Heutzutage gelten Passivhäuser als führender Standard beim Energie sparenden Bauen – weltweit. Nullenergiehäuser können Sie als technische Weiterentwicklung dieser Passivhäuser betrachten. In welchen Punkten genau unterscheiden sich Passivhäuser und Null-Energiehaus? Warum lohnt sich die Investition in diese neue Bauweise? In diesem Artikel erhalten Sie zahlreiche Informationen zum Thema!

Sieben Gründe, warum Sie 2019 in Nullenergiehäuser investieren sollten

1. Der gravierende Unterschied zwischen einem Passivhaus und einem Null-Energiehaus

Passivhäuser weisen eine hoch wirksame Wärmedämmung aus. Diese liefert – im direkten Vergleich zu einem herkömmlichen Neubau – eine deutliche Senkung der Heizkosten. Die Einsparung beträgt rund 75 Prozent.

Nullenergiehäuser stellen die benötigte Energie für Strom, Heizung und Warmwasser selbst her. Doch auch wenn ein Null-Energiehaus sich tatsächlich selbst mit Energie versorgen kann, liegt der Ausgleich zwischen benötigter und geschaffener Energie in der Regel nur rein rechnerisch vor.

Mit dem Bau eines Nullenergiehauses gehen Sie hinsichtlich der Energieneutralität eindeutig in die richtige Richtung. Dennoch werden Sie damit nicht automatisch energieautark leben. In bestimmten Zeiträumen werden Sie mehr Heizenergie und Strom benötigen und dazu auf eine externe Energiezufuhr zurückgreifen. Energieautarkie schaffen Sie erst mit einem Gebäude, das unter dem Strich mehr Energie erzeugt, als es selbst benötigt. Diese Bedingungen sind mit einem so genannten Plus-Energiehaus erfüllt.

Doch auch wenn Sie beispielsweise im Winter auf externe Heizenergie zurückgreifen, bietet Ihnen ein Nullenergiehaus deutliche Vorteile. Mehr zu diesem konkreten Thema finden Sie unter Punkt 6 – „Finanzielle Vorteile und Investitionshilfen“.

 

2. Nullenergiehäuser weisen eine optimierte Wärmedämmung auf

Die Grundlage des enorm hohen Standards eines Nullenergiehauses bildet die optimale Isolation gegen Wärmeverluste. Realisiert werden diese Anforderungen in erster Linie mit

  • dicken Schichten von Dämmmaterialien,
  • der Vermeidung so genannter Wärmebrücken und
  • dreifach verglasten Fenstern und Außentüren.

Entsprechend hochwertig ist die technische Ausrüstung. Ein Null-Energiehaus ist mit einer luftdichten Gebäudehülle, einer optimierten Wärmedämmung sowie einer Perimeterdämmung versehen. Bei einer Perimeterdämmung handelt es sich um eine Variante der Wärmedämmung. Sie betrifft die außenseitigen Bauteile von Gebäuden, die mit der Erde in Kontakt sind. Perimeterdämmungen finden Sie beispielsweise unterhalb der Bodenplatte sowie an den Außenseiten von Kellerwänden, die sich im Erdreich befinden.

Die Fenster der Nullenergiehäuser sind hochgradig wärmegedämmt; hinzu kommen eine kontrollierte Belüftung und eine technisch ausgereifte Belüftungsanlage.

 

3. Energiegewinnung dank Solar und Erdwärme

Die benötigte Energie bezieht ein Nullenergiehaus in der Regel über eine Solaranlage. Eine solche netzgekoppelte Photovoltaik-Anlage erzeugt Gleichstrom aus dem Sonnenlicht, das auf die Solarzellen fällt. Ein Wechselrichter wandelt den Gleichstrom in Wechselstrom um, der ins Stromnetz eingespeist wird und für elektrische Geräte etc. zur Verfügung steht.

Zusätzlich können Sie mit Erdkollektoren und Wärmepumpen arbeiten. Erdkollektoren wandeln die in der Erde gespeicherte Sonnenenergie in Wärmeenergie um und leiten sie an eine Wärmepumpe weiter. Dort wird die Wärmeenergie an das Heizsystem abgegeben.

 

4. Hoher Wohnkomfort im Null-Energiehaus

In einem Null-Energiehaus herrscht über das gesamte Jahr eine gleichbleibende Innentemperatur. Nullenergiehäuser sind standardmäßig mit modernen Lüftungsanlagen ausgestattet. Wärmetauscher heizen die angesaugte Frischluft vor, indem sie der verbrauchten Luft die Wärme entziehen. So zirkuliert im Gebäude stets frische Luft, die frei ist von Staub und Pollen. Selbst in den mittlerweile überdurchschnittlich heißen Sommermonaten profitieren Sie im Gebäude von angenehm niedrigen Temperaturen.

