EM Global Service AG
Eingereicht am 10.02.2026
EdelmetalleBeschreibung
1. Team und Hintergrund Die EM Global Service AG wurde 2010 in Liechtenstein gegründet . Hauptakteure sind Heinz Muser (geschäftsführender Gesellschafter) und Dr. Peter Riedi (Finanzökonom), die beide im Verwaltungsrat und in der Geschäftsleitung sitzen bausch-enterprise.de . Als drittes bekanntes Teammitglied gilt Ulrich Bock, zuständig für Schulung und Marketing . Laut Unternehmensangaben beschäftigten sich die Gründer bereits seit 2007 mit Edelmetall-Konzepten und gründeten schließlich EM Global Service, um sichere und kundenorientierte Edelmetall-Investments anzubieten . Die Firmenhistorie verzeichnet Meilensteine wie den Bezug eines eigenen Zollfreilagers in Triesen 2014, Anpassungen an neue Anlegerschutzgesetze 2016 sowie die Erweiterung des Angebots um Anlagediamanten im Jahr 2022 em-global-service.li . Über die Marke “Premium Diamonds”, einer Eigenmarke der EM Global Service AG, stieg das Unternehmen ins Diamanten-Investment ein . Die EM Global Service AG hat ihren Sitz in Triesen, Liechtenstein (Landstraße 114, FL-9495) und ist dort im Handelsregister (Reg.-Nr. FL-0002.354.252-0) eingetragen em-global-service.li . Heinz Muser und Peter Riedi sind als Verwaltungsräte mit Einzel- bzw. Kollektivunterschrift im Handelsregister verzeichnet . 2. Angebot und Konditionen Produkt: EM Global Service AG bietet den Erwerb von physischen Edelmetallen (Gold, Silber, Platin, Palladium) an, die für Kunden in Hochsicherheits-Tresoren in der Schweiz oder Liechtenstein gelagert werden em-global-service.li . Der Kunde erwirbt die Metalle unmittelbar und sie gehen sofort in sein Eigentum über . Die Lagerung erfolgt in Zollfreilagern, um bei Weißmetallen (Silber, Platin etc.) die Mehrwertsteuer zu sparen . Auf diese Weise verspricht man Inflationsschutz und Vermögenssicherung durch “echte Werte” statt Papiergeld . Rendite und Laufzeit: Eine feste Verzinsung wird nicht garantiert – die erwartete Rendite ergibt sich aus der Wertsteigerung der Edelmetalle. Marketingaussagen betonen die Chancen steigender Rohstoffpreise und regelmäßige Allokationsanpassungen, um die Wertsteigerung zu maximieren provenexpert.com . In manchen Quellen wird eine erwartete Rendite von rund 10% genannt (wahrscheinlich bezogen auf historische Entwicklungen), jedoch ohne vertragliche Garantie. Die Anlage ist in der Regel offen in der Laufzeit – Kunden können theoretisch jederzeit Teilauszahlungen vornehmen oder ihr Edelmetalldepot auflösen provenexpert.com . Es gibt Sparplan-Modelle (TopValue-Konzept), bei denen auch mit regelmäßigen Beiträgen investiert werden kann (z.B. um Kindern ein Edelmetall-Depot aufzubauen, wie aus Kundenberichten hervorgeht) em-global-service.li . Praktisch empfiehlt das Unternehmen Edelmetalle als langfristige Anlage, sodass Anleger einen Anlagehorizont von mehreren Jahren einplanen sollten . Kostenstruktur: Hier liegt ein wichtiger Aspekt. Offiziell wirbt EM Global mit „vollständiger Kostentransparenz“ und günstigen Großhandelskonditionen . Tatsächlich fallen aber verschiedene Gebühren an: Beim An- und Verkauf gibt es Aufschläge/Abschläge auf den Metallpreis (z.B. 250 € Aufschlag pro kg Gold beim Kauf, 180 € Abschlag beim Verkauf laut Preisverzeichnis) . Für Silber, Platin und Palladium sind entsprechende Spreads definiert . Lager- und Versicherungskosten betragen 0,09% pro Monat des Depotwerts , was etwa 1,08% p.a. entspricht. Besonders zu beachten ist eine einmalige “Konzept- bzw. Abschlussgebühr”, die nicht prominent auf der Website steht, aber in Vertragsunterlagen/AGB erwähnt wird. Ein Anleger berichtet, dass bei einer Anlage von 10.000 € eine Konzeptgebühr von 1.275 € einbehalten wurde (also ca. 12,7%!) . Solch hohe upfront-Gebühren schmälern natürlich die Anfangsinvestition erheblich. Weitere laufende Kosten können durch Umschichtungen entstehen, wobei EM Global angibt, dass interne Allokationsänderungen gebührenfrei seien . Es gibt jedoch Hinweise, dass Kunden erst auf Nachfrage detaillierte Abrechnungen erhalten – die Kontoauszüge müssen „extra angefordert“ werden und zeigen mitunter trotz steigender Metallkurse einen sinkenden Depotwert (aufgrund Gebühren) . Insgesamt ist das Modell also gekennzeichnet durch relativ hohe Anfangskosten und jährliche Lagergebühren, während die Rendite vom Metallpreis abhängig ist. Beteiligungsmodell: Der Kunde erwirbt direkt Eigentum an physischen Barren, die auf seinen Namen in einem Sammel-Depot lagern. Es handelt sich nicht um einen Fonds oder ein Darlehen, sondern um direkten Sachwert-Erwerb. Gleichwohl handelt es sich regulatorisch um ein Anlageprodukt, das unter das Vermögensanlagegesetz fallen kann, da die Edelmetalle nicht sofort ausgeliefert, sondern verwahrt werden. Seit Inkrafttreten neuer Regeln 2021 stellt EM Global hierfür die erforderlichen Informationen (z.B. Vermögensanlagen-Informationsblatt bzw. Prospekt) bereit – siehe Abschnitt Aufsichtsbehörden. Das TopValue-Konzept erlaubt flexible Einzahlungen und Umschichtungen zwischen Gold, Silber, Platin, Palladium. Zudem bietet EM Global inzwischen an, auch in Kryptowährungen (Bitcoin, Ethereum) einzuzahlen, die dann in Edelmetalle umgewandelt werden . Eine Besonderheit ist die Option, sich bei Verkauf auf Wunsch auch in Gold auszahlen zu lassen (d.h. physisches Gold entnehmen anstatt Auszahlung in Geld) . 3. Bewertungen und Erfahrungsberichte Eigene Webseite/Testimonials: Auf der Unternehmenswebsite selbst findet man einige sehr positive Erfahrungsberichte, teils von Vermittlern, teils von Kunden. Dort wird von „ausgezeichneten Möglichkeiten“ und hoher Zufriedenheit gesprochen („alles lief nach Plan… können das Unternehmen nur wärmstens empfehlen“) em-global-service.li . Diese Testimonials wirken kuratiert und sind durchweg lobend. EM Global verweist auch auf Bewertungen bei ProvenExpert. Tatsächlich zeigt ProvenExpert 102 Bewertungen mit 98% Weiterempfehlungsrate (Stand Jan 2026) . Die dortigen Kommentare sind überwiegend positiv und heben Transparenz, Service und Sicherheit hervor . Allerdings ist zu bedenken, dass ProvenExpert-Einträge vom Unternehmen selbst initiiert und gepflegt werden – kritisch gesehen sind solche Profile oft Marketing-Instrumente. Google Reviews und Social Media: Bei Google findet man ebenfalls zahlreiche 5-Sterne-Bewertungen. Eine Kundin merkte allerdings an, dass die vielen 5-Sterne-Google-Bewertungen größtenteils von Personen stammen, mit denen der zuständige Berater per Du ist – was auf mögliche Gefälligkeitsbewertungen hindeutet . Auf Facebook und YouTube betreibt EM Global aktive Aufklärungskampagnen zu Edelmetall-Themen (z.B. Videos über Zollfreilager, Megatrends etc.), die allerdings werblichen Charakter haben. Kritische Stimmen auf diesen Plattformen sind kaum sichtbar. Unabhängige Foren und Erfahrungsberichte: Deutlich aufschlussreicher sind Diskussionen in Foren und Q&A-Plattformen. Im Wertpapier-Forum fragte bereits 2011 ein Nutzer nach Erfahrungen mit EM Global . Die Resonanz war verhalten – einige forderten Transparenz, andere warnten davor, dass man sich zusätzlichen Anbieter-Risiken aussetzt statt wirklich zu diversifizieren . Konkrete Erfahrungswerte gab es damals wenige; das Angebot war noch relativ neu. In den Folgejahren tauchten allerdings Erfahrungsberichte von tatsächlichen Kunden auf: Auf Finanzfrage.net beschreibt ein Anleger (Ralf-Peter H.) seine persönliche Erfahrung, die negativ ausfiel. Nach Vertragsabschluss habe er „nur zugucken [können], wie das Geld weniger wird“. Von 10.000 € Anlage seien nach