Geld verdienen mit bezahlten Umfragen – wie es funktioniert und was aus steuerlicher Sicht zu beachten ist

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Es gibt viele Möglichkeiten, um Geld zu verdienen. Manche Jobs kannst du bequem von zu Hause erledigen. Was du braucht, ist lediglich ein Internetzugang. Damit kannst du zum Beispiel an bezahlten Umfragen im Internet teilnehmen. Aber wie funktioniert das und was solltest du möglichst schon vorher darüber wissen? Ist es legal, sich für Umfragen bezahlen zu lassen? Und was gibt es rund um die Steuern zu beachten? Sind die Einkünfte steuerpflichtig, oder gibt es gewisse Freibeträge?

Bezahlte Umfragen im Internet: Das steckt dahinter

Bezahlte Umfragen sind Befragungen, die im Internet stattfinden und für die die Teilnehmer bezahlt werden. Wer an bezahlten Umfragen teilnehmen möchte, benötigt einen passenden Anbieter. In der Branche ist von sogenannten Panels die Rede. Diese Panels laden die Teilnehmer zu Befragungen ein. Die Fragebögen bestehen meist darin, die passende Antwort anzuklicken. Eine Umfrage dauert etwa fünf bis 20 Minuten. Die Fragen müssen wahrheitsgemäß beantwortet werden. Es finden Kontrollen statt. Manchmal hängt die Umfrage mit einem Produkttest zusammen. Dabei testest du zum Beispiel ein Produkt oder eine App und füllst im Anschluss den Fragebogen aus. Ab und zu gibt es auch Telefoninterviews und Befragungen zu Videos.

So funktionieren bezahlte Umfragen im Internet

Die Auftraggeber sind meist Unternehmen, die mit Produkten oder Dienstleistungen Geld verdienen. Diese wenden sich an Marktforschungsunternehmen, die die Umfragen an dich weiterleiten und die Teilnehmer bezahlen.

Um mit dieser Arbeit Geld zu verdienen, registrierst du dich auf einer Website eines Panels. Nach der Registrierung musst du dich genau vorstellen. Die ersten Umfragen dienen ebenfalls dazu, dich besser kennenzulernen.

Hast du dich bei einem Panel registriert, solltest du dir darüber im Klaren sein, dass deine Aktionen immer wieder überprüft werden. Stellen die Anbieter bei einer Qualitätskontrolle Unregelmäßigkeiten fest, können sie dein Konto sperren. Wer jedoch ehrliche Angaben macht und regelmäßig teilnimmt, kann seine Einkommensmöglichkeiten steigern. Treue wird also mit zusätzlichen Einladungen belohnt.

Lohnt es sich, sich für Umfragen im Internet bezahlen zu lassen?

Das mögliche Einkommen bei bezahlten Umfragen ist gering und eher als Nebeneinkommen gedacht. Dein Stundenlohn könnte zumindest am Anfang enttäuschend sein, weil er sicher weit unter dem aktuellen Mindestlohn liegt. Dennoch ist dieser Job für manche Menschen lukrativ. Musst du zum Beispiel regelmäßig etwas Zeit totschlagen, sind bezahlte Umfragen eine tolle Gelegenheit, ganz nebenbei an einem kleinen Nebeneinkommen zu arbeiten. Manche Teilnehmer haben sogar Wege gefunden, Stundenlöhne über dem Mindestlohn zu erreichen. Um selbst dorthin zu gelangen, brauchst du aber viel Durchhaltevermögen. In den ersten Monaten wirst du das Ziel wahrscheinlich nicht erreichen.

Wie viel Einkommen möglich ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Üblich sind Beträge von unter zehn Euro bis zu 250 Euro im Monat, manchmal sogar mehr. Geh jedoch davon aus, dass die Anzahl der Umfragen pro Monat und Account begrenzt ist. Du solltest dich daher bei verschiedenen Websites registrieren, um deine Einkommensmöglichkeiten zu steigern. Die Marktforschungsunternehmen bezahlen dich übrigens pro Umfrage und nicht pro Stunde. Für einen ausgefüllten Fragebogen bekommst du einen Betrag zwischen 1,50 und 60 Euro.

