich bessere Verzinsungen bieten. Außerdem können sich Anleger sicher sein, dass sich am Zinssatz während der Laufzeit nichts ändert. Ein Gegenargument könnte sein, dass das Tagesgeldkonto bei Bedarf gewechselt werden kann, um erneut etwaige Boni oder bessere Zinssätze zu erhalten. Letztlich entscheidet also die Frage: „Bin ich gewillt für x Jahre komplett auf mein Geld zu verzichten oder nicht?“.

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