Abzug der 1.275 € Gebühr und trotz gestiegener Edelmetallpreise nur noch 8.567 € im Depot verblieben . Der Kunde fühlte sich offensichtlich getäuscht und wollte vom Widerrufsrecht Gebrauch machen – was vom Vermittler mit Verweis auf die Ausnahme für Edelmetallkäufe verweigert wurde . Ähnlich ernüchternd klingt ein anderer Erfahrungsbericht: „Kein seriöses Unternehmen. Bis zum Vertragsabschluss alles super. Dann kann man nicht nachvollziehen, was mit dem Geld passiert…“ . Diese Schilderungen legen nahe, dass manche Kunden die Kosten und Performance enttäuschend finden. Ein weiteres Indiz: In einer Diskussion bei wer-weiss-was berichtet eine Kundin 2023, ihr Berater habe wichtige Punkte (Abschlussgebühr, laufende Kosten) im Protokoll einfach durchgewinkt und zur Eile gedrängt – sie fühlte sich im Nachhinein „doof und naiv“ und ärgerte sich, nicht gründlicher gelesen zu haben wer-weiss-was.de . Sie kündigte schließlich enttäuscht ihr Depot . Positive Stimmen findet man vor allem von Vermittlern oder zufriedenen Langzeitkunden. So schreibt ein Nutzer, er sei seit 5 Jahren Kunde und habe mehrfach kostenlos die Metall-Allokation anpassen können – alles zu seiner Zufriedenheit . Solche Aussagen (teils anonym) stehen den kritischen Berichten gegenüber. Insgesamt ergibt sich ein gemischtes Bild: Sehr viele Lobeshymnen in unternehmensnahen Kanälen stehen einigen sehr kritischen Erfahrungsberichten in unabhängigen Foren gegenüber. Diese Diskrepanz wurde auch von Scam-Advisory-Seiten bemerkt (siehe Punkt 7). Man sollte also beide Seiten berücksichtigen. 4. Erwähnungen in den Medien Fach- und PR-Artikel: Die Geschäftsleitung von EM Global Service tritt häufig als Experte in Fachbeiträgen oder PR-Meldungen auf. Dr. Peter Riedi veröffentlicht z.B. Artikel über Edelmetalle als sichere Anlage (z.B. auf Blogs wie Bausch-Enterprise) bausch-enterprise.de . Darin wird das Unternehmen in ein positives Licht gerückt und als traditionsreicher Edelmetallhändler dargestellt. Heinz Muser wird in Presseartikeln als Rohstoffexperte zitiert, etwa zum Thema Zollfreilager oder zur Marktentwicklung von Gold und Diamanten premium-diamonds.com . Viele dieser Medienbeiträge erscheinen auf Plattformen, die für Content-Marketing genutzt werden, und tragen werblichen Charakter (häufig verfasst „im Herzen Europas…sicherer Hafen“ – genau wie die Eigendarstellung auf der Website). YouTube & Co.: Es gibt einen firmeneigenen YouTube-Kanal mit Imagevideos. 2019 wurde z.B. ein Video über EM Global Service veröffentlicht, das die Firma vorstellt (Produkte, Konzept) – im Wesentlichen ein Werbevideo. Daneben existieren aber auch kritische Videos von Drittquellen: Am 13.11.2024 publizierte das Portal VideoTubeNews ein Video mit dem Titel „EM Global Service AG – ein Unternehmen das wir nicht empfehlen können“ . Dieses Video (herausgegeben von vtnreime/diebewertung.de, siehe unten) deutet auf eine klare Warnung hin, auch wenn die genauen Inhalte des Videos schriftlich nicht vorliegen. Blogs und Online-Zeitungen: Besonders aktiv in der Berichterstattung ist das Leipziger Verbraucherportal diebewertung.de bzw. dessen Ableger Samstags-Zeitung. Betreiber Thomas Bremer hat über die Jahre mehrfach über EM Global Service AG berichtet . Anfangs (2016) offenbar kritisch – ein Artikel von Dezember 2016 trug den Titel „EM Global Service AG – keine Pacht, kein Gold“ (dieser Titel lässt vermuten, es ging um die Vertragsklausel, dass ohne Bezahlung der Lagergebühr kein Anspruch auf Auslieferung besteht). In der Samstags-Zeitung vom 11.11.2021 wurde berichtet, dass EM Global Service auf Anfrage bestätigt habe, die neuen BaFin-Vorgaben des Vermögensanlagengesetzes umzusetzen samstags-zeitung.de . Bremer weist darauf hin, dass sich das Angebot vorwiegend an deutsche Kunden richtet und daher die gesetzlichen Anforderungen (Transparenz zu Größe, Reinheit, Lagerort, Nachweis des Eigentums etc.) zwingend erfüllt werden müssen samstags-zeitung.de . Der Ton des Artikels ist nüchtern-informativ, jedoch war der Beitrag eingerahmt von Bremer’s genereller Skepsis – im selben Atemzug bezeichnet er EM Global als „Unternehmen, über das wir in den letzten Jahren des Öfteren berichtet haben“ . Zusammen mit dem o.g. Video („nicht empfehlen können“) zeigt dies, dass mediale Verbraucherschützer EM Global kritisch sehen. Positive Berichte in unabhängigen Medien (z.B. etablierten Finanzzeitschriften) konnten in der Recherche nicht gefunden werden – Erwähnungen stammen fast ausschließlich aus vom Unternehmen initiierten PR-Texten oder von kritischen Blogs. Pressemitteilungen: Auf openPR und ähnlichen Plattformen findet man Pressemeldungen, etwa dass EM Global regelmäßig Inhouse-Veranstaltungen für Vertriebsmitarbeiter abhält . Solche Meldungen sind jedoch nur für den Vertriebssektor relevant und bieten kaum eine Bewertung. Eine indirekte Medienresonanz ergibt sich aus einem Verfahren (siehe Aufsichtsbehörden): In juristischen Fachkreisen wurde publik, dass EM Global in Zusammenhang mit einer anderen Anlage (SEG Smart Energy/SOL’OR) gerichtlich verpflichtet wurde, Anleger auszuzahlen – diese Nachricht wurde als Erfolg für den Verbraucherschutz kommentiert. Dies ist weniger „Medienbericht“ als ein veröffentlichter Rechtstipp, der die Firma in keinem guten Licht dastehen lässt (Details unten). 5. Hinweise von Aufsichtsbehörden Liechtenstein (FMA): In Liechtenstein unterliegt der Handel mit physischen Edelmetallen an sich keiner Finanzmarkt-Lizenz, da es sich nicht um Finanzinstrumente handelt. Allerdings schreibt EM Global Service die FMA-Aufsicht groß: So wird betont, dass der jährliche Prüfbericht durch einen von der Liechtensteinischen Finanzmarktaufsicht (FMA) zugelassenen Wirtschaftsprüfer erfolgt (Art. 21 WPRG) . Auch das Zollfreilager in Triesen steht unter behördlicher Kontrolle – beworben als „Hochsicherheits-Zollfreilager unter strenger FMA-Aufsicht“ . Dies soll Vertrauen schaffen. Es liegen keine öffentlichen Warnmeldungen der FMA gegen EM Global Service AG vor, was erwarten ließe, dass die Firma zumindest formal regelkonform agiert innerhalb Liechtensteins. Der Firmensitz in FL wird gern genutzt, um Diskretion und Stabilität hervorzuheben, bietet aber auch den Vorteil außerhalb der EU-BaFin-Hoheit zu sein – dennoch gilt bei Vertrieb in Deutschland das deutsche Recht (Prospektpflicht, siehe unten). Deutschland (BaFin): Die BaFin hat unseres Wissens keine direkte Warnung über EM Global Service AG veröffentlicht. Allerdings wurde im Zuge des Kleinanlegerschutzgesetzes ab 2017 klargestellt, dass Edelmetall-Anlagen mit Verwahrung und Rückkaufversprechen als Vermögensanlage gelten und einen Prospekt benötigen dr-schulte.de . EM Global Service betont, bereits „seit Jahren“ die neuen Vorgaben umzusetzen samstags-zeitung.de . D.h. sie erstellen vermutlich einen Verkaufsprospekt bzw. Vermögensanlagen-Informationsblatt (VIB) mit Angaben zu Metallart, Reinheit, Lagerort, Nachweis des Eigentums etc., wie gesetzlich gefordert . Dies wurde am 17.08.2021 Pflicht und trifft genau ihr Produkt. Dass EMGS dies einhält, wurde gegenüber Presse bestätigt . Ein indirekter BaFin-Bezug: EM Global taucht im Kontext der SEG Smart Energy Group AG / SOL’OR auf. Die BaFin hatte 2018 der deutschen SEG Smart Energy Group AG untersagt, ohne Prospekt Einlagerungsgeschäfte mit Gold (Projekt „SOL’OR“) zu betreiben, und die Rückabwicklung angeordnet . In diese Geschäfte waren Liechtensteiner Partner eingebunden – u.a. EM Global Service AG und Valoro AG, welche wohl die tatsächlichen Goldtransaktionen ausführten. Laut einem