Firmendepot anlegen mit dem Broker fürs Betriebsvermögen

Für immer mehr Menschen stellt der Wertpapierhandel eine strategische und moderne Möglichkeit des Vermögensaufbaus dar. Auch Unternehmen sind Teil der Aktienwelt – insbesondere auf Seiten der Verkäufer. Dabei können Unternehmen auch selbst ein Depot anlegen und in den Wertpapierhandel einsteigen. Immer mehr Anbieter offerieren Firmendepots für GmbHs und andere Kapitalgesellschaften. Wichtig ist, sich einen Spezialisten für betriebliche Anlage ins Boot zu holen, um maximal zu profitieren.

Ein Bild eines Computerbildschirms, auf dem Börsendaten angezeigt werden, während ein Firmendepot mit dem Makler für Betriebsvermögen erstellt wird.Der Wertpapierhandel mit einem Firmendepot kann eine lukrative Alternative zu klassischen Festgeld- oder Tagesgeldkonten darstellen.

Deshalb eröffnen Unternehmen ein Firmendepot zur Geldanlage

Unter dem Begriff „Depot“ wird im Allgemeinen ein Wertpapierdepot verstanden, mit dessen Hilfe Anleger Wertpapiere wie Aktien kaufen und verkaufen können. Das Depot dient darüber hinaus zur Aufbewahrung und Verwaltung der Wertanlagen. Das Depot ist dann mit einem Referenzkonto verknüpft, über das Anleger Geld einzahlen können. Neben Aktien können auch Anleihen, Kryptowährungen wie Bitcoin, Fonds oder Derivate über ein Wertpapierdepot gehandelt werden.

Immer mehr Unternehmen steigen in den Wertpapierhandel ein und investieren so ihr Betriebsvermögen, um es weiter zu steigern und einem Wertverfall entgegenzuwirken. Wie Privatpersonen investieren kleinere und größere Unternehmen in Wertpapiere und nutzen dazu ein sogenanntes Firmendepot. Der große Unterschied zum privaten Wertpapierhandel liegt dabei in der Art des Vermögens, das genutzt wird. Ein Firmendepot ist immer mit einem Firmenkonto verknüpft, so wird ausschließlich das Firmenvermögen zum Wertpapierhandel verwendet und nicht das Privatvermögen der Gesellschafter einer Firma.

Kapitalgesellschaften können durch die Geldanlage die Liquidität des Unternehmens steigern, ohne dabei mit ihrem Privatvermögen zu haften. Für Einzelunternehmen, Selbstständige und Freiberufler gilt das allerdings nicht: Sie haften grundsätzlich mit ihrem Privatvermögen. Trotzdem ist es auch in diesen Fällen möglich, das Betriebsvermögen in ein Firmendepot zu investieren, wenn der gewählte Broker eine solche Option für diese Rechtsform anbietet.

Firmendepot eröffnen in wenigen Schritten – so einfach geht’s

Viele Anbieter ermöglichen die Eröffnung eines Firmendepots ohne persönliche Vorsprache oder unnötige Postsendungen. Lediglich die lokalen Banken und Sparkassen benötigen ein persönliches Erscheinen der Kunden vor Ort, um das Firmendepot zu eröffnen. Bei einem geprüften Broker für Unternehmen hingegen sind nur wenige Schritte und Unterlagen nötig, um das Firmendepot zu eröffnen.

  1.  Einen Account beim Broker anlegen, mit dem sich das Depot später online verwalten lässt.
  2. Einen Antrag für ein Firmendepot stellen und alle Unterlagen direkt online ausfüllen und unterschreiben.
  3.  Legitimation per Videoident-Verfahren, um die Echtheit der Person zu verifizieren.

Im Anschluss ist es in vielen Fällen sofort möglich, das neue Firmendepot zur Anlage zu nutzen. Bei vielen spezialisierten Anbietern ist es darüber hinaus möglich, ein bestehendes Depot innerhalb weniger Tage zum neuen Broker umziehen zu lassen.

Um das Firmendepot eröffnen zu dürfen, müssen Vertreter von Unternehmen verschiedene Unterlagen bereithalten und einige Unternehmensdetails offenlegen. So stellt der Broker sicher, dass es sich um ein echtes Unternehmen handelt und die Person, die den Antrag stellt, wirklich vertretungsberechtigt ist. Zu den Unterlagen gehören:

  •  Auszug aus dem Handelsregister oder Handelsregisternummer
  • Legal Identification Number, kurz LEI-Nummer, eine internationale Unternehmenskennung
  • Kopie des Gesellschaftervertrags
  • Adressnachweis der Firma
  • Identitätsnachweis des Bevollmächtigten, beispielsweise als Kopie des Personalausweises
  • Identitäts- und Adressnachweise aller Gesellschafter
  • Steueridentifikationsnummer des Unternehmens

Eine Person hält ein Telefon mit Aktiencharts davor und verwaltet ihr Firmendepot über einen Makler für ihr Betriebsvermögen.Moderne Anbieter ermöglichen die Verwaltung des Depots und der Geldanlage bequem und von jedem Ort aus über das Smartphone.

