In diesen Zeiten stellen sich selbst einfache Menschen hin und wieder die unangenehme Frage: Was passiert, wenn der Euro kaputt geht? Zwar hat die Politik ihn bei seiner Bargeld Einführung im Jahr 2002 als unsinkbares Schiff verkauft. Allerdings haben andere Politiker und Führungskräfte das Gleiche von der Titanic behauptet, die nicht einmal ihre Jungfernfahrt überdauert hat. Ähnlich geht es nun dem Euro, denn die Eurokrise begann bereits im Jahr 2008 und die Schuldenkrise ist seitdem so aktuell wie nie zuvor. Die Schuldenuhr tickt munter vor sich hin, während Politiker, Banken und Währungs- und Finanzexperten ihre eigenen Interessen durchsetzen.

Kann der Euro zusammenbrechen?

Was bei seiner Planung niemand für unmöglich gehalten hat, wird inzwischen von zahlreichen Finanz- und Wirtschaftsexperten als reales Szenario angesehen. Durch die teilweise maßlose Überschuldung einiger Mitgliedsstaaten ist ein Zusammenbruch des Euros mehr eine Frage der Zeit als eine Frage der Möglichkeit. Allen voran stehen Länder wie Italien, Frankreich oder Spanien, die so horrende Schulden aufgebaut haben, dass sie sie praktisch gar nicht mehr tilgen können. Zwar gehört auch Deutschland zu den größten Schuldnern in der EU, aber der ausgeglichene Haushalt sorgt zurzeit für einen geringen Schuldenabtrag. Allerdings gibt es nur von Deutschland, Zypern, Litauen und Slowenien einen Schuldenabbau. Alle anderen Staaten verschulden sich von Minute zu Minute höher und häufen einen Schuldenberg in der EU an, der sich kaum mehr abtragen lässt.

Wie entstand diese Schuldenkrise?

Als in den USA die Immobilienblase platzte, die das Land fast in den Abgrund riss, zeigten sich die Schwächen des Bankensystems in Europa. Vorrangig die Staaten am Mittelmeer wiesen schwache, stark überschuldete Bankensysteme auf. Dies deutete bereits auf einen schnellen Zusammenbruch des Euros hin. Zwar wurde der endgültige Zusammenbruch durch die sogenannten Euro Rettungsschirme aufgehalten. Aber die dadurch angehäuften Schulden können selbst starke und leistungsfähige Volkswirtschaften kaum verkraften. Es gibt inzwischen viele verschiedene Meinungen, wann ein Euro Crash am wahrscheinlichsten ist. Dabei hängt der Zeitpunkt jedoch ganz von der politischen Ausrichtung und der Nationalität des jeweiligen Experten ab, was wiederum den Schluss zulässt, dass diese Aussagen politisch beeinflusst werden. Als wahrscheinlich gilt die schwache und stark verschuldete Volkswirtschaft in Italien als ernst zunehmender Auslöser für die nächste Eurokrise.

Wie wahrscheinlich ist Euro Crash?

Hier gibt es sehr große Meinungsunterschiede, die auch wieder teilweise von der politischen Ausrichtung wie auch von der jeweiligen Nationalität abhängen. Trotzdem sollte dabei nicht vergessen werden, dass der Euro zwar von vielen Ländern getragen wird. Allerdings ist er auch ein ebenso komplexes Konzept wie es Europa selbst ist. Die Europäische Union hat sich seit etlichen Jahrzehnten als recht stabiles Konstrukt erwiesen, das auch Krisen erfolgreich bestehen konnten. Ähnlich reagiert der Euro trotz der rasant voran schreitenden Schuldenuhr. Er erweist sich zum Teil als anfällig für Wind und im gleichen Atemzug zeigt er sich wieder sturmerprobt. Ähnlich wie bei der politischen Union gibt es auch beim Euro viele Gründe, die für ihn sprechen, wie es auch viele Gründe gibt, die gegen ihn gerichtet sind.