Rechtsbericht erging am 30.06.2022 ein Gerichtsurteil, das EM Global Service AG zur Rückzahlung an einen Anleger verpflichtete; Update Januar 2025 bestätigt den Prozesserfolg für den Kläger . Dies zeigt, dass EM Global zumindest in Einzelfällen rechtlich belangt wurde, vermutlich weil sie in einem nicht BaFin-genehmigten Edelmetall-Anlageprojekt mitwirkte. Details sind komplex, aber die Botschaft ist: Die BaFin achtet auf solche Modelle. Für Anleger bedeutet das, man sollte stets prüfen, ob ein aktueller Prospekt/VIB vorliegt. EM Global Service AG ist nicht BaFin-reguliert (keine Lizenz als Finanzdienstleister) – muss sie auch nicht, solange sie nur physischen Handel betreibt –, aber Prospektpflicht und Vertriebsregeln im deutschen Markt müssen beachtet werden. Bislang sind keine offenen Maßnahmen anhängig, doch die Vergangenheit mahnt zur Vorsicht. Schweiz (FINMA): Die Schweiz ist insoweit relevant, als EM Global Vertriebspartner (Augeon AG in Lugano) und ein Zollfreilager bei Zürich hat. In Schweizer FINMA-Datenbanken wurde keine Warnung zu EM Global gefunden. Das Geschäftsmodell benötigt in CH ebenfalls keine Bewilligung, solange es reiner Warenhandel ist. Österreich: In Österreich wird das Produkt offenbar auch vertrieben (österr. Vermittler sind aktiv, wie aus Fragen auf finanzfrage.net hervorgeht ). Die FMA Österreich hat 2020/21 verstärkt auf Edelmetall-Anlagen geachtet, aber eine konkrete Warnung vor EM Global ist nicht bekannt. 6. Technische & juristische Besonderheiten Unternehmenssitz und Rechtswahl: Der Sitz in Liechtenstein bedeutet, dass Verträge formal dem liechtensteinischen Recht unterliegen (oft enthalten AGB eine entsprechende Klausel). Das kann Durchsetzung erschweren – ein enttäuschter Kunde bemerkte, dass ein Gerichtsverfahren kompliziert sei, “weil der Sitz in Liechtenstein ist” . Dennoch müssen beim Vertrieb an EU-Kunden bestimmte Verbraucherschutzregeln eingehalten werden (z.B. Prospektrecht, siehe oben). Ein wichtiger juristischer Punkt: Widerrufsrecht. Viele Kunden erwarten bei Haustür- oder Fernabsatzgeschäften ein 14-tägiges Widerrufsrecht. Jedoch greifen bei physischen Edelmetallkäufen Ausnahmen vom Widerrufsrecht (da Metallpreise schwanken). Ein Kunde versuchte zu widerrufen, wurde aber darauf hingewiesen, dass dies “bei Edelmetallkäufen nicht möglich” sei . Das heißt, sobald man den Vertrag unterschreibt, ist man gebunden. Anleger sollten das wissen, bevor sie vorschnell abschließen. Vertragliche Gestaltung: EM Global Service betont eine insolvenzsichere Lagerung – das Edelmetall wird getrennt vom Firmenvermögen verwahrt, Eigentum geht sofort auf den Kunden über . Damit soll gewährleistet sein, dass im Fall einer Firmeninsolvenz die Bestände nicht in die Masse fallen. Ein Treuhänder (Trustee) überwacht die Lagerbestände nach dem “6-Augen-Prinzip” und ein Wirtschaftsprüfer testiert jährlich die Bestände . Kunden erhalten auf Wunsch Prüfberichte. Diese Konstruktion – Eigentum beim Kunden, Firma nur Dienstleister – ist ein zentraler Sicherheitsaspekt. Allerdings in der Praxis muss man darauf vertrauen, dass die Metallbestände tatsächlich in entsprechender Menge vorhanden sind. Bisher gibt es keine Hinweise auf Fehlbestände; der jährliche Audit (durch eine von der FMA zugelassene Revisionsstelle) soll genau das sicherstellen . Zollfreilager und Steuerfreiheit: Ein technisches Detail ist die Lagerung im Offenen Zollfreilager (OZL) in Triesen sowie in Zürich/Embrach. Dadurch fallen für Silber, Platin, Palladium beim Kauf keine Mehrwertsteuern an – in Deutschland z.B. wären 19% USt auf Silber fällig, was eine erhebliche Kostenbelastung wäre. Solange die Metalle im Zolllager liegen, bleibt der Kauf steuerfrei; erst bei Auslieferung ins Heimatland würde die jeweilige Umsatzsteuer anfallen . Das ist ein legitimer Vorteil dieses Modells. Zudem unterliegt das Zollfreilager strengen Sicherheitsstandards (Klasse 10 Tresor). EM Global spricht vom “Fort Knox von Triesen” und hat die Bestände gegen Diebstahl, Raub und sogar Veruntreuung versichert – angeblich mit einer Deckungssumme von 2 Mrd. CHF provenexpert.com . Technisch bedeutet das: Selbst wenn ein Mitarbeiter Unfug treiben würde, gäbe es Versicherungsschutz. AGB-Besonderheiten: Öffentlich einsehbare AGB sind nicht direkt auf der Website verlinkt, aber einige Klauseln wurden durch die Verbraucher-Diskussionen bekannt. So gab es wohl die Klausel “keine Pacht, kein Gold” – vermutlich bedeutet das: Sollte der Kunde Lagergebühren nicht bezahlen (Pachtzins für das Lagerfach), behält sich die Firma vor, die Edelmetalle zu verwerten. Diese Klausel wurde von Verbraucherschützern kritisiert (sinngemäß „wenn du nicht zahlst, siehst du dein Gold nicht wieder“). Ebenso scheint im Vertrag verankert zu sein, dass Kontoauszüge nicht automatisch, sondern nur auf Verlangen versendet werden – das erschwert die laufende Kontrolle. Ein Kunde berichtete, der Vermittler habe ihm eingeredet, das Gesprächsprotokoll brauche er nicht genau zu lesen; dort war u.a. angekreuzt, dass er die AGB inklusive Gebühren gelesen und verstanden habe . Solche Protokolle sind seit MiFID II vorgeschrieben, aber hier wurde es scheinbar pro forma erledigt. Anleger sollten also unbedingt alle Unterlagen selbst prüfen, anstatt sich auf die Zusammenfassung des Beraters zu verlassen. Zusätzlich ermöglicht EM Global Service auf Wunsch anonyme Tafelgeschäfte in Gold (zumindest laut Werbung: „anonymer Goldkauf in unbegrenzter Höhe“ ). In Liechtenstein gelten da andere Schwellen als in der EU. Das mag technisch eine Besonderheit sein für Personen, die Wert auf Diskretion legen. 7. Unternehmenssitz, Rechtsrahmen & Lizenzierung Sitz und Unternehmenstype: EM Global Service AG ist eine Aktiengesellschaft nach liecht. Recht mit Sitz in Triesen, FL. An derselben Adresse sind noch andere Gesellschaften registriert, u.a. eine a&p consulting AG, was darauf hindeutet, dass dort ein Bürocenter oder Treuhänder sitzt . Die EMGS selbst hat ein Grundkapital unbekannter Höhe (im Handelsregister nicht ausgewiesen) und versteht sich als Handelsunternehmen für Waren aller Art, insbesondere Edelmetalle . Sie besitzt keine Bank- oder Finanzdienstleistungs-Lizenz – braucht sie auch nicht, solange das Geschäftsmodell im An- und Verkauf physischer Güter besteht und keine Verwahrung fremder Gelder über längere Zeit erfolgt. Tatsächlich fließen Kundengelder aber zunächst an EMGS, die davon Edelmetalle kauft. Hier liegt ein Graubereich: Wenn die Edelmetalle sofort übereignet werden, handelt es sich nicht um Einlagen. Daher entzieht sich EMGS der strengen Finanzaufsicht. Lizenzierungen: Weder BaFin noch FINMA noch FMA haben EM Global Service als lizenziertes Finanzinstitut gelistet. Allerdings arbeitet EMGS mit regulierten Partnern: z.B. die jährliche Bestandsprüfung erfolgt durch eine FMA-lizenzierte Revisionsgesellschaft moneyhouse.ch (2024 war dies CorPa Treuhand AG Vaduz). Vertrieblich kooperiert EMGS mit der schweizerischen Augeon AG, einem Vermögensberatungsunternehmen – Augeon fungiert als Distributor in der Schweiz seit 2019 . In Deutschland/Österreich erfolgt der Vertrieb über selbständige Berater bzw. Strukturvertriebe wie „GlobalElite & Partner“, die als Tippgeber oder Vertreter die Produkte vermitteln . Diese Vertreter benötigen in der Regel eine Gewerbeerlaubnis nach §34f GewO (Finanzanlagenvermittler) in Deutschland oder die entsprechende Konzession in Österreich. Eine BaFin-Lizenz ist für den Vertrieb von Vermögensanlagen nicht nötig, aber ein veröffentlichter Verkaufsprospekt schon (wie in Punkt 5 dargestellt). Man kann also sagen: EM Global Service selbst ist nicht reguliert, bewegt sich aber im Rahmen des rechtlich Zulässigen, sofern Prospektpflicht und Vermittlervorschriften eingehalten werden. Rechtsrahmen für Kunden: Kunden schließen einen Kauf-/Verwahrungsvertrag mit EM Global Service AG in Liechtenstein. Streitigkeiten daraus unterliegen laut Vertrag wahrscheinlich liechtensteinischem Recht und Gerichtsstand FL. Das ist für deutsche Kunden ein gewisses Risiko, weil im Ernstfall Klagen im Ausland erforderlich wären. Allerdings greifen Verbraucherschutzmechanismen z.B. über die Prospektpflicht und über das Vermittlerrecht. Es gab bereits Fälle, wo deutsche Gerichte zugunsten der Anleger entschieden: Im erwähnten SOL’OR-Fall hat das Landgericht (vermutlich Berlin) entschieden, dass EM Global Service zur Rückzahlung verpflichtet ist – was zeigt, dass deutsche Gerichte durchaus die Durchgriffshaftung anwenden, wenn ein Liechtensteiner Unternehmen am Vertrieb in Deutschland beteiligt ist . Lizenzierungen im engeren Sinne (z.B. als Finanzportfolioverwalter o.