Den richtigen Partner für die Geldanlage finden

Wichtig ist, sich für die Eröffnung eines Firmendepots einen Broker an die Seite zu stellen, der auf die Verwaltung von Betriebsvermögen spezialisiert ist. So wird sichergestellt, dass der gewählte Partner das notwendige Know-how hat und auf die Besonderheiten in Bezug auf die Geldanlage für Unternehmen eingehen kann. So gibt es steuerliche Unterschiede, die wir weiter unten aufgreifen. Außerdem muss sichergestellt sein, dass das Firmenvermögen vom Privatvermögen strikt getrennt ist, damit es langfristig keine finanziellen Nachteile für die Anleger gibt.

Mittlerweile bieten viele Banken und Sparkassen Firmendepots an, sodass Anleger hier in vertrauter Umgebung Geld anlegen können. Eine Alternative stellen moderne online Broker dar, die speziell für Unternehmenskunden konzipierte Angebote liefern und nur für diese zugänglich sind. Der Low-tax Broker von RIDE ist auf das Trading von GmbHs und UGs zugeschnitten und bietet besondere Konditionen für diese Kunden an.

Welche Vor- und Nachteile bietet ein Firmendepot für Unternehmen?

Wie jede Geldanlage bietet auch das Firmendepot spezifische Vor- und Nachteile. Unternehmen, die diesen Weg gehen möchten, sollten sich deshalb gezielt zu ihren Wünschen und Bedürfnissen informieren und herausfinden, ob ein Firmendepot die beste Wahl ist. Insbesondere der Kostenfaktor sollte dabei nicht außer Acht gelassen werden.

Vorteile

Ein Firmendepot ermöglicht Unternehmen besonders gute Renditechancen in Zeiten insgesamt niedriger Zinsen. Wird das Betriebsvermögen auf einem Festgeld- oder Sparkonto angelegt, erhalten die Kontoinhaber meist Zinssätze von weniger als einem Prozent. In seltenen Fällen wird sogar ein Minuszins fällig, der das Vermögen mindert. Bei risikohaften Anlagen wie einem Firmendepot mit Aktienhandel bestehen größere Ertragsmöglichkeiten, die langfristig das Betriebsvermögen erhöhen, statt es zu verringern.

Je nach Rechtsform profitieren Firmenanleger von steuerlichen Vorteilen, wie weiter unten nachzulesen ist. Ein weiterer Vorteil liegt in der Beteiligung an anderen Unternehmen. Firmen haben die Möglichkeit, zu expandieren, indem sie mit Aktien Anteile an anderen Unternehmen kaufen und sich so ein Mitspracherecht sichern.

Je nach Anbieter gibt es daneben weitere Vorteile, wie ein automatisiertes Steuerreporting, sodass die Buchhaltung des Firmendepots automatisiert erfolgt. Eine Einlagenversicherung ist standardmäßig enthalten, die Höhe ist abhängig vom gewählten Broker. Sie kann bei bis zu 1.000.000 Euro liegen.

Nachteile

An Nachteilen sind zwei wichtige Faktoren zu nennen. Zum einen gehören die Gewinne, die aus dem Firmendepot erzielt werden, vollständig dem Unternehmen. Die Gesellschafter einer GmbH können sich also nicht privat an den Depot-Gewinnen bereichern. Dafür sichern sie mit der Geldanlage die Liquidität des Unternehmens.

Der zweite Faktor liegt in den Kosten. Natürlich kostet ein Firmendepot Geld. Dieses mindert die Rendite, abhängig vom gewählten Anbieter. Hier müssen Unternehmen also genau vergleichen, wie viel sie für ein Firmendepot und die damit verbundenen Geldanlagen zahlen. Die Eröffnung und Führung eines Firmendepots sind bei immer mehr Brokern mittlerweile kostenfrei möglich, ebenso wie Einzahlungen auf das Depotkonto, Auszahlungen auf das Referenzkonto und Dividendenauszahlungen. Für jede Order fallen selbstverständlich Gebühren in unterschiedlichen Höhen an. In der Regel beginnen die Gebühren pro Order bei etwa einem Euro. Bei Inaktivität des Firmendepots fällt unter Umständen darüber hinaus eine Inaktivitätsgebühr an.

