Bildung wird in Deutschland als eines der höchsten Güter gepriesen und das zu Recht. Sie ist essentieller Bestandteil unserer Gesellschaft und schafft den Großteil unseres Wohlstands. In Deutschland zählen weder Bodenschätze noch rohe Arbeitskraft, sondern viel mehr Humankapital. Humankapital, das sind Fähigkeiten, Kenntnisse und Verhaltensweisen durch die einen berufstätiger Geld erlangen kann. Hier geht es spezifisch um das, was sich auf dem Markt am besten feil bieten lässt. Genau diese Fähigkeiten werden in der Schulzeit und während des Studiums ausgebildet. Unser Bildungssystem baut maßgeblich darauf auf Bruttoinlandsprodukt zu erzeugen und Wohlstand zu schaffen. Was dabei jedoch auf der Strecke bleibt ist der wichtigste Faktor, für finanziellen Reichtum – Finanzen selbst! Dabei ist kompetenter Umgang mit Geld eine Ressource auf die jeder Zugriff haben sollte.

Du hast Probleme!

Wenn es um Geld geht haben wir alle hin und wieder Probleme. Warum? – Weil Geld in unserer Gesellschaft bis in jeden Bereich vordringt. Die meisten Probleme lassen sich mit Geld lösen und sich deshalb auch als Geldprobleme sehen. Wenn wir diese Probleme lösen wollen, dann brauchen wir jedoch nicht nur Geld sondern auch Geldverständnis. Finanzielle Bildung ist die beste Absicherung, die es für die Zukunft geben kann. Wer weiß, wie Geld entsteht, welchen Regeln es folgt und wie es sich am profitabelsten einsetzen lässt, der hat die Kontrolle über sein Geld. Und wer keine Kontrolle über sein Geld hat, der wird vom Geld kontrolliert. Deshalb weil er es zum Überleben benötigt, zwingend. Ob wir unser Geldsystem lieben oder verachten, vorerst können wir es nicht verlassen und sollten deshalb darauf achten uns in dieser geschlossenen Welt zurechtzufinden. Beim Bereisen fremder Länder empfehlen sich Karten und Reiseführer – wenn es um die Welt des Geldes geht Coaches und Finanzlektüre.

Wirtschaft ist für uns alle Neuland…

Nicht das „Internet“ sondern die „Wirtschaft“ ist für die meisten Deutschen Neuland. Ein Neuland das es zu bereisen gilt, denn von dieser Reise hängt die Zukunft unserer Leben ab. Wortwörtlich, denn die Zeit aus der sich unser Leben zusammensetzt tauschen wir mit einer Selbstverständlichkeit gegen Geld ein, die schockierend ist. Gerade wer Geld nicht wichtig findet und sich statt Jobstress der Freizeit mit Freunden widmen möchte, sollte sich daher umso mehr mit Geld auseinandersetzen. Eventuell weißt du als Leser unseres Blogs ja schon eine ganze Menge über Geld und für dich sind die oben angesprochenen Punkte selbstverständlich. Wenn dem so ist, freut mich das für dich und dann nehme ich auch den provokanten Abschnittstitel zurück. Sei dir aber durchaus bewusst, dass du als finanziell gebildeter Mensch in Deutschland einer Minderheit angehörst. In dutzenden Studien die eben jenen Bildungsstand ermitteln sollten, schnitten die Deutschen katastrophal ab (vgl. z.B. diese Studie der ING-DiBa). In den meisten Studien geben ca. 50% an, finanziell ungebildet zu sein. Hinzu kommt aber, dass die anderen 50%, welche sich als finanziell gebildet ansehen, dies zum Großteil nicht sind. Um die Schulmetapher weiter zu verfolgen: Wer sein Wissen als „gut“ oder gar „sehr gut“ bewertet, der kommt meist knapp über das Niveau „ausreichend“ hinweg (vgl. EMNID).

Zeit das Problem zu lösen!

Nun möchten wir aber nicht nur das Problem benennen, sondern es auch lösen. Dafür gilt es, zunächst das größte Hindernis aus dem Weg zu räumen – den Glaubenssatz: „Finanzielle Bildung ist eine Domäne der Reichen.“ Ich war ehrlich gesagt sehr überrascht, dass viele heute immer noch so denken. Immer wenn ich von Investments rede, wird davon ausgegangen ich sei in eine reiche Familie geboren oder das könne nicht jeder. Stimmt beides nicht. Ich sollte da keine Ausnahme sein, denn absolut jeder kann investieren lernen, vom Studenten bis zum Büroarbeiter. Und absolut jeder sollte auch investieren lernen, wenn er das Beste aus seinem Geld machen möchte. Es gibt dabei nicht die eine Strategie die reich macht. Vielmehr gilt ein „Jeder so wie er kann“. Genau darum ging es auch in meinem ARD Auftritt über Frugalismus, für den ich an dieser Stelle mal ganz schamlos Eigenwerbung mache. Der wirklich hervorragende BR-Artikel hierzu schildert das Ganze noch deutlich detaillierter (an dieser Stelle vielen Dank an Reporterin Anna-Louise Bath, die auch den Fernsehbeitrag gedreht hat!)

