Frugalismus – Nur sparen und dann sterben?

Frugalismus wird oftmals einzig mit Sparsamkeit gleichgesetzt. Wie bereits erläutert, handelt es sich hierbei zwar um ein Missverständnis, jedoch steht außer Frage, dass Sparsamkeit tatsächlich eine große Rolle für jeden Frugalisten spielt. Allerdings weicht die frugalistische Sparsamkeit häufig von dem ab, was der Großteil der Menschen damit assoziiert.

Frugalismus = Geiz + Mangel +Armut + soziale Unzulänglichkeit + Erwerbslosigkeit?

Der Duden definiert Sparsamkeit als “geringen Verbrauch, der sich auf das Nötige beschränkt”. An einer solchen Vorgehensweise stören sich im allgemeinen Diskurs nur wenige. Jedoch verbleibt die Erwähnung des Wortes nicht bei seiner ursprünglichen Definition und löst stattdessen eine Vielzahl an Assoziationen aus. Nicht selten auch die Folgenden: Geiz, Mangel, Armut, soziale Unzulänglichkeit und Erwerbslosigkeit.

Das hat zu einem großen Teil damit zu tun, dass nur wenige freiwillig in großem und geplantem Ausmaß sparen. Zwar ist es für den deutschen Durchschnittsbürger durchaus üblich Rücklagen zu bilden, jedoch unterscheidet sich sein Vorgehen meist von dem eines Frugalisten. Der Durchschnittsbürger spart in der Regel nur das, was am Ende des Monats übrigbleibt.

Wer seinen Alltag nach Sparsamkeit ausrichtet, gilt oft als arm, weil es üblich ist, ähnlich viel auszugeben, wie eingenommen wird. Dieser Effekt zieht sich durch alle Gesellschaftsschichten. Vom Fliesenleger bis zum Manager lässt sich beobachten, dass der Großteil der Einnahmen ausgegeben wird, um Produkte zu erwerben und einem Lebensstil nachzugehen, welcher dem jeweiligen Status des Umfelds entspricht. Das Umfeld spielt nicht selten eine weit größere Rolle bei wirtschaftlichen Handlungen als die eigenen Bedürfnisse, welche im Nachhinein mit diesen gleichgesetzt werden. Das führt dazu, dass eben jene Bedürfniserfüllung die Lebensqualität lediglich marginal steigert. Der höhere Einsatz von Lebenszeit, um diese Produkte zu erwerben, senkt die Lebensqualität jedoch beträchtlich.

Sparen für die Freiheit

Frugalisten sparen nicht, um anschließend durch Konsum ihren gesellschaftlichen Status anzuheben, sondern damit sie sich von Verbindlichkeiten befreien, die sie als belastend empfinden. Daraus resultiert eben nicht, dass an den falschen Stellen gespart wird, etwa bei der eigenen Gesundheit, dem Familienleben oder den eigenen Leidenschaften, sondern dass dort gespart wird, wo es persönlich Sinn ergibt. Der Aspekt des Individualismus lässt sich hervorheben, weil erst durch ihn effektives Sparen ohne Verzicht möglich wird. An dieser Stelle bedient sich der Frugalismus am Minimalismus, am Buddhismus und an den Stoikern, denn er ermutigt zur Selbsterkenntnis und der Rückführung eigener Bedürfnisse auf ihren Kern. Anstatt den Konsum von außen nach innen zu richten und passiver Spielball der Umstände zu sein, soll Konsum von innen nach außen erfolgen und stellt damit keine Lebensverneinung, sondern eine Akzentuierung dessen dar, was das Individuum zu Kernelementen der Lebensfreude ernennt.

Frugalismus als Tugend

Damit kommt die Sparsamkeit des Frugalismus der ursprünglichen Begriffserklärung als Tugend sehr nah:

“Als Sparsamkeit wird eine Tugend bezeichnet, die einen maßvollen Umgang mit Geld und wirtschaftlichen Gütern zum Gegenstand hat. Ihre soziale Funktion besteht – wie bei allen bürgerlichen Tugenden – in der praktischen Bewältigung des Alltags auf der Grundlage gesicherter und geordneter wirtschaftlicher Verhältnisse.

Im Frugalismus wird gespart, damit mehr Geld investiert und somit die Hebelwirkung finanzieller Effekte vergrößert werden kann. Wer zudem mit 1.000 € im Monat auskommt, der kann sich schon deutlich früher als “finanziell frei” bezeichnen, als jener, der monatlich 1.800 € benötigt. Um zu wissen, wo überhaupt Geld zu sparen ist, hilft es zu analysieren, wofür wir es ausgeben.

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Wofür gaben deutsche Haushalte Geld aus? (Quelle: Statistisches Bundesamt)


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Über den Workshop:

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    • Warum du einen Großteil deines Geldes sparen solltest
    • Du lernst, warum Sparen Befreiung ist und nicht Verzicht
    • Und du verstehst, wie Zeit und Geld gemeinsam zu einem freien Leben führen.

 

Wie wir der vorherigen Grafik entnehmen können, wurden laut dem statistischen Bundesamt 2017 je Haushalt monatlich 2.517 € ausgegeben. Fassen wir die jeweiligen Posten vereinfacht zusammen, kommen wir auf folgende Übersicht:

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Wofür wird in Deutschland Geld ausgegeben? – Vereinfachte Darstellung

Die Grundlage bequemer Sparsamkeit liegt weniger in der Frage: “Wo kann ich sparen?” Deutlich sinnvoller kann es sein, von der Fragestellung: “Wo muss ich unbedingt Geld ausgeben?” auszugehen. Dieser Perspektivwechsel ermöglicht es, sich nicht auf den Verzicht auszurichten, sondern stattdessen von den eigenen Bedürfnissen auszugehen. Eine Reduktion des eigenen Lebensstils auf die generellen Grundbedürfnisse kann als befreiend wahrgenommen werden und stellt eine geeignete Simulation dessen dar, wovor sich viele fürchten. Der Sorge und Angst vor Mangelzuständen kann so präventiv durch Desensibilisierung entgegengewirkt werden.

Es kann hilfreich sein, die eigenen Ausgaben den entsprechenden Grundbedürfnissen zuzuordnen. So lassen sich unter anderem fünf Kategorien bilden, die den Großteil der Ausgaben bestimmen:

  • Unterkunft
  • Ernährung
  • Gesundheit
  • Verkehrsmittel
  • Freizeitgestaltung und Anschaffungen

Je höher die Ausgaben in den entsprechenden Bereichen ausfallen, desto größer ist auch das Sparpotenzial. Wir werden uns nun die einzelnen Kategorien im Detail ansehen.

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