Natürlich unterliegt ein Firmendepot den gleichen Risiken wie jede andere riskante Geldanlage. Dabei ist das Risiko abhängig von den Wertpapieren, die das Unternehmen kauft und verkauft. Aktien und Termingeschäfte sind dabei sehr riskant, bieten aber auch große Gewinnchancen, während Investmentfonds sehr risikoarm sind, aber nur eine geringe Gewinnspanne aufweisen. Für Unternehmen gilt es, abzuwägen, welches Risiko tragbar ist.

Eine Gruppe von Geschäftsleuten steht vor einem Brett mit Geld darauf und bespricht ihre Optionen für die Anlage eines Firmendepots mit dem Broker fürs Betriebsvermögen.

Jede vertretungsberechtigte Person einer Kapitalgesellschaft kann ein Firmendepot für das Unternehmen eröffnen.

Steuervorteile für die vvGmbH

Anlageprodukte unterliegen genauso der Steuerpflicht wie jedes andere Einkommen. Das gilt sowohl für Privatanleger als auch für Unternehmen. Allerdings unterscheidet sich die Art der Besteuerung, je nachdem, ob es sich um ein privates Wertpapierdepot oder ein Firmendepot handelt. Insbesondere eine GmbH kann mit steuerlichen Vorteilen rechnen, wenn sie das Betriebsvermögen in einem Firmendepot anlegt. Denn derartige Gesellschaften profitieren von einer fast vollständigen Freistellung von der Körperschaftsteuer: Nur fünf Prozent der Ausgaben dürfen nicht als Betriebsausgaben abgezogen werden und unterliegen der Körperschaftsteuer. Werden Gewinne aus der Wertpapieranlage ausgezahlt, unterliegen diese der Kapitalertragsteuer.

Besonders interessant ist in diesem Zusammenhang die vermögensverwaltende GmbH, kurz vvGmbH. Dabei handelt es sich im rechtlichen Sinne um eine klassische GmbH oder Kapitalgesellschaft, mit dem Unterschied, dass sie ausschließlich für die Verwaltung eigener Immobilien zuständig ist. Das Ziel einer vvGmbH ist also der eigene Vermögensaufbau über eine Kapitalgesellschaft. Immobilienbesitzer können also von steuerlichen Vorteilen durch ein Firmendepot profitieren, wenn sie ihre Immobilien in eine GmbH überstellen. Auch die Verwaltung und der Verkauf der Immobilien sind für eine vvGmbH steuerlich betrachtet günstiger, sodass sich die Gründung einer Kapitalgesellschaft auch in Hinblick darauf lohnen kann. Dabei ist es wichtig, die notwendigen Voraussetzungen zu kennen und diese zu erfüllen, um die GmbH gründen zu können. Dazu gehören ein Stammkapital von mindestens 25.000 Euro sowie Mindesteinlagen in Höhe von mindestens 12.500 Euro.

Für wen eignet sich ein Firmendepot?

Grundsätzlich kann jede Kapitalgesellschaft von der Geldanlage mit einem Firmendepot profitieren. Je nachdem, welche Rechtsform das Unternehmen hat, können steuerliche Vergünstigungen weitere Vorteile bieten. Die Gewinne, die mit einem Firmendepot und der dazugehörigen Geldanlage erwirtschaftet werden, gehören ausschließlich dem Unternehmen. Wer geschickt tradet, kann also das Betriebsvermögen ohne zusätzliche Ausgaben erhöhen. Auf der anderen Seite ist der Wertpapierhandel immer mit Risiken verbunden, sodass Unternehmen diese Vorteile mit Vorsicht genießen sollten.

Darüber hinaus kann ein Firmendepot für Immobilienbesitzer eine wirtschaftliche Form der Geldanlage darstellen. Dafür ist es notwendig, eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung zu gründen, um von den Vorteilen dieser Rechtsform und des Firmendepots zu profitieren. Unabhängig davon, ob das Firmendepot einer bestehenden Kapitalgesellschaft dienen soll oder ob eine GmbH eigens dafür gegründet wird, ist die Geldanlage mit Kosten verbunden. Die GmbH sollte diese tragen können, ohne dass es das Tagesgeschäft beeinträchtigt. Dann kann das Firmendepot eine lohnende Investition sein, die sich langfristig gesehen positiv auf die Liquidität des Unternehmens auswirkt.

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