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Früh Umgang mit Geld lernen: Kinder und Finanzen

8.395 EURO Schulden – das ist laut statistischem Bundesamt, die Geldsumme, mit der 20 bis 25-Jährige in Deutschland in den Miesen stehen. Hauptsächlich verursacht durch unwirtschaftliche Haushaltsführung.

Oft sind das neue iPhone, die PlayStation oder die schicke Designerhandtasche zu verlockend. Verzicht zu üben fällt immer schwerer. Daher ist es besonders wichtig bereits frühzeitig finanzielle Bildung zu vermitteln.

Schon die Kleinsten können den Umgang mit Geld lernen. Kinder sind besonders aufnahmefähig und empfänglich für die richtigen Botschaften, die letztendlich die Weichen für eine Zukunft mit Vermögen statt Schulden stellen.

Doch welche Maßnahmen kann man ergreifen und wie vermittelt man am besten welche Werte? Das wollen wir uns gemeinsam in diesem Blogbeitrag anschauen!

Sei ein Vorbild

„Wir brauchen unsere Kinder nicht erziehen, sie machen uns sowieso alles nach.“ Karl Valentin. In diesem Zitat steckt viel Wahres. Schaut man sich einmal an, wie unsere Kinder lernen die ersten Worte zu sagen oder eine Gabel zu halten, wird schnell klar, dass dies durch Nachahmung geschieht.

Doch wie die für die Entwicklung eines Kindes wünschenswerten Eigenschaften, kann der Nachwuchs genauso Wesenszüge imitieren, die wir lieber nicht sehen wollen.

Ständiges Hantieren mit dem Smartphone, die Zigarette auf dem Nachhauseweg von der Kita, genervtes Raunzen während der Autofahrt – all das sind Tätigkeiten, die, der eine mehr der andere weniger, im Alltag ständig ausübt.

schlechte Angewohnheiten im Alltag

Wir vermitteln damit ein beispielhaftes Verhalten für die entsprechende Situation. Wiederholt sich dieses Verhalten wird es beobachtet und erlernt. Genauso verhält es sich mit deinen Finanzen. Den Umgang mit Geld lernen Kinder am ehesten durch das Spiegeln deiner Handlungen.

Schaffe eine Basis – die richtigen Glaubenssätze

Zunächst solltest du also den Blick auf dich selbst richten. Eine gute Beziehung zu Geld fängt schon mit deinem Mindset, deiner Einstellung zu deiner Finanzlage an.

Fallen bei euch zu Hause Sätze, wie:

„Das letzte Hemd hat keine Taschen.“

„Reiche Menschen nehmen anderen etwas weg.“

„Geld wächst nicht auf Bäumen.“

„Über Geld spricht man nicht.“

Auch du hast diese Glaubenssätze einmal von deinen Eltern, aus den Medien oder deinen Freunden übernommen. Glaubenssätze bestimmen unsere Realität und wie wir die Welt wahrnehmen.

Es ist zwar möglich diese vermeintlichen Wahrheiten später noch einmal zu verändern, dazu gehören jedoch viel Übung und Durchhaltevermögen.

Du kannst also jetzt schon mit den richtigen Aussagen einen soliden Grundstein für die finanzielle Bildung deines Kindes legen, indem du ihm das richtige Money-Mindset zeigst.   

Glaubenssätze, die du deinem Kind mitgeben kannst:

„Mit viel Geld kann ich viel Gutes tun.“

„Es ist gut für mich und meine Familie viel Geld zu haben.“

„Geld gibt mir viele Möglichkeiten.“

„Ich verdiene viel Geld mit den Dingen, die ich gerne tue.“

„Ich bin es wert, dass man mich angemessen bezahlt.“

„Ich bewundere Menschen, die viel Geld haben.“

Beobachte dich als Elternteil selbst genau und überprüfe, wie du über das Thema Geld denkst und sprichst. Lasse diese positiven Botschaften für dich selbst und deine Kinder zur Realität werden.

Den Umgang mit Geld lernen Kinder mit dem Taschengeld

In erster Linie dient das Taschengeld nicht dazu das Kind mit allen nötigen finanziellen Mitteln zu versorgen, sondern ihm erste Berührungspunkte mit Geld zu ermöglichen.

So kann das Kind lernen, dass Geld nur zu einem bestimmten Zeitpunkt in einer bestimmten Höhe ausgezahlt wird, dass wenn etwas davon ausgegeben wird, weniger für anderes übrig bleibt. Das Sparen für längerfristige Ziele kann so gefördert werden.

Zudem gibt das Taschengeld ein Gefühl dafür, ob etwas, gemessen am eigenen „Einkommen“ viel oder wenig kostet.

Ab wann kann wie viel Taschengeld ausgezahlt werden?

Den Umgang mit Geld lernen Kinder am besten so früh wie möglich. Daher ist es denkbar bereits vor oder mit Beginn der Grundschule ein kleines Taschengeld auszuzahlen. Die Beträge müssen dabei nicht immens hoch sein.

1 EURO pro Woche beispielsweise kann ein guter Anfang sein, um den Nachwuchs an sein erstes eigenes Geld heranzuführen.

Mit steigendem Alter kann dann der Betrag des Taschengeldes erhöht und die Auszahlung auf Monatsbasis stattfinden. So könnte zum Beispiel ab dem 10. Lebensjahr eine Umstellung von wöchentlich auf monatlich erfolgen.

