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Was kann man von der Steuer absetzen? Diese Frage stellen sich wohl alle Steuerzahler jedes Jahr aufs Neue. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zahlen in Deutschland so viele Steuern und Abgaben, wie in kaum einem anderen Land. In der EU müssen nur unsere belgischen Nachbarn mehr vom Bruttolohn an den Staat abführen. Während die Steuerbelastung in vielen anderen Ländern leicht gesunken ist, ist sie in Deutschland unverändert hoch. Es lohnt sich, die Steuererstattung zu berechnen und die Möglichkeit zu nutzen, ein ganze Reihe Kosten und Aufwendungen legal von der Einkommensteuer abzusetzen und dadurch Steuern zu sparen. Zu den wichtigsten Kosten, die Du jedes Jahr absetzen kannst, zählen:

Werbungskosten – Kosten die im Zusammenhang mit der Arbeit entstehen
Sonderausgaben – zum Beispiel Beiträge für die Krankheits-, Alters und Pflegevorsorge
Außergewöhnliche Belastungen in allen Lebensbereichen
Ausgaben für Handwerker und haushaltsnahe Dienstleistungen

Werbungskosten – was kann man von der Steuer absetzen?

Wenn Du eine mögliche Steuerrückzahlung berechnen willst, solltest Du an erster Stelle die Werbungskosten berücksichtigen. Als Werbungskosten werden alle Kosten bezeichnet, die du aufbringen musst, um ein Einkommen erzielen. Hierzu zählen unter anderem von dir getragene Kosten für Weiterbildungsmaßnamen, Ausgabe für deine Berufsbekleidung und Schuhe, Ausgaben für Büromaterial, Telefon und Arbeitszimmer und die Kosten für die Fahrt zur Arbeit. Grundsätzlich kannst Du bei den Werbungskosten jedes Jahr einen Pauschalbetrag von 1.000 Euro geltend machen. Höhere Werbungskosten musst du mit Quittungen und Rechnungen nachweisen, um sie absetzen und so Steuern sparen zu können.

Die Kosten für die Fahrt zur Arbeit sind ebenfalls wichtig, wenn Du die Steuererstattung berechnest. Das Finanzamt gewährt dir für die Fahrtkosten eine Entfernungspauschale in Höhe von 30 Cent pro Kilometer. Dabei spielt es keine Rolle, ob Du mit dem Auto, dem Bus oder dem Fahrrad zur Arbeit fährst – Steuern sparen kannst Du hier in jedem Fall. Allerdings gibt es die Entfernungspauschale nur für die einfache Fahrstrecke, nicht für den Hin- und Rückweg und immer nur für die kürzeste Wegstrecke, auch wenn längere Strecken schneller sind.

Das Finanzamt beteiligt sich auch an den Kosten für ein Arbeitszimmer. Voraussetzung dafür ist, dass das Zimmer praktisch nur für die Arbeit benutzt wird oder du nicht überwiegend zu Hause arbeitest, dir dein Arbeitgeber aber kein Büro zur Verfügung stellt. In diesen Fällen gilt eine Obergrenze für die Steuerabzugsfähigkeit von 1.250 Euro pro Jahr. Keine Obergrenze gibt es, wenn sich das Arbeitszimmer nicht in deiner Wohnung befindet oder einen eigenen Eingang hat.

Die Kosten für Arbeitskleidung – Anschaffung und Reinigung – kannst Du von der Steuer absetzen, wenn sie vom Arbeitgeber vorgeschrieben wird und du diese Kleidung – wie Sicherheitsschuhe, Uniformen oder spezielle Arbeitskittel – nicht im Alltag tragen kannst.

Weitere abzugsfähige Werbungskosten sind:

Telefonkosten – bis zu 20 % oder maximal 20 Euro pro Monat bei privat benutzten Telefonen
Ausgaben für Büromaterial wie Druckerpapier, Toner, Software oder Zeichengeräte
Ausgaben für Fachliteratur
Ausgaben für Fort- und Weiterbildungen
Kosten für Bewerbungen
Kosten für einen beruflich bedingten Umzug
Ausgaben für eine doppelte Haushaltsführung bei auswärtigen Tätigkeiten

Sonderausgaben – Beiträge für die Krankheits-, Pflege- und Altersvorsorge und andere