Frugalismus im ARD Alpha

Was wir in der kurzen Reportage sehen ist natürlich nur ein kleiner Ausschnitt von dem, was finanzielle Bildung ausmacht. Der Frugalismus ist ein gutes, aber sicher nicht das einzige Werkzeug das sich von jedem einsetzen lässt. Nicht mehr so abhängig von Geld zu sein ist oft der erste Schritt um Herr über das Geld zu werden. Das ist an sich auch keine große Kunst und ich bin fest davon überzeugt, dass viele das noch deutlich besser können als ich. Auch was Geld verdienen und Investieren anbelangt bin ich kein wirklicher Experte. Eben das ist auch der Punkt – um mithilfe von Geld die eigenen Träume zu manifestieren, muss man kein Experte sein. Man darf Fehler machen und Risiken eingehen – sollte dies sogar tun um Frühzeitig viel dazu zu lernen.

Vor allem durch die Digitalisierung des Arbeitsmarktes wird sich vieles ändern und ich bin sehr froh, dass die ARD das Thema in ihrem Campus Magazin aufgegriffen hat. Wenn mehrere große Medienhäuser der finanzielle Bildung so offenherzig eine Plattform bieten würden, wäre es eventuell nicht einmal zwingend notwendig (wohlgemerkt dennoch wünschenswert) unser Bildungssystem zu überarbeiten. Es hat mich in jeglicher Hinsicht sehr gefreut bei diesem Beitrag mitwirken zu dürfen und ich hoffe es rücken in Zukunft zahlreiche andere Menschen in den Vordergrund, die sich noch deutlich besser mit Finanzbildung auskennen als ich.

Jetzt geht es endlich um dich!

Ich habe in diesem Artikel ziemlich viel aus meiner Sicht geschildert und bin auf die Reportage über mich eingegangen, viel wichtiger ist jedoch, dass du als Leser etwas mitnehmen kannst. Deshalb folgen jetzt 3 einfache Schritte mit denen du sofort finanziell erfolgreicher wirst!

Schritt 1: Finde dein Ziel hinter dem Geld

Geld alleine macht nicht glücklich. Dafür ist es aber auch nicht da. Geld ist ein Universaltauschmittel, das erst in der Anwendung seinen Nutzen entfaltet. Streben nach Geld ist also durchaus vertretbar und wünschenswert. Mache dir also klar was bei dir hinter dem Geld steht. Kaum jemand rennt einfach nur bedrucktem Papier hinterher. Du hast einen tiefer gehenden Plan, der dich für Geld begeistert. Diesen Plan kannst du nutzen um dich zu motivieren. Du solltest Reichtum nie nur deshalb anstreben weil es mehr und mehr von irgendwas sein soll. Viel motivierender ist es, wenn du dein „Warum“ kennst.

Schritt 2: Lass dich nicht vom Geld unterdrücken

Geld ist für viele belastend, weil es entweder nicht da ist oder weil es genutzt wird um belastende Dinge zu erlangen. Konsum hält unsere Wirtschaft unter Zwang am Leben und macht damit die Unternehmen und die Staaten glücklich, nicht aber den um den es dir eigentlich geht – dich selbst. Dein Leben besteht im wesentlichen aus Zeit und diese muss nicht unbedingt Stück für Stück gegen Geld eingetauscht werden. Heutzutage ist es mit etwas Selbstbeherrschung durchaus möglich das Geld wieder in seine ursprüngliche Position zu bringen: Nicht du existierst für die Wirtschaft, sondern die Wirtschaft für dich. Lass dich nicht von externen Versprechen (z.B. Werbung) zu unnötigen Konsum verleiten und erfreue dich lieber an deinen internen Wünschen und Zielen.

Schritt 3: Nimm deine finanzielle Bildung selbst in die Hand

Wer sich bewusst ist, in welchem Ausmaß das eigene Leben durch Geld bewegt wird, der findet das Thema Wirtschaft automatisch interessant. Ich hoffe, dass es dir auch so geht. Wenn ja, dann erkunde doch gerne weiter unsere Geldhelden Seite oder ließ die hervorragende Finanzlektüre aus dieser Liste.


Über den Autor: Maximilian Alexander Koch, auch bekannt aus der ARD Reportage „Studieren fast ohne Geld“ ermittelt wie Gering- und Normalverdiener schaffen können das Beste aus ihrem Geld zu machen. Neben seiner Selbstständigkeit, studiert er Psychologie und schreibt für Wallstreet-Online und Geldhelden. Täglich erreichbar ist er unter: maximilian.alexander.koch.autor@gmail.com und über Facebook: Maximilian Alexander Koch. Sein Finanzroman „Cryptopia“ ist auf Amazon erhältlich.