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Unter Kredit (abgeleitet von lateinisch credere „glauben, vertrauen“ und lateinisch creditum „das auf Treu und Glauben Anvertraute“; englisch credit oder englisch loan = Leihe) versteht man allgemein die Übereignung von Bargeld (Banknoten, Münzen), Buchgeld oder vertretbaren Sachen vom Kreditgeber zwecks befristeter Gebrauchsüberlassung durch den Kreditnehmer, der sich zu einer zukünftigen Rückzahlung und häufig auch zu einer Gegenleistung in Form von Zinsen verpflichtet.

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Beschreibung

Allgemeines
Der Kreditbegriff ist ein Oberbegriff für eine Vielzahl wirtschaftlicher Fallgestaltungen, bei denen der Schuldner von der Verpflichtung befreit ist, seine Leistung sofort zu erbringen.[1] Deshalb darf der Kreditbegriff nicht auf den Bankkredit verengt werden, weil auch in vielen anderen Alltagssituationen bereits Kreditgewährung vorliegt, auch wenn dies von den Beteiligten oft nicht wahrgenommen wird. Jede Vorleistung bei gegenseitigen Verträgen ist ein Kredit, weil jemand im Vertrauen darauf vorleistet, dass die Gegenseite ihrerseits ihre vertraglichen Verpflichtungen erbringen kann und will. Das konstituierende Merkmal eines Kredits ist die Zeitdifferenz, die zwischen dem Zeitpunkt der Leistung und dem Zeitpunkt der Gegenleistung auftritt.[2] Dabei kann es sich auch um Kredite handeln, die in der Überlassung von vertretbaren Sachen (Sachdarlehen) bestehen.

Etymologisch gibt es den Kreditbegriff erst seit dem aufblühenden Kapitalismus des 19. Jahrhunderts, vorher benutzte man Begriffe wie Darlehen, Locatio conductio, Nexum oder Mutuum. Das „Creditum“ war eine Schuld und kein Darlehen und entstand mit jeder Forderung.[3] Deshalb heißt heute in Fremdsprachen jeder Forderungsinhaber Kreditor (englisch creditor, französisch créditeur oder italienisch creditore). Der italienische Codice civile (CC) nennt jede Forderung italienisch credito (Art. 1992 CC).

Geschichte
Die einfachen Anfänge des Kreditwesens sind bereits um 3000 v. Chr. in Mesopotamien zu finden. Im Zuge der Entwicklung eines einfachen Zahlungs- und Kreditsystems wurde Getreidesaat an Bauern verliehen, welches erst nach der Ernte zuzüglich Zinsen zurückgegeben werden musste. Im antiken Griechenland sowie in Lydien entstanden im Laufe des 7. Jahrhunderts v. Chr. die ersten geprägten Münzen. So konnten sich erste Geldwechsel- und Leihgeschäfte etablieren, die man heutzutage als Kredite bezeichnen würde.

In Griechenland entwickelte sich schließlich eine fortschrittlichere Form des Kreditwesens. Dadurch, dass freigelassene Sklaven denselben rechtlichen Status wie zugezogene Metöken hatten, durften sie weder Grund erwerben noch in der Landwirtschaft tätig sein, weshalb viele von ihnen im Geldwesen arbeiteten. Im 3. Jahrhundert v. Chr. war es ein freigelassener Sklave namens Pasion, der im athenischen Hafen von Piräus Depositen verwahrte und diese nach Vereinbarung weiter investierte. Von seinen Schuldnern verlangte er zwischen 10 und 12 % Zinsen.