Ä.) liegen nicht vor. EMGS wirbt aber mit Zertifizierungen anderer Art: Etwa, dass die Edelmetalle nur von LBMA-zertifizierten Scheideanstalten bezogen werden . Das garantiert die Qualität der Barren (Good-Delivery-Standard). Zudem wird das IT-System als „zukunftssicher nach IKT-Richtlinie“ beschrieben – das sind jedoch eher interne Qualitätsstandards, keine offiziellen Siegel. 8. Einschätzung unabhängiger Quellen Unabhängige Bewertungen der EM Global Service AG zeichnen ein durchwachsenes Bild. Auffällig ist, dass Portale wie Trustpilot offenbar keine eigene Kategorie für EMGS haben, während Scam-Screening-Websites sehr wohl Hinweise geben. ScamAdviser, ein Dienst der Websites auf Vertrauenswürdigkeit prüft, hatte EMGS zeitweise im Mittelfeld (Trust Score 72). Aufgrund widersprüchlicher Signale stuft ScamAdviser die Seite jedoch letztlich als „möglicherweise riskant“ ein. In einer Analyse heißt es: „Mehrere, überwiegend negative Bewertungen wurden für diese Seite gefunden… insgesamt könnte die Website ein Scam sein, da wir mehrere negative Indikatoren gefunden haben“ scamadviser.com . Interessant: Dort werden exemplarisch drei Kundenrezensionen aufgeführt – zwei positiv (u.a. Eva M.: „seit 4 Jahren Kunde, rundum zufrieden“; Thomas S.: „Konzept überzeugt“) und eine vermutlich negativ (die Details der negativen fehlen, aber sie drücken den Schnitt). ScamAdviser warnt ausdrücklich, dass es ungewöhnlich ist, wenn einige Leute sehr negative und andere sehr positive Erfahrungen haben, und rät zur Vorsicht sowie Prüfung auf Fake-Bewertungen scamadviser.com . Diese Einschätzung spiegelt das oben beschriebene gespaltete Stimmungsbild wider. Verbraucherschützer/Blogs: Das Portal DieBewertung (Thomas Bremer) hat eine klare Meinung: Bremer schreibt, er könne EM Global Service nicht empfehlen . In seinen Beiträgen klingt durch, dass er vor allem die Vertriebsmethoden und anfänglichen Intransparenzen kritisiert. Auch das Verbraucherschutzforum Berlin griff das Thema auf – dort erschien 2023 ein Interview, in dem der Anwalt Jochen Resch (bekannt für Anlegerschutz) die Rolle von Edelmetall-Anlagen kritisch würdigt. In einem Nebensatz wurde ein Interview mit Uli Bock von EM Global Service erwähnt verbraucherschutzforum.berlin , was darauf hindeutet, dass das Unternehmen versucht, in solchen Foren Stellung zu beziehen. Unabhängige Finanzblogger meiden meist konkrete Firmenempfehlungen; soweit ersichtlich, hat kein renommierter Finanztest oder Verbrauchermagazin EM Global Service im Detail getestet (weder negativ noch positiv). Die vorhandenen unabhängigen Quellen stammen primär von Anwälten, die geschädigte Anleger vertreten (z.B. Fröhlich, Resch), und die dementsprechend kritisch bis warnend über EMGS berichten. So resümiert RA Sabine Fröhlich nach ihrem Prozesserfolg: Anleger der SOL’OR-Goldanlage hätten ihr Geld weitgehend verloren, aber durch das Urteil gegen EM Global bestehe Hoffnung, es zurückzubekommen – eine deutliche Warnung vor solchen Konstrukten. Scam-Checker & Co.: Neben ScamAdviser gibt es Seiten wie ScamDetector, die EMGS als „verdächtig“ einstufen. Eine Seite behauptet z.B., EM Global Service habe einen “overall low trust score” und sei möglicherweise ein Betrug scam-detector.com . Das mag pauschal formuliert sein, basiert aber auf den bekannten Indikatoren (viele Marketing-Bewertungen, wenig Traffic, Firmensitz Offshore etc.). Kurz gesagt: Unabhängige Stimmen raten zur Vorsicht. Die positiven Berichte stammen fast ausschließlich von im weitesten Sinne verbundenen Personen (Kunden in eng geführten Kommunikationskanälen, Vermittler, Content-Partner). Dagegen stammen die Warnungen von Verbraucheranwälten und Watchdog-Seiten. Diese Balance sollte ein potenzieller Investor im Hinterkopf haben. 9. Mögliche Red Flags Die Recherche offenbart eine Reihe von Warnsignalen (Red Flags), die bei EM Global Service AG zu beachten sind: Hohe und teils versteckte Kosten: Ein ganz zentrales Red Flag sind die Gebühren. Eine Abschlussgebühr von ~12% (im Beispiel) ist außergewöhnlich hoch und schmälert die Renditechancen erheblich . Dass diese Gebühr im Vertriebsgespräch offenbar nicht klar benannt wurde, ist alarmierend. Ebenso die laufende Lagergebühr von ~1% p.a. plus An- und Verkaufsspreads. Solche Kosten machen zweistellige Renditen erforderlich, nur um die Gebühren aufzuholen – unrealistische Versprechen werden nötig, um das zu rechtfertigen. Wenn irgendwo von „10% erwarteter Rendite“ die Rede war, muss man bedenken, dass allein die Einstiegskosten einen großen Teil auffressen. Intransparenz nach Vertragsabschluss: Mehrere Kunden bemängeln, dass nach dem Abschluss kaum Nachvollziehbarkeit besteht. Kontoauszüge gibt es nicht automatisch, man muss seinem Geld quasi „hinterherfragen“. Ein Nutzer schreibt: “Dann kann man nicht nachvollziehen, was mit dem Geld passiert… man kann nur zusehen, wie es weniger wird” . Das deutet auf mangelnde Transparenz hin – ein ernstes Alarmzeichen bei jeder Geldanlage. Kein Widerrufsrecht & erschwerte Kündigung: Dass Edelmetallkäufe vom Widerrufsrecht ausgenommen sind, wissen viele Laien nicht. EMGS-Vermittler nutzten dies offenbar aus, indem sie Kunden in Sicherheit wiegen, es gäbe schon ein Widerrufsformular – um dann im Ernstfall zu sagen: „April, April, geht doch nicht.“ So geschehen im obigen Fall . Auch Kündigungen dürften kompliziert sein: Man muss wohl seine Bestände verkaufen (mit Abschlag) und die Auslieferung beantragen, was Zeit und Kosten kostet. Ein Red Flag ist hier die Drängelei bei Abschluss – wenn Berater zur Eile drängen oder Protokolle unausgefüllt lassen , sollte man hellhörig werden. Vertriebsstruktur und Provisionsanreize: EM Global nutzt ein Netzwerk von selbständigen Beratern und Vertrieben (z.B. GlobalElite & Partner). Oft sind solche Konstrukte nahe am Strukturvertrieb/MLM – d.h. Berater erhalten hohe Provisionen (ein Teil der Abschlussgebühr dürfte direkt an den Vertrieb fließen). Es ist nicht bestätigt, ob EMGS ein Pyramiden-vergütungsmodell hat, aber die Aggressivität mancher Vertreter (Hausbesuche, Freundesempfehlungen, Verunglimpfung klassischer Anlagen wie Lebensversicherung) lässt darauf schließen, dass Provision statt Beratung im Vordergrund stehen könnte. In der Frage auf finanzfrage.net wurde GlobalElite explizit als “Direktvertrieb” der EMGS genannt . Hohe Provisionen sind ein Red Flag, weil sie falsche Anreize setzen – der Berater verdient am Abschluss, nicht am nachhaltigen Erfolg des Kunden. Werbeaussagen