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Wer Kryptowährungen ein wenig verfolgt, der stolpert unlängst über einen ganzen Haufen dubioser Gewinnversprechen.
„Garantierte 10.000€ monatlich mit 200€ Investment“ heißt es da. Das soetwas nicht stimmen kann, sollte eigentlich jedem klar sein. Bei keinem profitablem Investment lässt sich mit 100 prozentiger Sicherheit auch nur der kleinste Gewinn garantieren. Je höher die Rendite, desto höher auch das Risiko. Doch der Strom an Systemen die das schnelle Geld versprechen scheint nicht abzureißen, im Gegenteil: Je populärer Kryptowährungen werden, desto mehr Betrüger wittern die Chance ihre Masche neu zu labeln und so zu tun, als hingen die utopischen Gewinne mit dem Bitcoin oder einer ganz neuen Währung zusammen.

Warum grade Kryptowährungen?

Nun, das ist einfach. Keine andere Investmentgelegenheit hat innerhalb der letzten paar Jahre so gut performt wie Kryptowährungen und mehrere Tausend Prozent Wertsteigerung wirken in Korrelation zu realen Fällen nichtmehr so utopisch. Zudem verstehen noch die wenigsten, wie Kryptowährungen und Blockchains eigentlich funktionieren und können dadurch dreiste Lügen schlechter durchschauen.

Ich habe bereits einen Artikel über den Onecoin veröffentlicht und musste zu meiner Verwunderung feststellen, dass sich darunter ein Kommentar von einem Onecoin-Anhänger befand, der nicht dazu in der Lage war simpelste Argumentation einzuleiten. In Anbetracht der Tatsache, dass Onecoin ein Schiff ist, das schon längst gesunken ist erinnerte mich dieses Vorkommniss ein wenig an die (durchaus empfehlenswerte) Zombie-Serie „The Walking Dead“. Nun aber wieder zurück zum Thema. Dieser Artikel wird sich mit einem weiteren populären Scam beschäftigen, der sich noch immer im Umlauf befindet.

Bitcoin Code

Dieser Betrug gibt vor einem Algorithmus zu haben, der automatisiert in Bitcoin investiert und dadurch Millionengewinne hervorbringt. Der Nutzer müsse nichts weiter tun, als den Algorithmus einzuschalten und dabei zuzusehen, wie er reich wird.

Auf der Seite thebitcoincode.com werden wir zunächst mit äußerst legitim erscheinenden Rezensionen konfrontiert:

Lewis H.

„Is this for real? I just joined 2 days ago, and my account balance has already ballooned to a staggering $27,484.98!!!“

Daniel Pelts

„Surprisingly, I used to be an investor on Wall Street. And I’ve never seen anything like this in my 10 year tenure at the company. My colleagues all thought I was crazy when I quit the firm to invest with the Bitcoin Code software full-time. $384,594 in profits later, all of my colleagues are now BEGGING me to let them in.“

Sofort bemerken wir, dass hier verzweifelt versucht wird, das Ganze legitim aussehen zu lassen. Hier wird sich der psychologische Effekt zunutze gemacht, den spezifische Zahlen auf uns haben. Unser Unterbewusstsein nimmt Werte wie 27.484,98$ ernster als beispielsweise 30.000$. Das Lustige hieran ist jedoch, dass der Effekt, welchen die Betrüger erzielen wollen, garnicht erst greift, denn kein normaler Mensch, der in zwei Tagen fast 30.000$ verdient hat, würde sich darum scheren, ob es nun 2 Cent mehr oder weniger sind.

Der zweite Kommentar setzt noch einen drauf. Hier wird versucht ein Autoritätsargument vorzubringen, da auch ein ehemaliger Wallstreet-Investor mit von der Partie sei. Offensichtlich jedoch haben die Ersteller der Masche keinerlei Ahnung von Investment und wiedersprechen sich zudem selbst. Denn unser erfolgreiche Wallstreet-Investor hat angeblich seinen Job gekündigt um Vollzeit in Bitcoin Code investieren zu können. Dabei ist doch Bitcoin-Code laut derselbe Webseite ein automatisierter Algorithmus, der garkeine arbeit seitens des Nutzers benötigt. Es passt also rein garnichts zusammen.

Als ob das noch nicht unglaubwürdig genug wäre, setzt sich das Spektakel sogleich mit der angeblichen Hintergrundgeschichte von Bitcoin Code fort. Diese soll Vertrauen schaffen, indem sie die Umstände zur Entstehung von Bitcoin Code näher erläutern, erreicht jedoch genau das Gegenteil.

Mittlerweile befindet sich diese nicht mehr auf der Hauptseite, sie lautete jedoch in etwa so:

Steve McKay ist der netteste Mensch der Welt und ein Programmier-Genie. Jahrelang entwickelte er einen Trading-Algorithmus für einen reichen Wallstreet-Chef. Nachdem ihm dieser Streich endlich gelungen war, bekam er mit, dass sich der gierige Chef nur an dem Algorithmus bereicherte und weil nicht Teilen ganz ganz böse ist, nahm McKay die Software mit und flüchtete vor der Firma um sie der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Nun gut, nachdem dieses wundervolle Märchen bereits entfernt wurde, bleibt immernoch der herzzerreißende Brief von Steven McKay an uns als Seiten-Besucher:

„Hi – I’m an ex-software developer for a large firm whose name I prefer not to disclose.