Im römischen Recht war der Grundtypus des Kreditgeschäfts das formlose Mutuum (Darlehen), die Übereignung einer Geldsumme oder anderer vertretbarer Sachen (Saatgut, Wein, Öl) mit der Abrede, die gleiche Summe oder Menge Geld oder Ware zurückzugeben.[4] Die Hingabe des Mutuum begründete die Verpflichtung zur Rückgabe, so dass ein Realvertrag vorlag.[5] In den gaianischen Institutionen[6] wird auf einen Senatsbeschluss verwiesen, das „Senatus consultum Macedonianum“ aus dem Jahr 47 n. Chr., in welchem davon die Rede ist, dass Macedo Geld an unsichere Schuldner auslieh[7] – eine frühe Form zweifelhafter Forderungen. Im Regelfall wurden keine Kreditzinsen verlangt, da sie nicht vom Mutuum erfasst waren, sondern es bedurfte für die Zinszahlung einer besonderen Vereinbarung. Die Römer kannten Zinsen durchaus und sie beschäftigten sich sehr eingehend damit. Bereits das frührepublikanische Zwölftafelgesetz legte eine Höchstgrenze für Zinsen fest. Spätestens seit dem römischen Kaiser Konstantin dem Großen (regierte von 306 bis 337) waren Kreditgeschäfte zu einem Zinssatz von 12 % üblich.

Die mittelalterliche Wirtschaft erforderte wegen des allgemein herrschenden Bargeldmangels umfangreiche Konsumkredite. Der „Borgkauf“ – der heutige Warenkredit – war im Mittelalter geradezu die Regel.[8] Hinderlich war bei Kreditgewährungen das christliche Zinsverbot. Papst Alexander III. gestattete den Juden 1179 ausdrücklich das Zinsgeschäft, doch verlangte das IV. Laterankonzil von 1215 von den Juden die Wiedergutmachung zu hoher Zinsen. Der daraus resultierende Erfolg der Juden im Kreditgeschäft veranlasste die Franziskaner 1462 zur Einrichtung von Kreditkassen aus christlichem Geld, um die Christen „aus den Klauen jüdischer Wucherer“ zu befreien.[9] Cosimo de’ Medicis Bank vergab im Jahr 1397 Kredite unter anderem an den Florentiner Kaufmann Niccolò Niccoli.

Erste Nachweise eines systematisch besicherten Kredits in Form des Lombardkredits finden sich bereits um das Jahr 1400, als Kaufleute Kredite an Feudalherren und Adelige gegen Pfandüberlassung vergaben und somit zum Aufstieg norditalienischer Handelshäuser beitrugen. Hervorzuheben ist dabei das florentinische Bankhaus Compagnia dei Bardi, das im 14. Jahrhundert in Geschäftsbeziehung mit dem englischen Königshaus stand und im Jahr 1344 an Edward III. 900.000 Goldflorin verliehen hatte.[10]

Bereits 1530 gewährte Jakob Fugger dem späteren deutschen Kaiser Ferdinand I. ein Darlehen über 275.333 Gulden.[11] Im Jahr 1609 wurde Papiergeld durch die Niederländer auch in Europa etabliert, was nach anfänglichem Misstrauen der Bevölkerung gegenüber den Papierscheinen zu florierenden Leihgeschäften führte. Diese Entwicklung beeinflusste das Kreditwesen und somit auch den Handel nachhaltig. Reisende Kaufleute erhielten schon im Mittelalter gegen Hinterlegung von Geld bei einem Bankier Kreditbriefe, gegen deren Vorlage auf der Reisestrecke Teile des hinterlegten Geldes ausgezahlt wurden und das Beraubungsrisiko auf Reisen damit vermindert werden konnte. Möglich wurde dies durch enge familiäre Beziehungen der frühen Bankiers.

Heinrich VIII. legalisierte 1575 die Zinszahlung, doch erst mit der Lockerung des kanonischen Zinsverbots und mit dessen endgültiger Aufhebung im Jahr 1741 konnte legal Kreditzins verlangt werden. Dadurch verbreitete sich das gewerbliche Kreditgeschäft. Die 1619 gegründete berühmte Hamburger Bank war noch keine Kredit-, sondern nur eine Zahlungsbank. Bei Banken ergab sich nun eine Änderung der Kreditpolitik, als ab 1795 auch städtischen Bürgern Kredit gewährt wurde.[12] Im Jahre 1856 entstanden die ersten großen modernen Kreditbanken in Hamburg, die Vereinsbank Hamburg (11. August 1856) und die Norddeutsche Bank (15. Oktober 1856).