vs. Realität: Einige Werbeaussagen wirken überzogen. Beispiel: „anonymer Goldkauf in unbegrenzter Höhe“ – in Wahrheit gibt es international Geldwäscheregeln, völlige Anonymität ist illusorisch. Oder die Behauptung „kein Insolvenzrisiko“ – zwar sind die Barren im Kunden-Eigentum, aber ein Restrisiko (z.B. Betrug oder Fehlbestände) kann nie 100% ausgeschlossen werden. Absolute Sicherheit gibt es nicht, auch wenn die Präsentation es suggeriert (Stichwort „Fort Knox von Europa“). Solche Heilsversprechen gelten als Red Flag, weil seriöse Anbieter immer auch auf Risiken hinweisen würden. Vergangenheit und externe Verstrickungen: Dass EM Global in die SEG/SOL’OR-Goldaffäre verwickelt war und erst gerichtlich zu Zahlungen gezwungen werden musste, ist ein deutliches Warnsignal. Es zeigt, dass das Unternehmen bereit war, bei einem möglicherweise fragwürdigen Gold-Anlagekonstrukt mitzuwirken, welches die BaFin als unzulässig einstufte anwalt.de . Zwar mag EMGS daraus gelernt haben, aber die Tatsache steht im Raum. Kritik von Verbraucherschützern: Wenn ein bekanntes Portal wie diebewertung.de öffentlich schreibt, man könne das Unternehmen nicht empfehlen, ist das ein ernstzunehmendes Alarmzeichen . Solche Blogger erhalten oft Hinweise von Anlegern und kennen die Szene. Ihre Warnung sollte man zumindest zum Anlass nehmen, sehr genau hinzuschauen. Keine unabhängigen Prüfsiegel: Während Banken einer Einlagensicherung unterliegen oder Fonds von Aufsichtsbehörden genehmigt werden, entzieht sich EMGS solchen Kontrollen. Zwar gibt es den Verweis auf den Wirtschaftsprüfer, aber ein WP-Testat ist nicht dasselbe wie z.B. eine BaFin-Prüfung. Es existieren keine TÜV-Zertifikate o.ä. für das konkrete Angebot. Die Verantwortung liegt voll beim Anleger, dem Versprechen des Anbieters zu vertrauen. Das Fehlen jedweder externen Regulierung oder Schutzmechanismen (abgesehen von der Versicherung, deren Bedingungen man nicht kennt) ist an sich ein Red Flag bei einer Geldanlage, die als „sicher“ verkauft wird. Zusammengefasst zeigen die Red Flags, dass man es bei EM Global Service AG mit einem hochprovisionsgetriebenen Anlageprodukt zu tun hat, das nur bei idealen Rahmenbedingungen (langfristig stark steigende Metallpreise) lohnend ist, während im weniger günstigen Fall die Gebühren die Rendite auffressen. Die mangelnde Transparenz und die vorwiegend einseitig positiven Stimmen aus dem nahen Umfeld, kombiniert mit konkreten Negativerfahrungen echter Kunden, mahnen zur Vorsicht. Bevor man in dieses Edelmetall-Konzept investiert, sollte man sämtliche Unterlagen genau prüfen und sich überlegen, ob nicht der eigene direkte Kauf von Gold/Silber (z.B. über etablierte Händler oder ETF ohne hohe Ausgabeaufschläge) eine transparentere und günstigere Alternative darstellt. Forschung abgeschlossen scamadviser.com
Edelmetallkonzept mit überzeugendem Ursprung
Mitten im Herzen Europas gelegen, sind die Schweiz und Liechtenstein für ihre politische Sicherheit ebenso bekannt wie für ihre wirtschaftliche Stabilität. In turbulenten Zeiten sind diese Sicherheit und Stabilität zusammen mit Zuverlässigkeit und Diskretion mehr denn je gefragt. Beide Länder gelten von jeher als „sicherer Hafen“ in der Vermögensverwahrung.
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- Hauptakteure sind Heinz Muser (geschäftsführender Gesellschafter) und Dr. Peter Riedi (Finanzökonom), die beide im Verwaltungsrat und in der Geschäftsleitung sitzen
- Als drittes bekanntes Teammitglied gilt Ulrich Bock, zuständig für Schulung und Marketing
- Laut Unternehmensangaben beschäftigten sich die Gründer bereits seit 2007 mit Edelmetall-Konzepten und gründeten schließlich EM Global Service, um sichere und kundenorientierte Edelmetall-Investments anzubieten
- Die Firmenhistorie verzeichnet Meilensteine wie den Bezug eines eigenen Zollfreilagers in Triesen 2014, Anpassungen an neue Anlegerschutzgesetze 2016 sowie die Erweiterung des Angebots um Anlagediamanten im Jahr 2022
- Über die Marke “Premium Diamonds”, einer Eigenmarke der EM Global Service AG, stieg das Unternehmen ins Diamanten-Investment ein
- Die EM Global Service AG hat ihren Sitz in Triesen, Liechtenstein (Landstraße 114, FL-9495) und ist dort im Handelsregister (Reg.-Nr. FL-0002.354.252-0) eingetragen
- Heinz Muser und Peter Riedi sind als Verwaltungsräte mit Einzel- bzw. Kollektivunterschrift im Handelsregister verzeichnet
- 2. Angebot und Konditionen
em-global-service.li
- Der Kunde erwirbt die Metalle unmittelbar und sie gehen sofort in sein Eigentum über
- Die Lagerung erfolgt in Zollfreilagern, um bei Weißmetallen (Silber, Platin etc.) die Mehrwertsteuer zu sparen
- Auf diese Weise verspricht man Inflationsschutz und Vermögenssicherung durch “echte Werte” statt Papiergeld
- Rendite und Laufzeit: Eine feste Verzinsung wird nicht garantiert – die erwartete Rendite ergibt sich aus der Wertsteigerung der Edelmetalle. Marketingaussagen betonen die Chancen steigender Rohstoffpreise und regelmäßige Allokationsanpassungen, um die Wertsteigerung zu maximieren
- In manchen Quellen wird eine erwartete Rendite von rund 10% genannt (wahrscheinlich bezogen auf historische Entwicklungen), jedoch ohne vertragliche Garantie. Die Anlage ist in der Regel offen in der Laufzeit – Kunden können theoretisch jederzeit Teilauszahlungen vornehmen oder ihr Edelmetalldepot auflösen
- Es gibt Sparplan-Modelle (TopValue-Konzept), bei denen auch mit regelmäßigen Beiträgen investiert werden kann (z.B. um Kindern ein Edelmetall-Depot aufzubauen, wie aus Kundenberichten hervorgeht)
- Praktisch empfiehlt das Unternehmen Edelmetalle als langfristige Anlage, sodass Anleger einen Anlagehorizont von mehreren Jahren einplanen sollten
- Kostenstruktur: Hier liegt ein wichtiger Aspekt. Offiziell wirbt EM Global mit „vollständiger Kostentransparenz“ und günstigen Großhandelskonditionen
- Tatsächlich fallen aber verschiedene Gebühren an: Beim An- und Verkauf gibt es Aufschläge/Abschläge auf den Metallpreis (z.B. 250 € Aufschlag pro kg Gold beim Kauf, 180 € Abschlag beim Verkauf laut Preisverzeichnis)
- Für Silber, Platin und Palladium sind entsprechende Spreads definiert
- Lager- und Versicherungskosten betragen 0,09% pro Monat des Depotwerts
- Solch hohe upfront-Gebühren schmälern natürlich die Anfangsinvestition erheblich. Weitere laufende Kosten können durch Umschichtungen entstehen, wobei EM Global angibt, dass interne Allokationsänderungen gebührenfrei seien
- Es gibt jedoch Hinweise, dass Kunden erst auf Nachfrage detaillierte Abrechnungen erhalten – die Kontoauszüge müssen „extra angefordert“ werden und zeigen mitunter trotz steigender Metallkurse einen sinkenden Depotwert (aufgrund Gebühren)
- Insgesamt ist das Modell also gekennzeichnet durch relativ hohe Anfangskosten und jährliche Lagergebühren, während die Rendite vom Metallpreis abhängig ist.
- Eine Besonderheit ist die Option, sich bei Verkauf auf Wunsch auch in Gold auszahlen zu lassen (d.h. physisches Gold entnehmen anstatt Auszahlung in Geld)
- 3. Bewertungen und Erfahrungsberichte
em-global-service.li
- Diese Testimonials wirken kuratiert und sind durchweg lobend. EM Global verweist auch auf Bewertungen bei ProvenExpert. Tatsächlich zeigt ProvenExpert 102 Bewertungen mit 98% Weiterempfehlungsrate (Stand Jan 2026)
- Die dortigen Kommentare sind überwiegend positiv und heben Transparenz, Service und Sicherheit hervor
- Allerdings ist zu bedenken, dass ProvenExpert-Einträge vom Unternehmen selbst initiiert und gepflegt werden – kritisch gesehen sind solche Profile oft Marketing-Instrumente.
