Erfolgreich handeln mit Devisen

„Geld ist der Sauerstoff der Börse“ – diese Weisheit vom bekannten Spekulanten Andre Kostolany ist sicherlich unumstritten. Sie spielt darauf an, dass eine lockere Geldpolitik der Notenbanken die Aktienmärkte beflügeln kann. Wer sich auch als Anleger näher mit Geld beschäftigen möchte, kann direkt mit Devisen handeln. Der Devisenhandel hat in den letzten 15 Jahren erheblich an Bedeutung gewonnen, da mittlerweile auch Privatanleger Zugang zu den Devisenmärkten haben. Doch was ist dabei zu beachten und welche Möglichkeiten bestehen beim Handel mit Währungen?

Abbildung 1: Mit Forex-Handel zum Erfolg? Wer neu einsteigen möchte, sollte sich entsprechend vorbereiten. Bildquelle: @ Nicholas Cappello / Unsplash.com

Devisenhandel: Was ist das genau?

Wer an der Börse eine Aktie kauft, zahlt dafür einen Preis, der dem Kurs des Papiers zum jeweiligen Zeitpunkt entspricht. Im Handel mit Devisen sieht dies etwas anders aus: Der Kurs einer Währung kann immer nur durch eine andere Währung ausgedrückt werden. Deshalb spielen im Devisenhandel die entsprechenden Währungspaare eine wichtige Rolle.

Ein Währungspaar ist immer folgendermaßen aufgebaut:

  • Basiswährung /Kurswährung

Die Basiswährung ist diejenige, die ein Anleger kaufen möchte und die Kurswährung stellt diejenige dar, mit der Anleger den Kauf begleichen wollen. Hier ein Beispiel:

  • EUR/USD

In diesem Fall möchte ein Anleger Euro kaufen und diese in Dollar bezahlen. Das Währungspaar EUR/USD drückt also aus, wie viel US-Dollar für einen Euro zu bezahlen sind. Die umgekehrte Variante USD/EUR drückt aus, wie viel Euro für einen US-Dollar fällig werden.

Da es nach wie vor sehr viele verschiedene Währungen in der Welt gibt, existieren auch entsprechend zahlreiche Währungspaare. Die wichtigsten sind:

  • EUR/USD (Euro und US-Dollar sowie umgekehrt)
  • GBP/USD (Britisches Pfund und US-Dollar sowie umgekehrt)
  •  USD/JPY (US-Dollar und japanischer Yen sowie umgekehrt)
  • USD/CNY (US-Dollar und Chinesische Renminbi Yuan sowie umgekehrt)
  •  USD/CHF (US-Dollar und Schweizer Franken sowie umgekehrt)
  • EUR/GBP (Euro und britisches Pfund sowie umgekehrt)
  • EUR/JPY (Euro und japanischer Yen sowie umgekehrt)
  • EUR/CHF (Euro und Schweizer Franken sowie umgekehrt)

Im Devisenhandel sind nach wie vor hauptsächlich institutionelle Anleger tätig, die täglich ein gewaltiges Volumen bewegen. Im Jahr 2019 lag das tägliche Handelsvolumen weltweit bei 6,59 Billionen Euro. Damit ist der Devisenmarkt der umsatzstärkste Finanzmarkt der Welt – und die Tendenz zeigt weiter nach oben. 

Wie kann ich am Devisenhandel teilnehmen?

Jede Privatperson, die schon einmal in ein Land außerhalb des europäischen Wirtschaftsraums gereist ist, hat bereits am Devisenhandel teilgenommen. Es geht immer darum, eine bestimmte Währung in eine andere umzutauschen. Genau dies passiert, wenn Bargeld für den Urlaub im EU-Ausland benötigt wird.

Im Bereich der Geldanlage funktioniert dies heute über den Interbankenhandel. Hier treten Kreditinstitute, große institutionelle Anleger und auch Großunternehmen als Akteure auf und tauschen Währungen. Das Ganze funktioniert nicht über eine Börse, sondern direkt zwischen den Marktteilnehmern oder über Finanzinstitute.

Privatanleger können hingegen nicht direkt am Interbankenhandel teilnehmen. Die dortigen Mindestvolumina liegen dafür einfach zu hoch.

Forex-Handel über indirekten Marktzugang

Privatanleger haben dafür allerdings die Möglichkeit, über sogenannte Forex-Broker (Forex= „foreign exchange“ = Devisenhandel) indirekt am Devisenhandel teilzunehmen. Hier kaufen oder verkaufen Anleger nicht die Währungen direkt, sondern sogenannte Differenzkontrakte (CFD). Damit können Trader auf den Kursverlauf eines Währungspaares setzen und dabei an der Wertentwicklung partizipieren. Sie kaufen dabei aber nicht direkt die jeweiligen Währungen, sondern nutzen sie als Basiswerte für Derivate.

Ein Trade läuft dabei in etwa so ab:

  1. Ein Anleger findet ein attraktives Währungspaar (zum Beispiel: EUR/USD)
  2. Er kauft Euro zu einem Kurs von 0,95 USD
  3. Der Kurs steigt auf 0,98 USD und der Anleger verkauft mit Gewinn wieder

Der große Vorteil im Bereich der CFDs liegt darin, dass auch Leerverkäufe möglich sind. Sogenannte Short-Positionenbieten die Möglichkeit, ein Währungspaar erst zu verkaufen und später zurückzukaufen. Somit lässt sich also auch bei fallenden Kursen eine attraktive Rendite erzielen.