Mit dem Inkrafttreten des BGB im Januar 1900 entstand ein einheitliches Darlehensrecht, wenn auch im Hinblick auf seine wirtschaftliche Bedeutung nur fragmentarisch (§§ 607–610 BGB a.F.). Die meisten offenen Rechtsfragen – wie etwa die fehlende Legaldefinition des Darlehensbegriffs – mussten durch Rechtsprechung und Literatur geklärt werden. Der Gesetzgeber hielt den Darlehensbegriff im Rechtsleben für eingebürgert, so dass ihm eine Definition entbehrlich erschien.[13] Der BGH verstand darunter im April 1962 einen „schuldrechtlichen Verpflichtungsvertrag über die entgeltliche oder unentgeltliche Nutzung eines Kapitals auf Zeit.“[14] Im Januar 1932 kam es zwischen den Spitzenverbänden des Kreditgewerbes zum so genannten Mantelvertrag[15] mit einem Habenzins- und Sollzins­abkommen, das im März 1965 durch die Zinsverordnung ersetzt wurde. Beide sollten die Rentabilität der Banken durch Festlegung einheitlicher und fester Zinssätze sicherstellen, aber auch den Kunden durch vorgeschriebene Höchstzinsen bei Krediten schützen. Als die Zinsverordnung im April 1967 außer Kraft trat, wurden auch die Kreditzinsen der Marktentwicklung überlassen.

In den Jahren des Wiederaufbaus nach dem Zweiten Weltkrieg nahm die Bedeutung des Kreditgeschäfts mit privaten Kunden zu. Die Kreditinstitute gewährten Kredit für die Anschaffung von langlebigen Wirtschaftsgütern, die Konsumentenkredite, die mit einer festen Ratenvereinbarung innerhalb von höchstens 72 Monaten zu tilgen waren. Die Kredite waren im Wesentlichen auf die Gehaltseingänge der Kunden abgestellt; neben einer Lohn- und Gehaltsabtretung wurde insbesondere eine Sicherungsübereignung von Kraftfahrzeugen üblich. Um die Bonität der Kreditnehmer überwachen zu können, melden die Kreditgeber die gewährten Ratenkredite der Schufa und erhalten ihrerseits Rückmeldungen, falls Kreditnehmer weitere Kredite bei anderen Banken aufnehmen.

Ab 1970 hatte fast jeder Arbeitnehmer ein laufendes Girokonto für seine Gehaltseingänge und den Zahlungsverkehr. Die Banken erhielten hiermit einen guten Einblick in die Einkommensverhältnisse und räumten Dispositionskredite in Höhe mehrerer monatlicher Gehaltseingänge ein.

Das Schuldrechtsmodernisierungsgesetz vom Januar 2002 verzichtete auf den Begriff Kredit, der als Oberbegriff für das Gelddarlehen, einen Zahlungsaufschub und sonstige Finanzierungshilfen diente; an seine Stelle sind die Erscheinungsformen des Kredits getreten.[16] Es änderte den Darlehensvertrag vom bisherigen Realvertrag in einen Konsensualvertrag um, so dass der Vertrag bereits durch Parteivereinbarung und nicht erst durch die Auszahlung des Darlehens zustande kommt.[17] Damit besitzt die Auszahlung als Vertragserfüllung keine konstitutive Wirkung mehr.