- Auf Facebook und YouTube betreibt EM Global aktive Aufklärungskampagnen zu Edelmetall-Themen (z.B. Videos über Zollfreilager, Megatrends etc.), die allerdings werblichen Charakter haben. Kritische Stimmen auf diesen Plattformen sind kaum sichtbar.
- Die Resonanz war verhalten – einige forderten Transparenz, andere warnten davor, dass man sich zusätzlichen Anbieter-Risiken aussetzt statt wirklich zu diversifizieren
- Konkrete Erfahrungswerte gab es damals wenige; das Angebot war noch relativ neu. In den Folgejahren tauchten allerdings Erfahrungsberichte von tatsächlichen Kunden auf: Auf Finanzfrage.net beschreibt ein Anleger (Ralf-Peter H.) seine persönliche Erfahrung, die negativ ausfiel. Nach Vertragsabschluss habe er „nur zugucken [können], wie das Geld weniger wird“. Von 10.000 € Anlage seien nach Abzug der 1.275 € Gebühr und trotz gestiegener Edelmetallpreise nur noch 8.567 € im Depot verblieben
- Der Kunde fühlte sich offensichtlich getäuscht und wollte vom Widerrufsrecht Gebrauch machen – was vom Vermittler mit Verweis auf die Ausnahme für Edelmetallkäufe verweigert wurde
- Ähnlich ernüchternd klingt ein anderer Erfahrungsbericht: „Kein seriöses Unternehmen. Bis zum Vertragsabschluss alles super. Dann kann man nicht nachvollziehen, was mit dem Geld passiert…“
- Diese Schilderungen legen nahe, dass manche Kunden die Kosten und Performance enttäuschend finden. Ein weiteres Indiz: In einer Diskussion bei wer-weiss-was berichtet eine Kundin 2023, ihr Berater habe wichtige Punkte (Abschlussgebühr, laufende Kosten) im Protokoll einfach durchgewinkt und zur Eile gedrängt – sie fühlte sich im Nachhinein „doof und naiv“ und ärgerte sich, nicht gründlicher gelesen zu haben
- Sie kündigte schließlich enttäuscht ihr Depot
- Positive Stimmen findet man vor allem von Vermittlern oder zufriedenen Langzeitkunden. So schreibt ein Nutzer, er sei seit 5 Jahren Kunde und habe mehrfach kostenlos die Metall-Allokation anpassen können – alles zu seiner Zufriedenheit
- Solche Aussagen (teils anonym) stehen den kritischen Berichten gegenüber. Insgesamt ergibt sich ein gemischtes Bild: Sehr viele Lobeshymnen in unternehmensnahen Kanälen stehen einigen sehr kritischen Erfahrungsberichten in unabhängigen Foren gegenüber. Diese Diskrepanz wurde auch von Scam-Advisory-Seiten bemerkt (siehe Punkt 7). Man sollte also beide Seiten berücksichtigen.
Fach- und PR-Artikel: Die Geschäftsleitung von EM Global Service tritt häufig als Experte in Fachbeiträgen oder PR-Meldungen auf. Dr. Peter Riedi veröffentlicht z.B. Artikel über Edelmetalle als sichere Anlage (z.B. auf Blogs wie Bausch-Enterprise)
bausch-enterprise.de
- Darin wird das Unternehmen in ein positives Licht gerückt und als traditionsreicher Edelmetallhändler dargestellt. Heinz Muser wird in Presseartikeln als Rohstoffexperte zitiert, etwa zum Thema Zollfreilager oder zur Marktentwicklung von Gold und Diamanten
- Viele dieser Medienbeiträge erscheinen auf Plattformen, die für Content-Marketing genutzt werden, und tragen werblichen Charakter (häufig verfasst „im Herzen Europas…sicherer Hafen“ – genau wie die Eigendarstellung auf der Website).
- Dieses Video (herausgegeben von vtnreime/diebewertung.de, siehe unten) deutet auf eine klare Warnung hin, auch wenn die genauen Inhalte des Videos schriftlich nicht vorliegen.
- Anfangs (2016) offenbar kritisch – ein Artikel von Dezember 2016 trug den Titel „EM Global Service AG – keine Pacht, kein Gold“ (dieser Titel lässt vermuten, es ging um die Vertragsklausel, dass ohne Bezahlung der Lagergebühr kein Anspruch auf Auslieferung besteht). In der Samstags-Zeitung vom 11.11.2021 wurde berichtet, dass EM Global Service auf Anfrage bestätigt habe, die neuen BaFin-Vorgaben des Vermögensanlagengesetzes umzusetzen
- Bremer weist darauf hin, dass sich das Angebot vorwiegend an deutsche Kunden richtet und daher die gesetzlichen Anforderungen (Transparenz zu Größe, Reinheit, Lagerort, Nachweis des Eigentums etc.) zwingend erfüllt werden müssen
- Der Ton des Artikels ist nüchtern-informativ, jedoch war der Beitrag eingerahmt von Bremer’s genereller Skepsis – im selben Atemzug bezeichnet er EM Global als „Unternehmen, über das wir in den letzten Jahren des Öfteren berichtet haben“
- Zusammen mit dem o.g. Video („nicht empfehlen können“) zeigt dies, dass mediale Verbraucherschützer EM Global kritisch sehen. Positive Berichte in unabhängigen Medien (z.B. etablierten Finanzzeitschriften) konnten in der Recherche nicht gefunden werden – Erwähnungen stammen fast ausschließlich aus vom Unternehmen initiierten PR-Texten oder von kritischen Blogs.
- Solche Meldungen sind jedoch nur für den Vertriebssektor relevant und bieten kaum eine Bewertung. Eine indirekte Medienresonanz ergibt sich aus einem Verfahren (siehe Aufsichtsbehörden): In juristischen Fachkreisen wurde publik, dass EM Global in Zusammenhang mit einer anderen Anlage (SEG Smart Energy/SOL’OR) gerichtlich verpflichtet wurde, Anleger auszuzahlen – diese Nachricht wurde als Erfolg für den Verbraucherschutz kommentiert. Dies ist weniger „Medienbericht“ als ein veröffentlichter Rechtstipp, der die Firma in keinem guten Licht dastehen lässt (Details unten).
Liechtenstein (FMA): In Liechtenstein unterliegt der Handel mit physischen Edelmetallen an sich keiner Finanzmarkt-Lizenz, da es sich nicht um Finanzinstrumente handelt. Allerdings schreibt EM Global Service die FMA-Aufsicht groß: So wird betont, dass der jährliche Prüfbericht durch einen von der Liechtensteinischen Finanzmarktaufsicht (FMA) zugelassenen Wirtschaftsprüfer erfolgt (Art. 21 WPRG)
- Auch das Zollfreilager in Triesen steht unter behördlicher Kontrolle – beworben als „Hochsicherheits-Zollfreilager unter strenger FMA-Aufsicht“
- Dies soll Vertrauen schaffen. Es liegen keine öffentlichen Warnmeldungen der FMA gegen EM Global Service AG vor, was erwarten ließe, dass die Firma zumindest formal regelkonform agiert innerhalb Liechtensteins. Der Firmensitz in FL wird gern genutzt, um Diskretion und Stabilität hervorzuheben, bietet aber auch den Vorteil außerhalb der EU-BaFin-Hoheit zu sein – dennoch gilt bei Vertrieb in Deutschland das deutsche Recht (Prospektpflicht, siehe unten).
dr-schulte.de
- EM Global Service betont, bereits „seit Jahren“ die neuen Vorgaben umzusetzen
- D.h. sie erstellen vermutlich einen Verkaufsprospekt bzw. Vermögensanlagen-Informationsblatt (VIB) mit Angaben zu Metallart, Reinheit, Lagerort, Nachweis des Eigentums etc., wie gesetzlich gefordert
- Dies wurde am 17.08.2021 Pflicht und trifft genau ihr Produkt. Dass EMGS dies einhält, wurde gegenüber Presse bestätigt
- Ein indirekter BaFin-Bezug: EM Global taucht im Kontext der SEG Smart Energy Group AG / SOL’OR auf. Die BaFin hatte 2018 der deutschen SEG Smart Energy Group AG untersagt, ohne Prospekt Einlagerungsgeschäfte mit Gold (Projekt „SOL’OR“) zu betreiben, und die Rückabwicklung angeordnet
- In diese Geschäfte waren Liechtensteiner Partner eingebunden – u.a. EM Global Service AG und Valoro AG, welche wohl die tatsächlichen Goldtransaktionen ausführten. Laut einem Rechtsbericht erging am 30.06.2022 ein Gerichtsurteil, das EM Global Service AG zur Rückzahlung an einen Anleger verpflichtete; Update Januar 2025 bestätigt den Prozesserfolg für den Kläger
- Dies zeigt, dass EM Global zumindest in Einzelfällen rechtlich belangt wurde, vermutlich weil sie in einem nicht BaFin-genehmigten Edelmetall-Anlageprojekt mitwirkte. Details sind komplex, aber die Botschaft ist: Die BaFin achtet auf solche Modelle. Für Anleger bedeutet das, man sollte stets prüfen, ob ein aktueller Prospekt/VIB vorliegt. EM Global Service AG ist nicht BaFin-reguliert (keine Lizenz als Finanzdienstleister) – muss sie auch nicht, solange sie nur physischen Handel betreibt –, aber Prospektpflicht und Vertriebsregeln im deutschen Markt müssen beachtet werden. Bislang sind keine offenen Maßnahmen anhängig, doch die Vergangenheit mahnt zur Vorsicht.
