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Weißt du wirklich, was Smart Contracts sind? Hier ist die Antwort

Alles läuft perfekt.

Du fährst mit deinem Mietwagen entlang der grauen Felsen der Sächsischen Schweiz… doch plötzlich:

Dein Wagen rattert, das Tachometer springt von 70, auf 50, 30… immer weiter bis auf 0 – und du bleibst stehen wie ein Fußgänger vor der roten Ampel.

Was ist passiert?

Du schaust nach:

„Oh, verdammt, ich habe meinen Mietvertrag nicht erneuert; er ist abgelaufen!“

Ein paar Klicks auf dem Handy, dann läuft der Wagen wieder – von 0, auf 50 bis auf 70 und schon fährst du erneut entlang der Felsbrocken.

Möglich machen das Smart Contracts:

Du bezahlst, das Auto fährt – du bezahlst nicht und der Wagen bleibt stehen. Mitten auf der Straße.

Doch was ist ein Smart Contract? Was sind ihre Vorteile? Und wo können sie eingesetzt werden?

Das erfährst du jetzt:

Was ist ein Smart Contract? – eine glasklare Definition

Wikipedia schreibt:

„Smart Contracts sind Computerprotokolle, die Verträge abbilden oder überprüfen oder die Verhandlung oder Abwicklung eines Vertrags technisch unterstützen können.“

Verstanden, nicht wahr?

Machen wir es deshalb einfacher:

Smart Contracts sind intelligente oder selbstausführende Verträge:

Erfüllst du den Vertrag (du bezahlst das Mietauto), erfüllt ihn ebenso automatisch die Gegenseite (das Auto fährt).

Damit der Vertrag jedoch funktioniert, sind die Bedingungen direkt in den Software-Code geschrieben.

Das macht Absprachen und Klauseln weitgehend überflüssig – du musst nur der Bedingung nachkommen, schon „zündet“ der Vertrag.

Hier ist es noch einmal anschaulicher beschrieben:

Stelle dir einen intelligenten Vertrag vor wie einen Getränkeautomaten.

Du möchtest eine Coke (oder Coke-Zero, falls du auf deine Linie achtest; aber nehmen wir der Einfachheit halber eine Coke.)

Dafür steckst du zwei Euro in den Automaten – das ist das „WENN“.

Sobald das „WENN“ erfüllt ist, schnurrt und rumpelt der Automat und erledigt sein „DANN“:

Aus dem Fach kullert eine Coke; du nimmst sie heraus, öffnest sie und schon gluckert die erfrischende Cola deinen Rachen hinunter.

Ein Smart Contract ist also – kurz gesagt – eine Wenn-Dann-Funktion: Wenn ich das tue, dann geschieht das.

Simpel, nicht wahr?

Doch was sind die Vorteile dieser Verträge?

Die genialen Vorteile von Smart Contracts

  • Einfachheit: Mit diesen Verträgen lassen sich Prozesse automatisieren – oder einfacher gesagt: Ein Vertrag ersetzt hundert einzelne. Der Autovermieter muss nicht immer wieder einen Vertrag aufsetzen, sondern der Kunde zahlt einfach und fährt los.
  • Vertrauenslosigkeit: Du musst niemanden mehr vertrauen, wenn du einen Vertrag aufsetzt, weil er automatisch ausgeführt wird. Du kommst deinem Teil nach; von selbst spurt auch die Gegenseite.
  • Sicherheit: Richtig programmiert, sind Smart Contracts durch kryptografische Verschlüsselungen geschützt – kein Hacker kann sie hacken, manipulieren oder nachträglich verändern. Das macht sie fälschungssicher.
  • Unabhängigkeit: Weil sich die Verträge selbst ausführen, sind Institutionen überflüssig – Banken, Versicherungen, Notare… – die sonst Verträge überwachen.
  • Kostengünstig: Wie gesagt – du brauchst nur einen Vertrag und keine Drittparteien; das spart Kosten und Tinte.

Yeah, Smart Contract – super Sache!

Aber auf dem Papier klingt alles gut – wie Atommüll in den Ozean zu kippen, Fukushima in ein Erdbebengebiet zu bauen oder Asbet in Häusern zu vermauern – aber wir kennen die Folgen…

…was sind also sinnvolle Anwendungsfälle von intelligenten Verträgen?