Der Euro ist mehr als eine Währung

Der Euro ist für viele Menschen nicht nur eine Währung, mit der sie bezahlen können. Er verkörpert im Grunde auch die Europäische Idee mit ihren zollfreien Grenzen und der wirtschaftlichen Freizügigkeit, die darin herrscht. Ob der Euro wirklich einmal für Tod erklärt wird, wird hauptsächlich daran liegen, wie stark die Bemühungen sein werden, ihn in einem neuen Krisenfall am Leben zu erhalten. Sollten einige der Staaten wie Ratten ein sinkendes Schiff die Eurozone wirklich verlassen wollen, weil sie sich als Einzelkämpfer für erfolgreicher halten, kann dies die Währungseinheit Euro stark schwächen. Allerdings sind die Länder, die die Eurozone verlassen wollen, einige von den Staaten, die besonders hoch verschuldet sind. Wie sich ein solcher Austritt negativ auswirken kann, zeigt sich gerade bei den Briten, die unbedingt die Europäische Union verlassen wollen. In diesem Fall sehen die meisten Experten einen starken Einbruch der britischen Ökonomie, der bis zu 10 Prozent des Bruttoinlandsproduktes betragen kann.

Was passiert, wenn der Euro wegfällt?

Es gibt eine Studie der Bank of America mit dem Titel ‚The day after the Euro‘, die gedanklich das Szenario eines Eurocrashs durchspielt. Der Autor Athanasions Vamvakidis geht beispielsweise davon aus, dass die neue D-Mark gegenüber dem Euro aufgewertet werden muss. Dabei ist er auch der Fragen nachgegangen, inwieweit die alten, wieder eingeführten Währungen gegenüber den anderen Währung auf- oder abgewertet werden müssen. Dafür möchte Vamvakidis die allseits bekannte CGER-Methoden einsetzen. Diese dient den Banken oder Finanzinstituten dazu, die unterschiedlichen Stärken der einzelnen Volkswirtschaften zu benennen und in ein entsprechendes Verhältnis zueinander zu setzen.

Im Falle der D-Mark käme es dabei zu einer Aufwertung von mindestens 15 Prozent gegen über dem Vorgänger, dem Euro. Jedoch ist da noch viel Luft nach oben, der Wert der deutschen Währung könnte noch weiter steigen. Dagegen müssten andere Währungen wie der Französische Franc oder die Italienische Lira um etliche Prozente abgesenkt werden. Viele Experten fordern dafür mindestens eine Wert zwischen 5 und 7, 5 Prozent. Aber auch in anderen Staaten würde es kriseln und daher kämen ihre eigenen Währungen vermutlich ins Trudeln.

Was würde sonst bei einem Eurocrash passieren

Ein solches Ereignis würde einem dramatischen Erdbeben gleich kommen, denn vermutlich würde innerhalb kurzer Zeit alles auf dem Kopf stehen. Ein Crashkurs des Euros würde die Europäische Union in Höhe der Kosten von bis zu 2 Billion Dollar belasten und jeder Staatshaushalt kann sich dadurch fast oder ganz ruinieren. Bei vielen Staaten würde nur noch ein Internationaler Schuldenschritt eine Lösung darstellen. Allerdings sehen die meisten Experten, dass die Länder sich davon langfristig erholen können und es sogar den hochverschuldeten Mittelmeer-Staaten die Möglichkeit gäbe, sich von den vorigen Felgenschäden einer wechselhaften Politik zu lösen.

Bei einer massiven Eurokrise, die auch zum Crash der Währung führt, gibt es einige unterschiedliche Meinungen oder Vorhersagen, was dann passieren würde. Dabei sind nationale und internationale Unruhen überaus wahrscheinlich und dürfte auf jeden Fall zu einer kurz- oder mittelfristige Phase von Anarchie kommen. Das Einschreiten von Polizei wie auch dem Militär erscheint als wahrscheinlich, um die öffentliche Ordnung wieder herzustellen.