Was ist beim Forex-Handel zu beachten?

Wer sich für Forex-Trading interessiert, sollte sich vorher entsprechend vorbereiten. Dies gilt zum einen für die Besonderheiten des Devisenmarktes. Zum anderen ist es jedoch auch wichtig, sich mit dem CFD-Trading an sich vertraut zu machen. Hierbei sind vor allem folgende Aspekte wichtig:

1. Hebel

Im CFD-Handel mit Forex-Basiswerten können Anleger Hebel nutzen, um das eigene Investment aufzustocken. Die Europäische Security and Markets Authority (ESMA) hat für Forex-CFDs einen maximalen Hebel 1:20 beziehungsweise 1:30 (gilt nur für besonders häufig gehandelte Währungspaare wie EUR/USD oder Währungspaare mit Yen, Franken, kanadischen Dollar und britischem Pfund) zugelassen.

Das Ganze funktioniert folgendermaßen:

a) Ein Anleger möchte in EUR/USD investieren. 

b) Er hinterlegt eine Sicherheitsleistung (Margin) von 100 Euro. 

c) Durch den Hebel von 1:30 erwirbt er CFDs im Gesamtwert von 3.000 Euro. 

d) Steigt der Kurs um 1%, hat er eine Rendite von 30 Euro erzielt – bei einem Einsatz von 100 Euro. Das ergibt eine attraktive Rendite von 30%. 

Das fehlende Kapital leiht der jeweilige Broker dem Anleger für die Laufzeit der Position. Wird die Position über Nacht gehalten, muss der Anleger eine Übernacht-Gebühr bezahlen, die einem Zins gleichkommt. 

Hebel bieten die Möglichkeit, attraktive Renditen zu erzielen. Im Gegenzug werden jedoch auch Verluste entsprechend verstärkt. Diesen Umstand sollten sich Anfänger unbedingt bewusst machen, da sonst ein Totalverlust drohen kann.

Hinweis: Normale Privatanleger sind von einer Nachschusspflicht befreit. Der Broker muss bei einem Totalverlust die Position also automatisch schließen. 

2.  Mit Stopp-Orders arbeiten

Wer eine Strategie entwickelt hat, sollte bei einem Trade auch immer entsprechende Stopp-Orders einbauen. Durch eine Stopp-Loss-Order wird die Position bei Erreichen eines bestimmten Zielkurses automatisch geschlossen, um die Verluste zu begrenzen. Das Gegenstück dazu ist eine Take-Profit-Order, mit der automatisierte Gewinnmitnahmen möglich werden.

Durch Stopp-Orders lassen sich Trades also besser planen. So können Anleger quasi den maximal möglichen Verlust im Voraus festlegen. Dies erlaubt wiederum eine Risikoeinschätzung. 

3. Money-Management: Ein weiterer wichtiger Baustein

Money-Management ist ein weiterer Aspekt, der beim CFD-Trading mit Devisen zum Pflichtprogramm gehört. Hierbei legen Trader im Vorhinein fest, welchen Anteil ihres gesamten Kapitals sie maximal pro Trade investieren. Gängige Möglichkeiten sind:

  • Maximal 1% pro Trade
  •  Maximal 5% pro Trade

Auf diese Weise lassen sich Verluste quasi automatisch weiter begrenzen. In Verbindung mit dem genutzten Hebel lässt sich zudem ermitteln, wie viele Kontrakte zu einem gewünschten Einstiegskurs erworben oder verkauft werden können.

Darüber hinaus ist es für Anleger wichtig, den Devisenhandel und seine Besonderheiten kennenzulernen. Darüber hinaus sollten auch die technische Analyse und die Arbeit mit entsprechenden Indikatoren nicht außer Acht gelassen werden.

Viele Broker bieten kostenfreie Demokonten, mit denen sich eigene Strategien ausprobieren lassen. So können sich Anfänger langsam in die Materie einarbeiten. Darüber hinaus stellen die Broker oft auch kleine Tutorials zu Indikatoren zur Verfügung, die einen ersten Einblick gewähren. Wer sich jedoch tiefergehend mit dem Devisenhandel beschäftigen möchte, sollte auf entsprechende Fachliteratur zurückgreifen oder sich auf Video-Plattformen wie YouTube entsprechendes Grundwissen aneignen. 

Forex-Trading kann lukrativ sein

Unter dem Strich lässt sich festhalten, dass Forex-Trading durchaus lukrativ sein kann. Damit Anleger hier Erfolge feiern können, bedarf es zunächst einer guten Einarbeitung in die Materie. Darüber hinaus ist es wichtig, sich mit dem CFD-Trading und Strategien zur Risikoverminderung auseinanderzusetzen. Gerade Hebelprodukte bringen nämlich hohe Risiken mit sich, die durch entsprechende Diversifikation zumindest beherrschbar werden. Wer all dies verinnerlicht, kann am Ende eine Strategie entwickeln, die dem eigenen Trading-Verhalten entgegenkommt und so unter Umständen attraktive Renditen erzielen. 

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