Vorsorgeaufwendungen zählen zu den Sonderausgaben und dienen der Vorsorge für das Alter oder eine Erkrankung. Beiträge zum Beispiel für die Kranken- und Pflegeversicherung oder für deine Rentenversicherungen kannst du teilweise in voller Höhe, und zum Teil bis zu einem bestimmten Höchstbetrag absetzen. Die Beiträge für eine private oder gesetzliche, sogenannte Basiskrankenversicherung (ohne Zusatzleistungen) und die Beiträge, die du für eine gesetzliche oder private Pflegeversicherung bezahlst, kannst du unbegrenzt und in der Höhe, die du bezahlt hast, von der Steuer absetzen. Zu den Vorsorgeaufwendungen zählen neben der gesetzlichen Rentenversicherung die Riester-Rente, Arbeitslosen- und Unfallversicherungen. Nicht abzugsfähig sind Beiträge für Versicherungen ohne vorsorgenden Charakter wie eine Hausrat- oder KFZ-Haftplichtversicherung.

Ebenfalls zu den Sonderausgaben zählen die Kosten für eine Kinderbetreuung, Spenden und die von dir bezahlten Kirchensteuern. Kinderbetreuungskosten kannst du bis maximal 4.000 Euro pro Kind und Jahr, und die Kirchensteuern in der tatsächlich geleisteten Höhe absetzen. Spenden kannst Du bis zu einer Höhe von 20 % deines Einkommens absetzen. Wichtig ist dabei eine Spendenbescheinigung zum Beispiel von einer gemeinnützigen Organisation oder Partei, sonst wird die Spende vom Finanzamt nicht anerkannt.

Außergewöhnliche Belastungen, die du von der Steuer absetzen kannst

Bei den außergewöhnlichen Belastungen berücksichtigt das Finanzamt die Gesamthöhe des Haushaltseinkommens, den Familienstand und die Anzahl der Kinder. Daraus ergibt sich ein gewisser Prozentsatz vom Einkommen, den das Finanzamt als zumutbare Belastung ansieht. Nur darüber hinausgehende Kosten kannst Du als außergewöhnliche Belastung absetzen. Insgesamt können außergewöhnlichen Belastungen weite Bereiche des Lebens betreffen. Daher solltest du sie berücksichtigten, wenn du deine Steuerrückzahlung berechnen willst. Zu den wichtigsten und abzugsfähigen außergewöhnlichen Belastungen zählen:

Krankheitskosten – Fahrtkosten zum Arzt / Krankenhaus, die Arztkosten und Zuzahlungen bei Medikamenten
Pflege- und Pflegeheimkosten für die eigenen Eltern
Beerdigungskosten für nahe Angehörige
Kosten für Operationen – z. B. Augenoperationen, die eine Fehlsichtigkeit korrigieren
Unterhaltskosten

Krankheitskosten oder die Pflege- und Pflegeheimkosten können jedoch nur abgesetzt werden, wenn sie nicht von der entsprechenden Versicherung getragen werden.

Kosten für Handwerker und haushaltsnahe Dienstleistungen absetzen

Wenn Du Arbeiten in deinem Haushalt, die du oder ein Familienmitglied normalerweise selbst erledigst, an eine Firma oder eine selbstständige Person übergibst, kannst du zumindest einen Teil der Kosten berücksichtigten, wenn Du deine Steuererstattung berechnen wirst und Steuern sparen. Zu den haushaltsnahen Dienstleistungen zählen Putzarbeiten in der Wohnung oder Hecken schneiden und Rasenmähen in deinem Garten. Zudem ist es möglich, als Mieter einen Teil der Mietnebenkosten, zum Beispiel die Kosten für einen Hausmeister von der Einkommensteuer abzusetzen. Wichtig ist, dass die Arbeiten legal durchgeführt werden und du eine ordentliche Rechnung erhältst. Ebenfalls wichtig ist, dass du den Rechnungsbetrag von deinem Konto überweist und nicht in bar bezahlst. Im günstigsten Fall kannst Du so bis zu 4.000 Euro im Jahr an Steuern sparen.

Die Steuerbelastung ist in Deutschland nicht nur sehr hoch, auch das Steuerrecht ist kompliziert. Es lohnt sich aber in jedem Fall, wenn durch dich selbst mit den Möglichkeiten, wie du deine Steuerlast verringern kannst, auseinandersetzt oder einen versierten Steuerberater mit dieser Aufgabe beauftragst. So kannst Du sicherstellen, das du kein Geld unnötig verschenkst und dir mehr Netto vom Brutto bleibt.

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Hinweis: Natürlich handelt es sich hierbei nicht um eine professionelle Steuerberatung und wir übernehmen keinerlei Haftung.