Es gibt allerdings auch eine Vision, bei der es zu einem kontrollieren Ausstieg aus dem Euro kommt. Dann müssten die einzelnen Staaten so schnell wie möglich 'neues Bargeld‘ oder die ‚alten Währungen‘ wieder in Umlauf bringen. Allerdings würde es in der Zwischenzeit zumindest eine Bargeldknappheit, vermutlich sogar einen kompletten Ausfall der Versorgung mit Bargeld geben. Die Bankautomaten würden solange stillgelegt und die Versorgung unterbrochen. Das liegt nicht nur daran, dass keine gedruckten Bargeldreserven vorhanden wären, sondern es würde an den digitalen Bearbeitungssystemen fehlen. Denn auch diese müssten komplett auf die neue Währung und einen Währungsumtausch eingestellt werden. Beim Euro hat diese Vorlaufzeit 2 Jahre gedauert. Zudem müssten sämtliche Verträge, die in Euro aufgesetzt worden sind, mit der neuen Währung erneut ausgefertigt oder zumindest umformuliert werden.

Ist die D-Mark wirklich der Heilsbringer gegenüber dem Euro?

‚Zu D-Mark Zeiten war alles besser‘, behaupten viele Euro Skeptiker und wünschen sich die alten Währungen zurück. Allerdings scheint sich hier mehr ein subjektives Gefühl in den Vordergrund zu drängen, dass die finanziellen Möglichkeiten aufgrund nostalgischer Erinnerungen in ein Licht rückt, das nur der Fantasie entspricht. Ob diese Erinnerungen den Fakten standhalten würden, müsste eine umfangreiche Recherche ergeben. Jedoch ist der Euro in Deutschland durchaus ein Erfolgsmodell, was allerdings auch auf die D-Mark zutraf. Schließlich sind die Deutschen jedes Jahr das Land, mit dem größten Handelsüberschuss.

Wie kann ich mich auf den Euro Crash vorbereiten?

Wer einen Euro Crash in absehbarer Zeit für möglich hält, sollte sich unbedingt auf dieses Szenario vorbereiten. Die Schuldenuhr tickt ungehindert weiter und schließlich möchte niemand bei der Explosion vor dem Scherbenhaufen stehen. Darum sollten sich die Menschen jetzt schon ihre Gedanken machen, ihre Vermögenswerte entsprechend abzusichern. Dafür gibt es verschiedene Wege und es gibt ja nicht nur die Eurokrise, sondern die USA haben mit ihrer Immobilienblase immerhin eine weltweite Finanzkrise ausgelöst. Daher ist eine Sicherung des eigenen Vermögens auf jeden Fall ratsam. Eine breite Streuung der Vermögenswerte ist immer am Sinnvollsten.

Fremdwährungen als Sicherheit kaufen

Bei der Aufsplittung der Vermögenswerte ist es immer wichtig, sich durch den Kauf von verschiedenen Währungen die Optionen offen zu halten. Dabei geht es um die Währung Schweizer Franken, Kanadische Dollar oder US-Dollar. Andere Währungen sind nicht empfehlenswert, da sie zu krisenanfällig erscheinen. Das trifft zwar auch auf US-Dollar zu. Allerdings gilt er als die mächtigste Währung weltweit und ist zudem stark verbreitet. Alle Währungen sollten auf einem sogenannten Währungskonto bei der Bank gelagert werden. Wer den Banken überhaupt nicht vertraut, kann sie allerdings als Bargeld selbst aufbewahren. Wichtig ist die Auswahl der stabilen Währungen und der Schweizer Franken gilt jedenfalls als eine der stabilsten Währungen der Welt.