Österreich: In Österreich wird das Produkt offenbar auch vertrieben (österr. Vermittler sind aktiv, wie aus Fragen auf finanzfrage.net hervorgeht
). Die FMA Österreich hat 2020/21 verstärkt auf Edelmetall-Anlagen geachtet, aber eine konkrete Warnung vor EM Global ist nicht bekannt.
6. Technische & juristische Besonderheiten
Unternehmenssitz und Rechtswahl: Der Sitz in Liechtenstein bedeutet, dass Verträge formal dem liechtensteinischen Recht unterliegen (oft enthalten AGB eine entsprechende Klausel). Das kann Durchsetzung erschweren – ein enttäuschter Kunde bemerkte, dass ein Gerichtsverfahren kompliziert sei, “weil der Sitz in Liechtenstein ist”
- Dennoch müssen beim Vertrieb an EU-Kunden bestimmte Verbraucherschutzregeln eingehalten werden (z.B. Prospektrecht, siehe oben). Ein wichtiger juristischer Punkt: Widerrufsrecht. Viele Kunden erwarten bei Haustür- oder Fernabsatzgeschäften ein 14-tägiges Widerrufsrecht. Jedoch greifen bei physischen Edelmetallkäufen Ausnahmen vom Widerrufsrecht (da Metallpreise schwanken). Ein Kunde versuchte zu widerrufen, wurde aber darauf hingewiesen, dass dies “bei Edelmetallkäufen nicht möglich” sei
- Das heißt, sobald man den Vertrag unterschreibt, ist man gebunden. Anleger sollten das wissen, bevor sie vorschnell abschließen.
- Damit soll gewährleistet sein, dass im Fall einer Firmeninsolvenz die Bestände nicht in die Masse fallen. Ein Treuhänder (Trustee) überwacht die Lagerbestände nach dem “6-Augen-Prinzip” und ein Wirtschaftsprüfer testiert jährlich die Bestände
- Kunden erhalten auf Wunsch Prüfberichte. Diese Konstruktion – Eigentum beim Kunden, Firma nur Dienstleister – ist ein zentraler Sicherheitsaspekt. Allerdings in der Praxis muss man darauf vertrauen, dass die Metallbestände tatsächlich in entsprechender Menge vorhanden sind. Bisher gibt es keine Hinweise auf Fehlbestände; der jährliche Audit (durch eine von der FMA zugelassene Revisionsstelle) soll genau das sicherstellen
- Zollfreilager und Steuerfreiheit: Ein technisches Detail ist die Lagerung im Offenen Zollfreilager (OZL) in Triesen sowie in Zürich/Embrach. Dadurch fallen für Silber, Platin, Palladium beim Kauf keine Mehrwertsteuern an
- Das ist ein legitimer Vorteil dieses Modells. Zudem unterliegt das Zollfreilager strengen Sicherheitsstandards (Klasse 10 Tresor). EM Global spricht vom “Fort Knox von Triesen” und hat die Bestände gegen Diebstahl, Raub und sogar Veruntreuung versichert – angeblich mit einer Deckungssumme von 2 Mrd. CHF
- Technisch bedeutet das: Selbst wenn ein Mitarbeiter Unfug treiben würde, gäbe es Versicherungsschutz.
- Solche Protokolle sind seit MiFID II vorgeschrieben, aber hier wurde es scheinbar pro forma erledigt. Anleger sollten also unbedingt alle Unterlagen selbst prüfen, anstatt sich auf die Zusammenfassung des Beraters zu verlassen.
). In Liechtenstein gelten da andere Schwellen als in der EU. Das mag technisch eine Besonderheit sein für Personen, die Wert auf Diskretion legen.
7. Unternehmenssitz, Rechtsrahmen & Lizenzierung
Sitz und Unternehmenstype: EM Global Service AG ist eine Aktiengesellschaft nach liecht. Recht mit Sitz in Triesen, FL. An derselben Adresse sind noch andere Gesellschaften registriert, u.a. eine a&p consulting AG, was darauf hindeutet, dass dort ein Bürocenter oder Treuhänder sitzt
- Die EMGS selbst hat ein Grundkapital unbekannter Höhe (im Handelsregister nicht ausgewiesen) und versteht sich als Handelsunternehmen für Waren aller Art, insbesondere Edelmetalle
- Sie besitzt keine Bank- oder Finanzdienstleistungs-Lizenz – braucht sie auch nicht, solange das Geschäftsmodell im An- und Verkauf physischer Güter besteht und keine Verwahrung fremder Gelder über längere Zeit erfolgt. Tatsächlich fließen Kundengelder aber zunächst an EMGS, die davon Edelmetalle kauft. Hier liegt ein Graubereich: Wenn die Edelmetalle sofort übereignet werden, handelt es sich nicht um Einlagen. Daher entzieht sich EMGS der strengen Finanzaufsicht. Lizenzierungen: Weder BaFin noch FINMA noch FMA haben EM Global Service als lizenziertes Finanzinstitut gelistet. Allerdings arbeitet EMGS mit regulierten Partnern: z.B. die jährliche Bestandsprüfung erfolgt durch eine FMA-lizenzierte Revisionsgesellschaft
(2024 war dies CorPa Treuhand AG Vaduz). Vertrieblich kooperiert EMGS mit der schweizerischen Augeon AG, einem Vermögensberatungsunternehmen – Augeon fungiert als Distributor in der Schweiz seit 2019
- In Deutschland/Österreich erfolgt der Vertrieb über selbständige Berater bzw. Strukturvertriebe wie „GlobalElite & Partner“, die als Tippgeber oder Vertreter die Produkte vermitteln
- Diese Vertreter benötigen in der Regel eine Gewerbeerlaubnis nach §34f GewO (Finanzanlagenvermittler) in Deutschland oder die entsprechende Konzession in Österreich. Eine BaFin-Lizenz ist für den Vertrieb von Vermögensanlagen nicht nötig, aber ein veröffentlichter Verkaufsprospekt schon (wie in Punkt 5 dargestellt). Man kann also sagen: EM Global Service selbst ist nicht reguliert, bewegt sich aber im Rahmen des rechtlich Zulässigen, sofern Prospektpflicht und Vermittlervorschriften eingehalten werden.
- Lizenzierungen im engeren Sinne (z.B. als Finanzportfolioverwalter o.Ä.) liegen nicht vor. EMGS wirbt aber mit Zertifizierungen anderer Art: Etwa, dass die Edelmetalle nur von LBMA-zertifizierten Scheideanstalten bezogen werden
- Das garantiert die Qualität der Barren (Good-Delivery-Standard). Zudem wird das IT-System als „zukunftssicher nach IKT-Richtlinie“ beschrieben – das sind jedoch eher interne Qualitätsstandards, keine offiziellen Siegel.
Unabhängige Bewertungen der EM Global Service AG zeichnen ein durchwachsenes Bild. Auffällig ist, dass Portale wie Trustpilot offenbar keine eigene Kategorie für EMGS haben, während Scam-Screening-Websites sehr wohl Hinweise geben. ScamAdviser, ein Dienst der Websites auf Vertrauenswürdigkeit prüft, hatte EMGS zeitweise im Mittelfeld (Trust Score 72). Aufgrund widersprüchlicher Signale stuft ScamAdviser die Seite jedoch letztlich als „möglicherweise riskant“ ein. In einer Analyse heißt es: „Mehrere, überwiegend negative Bewertungen wurden für diese Seite gefunden… insgesamt könnte die Website ein Scam sein, da wir mehrere negative Indikatoren gefunden haben“
scamadviser.com
- Interessant: Dort werden exemplarisch drei Kundenrezensionen aufgeführt – zwei positiv (u.a. Eva M.: „seit 4 Jahren Kunde, rundum zufrieden“; Thomas S.: „Konzept überzeugt“) und eine vermutlich negativ (die Details der negativen fehlen, aber sie drücken den Schnitt). ScamAdviser warnt ausdrücklich, dass es ungewöhnlich ist, wenn einige Leute sehr negative und andere sehr positive Erfahrungen haben, und rät zur Vorsicht sowie Prüfung auf Fake-Bewertungen
- Diese Einschätzung spiegelt das oben beschriebene gespaltete Stimmungsbild wider.
