Entspannt Geld anlegen - durch diese 3 Vorkehrungen...

In den Warenkorb damit und bestellt – so leicht kannst du eine Geldanlage heutzutage in dein Depot einfügen. Schnell ist die erste Aktie oder ein Stück vom Fonds geordert, und wenn der Kurs niedrig ist, kannst du doch mal so richtig zuschlagen – oder nicht?

Viele Käufer ärgern sich hinterher über schlechte Entscheidungen. Sie haben sich von den Meinungen und Halbwahrheiten anderer leiten lassen oder teure Produkte gekauft, die in einem Magazin empfohlen wurden. Dabei hätte schon ein bisschen Planung verlustbringende Erfahrungen verhindern können.

Du möchtest vorbereitet sein und hast keine Lust auf böse Überraschungen? Wir zeigen dir drei Vorkehrungen, die dir helfen, beim Thema „Geld anlegen“ gelassener zu bleiben.

Vorkehrung 1: Errechne den richtigen Sparbetrag

Erstaunlich selten wird dieser Schritt gemacht, obwohl er eigentlich so logisch klingt. Die meisten Sparer legen eine pauschale Summe fest, die sie manchmal wieder senken müssen, weil ihre Ausgaben doch höher sind, als sie erwartet haben.

Deutlich mehr Menschen bleiben allerdings unter ihrem Sparpotential, sie legen nur wenig Geld zur Seite und geben den Rest auf dem Girokonto aus. So dauert es für sie wesentlich länger, ihr Ziel zu erreichen, gerade wenn es um die finanzielle Sicherheit oder Freiheit geht.

Liste deshalb deine Kontoumsätze auf, welche Einnahmen hast du und welche Ausgaben kommen jeden Monat auf dich zu. Denke auch an jährliche Zahlungen, wie Versicherungen. Du kannst alles in einer Tabelle erfassen und so den Betrag berechnen, der am Ende übrigbleibt.

Je mehr du zur Seite legen kannst, desto schneller gelangst du an dein finanzielles Ziel und das sorgenfrei, denn du weißt jetzt, dass dein Sparbetrag genau auf deine Situation zugeschnitten ist.

Vorkehrung 2: Baue einen finanziellen Puffer auf

Sie kommt immer dann um die Ecke, wenn man sie am wenigsten gebrauchen kann: Die unerwartete Ausgabe. Autoschaden, Waschmaschine kaputt oder eine Steuernachzahlung, irgendwas ist immer. Jetzt brauchst du dein Geld und zwar schnell.

Das kann ganz schön teuer werden. Nicht nur die hohe Rechnung, sondern auch die Kosten, wenn du dein Geld zu einem ungünstigen Zeitpunkt aus deiner Anlage entnehmen musst. Sind die Kurse gerade niedrig, kann das zu einem echten Verlust führen!

Deshalb baue dir vorher einen finanziellen Puffer auf, einen Airbag zwischen den Rechnungen und deinem Ersparten. Je nach Sicherheitsbedürfnis kann die Höhe deines Puffers variieren, drei bis sechs Netto-Monatsgehälter sind schon mal ein guter Richtwert. Entscheidend ist, dass er kurzfristig angelegt und jederzeit sofort verfügbar ist.

Dafür eignet sich ein Tagesgeldkonto. Es ist kostenlos und du kannst zu jederzeit Geld auf dein Girokonto umbuchen, egal in welcher Höhe. Das ist auch sein Vorteil gegenüber einem Sparkonto, dort musst du drei Monate vorher angeben, dass du nach Ablauf mehr als 2000,00 Euro abheben möchtest. Zu wenig für eine große Reise oder im Schadenfall.

Damit dein Puffer stabil bleibt, ist es notwendig, dass er immer wieder aufgefüllt wird. Überweise deshalb einfach einen Teil des Sparbetrags per Dauerauftrag auf dein Tagesgeldkonto. So kannst du im Fall der Fälle entspannt bleiben und deine Anlagen ruhigen Gewissens im Depot liegen lassen.