I created a Bitcoin Trading Software that has earned over $18,484,931.77 in profits within the past 6 months alone.

This software is making millionaires faster than early investors of Uber, Facebook or Airbnb.

If you want to make a million with Bitcoin, watch the video above to learn how.

Your Friend,
Steve McKay“

Der angebliche Erfinder von Bitcoin Code gibt sich direkt als unser Freund aus und gehörte einer großen Firma an, deren Namen er nicht nennen möchte. Das wirkt in keinster Weise manipulativ oder unglaubwürdig, zumal ein Bild von Steve McKay eingebettet wurde, dass einen jungen, attraktiven, lächelnden Anzugträger zeigt.

Das Tolle hieran ist, ich kann das Bild mit dem Vertrauenserweckenden Dateinamen „man.jpg“ problemlos als Titelbild für diesen Artikel verwenden, denn rein zufällig findet es sich auch auf der Seite Shutterstock wieder – einer Plattform für Fotos die gegen einen kleinen Betrag von jedem für alles verwendet werden dürfen.

Schockierenderweise funktioniert die Masche von Bitcoin Code so gut, dass sie sogar noch um Ethereum Code erweitert wurde. Dies ließ in mir die Frage aufkommen, ob es nicht sinnvoll wäre, noch einmal die Grundlagen von Investments zu erläutern und woher das zusätzliche Geld kommt, welches uns diese bescheeren können.

Gleich vorweg: Natürlich gehe ich nicht davon aus, dass irgendein Geldheld auf so lächerliche Maschen wie Bitcoin Code hereinfällt, aber dennoch tut es uns als Investoren hin und wieder gut, die Grundlagen zu klären mit denen wir regelmäßig arbeiten. Und sei es nur, um aufdringliche Facebook-Marketer loszuwerden, die uns mit irgendwelchen Schneballsystemen auf die Nerven gehen.

Zu wissen, wie bei Investments Wert entsteht ist unbedingt notwendig, wenn wir eine Investment-Gelegenheit evaluieren. Der wohl bekannteste Investor weltweit – Warren Buffet – hat mehrfach dazu geraten, nur in das zu investieren, was man auch versteht. Und bevor wir uns mit einzelnen Werten auseinandersetzen, müssen wir das Konzept von Investments verstehen. Dieses sieht zusammengefasst wie folgt aus:

Wir investieren in einen Wert X mit dem Ziel, dass wir den Wert X + Gewinn Y zurückerhalten. Der Gewinn Y entsteht hierbei dadurch, dass wir den Wert X zu einer Zeit kaufen, in der er weniger Wert ist, als er es aller Vorraussicht nach in der Zukunft sein wird.

Nehmen wir zum Beispiel die Kryptowährung Ethereum:

Ethereum hatte noch vor 3 Jahren einen Stückpreis von 10 Euro. Schon damals ließ sich Ethereum nutzen um Tokens (also Platzhalter) für neue Kryptowährungen zu erstellen. Da Kryptowährungen einen wachsenden Trend darstellten, musste man nicht einmal auf Ethereum selbst vertrauen. Ether hatte einen Wettbewerbsvorteil, den andere Währungen nicht hatten, war die erste und einzige Kryptowährung ihrer Art und dennoch für einem Bruchteil des Bitcoins zu haben. Spätestens als ein Ether gegen Mitte 2017 noch immer lediglich 200€ Wert war, während der Bitcoin die 3000€ kratzte und zahlreiche weitere Kryptowährungen aufkamen, welche die Ethereum-Blockchain nutzten, lohnte es sich zu investieren. Nicht weil Ethereum im Trend stand, sondern weil die Ethereum-Blockchain mehr Möglichkeiten bot als Bitcoin, sich der Ether einen soliden zweiten Platz erkämpft hatte und genauso direkt mit Euro gekauft werden konnte wie Bitcoin.

Zusammengefasst machen wir mit Investments dann Gewinn, wenn wir etwas vorliegen haben, das zur Zeit unterschätzt wird und klare deutliche Wettbewerbsvorteile bietet, die beinahe auf den ersten Blick ersichtlich sind.

Wenn wir also eine Investment-Gelegenheit sehen, die offensiv für sich selbst werben muss, dann können wir uns zu 99% sicher sein, dass nichts dahinter steckt.

Wenn du erfahren möchtest, wie du zukünftig richtige Investments im Bereich der Kryptowährungen erkennst, dann sieh dir gerne diesen kostenlosen Grundlagenkurs an:

Kostenloser Kurs: Alles was du über Bitcoin und Co wissen musst!

Es handelt sich um einen Affiliate-Link. Ich stehe voll und ganz hinter dem, mit diesem verbundenen, Projekt und finanziere dadurch meine Arbeit. Wenn dir der Artikel also gefallen hat und du lernen willst wie du einfach und schnell in Kryptowährungen investierst, dann freue ich mich über deine Unterstützung. Wenn nicht, dann über deine Meinung und Verbesserungsvorschläge. Hab in jedem Fall noch einen schönen Tag! 🙂

Hinweis:

Ich hoffe, dir hat dieser Artikel weitergeholfen. Behalte bitte im Kopf, dass es sich hierbei um meine subjektive Wahrnehmung handelt und in keinster Weise um eine professionelle Anlageberatung. Investiere kein Geld, welches du nicht bereit bist auch zu verlieren.