Manche Umfragen sind deutlich besser bezahlt als der Durchschnitt. Die sind aber schwer zu finden. Du musst dir bei einem Panel zunächst eine Reputation aufbauen und natürlich zu der jeweiligen Zielgruppe passen.

Die Bezahlung kann in Bargeld, Überweisungen, Einkaufsgutscheinen oder Produkten erfolgen. Informiere dich vor deiner Registrierung, damit du weißt, was dich erwartet. Manche Marktforschungsunternehmen führen sogar zusätzliche Verlosungen durch, um das Interesse ein wenig zu fördern.

Wie in den meisten Branchen gibt es Anbieter, die lukrativere Bedingungen anbieten als andere. Meldest du dich bevorzugt bei diesen Anbietern an, kannst du deine Einkommensmöglichkeiten mit wenig Aufwand verbessern. Doch welche Anbieter zahlen gut? Unter www.umfragen-Geld-verdienen.de werden dir die zehn lukrativsten Panels für bezahlte Umfragen vorgestellt, damit sich die Umfragen für dich lohnen.

Bezahlte Umfragen im Internet: Sind sie legal oder nicht?

Die Teilnahme an bezahlten Umfragen ist in Deutschland legal. Du kannst mit bezahlten Umfragen daher seriös Geld verdienen. Dennoch solltest du wissen, dass es in der Branche auch schwarze Schafe gibt. Diese können dir dein Einkommen vorenthalten oder deine Daten missbrauchen. Informiere dich daher schon vor der Registrierung über die Anbieter und lasse dich nur auf vertrauenswürdige Marktforschungsunternehmen ein.

Deine Daten sind übrigens geschützt, sofern du dich nur an seriöse Anbieter wendest. Alle in der EU tätigen Umfrageportale müssen sich an die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) halten. Die Weitergabe der Umfragedaten ist also anonym.

Steuern zahlen: Auch bei bezahlten Umfragen im Internet ein Thema

Leider können wir an dieser Stelle nicht pauschal angeben, ob du auf dein Einkommen mit bezahlten Umfragen Steuern zahlen musst. Es gibt wohl kaum etwas Komplizierteres als das deutsche Steuerrecht. Grundsätzlich unterliegt in Deutschland alles der Steuerpflicht, jedoch gibt es teilweise gewisse Freibeträge. Um es genau zu wissen, wende dich am besten an einen Steuerberater. Das muss nicht bei deiner ersten Umfrage sein. Doch bei der nächsten Steuererklärung ist am besten schon alles geklärt.

Die meisten Menschen können einen Freibetrag von bis zu 410 Euro pro Jahr steuerfrei hinzuverdienen– auch mit bezahlten Umfragen. Wenn du also nicht mehr als 410 Euro pro Jahr mit bezahlten Umfragen verdienst, musst du keine Einkommenssteuern zahlen.

Ein Einkommen ab 410 Euro mit bezahlten Umfragen wird versteuert und in dem Fall musst du deine Selbstständigkeit darüber hinaus beim Finanzamt anmelden. Falls du nicht nur Geld, sondern auch Gutscheine oder Produkte erhältst, müssen diese ebenfalls mit ihrem Gegenwert versteuert werden, wenn du über die 410-Euro-Grenze kommst. Nur wenn ein Produkt bei deinem Test aufgebraucht oder verbraucht wird, ist das nicht der Fall.

Die Umsatzsteuer betrifft dich nicht, wenn du einen Umsatz von unter 22.000 Euro pro Jahr hast. Beachte, dass du dich zunächst von der Kleinunternehmerregel befreien lassen musst. Ansonsten kann dir trotzdem die Umsatzsteuer berechnet werden. Solltest du einen Jahresgewinn von 24.500 Euro oder mehr machen, musst du Gewerbesteuern zahlen. Allein mit bezahlten Umfragen ist das jedoch eher unwahrscheinlich. Solltest du neben deinem Einkommen aus Umfragen Arbeitslosengeld, Bürgergeld, Bafög oder eine sonstige Unterstützung erhalten, solltest du dich über mögliche Zuverdienstgrenzen informieren. Das Einkommen wird dir wahrscheinlich angerechnet.