Vorkehrung 3: Kenne die Risiken

Vor nicht allzu langer Zeit sprachen Experten noch davon, dass Banken und Länder nicht pleitegehen könnten. Dann überraschte sie der Untergang der Lehmann Brothers und spätestens seit dem Hin und Her mit Griechenland wissen wir alle: Nichts ist absolut sicher.

Deshalb ist es unerlässlich, dass du dich vor jedem Kauf mit deinem Produkt auseinandersetzt. Triff keine vorschnellen Entscheidungen und informiere dich umfassend. So kannst du am besten einschätzen, was für dich in Frage kommt und wovon du lieber die Finger lassen möchtest.

Hier zeigen wir dir ein paar der Risiken, die dir beim Geldanlegen begegnen können.

Das Emittentenrisiko

Ein Emittent ist der Herausgeber eines Produkts. Eine Bank kann zum Beispiel ein Emittent sein, wenn sie eine Anleihe herausgibt, die Kunden kaufen können. Ebenso ist eine Fondsgesellschaft ein Emittent, wenn sie einen Fonds anbietet.

Muss der Herausgeber eines Produkts Insolvenz anmelden, kann das angelegte Geld der Kunden oft nicht mehr zurückgezahlt werden. Im schlimmsten Fall siehst du dein Geld nie wieder.

Mittlerweile wurden mehrere Schutzmaßnahmen für Verbraucher eingeführt, die schlimme Verluste minimieren sollen. Dennoch gibt es keine Garantie, dass du dein Geld im Konkursfall vollständig zurückbekommst.

Das Kursrisiko

Wertpapiere können an der Börse zu einem bestimmten Preis gekauft und verkauft werden. Diesen Preis nennt man Kurs, er kann steigen, aber auch fallen. Der Kurs wird an jedem Werktag neu festgelegt. Wenn viele Menschen ein Wertpapier kaufen wollen, steigt auch der Preis.

Wollen die Kunden aber ihre Wertpapiere vermehrt verkaufen, fällt der Kurs. Verkaufst du beispielsweise deine Aktie und der Kurs steht gerade niedrig, kann es passieren, dass du weniger Geld zurückbekommst, als du zuvor für sie bezahlt hast.

Solange du nicht gezwungen bist, deine Aktie zu verkaufen, solltest du lieber noch ein bisschen Geduld aufbringen und auf einen besseren Kurs warten. Leider kann dir niemand versichern, wann oder ob ein Kurs wieder steigt. Eventuell bleibt der Kurs länger unter deinem Kaufpreis, als du warten kannst oder möchtest.

Als Kursrisiko bezeichnet man somit das Risiko, Geld zu verlieren, weil man seine Geldanlage zu einem niedrigeren Kurs verkauft, als man sie zuvor gekauft hat.

Weitere Risiken

Zinsen, Dividenden und Ausschüttungen können unter Umständen auch mal ausbleiben, ein sogenanntes „Dividenden-“ oder „Zinsrisiko“.

Ein „Währungsrisiko“ besteht, wenn Geldanlagen in einer anderen Währung ausgegeben werden. Hast du zum Beispiel einen Fonds gekauft, der in US-Dollar gehandelt wird, kann zwar der Kurs des Fonds hohe Werte erreichen, aber das Umtauschverhältnis vom Dollar zu Euro schlecht sein. Verkaufst du zu einem schlechten Umtauschkurs, kannst du Verlust machen. Deshalb ist es für Sparanfänger leichter, eine Geldanlage in der landeseigenen Währung auszusuchen, um dieses Risiko schon mal auszuschließen.

Wir wollen dir aber nicht den Mut nehmen, denn Geldanlagen bieten auch eine Menge Chancen und können dein Geld vermehren. Kenne das Risiko, aber lass dich deswegen nicht von deinem finanziellen Ziel abbringen.

Mach deine eigenen Erfahrungen

Niemand kann in die Zukunft schauen und dir sagen, was für dich das Beste sein wird. Du wirst tolle und auch mal weniger schöne Erfahrungen machen, vor allem aber wirst du viel lernen. Dein Wissen wird wachsen, mit jedem Schritt, den du dich zu gehen traust.

Thomas Edison war sich schon vor 100 Jahren sicher: „Es ist besser, unvollkommen anzufangen, als perfekt zu zögern.“

Und er muss es wissen.