Jahresreflexion - 3 Methoden für Rückblick und Zielplanung

Jahresreflexion – 3 Methoden für Rückblick und Zielplanung

Ja, es ist wieder so weit. Zeit das Jahr Revue passieren zu lassen. Neben schockierenden, ernüchternden und enttäuschenden Ereignissen, hatten die letzten 365 Tage viel Gutes zu bieten.

Ich möchte dir in diesem Beitrag 3 Methoden an die Hand geben, wie du deine Jahresreflexion gestalten kannst. Dabei wollen wir nicht nur einen Blick zurückwerfen, sondern direkt die Zielplanung für das nächste Jahr angehen. Bist du bereit? Dann lass uns loslegen!

5 gute Gründe dein Jahr zu reflektieren

Aus Fehlern lernen

Bei niemandem von uns läuft immer alles nach Plan. Schaust du zurück auf das vergangene Jahr, wird dir sicherlich auch die eine oder andere Situation unterkommen, bei der du denkst, das hätte definitiv anders laufen müssen.

Wichtig ist: Du sollst dich nicht für die Vergangenheit geißeln, sondern die Geschehnisse so objektiv wie möglich betrachten. 

Du durftest zahlreiche Erfahrungen sammeln und hast herausgefunden, was nicht (für dich) funktioniert. Mit diesem Mindset gibst du dir selbst die Möglichkeit herauszufinden, wie du es beim nächsten mal besser/anders machen kannst. 

Erfolge feiern

Unser Gehirn ist darauf getrimmt, sich vor allem auf die negativen Erlebnisse zu konzentrieren, um so schneller in potenziellen Gefahrensituationen reagieren zu können.

Deshalb ist es umso wichtiger, dass du dich bei deiner Jahresreflexion bewusst ebenso auf die positiven Geschehnisse und deine Erfolge konzentrierst. Dabei kannst du dir ruhig mal auf die Schulter klopfen.

Ballast abwerfen

Die Rückschau in die Vergangenheit kann dir dabei helfen, endlich mit Altem abzuschließen. Denk dich ein letztes Mal in die Begebenheiten hinein, schreib sie auf und dann lass sie ein für alle Mal los. Es bringt nichts sich immer wieder unangenehme oder vermeintlich falsche Handlungen ins Gedächtnis zu rufen. 

Unser neuronales System baut auch dafür Trampelpfade, die irgendwann zu schnellen Autobahnen heranreifen.

Du denkst an etwas Bestimmtes und ehe du dich versiehst, löst du damit eine Kette aus Gefühlen und Handlungen aus, die wiederum zu entsprechenden Ergebnissen führen.

Im ungünstigsten Fall wiederholst du damit immer wieder die gleichen Verhaltensmuster. Zieh deine Lehren daraus und weg mit dem alten Gedanken-Ballast.

Warum Jahresreflexion machen? Ballast abwerfen

Zur Ruhe kommen

Die Jahresreflexion ist besonders im Dezember eine schöne Gelegenheit, um sich mal Zeit für sich zu nehmen. Im hektischen Alltag kommen Achtsamkeit und Selbstbesinnung viel zu kurz.

Du kannst diese Übungen für dich zu einem festen, jährlichen Ritual machen, für das du dir explizit Me Time einräumst. Alles andere hat dann kurz mal Pause. 

Pläne für das kommende Jahr schmieden

Das Beste an sowohl „Fehlern“ als auch Erfolgen ist, dass du dadurch herausfindest, was du möchtest und was nicht. Das gibt dir Anhaltspunkte, um für die Zukunft zu planen:

Bei welchen Projekten möchtest du weiter voranschreiten? Was möchtest du lieber hinter dir lassen? Wo willst du dich weiterentwickeln?

Nach einem intensiven Rückblick gehst du in die spannende Phase, deine Ziele für das nächste zu setzen. Denn: „Wer nicht weiß, wohin er will, darf sich nicht wundern, wenn er ganz woanders ankommt.“ – Mark Twain   

Methode 1: Year in / Year out

Bei dieser Übung geht es darum, zunächst das vergangene Jahr von außen nach innen zu betrachten. Das kommende Jahr wird dann genau andersherum, also von innen nach außen durchgearbeitet.