 

5. Aktiver Beitrag zum Klimaschutz

Nullenergiehäuser werden mit dem Ziel gebaut, einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. So genannte energieautarke Häuser sind in diesem Zusammenhang weniger sinnvoll. Warum ist das so?

Energieautarke Häuser versorgen sich vollständig vom eigenen Grundstück aus. Sie verzichten auf jegliche Anschlüsse zum Energienetz sowie auf externe Lieferungen von Brennstoffen. Energieautarke Häuser gewinnen ihre Energie im Winter aus Brennstoff-Zellen. Diese Zellen verbrennen im Sommer Wasserstoff; die daraus erzeugte Energie wird auf dem Grundstück gespeichert. Die Errichtung solcher Systeme ist mit enorm hohen Kosten verbunden, und die Investition rentiert sich hinsichtlich der Ökobilanz nicht.

Bei Nullenergiehäusern dagegen wird ein Anschluss ans öffentliche Netz realisiert. Energieangebot und Nachfrage schwanken bereits im Laufe eines Jahres deutlich; ein Null-Energiehaus kann beim Ausgleich dieser Schwankungen nachweislich helfen. Die Energie, die das Haus nicht selbst benötigt, wird in das öffentliche Netz eingespeist; somit leistet ein Nullenergiehaus nachweislich einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz.

5.1 Return of Investment der „grauen Energie“

Mit „grauer Energie“ meinen Fachleute diejenige Energie, die zum Bau des netzgekoppelten Nullenergiehauses benötigt und eingesetzt wird. Berechnungen zeigen, dass die Kosten für die graue Energie im Laufe von durchschnittlich zwölf Jahren nach Fertigstellung des Gebäudes eingespart sind. Voraussetzung dafür ist ein hoher technischer Standard der Nullenergiehäusersowie deren Dämmung.

 

6. Finanzielle Vorteile und Investitionshilfen

Im Vergleich zum Passivhaus werden Nullenergiehäuser bislang nur vereinzelt gebaut. Die Gründe dafür sind nachvollziehbar, denn bei einem Null-Energiehaus handelt es sich um eine vergleichsweise hohe Investition in die Zukunft. Um den Bedarf an warmem Wasser für eine vierköpfige Familie zu decken, sind sechs Quadratmeter Sonnenkollektoren und ein Wasserspeicher mit einem Fassungsvermögen von wenigstens 300 Litern notwendig.

Dennoch ist es sinnvoll für Sie, in ein Nullenergiehaus zu investieren.

6.1 Verkauf überschüssiger Energie

Der Begriff „Verkauf“ trifft es nicht genau, doch bietet er sich in diesem Zusammenhang an. Überschüssige Wärme, die Ihr Nullenergiehaus produziert hat, aber nicht von Ihnen benötigt wird, können Sie an andere Abnehmer weitergeben. Im Grunde funktioniert dies über die Einspeisung in das öffentliche Stromnetz. Haben Sie Ihren Energiebedarf genau berechnet, können Sie Ihre Umgebung durchaus mit Energie versorgen. So leben Sie nicht nur umweltschonend, Sie profitieren auch finanziell.

6.2 Deutliche Ersparnisse

Für die aufwändigen technischen Anlagen in einem Null-Energiehaus müssen Sie zunächst einiges an Kapital investieren. Doch es ist kein Geheimnis, dass die Kosten für Energie aus vorhandenen Ressourcen mit der Zeit weiter steigen werden. Die Rohstoffe sind knapp, die Nachfrage wird steigen – und damit die Preise. Je teurer diese Energien werden, um so höher ist Ihre Ersparnis.

 

7. Die EU-Gebäuderichtlinie

Diese Richtlinie sagt aus, dass alle privaten Neubauten ab dem 1. Januar 2021 den neuen Standard eines „Niedrigstenergie-Gebäudes“ erfüllen müssen. Ein solches Gebäude wird definiert als ein Gebäude mit einer sehr hohen Gesamtenergieeffizienz.

Der sehr geringe oder sogar fast bei Null liegende Energiebedarf soll zu einem wesentlichen Teil aus erneuerbarer Energie gedeckt werden. Dabei sollen auch Quellen am Standort oder in der Nähe berücksichtigt werden.

Für Gebäude der öffentlichen Hand gilt diese Richtlinie bereits ab 2019.

Geldcoach Marco

Über den Autor: Meine Leidenschaft ist es als Geldcoach Menschen dabei zu helfen sich aus dem Hamsterrad zu befreien. Eine Beratungsession mit mir kannst du hier buchen: https://geldcoach.org/