5 Gründe warum du lieber heute als Morgen deine Lebensversicherung kündigen solltest!

Lebensversicherung kündigen: Befreiungstat ohne Reue

Die klassische Kapitallebensversicherung war einmal ein populäres Sparprodukt. Doch dank der lang anhaltenden Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank ist aus dem Lieblingsprodukt der älteren Generationen fast ein Ladenhüter geworden. Wer dennoch eine solches relativ junge Produkt im Portfolio hat, sollte schleunigst die Lebensversicherung kündigen. Das verfügbare Geld könnte dann langfristig in renditestärkere Anlagen, z.B. börsengehandelte Indexfonds (ETF) auf globale Aktienwerte, investiert werden.

Doch Achtung: Die Empfehlung “Kündigung” sollte nicht gleich überstürzt umgesetzt werden. Der smarte Anleger prüft zunächst, welche Alternativen günstiger sind: Denn bei einer tatsächlichen Kündigung zahlt die Versicherung nur den aktuellen Rückkaufswert. Der ist in den ersten Jahren nach Vertragsabschluss noch sehr niedrig und liegt sogar unter der Summe der Einzahlungen. Deshalb raten Verbraucherschützer entweder zu einer Beitragsfreistellung des Vertrages oder erst nach einer Haltefrist zum Verkauf an einen Policenankäufer. Von diesem kann zusätzlich noch ein Aufschlag in Höhe von 2 bis 4 Prozent des Rückkaufswertes kassiert werden.

1. Alte Vorteile sind verflogen

Vor vielen Jahren galten Kapitallebensversicherungen als sichere und zugleich ertragreiche Form der Vermögensbildung. Ende der 1990er Jahre lockten die Versicherungsgesellschaften mit Garantiezinssätzen von 4 Prozent. Heute bieten sie mit 0,9 Prozent bestenfalls Magerkost. Sogar die Inflationsraten bewegten sich damals auf einem erträglichen Niveau. Dabei werden die Altverträge sowohl für Versicherer als auch für neue Versicherte zunehmend zum Problem. Die Versicherer wissen angesichts der nicht enden wollenden Niedrigzinsphase kaum noch, wie sie die zugesagte Mindestverzinsung erwirtschaften sollen. Darum hat der Gesetzgeber die Versicherer zur Bildung einer so genannten Zinszusatzreserve verpflichtet. Die gesetzlich verlangten Rückstellungen für “Altlasten” mindern allerdings die Überschussbeteiligung der Neuverträge.

Wer vor dem 1. Januar 2005 eine Lebensversicherung über mindestens zwölf Jahre Laufzeit abgeschlossen hatte, dem winkte sogar eine steuerfreie Ausschüttung. Doch diese Zeiten sind vorbei. Heute zeigt sich der Fiskus humorlos und bittet den Versicherten auf den Ertragsanteil mit Kapitalertragssteuer zur Kasse. Die Vorteile der alten Versicherungsverträge – sehr überschaubares Risiko, gute Rendite, steuerfreie Ausschüttung – sind im Laufe der Zeit dahingeschmolzen wie Speiseeis in der prallen Mittagssonne.

2. Mickriger Garantiezins verhagelt die Vermögensbildung

Mit einer neueren Kapitallebensversicherung mit Diätzinsen gelingt die Vermögensbildung definitiv nicht mehr. Zwar heißt es häufig aus dem Munde von Versicherungsagenten, der niedrige Garantiezins markiere eine Untergrenze. Hinzu kämen noch Überschüsse.

Die darf man sich aber keinesfalls zu üppig vorstellen. Denn die Versicherung legt das Geld nicht etwa in Wachstumsaktien oder anderen renditestarken Investments an, sondern meistens sehr konservativ. Versicherer favorisieren weit überwiegend fest verzinste Anlagen wie z.B. Staatsanleihen guter Bonität. Die sichern ein Vermögen in aller Regel tadellos gegen Verluste ab. Rendite erwirtschaften sie jedoch nicht. Inzwischen sind auch Pfandbriefe und Unternehmensanleihen in den Fokus der Versicherer geraten. Doch ein echtes Renditefeuerwerk brennen auch diese Investments nicht ab. Ohnehin ist die Überschussbeteiligung freiwillig. Über sie entscheiden die Versicherer je nach Wirtschaftslage und Erfolg ihrer Anlagestrategie jedes Jahr neu.

Mittlerweile werden Neuverträge ohne Garantiezins auf den Markt geworfen, die einen Teil der Einzahlungen am Kapitalmarkt platzieren. Versprochen wird den Kunden dabei lediglich eine Mindestrente. Doch wegen der hohen Kosten sind diese Verträge alternativen Anlagen wie z.B. einer Direktinvestition in ETF klar unterlegen.

3. Mangelnde Transparenz vernebelt das Produkt

Viele schlechte Restaurants verwehren ihren Gästen den Blick in die Küche. Sie wissen schon, warum. Für Kunden von Versicherungsgesellschaften ist auch kaum nachvollziehbar, was die Lebensversicherer mit ihrem Geld eigentlich anstellen und welche Kostenfaktoren im Einzelnen zum Tragen kommen. Vor allem bei Überschussbeteiligungen oder Bewertungsreserven der Versicherer blicken Außenstehende nicht durch. Der Bundesgerichtshof hat sogar entschieden, dass Versicherungen die Berechnung ihrer Bewertungsreserven nicht offenlegen müssen. Ein Grund mehr also, um dem ganzen Produkt zu misstrauen.