Am besten nimmst du dir dafür ein großes Blatt Papier und skizzierst darauf drei Kreise. Die vier daraus entstehenden Bereiche kannst du nun von außen nach innen befüllen, indem du dir folgende Fragen beantwortest:

vergangenes Jahr (von außen nach innen):

Jahresreflexion Methode Year in Year out , vergangenes Jahr
  • Feld 1: Was ist in der Welt geschehen, das mich berührt hat (politische, pandemische, ökologische Ereignisse etc.)? 
  • Feld 2: Was ist in meinem eigenen Leben passiert (Urlaube, Todesfälle, Jobwechsel, Hochzeit, Umzug, Reisen, Beförderung etc.)?
  • Feld 3: Wie habe ich mich dabei gefühlt? Was haben diese Ereignisse mit mir gemacht? (traurig, motiviert, ängstlich, überwältigt, unsicher, begeistert, dynamisch, vergnügt etc.)
  • Feld 4: Was ist die Essenz des vergangenen Jahres? (Hierbei geht es um ein paar Wörter oder einen kurzen Satz, der das Jahr für dich zusammenfasst.  z. B.: Ich habe den Samen gesät. / Was dich nicht umbringt, macht dich stärker. / Ich kann jede Herausforderung meistern. / Haken hinter, weitermachen. / etc.)

kommendes Jahr (von innen nach außen):

Jahresreflexion Methode Year in Year out , kommendes Jahr

Entweder drehst du dein Blatt Papier nun um oder nimmst dir ein neues und zeichnest wiederum drei Kreise darauf.

Jetzt geht um die Planung für das kommende Jahr. Dazu stellst du dir folgende Fragen und notierst die jeweiligen Antworten von innen nach außen auf deinem Blatt:

  • Feld 1: Wie lautet mein Motto für das kommende Jahr? (Notiere einen prägnanten Satz, wie zum Beispiel: “Ich werde meine Saat zum Wachsen bringen.” / “Ich kann alles schaffen.” / “Mut wird belohnt.” / “Ich erschaffe mir meinen Traumjob.”)
  • Feld 2: Wie möchte ich mich im nächsten Jahr fühlen? (z. B.: unaufhaltsam, erfüllt, geliebt, kribbeln bis in die Fingerspitzen, diszipliniert, fleißig, strukturiert, erfolgreich, mutig, selbstbewusst, überzeugend,…)
  • Feld 3: Was muss ich im nächsten Jahr dafür tun, um mich genau so zu fühlen? Was muss in meinem Leben geschehen? 

Ergänzung zu Punkt 3: In diesem Punkt geht es darum, bereits konkrete Ziele nach der SMART-Formel (spezifisch, messbar, attraktiv, realistisch, terminiert) festzulegen. “Ich bekomme eine Gehaltserhöhung.” ist demnach kein konkretes Ziel. Es müsste daher lauten: “Ich verdiene jetzt xy und werde zum 01.03.22 eine Gehaltserhöhung um 10 Prozent erhalten.”

Weitere Beispiele:

“Ich wiege derzeit xxkg und werde bis zum 31.12.22 xxkg abnehmen, indem ich mich gesund ernähre, keine Süßigkeiten esse und drei Mal die Woche Kraftsport betreibe.”

“Ich spare derzeit xx EURO pro Monat und werde meine Sparsumme um 20 Prozent erhöhen, indem ich mir zwei weitere Einkommensquellen mit x und y aufbaue.”

“Ich treffe/telefoniere derzeit nur 1 x in der Woche mit meiner besten Freundin / meinem besten Freund. Um den Kontakt zu intensivieren, werde ich mindestens zweimal in der Woche anrufen.” 

Hier findest du nochmal eine andere Herangehensweise zur Definition von Zielen:

  • Feld 4: Welchen Mehrwert möchtest du der Welt zurückgeben? (Wie möchtest du, dass andere sich durch dich und deine Handlungen fühlen? Wo kannst du anderen weiterhelfen? Womit kannst du das Leben anderer verbessern? z.B.:

“Ich werde 10 Prozent meines Gehaltes an eine Organisation spenden.” “Ich werde zweimal in der Woche meiner Oma bei ihren Einkäufen helfen.” “Ich möchte Frauen dazu verhelfen, ihre Finanzen selbst in die Hand zu nehmen.”)

Methode 2: die Timeline

Für diese Übung nimmst du dir am besten ein großes DIN A4 Blatt und zeichnest darauf einen Zeitstrahl für das vergangene Jahr. Setze dir zusätzlich Markierung für jeden Monat von Januar bis Dezember.