5 außergewöhnliche Anwendungsfälle von Smart Contracts

Zwei Leute unterschreiben Smart Contracts

  1. Finanzen: Im dezentralen Finanzsystem kannst du Geld leihen, Zinsen kassieren, Kryptowährungen handeln, Versicherungen abschließen… und alles über intelligente Verträge. Kein Mittelmann steht dazwischen, keine Allianz, keine Sparkasse.
  2. Lieferketten: Rosen von Kolumbien nach New York zu schiffen – ja, da kann viel schiefgehen. Fehlt nur ein Dokument, eine Genehmigung, eine Unterschrift, tuckern die Rosen zurück nach Kolumbien. Mit Smart Contracts wird alles einfacher: Die Unterschrift ist da, automatisch kann das Schiff andocken und ausladen. Zudem können alle Parteien überwachen, wo in der Lieferkette sich die Rosen gerade befinden.
  3. Grundbucheinträge: Du bezahlst das Haus, schon stehst du im Grundbuch – einen Notar braucht es dafür nicht. Das spart dir mehrere tausend Euro. Es wird jedoch dauern, bis das kommt. In Schweden läuft ein Projekt seit 2016 und hadert immer noch mit der Regulierung.
  4. Wahlen: Du wählst über einen Smart Contract und deine Stimme wird automatisch dem Politiker/Partei gutgeschrieben – so ist Wahlbetrug oder Manipulation unmöglich.
  5. Schutz vor Betrug: Immer wieder liest du von falschen Ärzten – Quacksalbern in weißen Kitteln, die sich Praxen erschleichen, Zeugnisse fälschen oder erkaufen. Smart Contracts könnten sie reduzieren, indem beispielsweise die Uni das Zeugnis in einen intelligenten Vertrag legt, den die Zulassungsstelle abrufen kann.

Natürlich sind das nur einige Anwendungsfälle.

Doch eines ist klar: Intelligente Verträge reduzieren Fehler, kappen Bürokratie und beschneiden Betrug.

Aber was ist mit den Nachteilen? Oder sind diese Verträge juristisch mustergültig wie das Führungszeugnis des Papstes?

Was sind die Nachteile der intelligenten Verträge?

Kurz: An den Verträgen ist nichts verkehrt; nur an den Menschen, die sie programmieren.

Wie Brötchen nur so luftig und lecker sind, wie sie der Bäcker packt; sind intelligente Verträge nur so gut, wie der Programmierer sie entwirft.

Was kann hier schiefgehen?

Das kann schlimmstenfalls passieren:

  • Fehler im Code: Ist der Vertrag falsch programmiert, können Hacker ihn ausbeuten – mit Schäden in Millionenhöhe. Bsp: der DAO Hack – 60 Millionen Dollar waren futsch. Deshalb versprechen Krypto-Protokolle immer wieder große Beuten, wenn ein guter Hacker (im Sinne von „mit guten Absichten”) eine Schwachstelle findet. Diese Fehler nennen sich Post mortem; und sie kommen häufiger vor, als du denkst. Eine kleine Liste findest du hier.
  • Hintertürchen: Betrüger können Hintertürchen in den Vertrag einbauen, sodass sie ihm nicht nachkommen müssen. Beispielsweise bezahlst du das Mietauto, das Geld fließt ab, aber der Wagen streikt wie ein Lockführer.
  • Verantwortung: Wenn durch einen Fehler im Smart Contract Schaden entsteht, wer ist dann verantwortlich? Das ist eine schwierige moralische Frage.
  • Komplexität: Ein intelligenter Vertrag muss alle Eventualitäten abdecken, was fast unmöglich ist. Ein Beispiel: Du bezahlst dein Mietauto, es fährt aber nicht los. Grund: Der Motor ist kaputt. Zahlt dann der Vertrag automatisch das Geld zurück und bestellt einen Abschleppdienst oder darfst du dich schon darauf freuen, Beschwerden abzufassen, aufgebracht den Vermieter anzurufen und verlassen in der Pampa zu stehen?
  • Gewaltige Infrastruktur: Damit Smart Contracts im Haushalt, Wirtschaft und ja auch im Ehevertrag ankommen, muss zuerst alles digital werden, die Internetverbindung schnell und stabil sein und alles auf der Blockchain laufen. Das kann noch Jahre dauern.
  • Akzeptanz: Ebenso müssen alle Parteien den Smart Contract akzeptieren. Wo ist das Problem? Es fehlt das Menschliche! Man muss sich erst umgewöhnen.

Du siehst: Es erwartet uns noch viel Arbeit, bis intelligente Verträge den Alltag erobern.

Dafür sind sie auf Ethereum wie mit Aave oder Uniswap schon allgegenwärtig – dort kannst du bestaunen, wie reibungslos alles funktioniert, und dich austoben.

Fazit zu Smart Contracts

Smart Contracts sind Wenn-Dann-Funktionen: Ich tue das (kaufe ein Haus), dann passiert das (ich werde ins Grundbuch eingetragen).

Sie machen Mittelsmänner überflüssig, automatisieren Prozesse und kappen unnötige Bürokratie.

Nur ist die Umstellung schwierig und es wird noch Jahre dauern, bis sie im Alltag und Wirtschaft ankommen wie heute das Internet.

Wobei: Es gibt immer noch viele Firmen ohne Website.

Also, es wird noch sehr lange dauern.


Disclaimer: Dieser Text ist keine Anlageberatung, sondern dient allein der Information. Alles, was du mit den genannten Informationen tust, unterliegt allein deiner Verantwortung.


Junger Mann schaut in die Kamera

Über den Autor:

Finanz-Enthusiast, Self-Improvement-Sensei und  notorischer Wort-Jongleur – diese drei Engel für Charlie bin ich: Robin Prock. Meine Texte entzaubern die Finanzwelt, um sie Dir zerlegt auf dem Silbertablett zu präsentieren. Für Deine finanzielle Bildung und ein selbstbestimmteres Leben.

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