- In seinen Beiträgen klingt durch, dass er vor allem die Vertriebsmethoden und anfänglichen Intransparenzen kritisiert. Auch das Verbraucherschutzforum Berlin griff das Thema auf – dort erschien 2023 ein Interview, in dem der Anwalt Jochen Resch (bekannt für Anlegerschutz) die Rolle von Edelmetall-Anlagen kritisch würdigt. In einem Nebensatz wurde ein Interview mit Uli Bock von EM Global Service erwähnt
, was darauf hindeutet, dass das Unternehmen versucht, in solchen Foren Stellung zu beziehen. Unabhängige Finanzblogger meiden meist konkrete Firmenempfehlungen; soweit ersichtlich, hat kein renommierter Finanztest oder Verbrauchermagazin EM Global Service im Detail getestet (weder negativ noch positiv). Die vorhandenen unabhängigen Quellen stammen primär von Anwälten, die geschädigte Anleger vertreten (z.B. Fröhlich, Resch), und die dementsprechend kritisch bis warnend über EMGS berichten. So resümiert RA Sabine Fröhlich nach ihrem Prozesserfolg: Anleger der SOL’OR-Goldanlage hätten ihr Geld weitgehend verloren, aber durch das Urteil gegen EM Global bestehe Hoffnung, es zurückzubekommen – eine deutliche Warnung vor solchen Konstrukten.
Scam-Checker & Co.: Neben ScamAdviser gibt es Seiten wie ScamDetector, die EMGS als „verdächtig“ einstufen. Eine Seite behauptet z.B., EM Global Service habe einen “overall low trust score” und sei möglicherweise ein Betrug
scam-detector.com
- Das mag pauschal formuliert sein, basiert aber auf den bekannten Indikatoren (viele Marketing-Bewertungen, wenig Traffic, Firmensitz Offshore etc.). Kurz gesagt: Unabhängige Stimmen raten zur Vorsicht. Die positiven Berichte stammen fast ausschließlich von im weitesten Sinne verbundenen Personen (Kunden in eng geführten Kommunikationskanälen, Vermittler, Content-Partner). Dagegen stammen die Warnungen von Verbraucheranwälten und Watchdog-Seiten. Diese Balance sollte ein potenzieller Investor im Hinterkopf haben.
Die Recherche offenbart eine Reihe von Warnsignalen (Red Flags), die bei EM Global Service AG zu beachten sind:
Hohe und teils versteckte Kosten: Ein ganz zentrales Red Flag sind die Gebühren. Eine Abschlussgebühr von ~12% (im Beispiel) ist außergewöhnlich hoch und schmälert die Renditechancen erheblich
- Dass diese Gebühr im Vertriebsgespräch offenbar nicht klar benannt wurde, ist alarmierend. Ebenso die laufende Lagergebühr von ~1% p.a. plus An- und Verkaufsspreads. Solche Kosten machen zweistellige Renditen erforderlich, nur um die Gebühren aufzuholen – unrealistische Versprechen werden nötig, um das zu rechtfertigen. Wenn irgendwo von „10% erwarteter Rendite“ die Rede war, muss man bedenken, dass allein die Einstiegskosten einen großen Teil auffressen.
- Das deutet auf mangelnde Transparenz hin – ein ernstes Alarmzeichen bei jeder Geldanlage.
- Auch Kündigungen dürften kompliziert sein: Man muss wohl seine Bestände verkaufen (mit Abschlag) und die Auslieferung beantragen, was Zeit und Kosten kostet. Ein Red Flag ist hier die Drängelei bei Abschluss – wenn Berater zur Eile drängen oder Protokolle unausgefüllt lassen
Vertriebsstruktur und Provisionsanreize: EM Global nutzt ein Netzwerk von selbständigen Beratern und Vertrieben (z.B. GlobalElite & Partner). Oft sind solche Konstrukte nahe am Strukturvertrieb/MLM – d.h. Berater erhalten hohe Provisionen (ein Teil der Abschlussgebühr dürfte direkt an den Vertrieb fließen). Es ist nicht bestätigt, ob EMGS ein Pyramiden-vergütungsmodell hat, aber die Aggressivität mancher Vertreter (Hausbesuche, Freundesempfehlungen, Verunglimpfung klassischer Anlagen wie Lebensversicherung) lässt darauf schließen, dass Provision statt Beratung im Vordergrund stehen könnte. In der Frage auf finanzfrage.net wurde GlobalElite explizit als “Direktvertrieb” der EMGS genannt
- Hohe Provisionen sind ein Red Flag, weil sie falsche Anreize setzen – der Berater verdient am Abschluss, nicht am nachhaltigen Erfolg des Kunden.
– in Wahrheit gibt es international Geldwäscheregeln, völlige Anonymität ist illusorisch. Oder die Behauptung „kein Insolvenzrisiko“
– zwar sind die Barren im Kunden-Eigentum, aber ein Restrisiko (z.B. Betrug oder Fehlbestände) kann nie 100% ausgeschlossen werden. Absolute Sicherheit gibt es nicht, auch wenn die Präsentation es suggeriert (Stichwort „Fort Knox von Europa“). Solche Heilsversprechen gelten als Red Flag, weil seriöse Anbieter immer auch auf Risiken hinweisen würden.
Vergangenheit und externe Verstrickungen: Dass EM Global in die SEG/SOL’OR-Goldaffäre verwickelt war und erst gerichtlich zu Zahlungen gezwungen werden musste, ist ein deutliches Warnsignal. Es zeigt, dass das Unternehmen bereit war, bei einem möglicherweise fragwürdigen Gold-Anlagekonstrukt mitzuwirken, welches die BaFin als unzulässig einstufte
anwalt.de
- Zwar mag EMGS daraus gelernt haben, aber die Tatsache steht im Raum.
- Solche Blogger erhalten oft Hinweise von Anlegern und kennen die Szene. Ihre Warnung sollte man zumindest zum Anlass nehmen, sehr genau hinzuschauen.
Zusammengefasst zeigen die Red Flags, dass man es bei EM Global Service AG mit einem hochprovisionsgetriebenen Anlageprodukt zu tun hat, das nur bei idealen Rahmenbedingungen (langfristig stark steigende Metallpreise) lohnend ist, während im weniger günstigen Fall die Gebühren die Rendite auffressen. Die mangelnde Transparenz und die vorwiegend einseitig positiven Stimmen aus dem nahen Umfeld, kombiniert mit konkreten Negativerfahrungen echter Kunden, mahnen zur Vorsicht. Bevor man in dieses Edelmetall-Konzept investiert, sollte man sämtliche Unterlagen genau prüfen und sich überlegen, ob nicht der eigene direkte Kauf von Gold/Silber (z.B. über etablierte Händler oder ETF ohne hohe Ausgabeaufschläge) eine transparentere und günstigere Alternative darstellt.
Forschung abgeschlossen
scamadviser.com
| Kriterium | Punkte | Begründung |
|---|---|---|
| Transparenz des Anbieters | 5/15 | Die Transparenz ist eingeschränkt, da viele Kosten nicht klar kommuniziert werden und die Nachvollziehbarkeit der Anlage nach Vertragsabschluss bemängelt wird. |
| Finanzkennzahlen & Rendite | 5/15 | Es gibt keine garantierte Rendite und die Gebührenstruktur ist hoch, was die finanziellen Aussichten dämpft. |
| Reputation & Öffentlichkeit | 4/10 | Die Reputation ist gemischt, mit positiven unternehmensnahen Bewertungen und kritischen Stimmen in unabhängigen Foren. |
| Regulierung & Zertifizierungen | 5/10 | Die Firma ist nicht umfassend reguliert und es fehlen unabhängige Prüfsiegel, was das Vertrauen beeinträchtigt. |
| Investorenerfahrungen | 3/10 | Es gibt sowohl zufriedene Kunden als auch enttäuschte Anleger, die die Kosten und die Performance als unzureichend empfinden. |
| Liquidität & Exit | 5/10 | Die Liquidität ist durch die Möglichkeit der jederzeitigen Auflösung gegeben, jedoch mit potenziellen Kosten verbunden. |
| Risiken | 8/15 | Es bestehen erhebliche Risiken durch die hohen Gebühren und die Abhängigkeit von Edelmetallpreisen, jedoch sind die Bestände versichert. |
| Innovationsgrad | 3/5 | Das Angebot ist standardisiert im Bereich Edelmetalle, mit einigen innovativen Ansätzen wie der Lagerung in Zollfreilagern. |
| Nachhaltigkeit & Ethik | 8/10 | Edelmetalle gelten als nachhaltige Anlage, jedoch ist die ethische Transparenz des Unternehmens unklar. |
| Gesamt | 46/100 |
⚠️ Wichtiger Hinweis
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Die Bewertung kann sich ändern, wenn neue Informationen verfügbar werden. Investitionsentscheidungen sollten stets auf eigener, gründlicher Recherche basieren. Jede Investition birgt Risiken, einschließlich des möglichen Verlusts des eingesetzten Kapitals.

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