Nun kannst du zu jedem Abschnitt, sowohl positive als auch negative Ereignisse notieren. 

Versuche zunächst, diese aus deinem Gedächtnis heraus zu rekonstruieren. Später kannst du deinen Kalender hinzuziehen.

Eine gute Stütze können die Fotos auf deinem Smartphone sein. Diese sind meist nach Datum sortiert und helfen dir so dabei dich an bestimmte Erlebnisse zu erinnern.

Ziel der Timeline ist es, zu reflektieren, was dir im vergangenen Jahr besonders gut gelungen ist, wo du dich weiterentwickelt hast, was du lernen konntest und in welchen Bereichen du im kommenden Jahr weiter voranschreiten willst. 

Methode 3 für deine Jahresreflexion: das Lebensrad

Das Lebensrad, auch Wheel of Life kannst du nicht nur für deinen Jahresrückblick verwenden, sondern regelmäßig zurate ziehen, wenn du deine Ziele überprüfen möchtest.

Es hilft dir dabei, herauszufinden, in welchen Bereichen deines Lebens Defizite entstanden sind, auf die du einen größeren Fokus legen solltest.

Das Lebensrad besteht aus sechs bis acht Bereichen:

  1. Gesundheit / Körper / Fitness

Achtest du auf deine Gesundheit? Ernährst du dich ausgewogen? Wie steht es um dein Energielevel? Fühlst du dich mental und körperlich fit? Hast du einen ausgewogenen Schlafrhythmus?

  1. Beruf / Berufung / Karriere

Bist du mit deiner Anstellung zufrieden? Wie ist die Beziehung zu deinen Kollegen und deinem/r Chef:in? Ist das der richtige Beruf für dich? Möchtest du anstatt angestellt, lieber selbständig tätig sein und online Geld verdienen?

Lebensrad Beruf und Karriere
  1. Finanzen

Ist dein Bankkonto prall gefüllt? Bist du zufrieden mit deiner Anlagestrategie und deinen Sparquoten? Gehst du zu verschwenderisch mit deinem Geld um? Hast du das Gefühl, nie Geld zu haben und dir nichts leisten zu können? Wie wichtig ist dir finanzieller und materieller Reichtum? 

  1. Freunde / soziale Kontakte

Mit welchen Menschen umgibst du dich? Hast du das Gefühl deine Freunde sind eine Bereicherung oder ziehen diese dich oft runter? Möchtest du mehr Menschen in dein Leben ziehen, die die gleichen Ziele und Werte haben, wie du?

  1. Partnerschaft / Beziehung

Bist du in einer glücklichen Beziehung? Oder läuft es gerade nicht so? Bist du Single und würdest das gern ändern? Hast du das Gefühl immer an den falschen Partner zu geraten?

  1. Familie

Wie viel Zeit verbringst du mit deiner Familie? Seht oder telefoniert ihr häufig? Bist du mit der Verbindung zu Eltern, Geschwistern, Verwandten zufrieden?

  1. Vision / Persönlichkeitsentwicklung / Selbstverwirklichung

Was tust du, um dich persönlich weiterzuentwickeln und zu wachsen? Welche Veränderungen nimmst du vor, um ein “besseres Ich” zu werden und dein volles Potenzial zu erreichen? Bildest du dich regelmäßig mit Büchern, Seminaren, Online-Kursen, Podcasts etc. weiter?  

Jahresreflexion Methode Lebensrad

Bewerte nun den Zufriedenheitsgrad deiner acht Bereiche auf einer Skala von eins bis zehn und trage diese entsprechend in dein Lebensrad ein. Was lief im letzten Jahr besonders gut? Worauf möchtest du im nächsten Jahr einen größeren Fokus legen? Wo möchtest du dich verbessern?

Daran knüpfen direkt die Ziele für das kommende Jahr an. Definiere nun anschließend die Maßnahmen, die du ergreifen wirst, um die jeweiligen Ziele zu erreichen.

Hast du bereits deine Jahresreflexion durchgeführt? In welchen Bereichen möchtest du dich im nächsten Jahr verbessern? Welche Ziele hast du? Schreib es uns gern in die Kommentare!

P.S. Was erwartet dich jedoch im nächsten Jahr? Was könnte 2022 die Finanzwelt erschüttern? Das erfährst du in unsrem Artikel “Finanztrends 2022”.

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