Rechtsfragen
Der wirtschaftswissenschaftliche Kreditbegriff ist zu breit für eine rechtliche Umsetzung, so dass das Darlehen aus rechtswissenschaftlicher Sicht nur eine Art des Kreditgeschäfts darstellt.[18] In der Rechtswissenschaft wird der Kreditbegriff vielfach verwendet.[19] So regeln die §§ 89, § 115, § 288 Abs. 2 AktG die Kreditgewährung an Organmitglieder der AG, § 43a GmbHG die „Kreditgewährung an Gesellschafter“ der GmbH, § 349 Satz 2 HGB sieht beim Kreditauftrag durch den Kaufmann keine Einrede der Vorausklage vor. Das BGB kennt zwar in § 778 BGB den bürgschaftsähnlichen Kreditauftrag, vermeidet jedoch den Kreditbegriff in der Legaldefinition und spricht von Darlehen. In § 824 BGB ist die Kreditgefährdung[20] kodifiziert, § 1822 Nr. 8 BGB verlangt die Genehmigung des Gerichts zur Aufnahme von Geld auf den Kredit des Mündels; doch bei der zentralen Regelung des Kredits als vertragliches Schuldverhältnis im Schuldrecht benutzt es den Begriff „Darlehen“. Dabei unterscheidet es zwischen Geld- und Sachdarlehen. In § 488 Abs. 1 BGB sind die gegenseitigen Pflichten für das Gelddarlehen enthalten, wonach der Darlehensgeber durch den Darlehensvertrag verpflichtet wird, dem Darlehensnehmer einen Geldbetrag in der vereinbarten Höhe zur Verfügung zu stellen. Der Darlehensnehmer ist wiederum verpflichtet, einen geschuldeten Zins zu zahlen und bei Fälligkeit das zur Verfügung gestellte Darlehen zurückzuzahlen. Das Schuldrecht wendet den Darlehensbegriff jedoch nicht konsequent an, sondern spricht in § 493 BGB vom „Überziehungskredit“. Der Sachdarlehensvertrag wiederum verpflichtet gemäß § 607 Abs. 1 BGB den Darlehensgeber, dem Darlehensnehmer eine vereinbarte vertretbare Sache zu überlassen. Der Darlehensnehmer ist zur Zahlung eines Darlehensentgelts und bei Fälligkeit zur Rückerstattung von Sachen gleicher Art, Güte und Menge verpflichtet. In beiden Fällen begnügt sich das BGB mit der Aufzählung der Rechten und Pflichten der am Darlehensvertrag Beteiligten, ohne ihn zu definieren.[21]

Kredite sind Gebrauchsüberlassungen von Sachen oder Geld auf Zeit. Von der Miete, der Pacht und der Leihe unterscheiden sich alle Formen der Kredite dadurch, dass der Mieter, Pächter und der Entleiher stets nur unmittelbare Besitzer werden und denselben Gegenstand zurück zu gewähren haben. Daher ist ihnen nur eine Nutzung der Miet-, Pacht- oder Leihsache gestattet (Gebrauchsvorteile; bei Pacht auch Ziehung der Früchte aus der Muttersache). Der Kreditnehmer erhält oder behält die vollständige sachrechtliche Verfügungsgewalt mittels Eigentum über die kreditierte Geldsumme oder die Waren. Der Kreditnehmer ist in der Regel gegenüber dem Kreditgeber auch nicht verpflichtet, mit dem Geld oder der Ware in einer bestimmten Art und Weise zu verfahren, es sei denn, dass vertragliche Regelungen hierzu getroffen wurden.

Alle Kreditgewährungen haben gemeinsam, dass ein Kreditvertrag das Rechtsverhältnis zwischen Kreditnehmer und Kreditgeber regelt und darin insbesondere die Kreditkonditionen festgelegt werden.

Kreditgeber
Kreditgeber im Nichtbankensektor
Der Lieferant gewährt dem Abnehmer einen Warenkredit und tritt in Vorleistung, wenn er dem Abnehmer die Waren überlässt, ohne Zug um Zug den Kaufpreis zu vereinnahmen. Dazu gehört neben dem Teilzahlungsgeschäft auch der ungeregelte Kredit des „Anschreibenlassens“ des Käufers im Einzelhandel (Bierdeckel) als zinslose Kaufpreisstundung.[22][23] Der Abnehmer wiederum gewährt dem Lieferanten Kredit, wenn er Anzahlungen oder Vorauszahlungen leistet, ohne sofort die Ware zu erhalten (Kundenkredit). Daher sind Lieferantenkredit und Kundenkredit ebenfalls Kredite. Selbst Arbeitnehmer müssen in der Regel ihre Arbeitsleistung zuerst erbringen, bevor der Arbeitgeber Lohn oder Gehalt hierfür vergütet (§ 614 Satz 1 BGB: „erst Arbeit, dann Geld“).[24] Beim Werkvertrag hat der Werkunternehmer vorzuleisten, da seine Vergütung erst nach erbrachter Werkleistung fällig wird (§ 641 Abs. 1 BGB). Die Regelung des § 16 VOB/B geht ebenfalls von der Vorleistungspflicht eines Auftragnehmers bei Werkverträgen aus.[25]

Verbreitet sind Kredite bei Nichtbanken innerhalb eines Konzerns als „konzerninterne Finanzierung“, wenn Muttergesellschaften ihren Tochtergesellschaften oder umgekehrt Kredite zur Verfügung stellen. Sie sind nach § 266 Abs. 2 B II und III HGB als „Forderungen gegen verbundene Unternehmen“ in der Bilanz gesondert auszuweisen. Auch natürliche Personen als Gesellschafter können ihrer Gesellschaft Kredite in Form von Gesellschafterdarlehen zur Verfügung stellen.