Der kanadische Dollar ist sowohl vom US-Dollar unabhängig wie auch vom Britischen Pfund, das gerade durch den Brexit stark vom möglichen Wertverlust bedroht ist. Solche Bargeld Reserven sind vor allem für solche Fälle wichtig, in denen ein Zusammenbruch des Euros dazu führt, dass die einzelnen Staaten keine Bargeldreserven ausgeben können. Bei einer großen Bargeldknappheit können solche finanziellen Reserven eine große Hilfe darstellen. Das Problem mit Bargeldreserven ist jedoch, dass sie keine Zinsen einbringen oder sonst irgendwie der Kapitalvermehrung dienen können, solange es keine Eurokrise gibt.

Vermögenswerte in Edelmetallen anlegen

Wer über ein gewisses Vermögen verfügt oder sich ein Vermögen erwerben kann, sollte zumindest einen annehmbaren Teil davon in Edelmetallen wie Gold oder Diamanten anlegen. Damit sind keine Spekulationen über den Handel mit Edelmetallen gemeint, sondern der physische Erwerb von Krügerrand Münzen oder Goldbarren. Zwar befindet sich der Goldpreis derzeit auf einem Hoch, jedoch erwarten die Experten in nächster Zeit keinen Einbruch des Goldpreises. Die vorhandene Goldproduktion deckt nicht den tatsächlichen Bedarf. Ähnlich sieht es mit Diamanten aus. Auch hier gibt es einen größeren Bedarf, als die vorhandenen Diamant Minen in Südafrika hergeben können, die zudem als zum größten Teil ausgebeutet gelten.

Diese Geldanlage ist immer empfehlenswert, da sowohl Gold wie auch Diamanten trotz jeder Krise ihren Wert behalten. Zudem sind gelten sie als gute Geldanlage, da sich der Wert der Investition von Jahr zu Jahr meist leicht steigert. Nicht ganz so zuverlässig, aber ebenso attraktiv sind Käufe von Unternehmensanteilen. Zwar kann ein Unternehmen in Krisenzeiten bankrott gehen. Jedoch sind etliche Firmen weltweit so fest vernetzt, dass sie praktisch unzerstörbar sind. Derartige Firmenanteile behalten also auch langfristig und unter schwierigen Umständen ihren Wert, was sie ebenfalls zu lukrativen Vermögenswerten macht.

Immobilien für die Krise kaufen

Immobilien gehören meist zu den ersten größeren Investitionen eines Menschen, sobald er sich einige Vermögenswerte beschaffen konnte. Eigentumswohnungen wie auch Häuser gelten als sichere Investition, die im Regelfall den Wert behalten, bestenfalls sogar ihren Wert erheblich steigern können. Ein Teil des Vermögens sollte unbedingt in Häusern investiert werden, um selbst in anarchischen Szenarien über einen eigenen Wohnraum zu verfügen. Zudem eignen sie sich auch hervorragend als wirksame Vermögensbilder, wenn sie vermietet werden können. Der Immobilienkauf kann unter Umständen sogar steuerlich gefördert werden, was ihn noch lukrativer macht, um ihn als Sicherheit für eine kommende Schuldenkrise nutzen zu können.

Sollte der Euro tatsächlich seinen Wert verlieren, bleibt der Wert von Immobilien komplett erhalten und wird nur in eine andere Währung umgerechnet. Dafür müssen nur die vorhandenen Verträge eventuell umformuliert werden. Immobilien gelten traditionell als hervorragend für eine Geldanlage geeignet, da sie einen sachbeständigen Wert darstellen, der leicht zu kalkulieren ist und über viele Jahrzehnte erhalten bleiben kann. Zudem können sie sowohl privat genutzt wie auch vermietet werden, um sich so ein zusätzliches Einkommen zu ermöglichen. Allerdings kann unter bestimmten Umständen auch eine Immobilie an Wert verlieren, weshalb ein Fachmann beim Kauf anwesend sein sollte.

Geldcoach Marco

Über den Autor: Meine Leidenschaft ist es als Geldcoach Menschen dabei zu helfen sich aus dem Hamsterrad zu befreien. Eine Beratungsession mit mir kannst du hier buchen: https://geldcoach.org/