4. Hohe Kosten drücken Rendite immens

Wer seine Versicherung vorzeitig beenden will, stellt schnell fest: Der Rückkaufswert liegt deutlich tiefer, als die Einzahlungen plus Zinserträge unter Berücksichtigung des Zinseszinseffektes vermuten lassen. Daran kann man die immensen Kosten des Produkts erkennen.

Nicht nur für sich zahlt der Kunde in den ersten Jahren ein, sondern auch für die Vermittler. Für deren Provisionen muss der Versicherte in der Anfangsphase zwischen 3 und 5 Prozent der Beitragssumme berappen. Außerdem fallen Abschlusskosten zwischen 2 und 7,5 Prozent der Beitragssumme an, also in der Regel ein weiterer vierstelliger Betrag, der heutzutage in den ersten fünf Jahren anteilig abgezogen wird. Der Vermittler erhält dann noch laufende Betreuungsprovisionen. Ferner werden laufende Verwaltungskosten berechnet. Die hohen Kosten drücken die effektive Rendite oft massiv unter den Garantiezins. Kapitallebensversicherungen lohnen sich also primär für die Vermittler. Direktversicherer sind zugegebenermaßen etwas günstiger. Doch unter Renditegesichtspunkten können auch sie mit z.B. einer Anlage in Aktien-ETF nicht mithalten.

5. Geringe Flexibilität im Vergleich mit Anlagealternativen

Wenn ein Anleger sein Geld auf dem Tages- oder Girokonto hortet, selbst wenn er es in Aktien, Fonds, Rohstoffen oder Geldmarktpapieren anlegt, kann er fast jederzeit darüber verfügen und ist daher flexibel. Zwar ist das ständige Umschichten nicht Sinn der Vermögensbildung. Außerdem verursacht es hohe Kosten. Jeder kennt den Spruch “Hin und Her macht Taschen leer”. Doch “wenn Not am Mann” ist, muss ein Sparer auch auf liquide Mittel zurückgreifen können. In einer solchen Situation eine Kapitallebensversicherung verkaufen oder kündigen zu müssen, kann zu einem schmerzhaften Verlustgeschäft geraten.

Zur “Ehrenrettung” muss erwähnt werden, dass viele Policen flexibler sind, als die Kunden überhaupt wissen, weil sie das Kleingedruckte nicht genau studiert haben oder es nicht vollständig verstehen. So sind in vielen Verträgen durchaus Entnahmen, Prämienanpassungen oder eine Beitragsfreistellung erlaubt, wenn der Versicherte etwa in eine Schieflage geraten ist. Doch was soll man von Finanzprodukten halten, die kaum ein Versicherter selbst bei relevanten Punkten durchschaut? Viele Kunden kündigen jedenfalls mit Verlust.

Das dürften genug Gründe sein, seine Lebensversicherung kritisch zu prüfen. In vielen Fällen ist es bei einer Kapitallebensversicherung ratsam, die Anzahlungen zu beenden, die Police zu veräußern oder gar zu kündigen. Die kritischen Ausführungen gelten nicht in Gänze für Risikolebensversicherungen, soweit es bei Ihnen auf die Absicherung eines Risikos und nicht die Vermögensbildung ankommt. Wer es mit der Vermögensbildung ernst meint, sollte andere Anlageformen wie ETFs und Immobilien in den Blick nehmen, aber jedenfalls die Finger von Kapitallebensversicherungen lassen.

JA, ich will aus den oben genannten Gründen jetzt kündigen!

Achtung! Nichts so schnell. Aus einer bestehenden Lebensversicherung heraus zu kommen gestaltet sich oft aufwendiger als es so manchen lieb ist. Denn es gibt Gesetze und Regelungen wie und unter welchen genauen Bestimmungen ein Lebensversicherung gekündigt und/oder der gesamte Vertrag für ungültig erklärt werden kann. Besonders seit einem Urteil des europäischen Gerichtshofes, nach dessen Feststellung sehr viele Versicherungen durch fehlende oder falsche Aufklärungspflichten der Versicherungen nichtig sind, rüsten sich die Versicherungen gegen die Flut an Kündigungsanträgen mit enormen Aufwand. Am einfachsten, schnellsten und (rechts-)sichersten fährt man mit professioneller Unterstützung von darauf spezialisierten Unternehmen.

Zwar wird am Ende eine kleine Provisionsbeteiligung der zurückgezahlten Summe fällig, aber die höhe Gesamtsumme die erstattet wird ist oft deutlich höher als die Summen die Personen gerichtlich erstreiten, die es im Alleingang versuchen. Zusätzlich bedeutet es weniger Stress, da diese Unternehmen genau wissen was sie tun und danach handeln. Schließlich ist eine ausgezahlte Summe die Grundlage ihrer Geschäftsmodelle.

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