Als weitere Kreditgeber im Nichtbankensektor kommen Pfandleiher, Kredithaie und natürliche Personen in Frage, die oft als Ersatz für Kreditinstitute fungieren, bei denen Kreditnehmer keine Kredite erhalten. Während Pfandleiher und Kredithaie als gewerbliche Kreditgeber fungieren, sind natürliche Personen nicht gewerblich tätig; Verwandte oder Freunde vergeben meist aus Gefälligkeit Kredite.

Bankkredit
Der wichtigste Kreditgeber der Wirtschaft sind die Kreditinstitute. Deshalb wird Kredit umgangssprachlich meist mit dem Bankkredit assoziiert. Nach Karl Friedrich Hagenmüller besteht das Wesen des Bankkredits darin, „dass der Kreditgeber eine Leistung in der Gegenwart vollbringt und damit zum Gläubiger wird, während der Kreditnehmer sich als Schuldner verpflichtet, die Gegenleistung erst in der Zukunft zu erfüllen“.[26] Das Bankrecht befasst sich eingehend mit dem Kreditbegriff als wichtigstem Bankgeschäft. Dabei ist zu berücksichtigen, dass Finanzinnovationen zu immer neuen Kreditprodukten führen, die nur mit einer möglichst weiten Definition erfasst werden können. Der bankenaufsichtsrechtliche Kreditbegriff des § 1 Abs. 1 Nr. 2 KWG unterteilt das Kreditgeschäft in die Grundtypen der Geldleihe (Gelddarlehen) und Kreditleihe (Akzeptkredite), erwähnt den – nicht mehr üblichen – Ankauf von Wechseln und Schecks als Diskontgeschäft (Nr. 3) und das Garantiegeschäft (Nr. 8). In § 19 Abs. 1 KWG wird der Kreditbegriff ausschließlich für Millionenkredite definiert und umfasst Bilanzaktiva, Derivate (mit Ausnahme der Stillhalteverpflichtungen aus Kaufoptionen) sowie die dafür übernommenen Gewährleistungen und andere außerbilanzielle Geschäfte. Im Satz 2 und 3 dieser Bestimmung wird diese grobe Definition durch einzelne Bilanzpositionen konkretisiert. Für Organkredite nimmt § 21 KWG eine weitere Kreditdefinition vor.

Die seit Januar 2014 geltende Kapitaladäquanzverordnung (abgekürzt CRR von englisch capital requirements regulation) spricht anstatt von Kredit von Kreditrisiko und Risikopositionen und fokussiert sich außerdem auf Vorleistungen. Als Risikoposition bezeichnet Art. 5 Nr. 1 CRR einen „Aktivposten (Vermögenswert) oder einen außerbilanziellen Posten“. Nach Art. 379 Nr. 1 CRR handelt es sich um Vorleistungen, wenn ein Kreditinstitut Wertpapiere, Fremdwährungen oder Waren bezahlt hat, bevor es diese erhalten hat oder Wertpapiere, Fremdwährungen oder Waren geliefert hat, bevor es deren Bezahlung erhalten hat. Bei grenzüberschreitenden Geschäften liegen Vorleistungen vor, wenn seit der Zahlung bzw. Lieferung mindestens ein Tag vergangen ist. In Art. 392 ff. CRR ist der Großkredit geregelt und auf 10 % der anrechenbaren Eigenmittel eines Instituts kontingentiert.

Kreditnehmer
Als Kreditnehmer von Kreditinstituten kommen alle Wirtschaftssubjekte wie andere Kreditinstitute (Interbankkredite), Zentralbanken (Zentralbankgeld), Unternehmen (Investitionskredite), Staaten, Gemeinden und sonstige öffentliche Hand (Kommunalkredite) und natürliche Personen (Konsumentenkredite, Dispositionskredite) in Frage.

Text Wikipedia