Was bedeutet Sucht?
Orientiert man sich an der Weltgesundheitsorganisation ist Sucht “ein Zustand periodischer oder chronischer Vergiftung, hervorgerufen durch den wiederholten Gebrauch einer natürlichen oder synthetischen Droge”. Darüber hinaus werden folgende Kriterien definiert, die einen entscheidenden Einfluss haben:- unüberwindbares Verlangen zur Einnahme oder Beschaffung des Stoffes
- Tendenz zur Dosissteigerung aufgrund einer Toleranzerhöhung
- schädliche Einflüsse für den Einzelnen und oder die Gesellschaft
- psychische und meist physische Abhängigkeit
- Kontrollverlust über das eigene Verhalten
Wie weiß ich, ob das Einkaufen Sucht ist?
Zuvor haben wir uns den Begriff Sucht an sich und deren Kriterien etwas näher angeschaut. Für die Kaufsucht oder auch Shoppingstörung genannt, gibt es spezifische Merkmale, die darauf hindeuten können. Kaufsucht ist keine offiziell anerkannte Krankheit und wird bisher lediglich zu den Störungen der Impulskontrolle gezählt. Aus diesem Grund sind die Forschung sowie deren finanzielle Mittel recht dürftig. Generell können Männer und Frauen jeglicher Einkommens- und Altersklasse betroffen sein. Bei jedem kann das Einkaufen zur Sucht werden. Dabei können sich problematische Handlungen unterschiedlich äußern. Der eine shoppt gern Schnäppchen, der andere fokussiert sich vor allem auf teure Designerstücke. Der eine präferiert das Online-Shopping, während der andere nur ins Ladengeschäft geht. Die Ausprägungen sind unterschiedlichster Natur und natürlich können sich alle diese Formen mischen. Ebenso ist der Verlauf nicht immer einheitlich. Symptomfreie Phasen können sich mit Phasen des täglichen Konsums abwechseln. So zeigt sich bei jedem ein individuelles Bild beim Einkaufen. Sucht äußert sich im Allgemeinen erst dann, wenn die Betroffenen:- einen Kontrollverlust beim Einkaufen erleiden
- dabei ein intensives Verlangen nach dem Kauf verspüren
- ein Verhalten entwickeln, aus dem Konflikte mit Familie und oder Freunden entstehen
- finanzielle Probleme bis hin zur Verschuldung erleben
- Geldsummen ausgeben, die früher oder später sogar ihren Notgroschen aufbrauchen
- sich sehr oft mit konsumbezogenen Themen beschäftigen und ihre Gedanken vom nächsten Einkauf beherrscht werden
- Produkte in einer unnötigen Stückzahl erwerben oder solche, die sie gar nicht benötigen
- Gekauftes verstecken, verstauen, vergessen und verschenken
- aus emotionalen Gründen heraus einkaufen
- das Einkaufen als elementarer Teil ihres Charakters ansehen
- Kaufe ich häufiger? Früher hat ein Einkaufsbummel pro Woche genügt, jetzt muss ich fast jeden Tag etwas kaufen.
- Fühle ich mich unwohl, wenn ich nicht einkaufen kann? Manchmal fühle ich angespannt oder kribbelig, wenn ich nicht sofort das kaufen kann, was mir vorschwebt.
- Zweifle ich an meinem Verhalten? Ich habe schon öfter über meinen Konsum nachgedacht und habe ein ambivalentes Gefühl dazu. Einerseits fühle ich mich euphorisch andererseits bin ich wütend, verzweifelt, gestresst, wenn ich an meine Käufe denke.
- Sprechen Freunde oder Familie auf mein Kaufverhalten an? Freunde und oder Familienmitglieder haben mich bereits besorgt auf mein vermehrtes Einkaufen angesprochen.
- Kann ich mich beim Einkaufen kontrollieren? Manchmal habe ich das Gefühl, die Kontrolle beim Shoppen zu verlieren, und kaufe letztendlich viel mehr oder bedeutend häufiger etwas ein, als ich es eigentlich vorhatte.
- Fühle ich mich schuldig? Ich habe meine Einkäufe schon mal vor jemandem verborgen oder mich nicht getraut, offen darüber zu sprechen, da es mir unangenehm war.
- Shoppe ich, wenn es unangebracht ist? Ich habe schon des Öfteren während der Arbeitszeit oder während eines Treffens mit Familie oder Freunden (online) geshoppt, obwohl ich mich offensichtlich auf etwas anderes hätte konzentrieren sollen.
- Habe ich andere Verpflichtungen ignoriert, um stattdessen einkaufen zu können? Ich habe andere Aufgaben nicht erfüllt oder Verabredungen mit anderen Menschen nicht eingehalten, um anstelle dafür etwas kaufen zu können.
Wie kann ich weniger einkaufen? Der Einkaufen Sucht entgegenwirken.
Abschließend möchte ich dir gern noch drei Tipps mit auf den Weg geben, die dir dabei helfen können, weniger einzukaufen. Hast du das Gefühl, dass du das allein nicht schaffst, suche dir bitte professionelle Hilfe bei einem Psychotherapeuten oder den Beratungsstellen der Suchthilfe. Auf der Webseite der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung findest du ein Verzeichnis mit Suchtberatungsstellen: https://www.bzga.de/service/beratungsstellen/suchtprobleme/ Bist du auf der Suche nach einer Suchthilfegruppe in deiner Umgebung, kannst du in der Datenbank für Nationale Kontakt-und Informationsstelle zur Anregung und Unterstützung von Selbsthilfegruppen (NAKOS) fündig werden: https://www.nakos.de/adressen/datenbanksuche/
- Gehe achtsam mit dir um
- Bedürfnisse richtig erfüllen
- Setze dir bessere Ziele
Über die Autorin:
Hallo! Mein Name ist Jessi, ich bin 31 Jahre alt und lebe zusammen mit meinem Mann und meinem kleinen Sohn in Berlin. In den letzten 15 Jahren habe ich so ziemlich jeden Euro, den ich zusammenkratzen konnte, für Bekleidung oder anderen Schnickschnack ausgegeben.
Bis ich eines Tages auf die Themen Börse, Aktien und ETFs gestoßen bin. So schaffte ich es, nicht nur ein Jahr lang keine Kleidung zu kaufen, sondern gleichzeitig noch mein Geld für mich arbeiten zu lassen. Alles zu meiner persönlichen Weiterentwicklung und, wie du das auch schaffen kannst, findest du unter themoneygirl.de
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