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Bafög Rückzahlung- das müssen Sie als Student wissen

Wenn Sie sich als Student an einer deutschen Hochschule eingeschrieben haben und Sie, bzw. Ihre Eltern unter einem bestimmten Einkommen liegen, bietet Ihnen der Staat die Möglichkeit, Bafög zu beantragen. Damit soll sichergestellt werden, dass auch Personen mit schwachen finanziellen Mitteln eine Hochschule besuchen können. Dieses Geld wird Ihnen vom Staat sozusagen geliehen, beizeiten müssen Sie es zurückzahlen. Doch wie genau sieht es eigentlich mit der Bafög Rückzahlung aus?

Fakten zur Bafög Rückzahlung

Wer bis zum Jahr 2001 studierte, konnte im Unglücksfall wirklich Pech mit der Bafög Rückzahlung bekommen: schwindelerregende Summen bis zu 48.000 Mark und mehr waren möglich. Heutzutage wurde die Bafög Reform jedoch so geändert, dass „lediglich“ 10.000 Euro als Höchstsumme zurückgezahlt werden müssen. Das heißt, dass der Staat Ihnen gewissermaßen die Hälfte des Bafögs schenkt. Sobald die Förderungshöchstdauer Ihres Bafögs abgelaufen ist, wird sich das BVA (Bundesverwaltungsamt) etwa nach 4 ½ bei Ihnen per Post melden und Sie auf die Bafög Rückzahlung „vorbereiten“. Dies gilt auch dann, wenn Sie nach dem Bachelor beispielsweise einen Master hinten anhängen und weiterstudieren. Sollten Sie auch für den Master Bafög erhalten, fließt diese Summe mit in die Höchstsumme der 10.000 mit ein, Sie müssen also nicht „mehr“ an Bafög Rückzahlung leisten.

Wie erfolgt die Bafög Rückzahlung?

Die Bafög Rückzahlung erfolgt in vierteljährlichen Raten von 315 Euro, die Sie entweder per Überweisung an das BVA, bzw. die zuständige Bank überweisen. Sie können auch eine Einzugsermächtigung ausstellen, so dass Ihnen die Summe zum jeweiligen Zeitpunkt vom Konto abgebucht wird. Zudem haben Sie insgesamt 20 Jahre Zeit, um Ihre Bafög Rückzahlung abzuschließen.

Freistellung der Rückzahlung

Die Rückzahlung des Bafögs ist auch an Ihre finanzielle Situation gekoppelt. Sollten Sie also nicht die finanziellen Mittel aufbringen, um Ihre Bafög Schulden zurückzubezahlen, können Sie sich auf Antrag von den Schulden freistellen, bzw. die Raten aufschieben lassen. Verfügen Sie über weniger als ein Einkommen von monatlich 1.145 (August 2016), so können Sie sich vorerst befreien lassen, bis Sie mehr verdienen. Dies bedeutet jedoch nicht, dass Ihre Schulden aufgehoben sind, sie werden lediglich- in diesem Falle sogar um weitere 10 Jahre- nach hinten verschoben, so dass Sie 30 Jahre Zeit haben, Ihre Schulden zu begleichen. Haben Sie einen Ehepartner, erhöht sich die Einkommensgrenze um 570 Euro, für jedes Kind erhalten Sie einen Aufschlag von 520 Euro. Die Freistellung gilt immer für ein Jahr, Sie können sich auf der Seite des Bundesverwaltungsamtes entweder den Antrag herunterladen oder den Antrag dort direkt stellen. Vergessen Sie nicht, Einkommensnachweise, Nachweise vom Amt etc. mitzuschicken oder hochzuladen. Auch bei einer Behinderung können Sie auf Stundungen Ihrer Verpflichtungen hoffen, zudem Sie Ihren zusätzlichen steuerlichen Freibetrag (Einkommenssteuer) geltend machen können. Durch ihn erhebt sich auch der Freibetrag, unter dem Sie vorerst keine Raten zurückzahlen müssen.

Nachlässe und Teilerlässe

Wenn Sie einen Großteil Ihrer Schuld erlassen bekommen möchten, können Sie dies erreichen, indem Sie die Bafög Schulden entweder in der ganzen Summe oder in einer Teilsumme begleichen. Im Schreiben des BVA werden Sie auf diese Möglichkeiten hingewiesen. So erhalten Sie beispielsweise einen Nachlass Ihrer Schulden von 30% und mehr. Selbst vermeintlich „kleinere“ Summen können dabei schon eine Rolle spielen. Zahlen Sie von 10.000 Euro Bafög Schulden direkt 5.000 Euro zurück, können Sie einen Nachlass von 4.075 Euro erreichen. Diesen Nachlass erhalten Sie nur, wenn Sie zur allerersten Rate diese Summe direkt bezahlen.

Kann auf eine andere Art und Weise ein Teilerlass gewährt werden?

Bis zum Jahr 2008 konnte man auf Grund von Kindererziehung einen Teilerlass geltend machen, allerdings gelten diese Regelungen zum heutigen Standpunkt nicht mehr. Bis zum Jahr 2012 gab es zudem die Regelung, dass Teile der Bafög Schulden erlassen werden, wenn zum Beispiel sehr gute Noten oder ein besonders schneller Studienabschluss erfolgten. Auch diese Regelungen gelten heute nicht mehr.

Bank und Staatsdarlehen

Haben Sie von der KFW Bank ein Bankdarlehen zur Abschlussförderung erhalten, muss dieses noch vor dem Staatsdarlehen zurückgezahlt werden. Hier stimmen sich die KFW und das BVA jedoch ab. Die weiteren Modalitäten und Rückzahlungen können Sie auf den Seiten der KFW oder des BVA einsehen. Insgesamt kann sich die Rückzahlungsdauer von beiden Schuldlasten auf 22 Jahre verlängern.

Fazit

Wie Sie sehen, sind die Rückzahlmodalitäten des Bafögs durchaus fair geregelt, so dass Sie zum Beispiel fünf Jahre „Pufferzeit“ haben, ehe Sie mit der Rückzahlung beginnen müssen. Zudem sind die monatlichen/vierteljährlichen Raten durchaus überschaubar, sollten Sie den Zahlungen nicht nachkommen können, können Sie beim BVA einen Stundungsantrag stellen. Zudem haben Sie 20 Jahre und mehr Zeit, Ihre Schulden zu begleichen. Ein zusätzliches Geschenk macht Ihnen der Staat, indem er Ihnen die Hälfte der eigentlichen Summe erlässt und diese sogar auf „nur“ 10.000 Euro deckelt. Finanzielle Sorgen oder Ängste vor Schulden sollten Sie somit nicht abhalten, Ihr Studium zu beginnen, obwohl Sie von selbst nicht die finanziellen Mittel dazu hätten.