Ein Richtwert könnten in diesem Alter etwa 20 EURO sein. Pro Jahr kann man eine Erhöhung zwischen 20 bis 25 Prozent vornehmen.

prozentuale Erhöhung Taschengeld

Diese Grundsätze kannst du deinem Kind mitgeben

Die folgenden 10 Punkte, die ich dir hier mit auf den Weg geben möchte, gelten nicht nur für diene Kinder, sondern können beziehungsweise sollten genauso ebenso von dir angewandt werden.

1.Lebe nicht über deine Verhältnisse. Kenne deine Einnahmen und deine Ausgaben. Letzteres sollte erstes nicht übersteigen. Du bist du immer auf der sicheren Seite.

2. Geld, das du nicht hast, kann nicht ausgegeben werden. Häufe keine Konsumschulden an. Strecke kein Taschengeld von Morgen vor, um damit die Wünsche von heute zu bezahlen. Ebenso sollte es keine Kredite geben.

3. Kenne deine Sparziele. Hast du einen bestimmten Wunsch, kannst du dein Geld dafür zur Seite legen. Überlege dir genau wie viel du sparen möchtest und wann du dein Ziel erreichen kannst.

4. Erhöhe deine Einnahmen und kürze deine Ausgaben. Rasenmähen, Geschirrspüler einräumen, Wäsche aufhängen. Mit all diesen Kleinigkeiten ist es möglich sein Taschengeld aufzubessern. Für ein langfristiges Ziel müssen kurzfristige Wunscherfüllung hinten anstehen.

5. Spar nicht nur, investiere auch. Vielleicht gibt es zu Weihnachten, Geburtstag oder Ostern größere Geldsummen. Überlege wie viel du davon ausgeben, sparen und anlegen möchtest. Studium, Ausbildung oder Führerschein klingen noch weit entfernt, aber es lohnt sich schon jetzt darauf hinzuarbeiten.

Bei vielen Brokern können bereits ab 25 EURO kostenlose ETF-Sparpläne angelegt werden. Informiere dich umfassend, wie du dein Geld an der Börse investieren kannst. Den Umgang mit Geld lernen Kinder, dann von mehreren Seiten kennen.

6. Kenne den Unterschied zwischen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten. Vermögenswerte haben einen positiven Cashflow wohingegen Verbindlichkeiten einen negativen Cashflow haben. Das Eine bringt dir Geld, das Andere kostet dich Geld.

Beispiel: die selbst bewohnte Immobilie. Sie ist eine Verbindlichkeit, da ständig Kosten anfallen. Eine vermietete Immobilie hingegen, kann die Einnahmen erhöhen.

7. Die wichtigste Asset-Klasse ist: dein Humankapital. Das Wissen und die Fähigkeiten, die du dir aneignest, kann dir niemand mehr nehmen. Lege immer einen gewissen Betrag zurück, den du für Bücher, Kurse, Lehrer oder später Seminare, Coaches und Trainer verwenden kannst.

8. Denke nicht daran, dass du etwas opfern musst, sondern setze Prioritäten. Also nicht: „Voll doof, jetzt darf ich mir die Zeitschrift und die Kekse wieder nicht kaufen. Nie bekomme ich etwas.“, sondern: „Ich spare auf ein neues Fahrrad. Das ist so toll. Jetzt habe ich schon wieder 10 EURO mehr.“

9. Habe ich ein Bedürfnis oder einen Wunsch? Oft verstecken sich hinter Spontankäufen Emotionen, die anders gelöst werden sollten als über den Konsum. Wir als Erwachsene nutzen diesen zeitweilen zur Belohnung oder Bekämpfung von Frust, Langeweile oder gar Trauer.

Dieses Verhalten sollten wir den Kindern weder noch vorleben noch an ihnen selbst ausüben. Nähe, Trost und vor allem Kommunikation erfüllen häufig eher das Bedürfnis des Kindes, als ein Geschenk.

10. Balance is the key. Wie bei allem im Leben gilt dieser Leitsatz ebenso für deine Finanzen. Das richtige Sparen sollte nicht mit eiserner Verbissenheit betrieben werden. Denn ein knausriger Pfennigfuchser zu sein, ist nicht nur für einen selbst, sondern auch die eigenen Mitmenschen anstrengend.

Neben all der Disziplin dürfen der Spaß und die Leichtigkeit nicht verloren gehen. Den Umgang mit Geld lernen Kinder so auf eine positive Art und Weise.

Selbstreflektion und Achtsamkeit bei der eigenen Verhaltensweise sind demnach essenzielle Grundpfeiler in der Erziehung unserer Kinder. Starte bei dir selbst und lebe so, wie du es bei deinen eigenen Kindern gern sehen möchtest.

Gib deinem Kind die Möglichkeit diese Eigenschaften selbst auszuprobieren. So steht einem positiven Verhältnis zu den eigenen Finanzen nichts im Wege.


Über die Autorin:

Hallo! Mein Name ist Jessi, ich bin 31 Jahre alt und lebe zusammen mit meinem Mann und meinem kleinen Sohn in Berlin. In den letzten 15 Jahren habe ich so ziemlich jeden Euro, den ich zusammenkratzen konnte, für Bekleidung oder anderen Schnick Schnack ausgegeben.

Bis ich eines Tages auf das Thema Börse, Aktien und ETFs gestoßen bin. So schaffte ich es, nicht nur ein Jahr lang keine Kleidung zu kaufen, sondern gleichzeitig noch mein Geld für mich arbeiten zu lassen. Alles zu meiner persönlichen Weiterentwicklung und, wie du das auch schaffen kannst, findest du unter themoneygirl.de

 

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