Bist du in einem Anstellungsverhältnis und möchtest dir nebenbei mit Umfragen etwas Geld dazu verdienen, musst du dies als Nebeneinkommen bei der Einkommenssteuer angeben. Auch hier bleibt das Einkommen aus bezahlten Umfragen allerdings bis zu 410 € steuerfrei. Du solltest allerdings darauf achten, dass die Onlineumfragen dann nicht dauerhaft als Nebeneinkommen fungieren, sondern du dir das Geld nur für einen kurzen Zeitraum dazu verdienen darfst.

Du solltest dich ebenfalls bei deiner Krankenkasse darüber informieren, ob sich durch dein Zusatzeinkommen etwas verändert. Falls du keine zusätzliche Festanstellung hast, musst du ein Gewerbe anmelden und einen Gewerbeschein beantragen – und zwar mit Beginn der Arbeitsaufnahme. Schiebe das also auf keinen Fall auf!

Bist du nicht in einem Anstellungsverhältnis und möchtest Geld mit Umfragen verdienen, musst du ein Gewerbe anmelden. Ein Gewerbe geht mit ein wenig Bürokratie und niedrigen Gebühren einher (je nach Amt meist zwischen zehn und 65 Euro).

Bei Nebeneinkünften, die zwischen 410 und 820 Euro liegen, kommt der Härteausgleichbetrag gemäß § 46 Abs. 5 EstG i. V. m. § 70 EStDV in Höhe von 820 Euro zur Anwendung. Das bedeutet, dass Nebeneinkünfte von mehr als 410 Euro stufenweise gekürzt werden. Ab einem Betrag von 820 Euro wird der Hinzuverdienst dann versteuert. Bei Nebeneinkünften von 410 Euro wird der volle Betrag von 410 Euro abgezogen und es bleiben keine zu versteuernden Einkünfte übrig. 

Die Stufung der Kürzungen erfolgt wie folgt:

  • Betragen die Nebeneinkünfte 410 Euro, liegt der Abzugsbetrag ebenfalls bei 410 Euro und es gibt keine zu versteuernden Einkünfte.
  • Bei einem Nebenverdienst bis zu 500 Euro werden 320 Euro abgezogen, die zu versteuernden Einkünfte liegen also bei 180 Euro.
  • Betragen die Nebeneinkünfte bis zu 600 Euro, werden 220 Euro abgezogen und 380 Euro sind zu versteuern. 
  • Bei einem Nebenverdienst von bis zu 700 Euro bleibt nach dem Abzugsbetrag von 120 Euro noch ein zu versteuernder Nebenverdienst von 580 Euro übrig.
  • Liegen die Nebeneinkünfte bei bis zu 800 Euro, beträgt der Abzugsbetrag 20 Euro und die restlichen 780 Euro müssen versteuert werden.
  • Ab einem Nebenverdienst von 820 Euro muss der komplette Betrag versteuert werden.

Fazit: Unkomplizierte Umfragen, kompliziertes Steuerrecht

Bezahlte Umfragen sind eine unkomplizierte Möglichkeit, um sich nebenbei ein bisschen Geld zu verdienen – je nach Umfrage können bis zu 60 Euro pro Fragebogen zusammenkommen und die Umfragen sind mit nicht viel Aufwand verbunden. Doch so unkompliziert die Umfragen selbst sind, so komplizierter wird es dagegen beim Thema bezahlte Umfragen und Steuerrecht. Hier unterscheiden sich die Regelungen, je nachdem, ob du die Umfragen als Hauptverdienst beantwortet oder zusätzlich zu deinem Hauptjob. Je nach Situation können Einkommenssteuer, Umsatzsteuer und Gewerbesteuer anfallen.

Entscheidend, ob die Einnahmen aus bezahlten Umfragen versteuert werden müssen, ist außerdem der verdiente Betrag. Bis zu 410 Euro pro Jahr sind steuerfrei. Ab 410 bis 820 Euro werden die Nebeneinkünfte stufenweise gekürzt und der Restbetrag ist zu versteuern. Erst ab 820 Euro muss dann der komplette Betrag versteuert werden. Liegen deine Nebeneinküfte aus bezahlten Umfragen unter 410 Euro, musst du dafür also keine Steuern zahlen, sie jedoch trotzdem in deiner Steuererklärung mit angeben.

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