Durch Kombination unserer Möglichkeiten gelingt es uns Lebensbereiche zu erschließen die wiederum neue Möglichkeiten hervorbringen, welche wiederum neue Lebensbereiche erschließen…

Wir haben es hier mit einem exponentiellen Wachstum zu tun. Zeit, dass du lernst das zu nutzen.

Im ersten Teil dieses Artikels haben wir gelernt, warum wir uns selbst hinterfragen und auf logische Denkweise ausrichten sollten. Nun geht es darum mit Weitsicht an unserer eigenen Zukunft zu arbeiten. Emotionales Handeln bringt uns dazu, im Moment zu Leben, was einerseits gut ist, andererseits jedoch mit einem soliden Fundament aus proaktiver Rationalität untermauert werden muss, um nicht im Chaos zu Enden.

Regel 6: Bewusstes bewusst machen und einsetzen

Jeder hat seine individuellen Fähigkeiten. Selbst wenn wir lediglich atmen und durch die Gegend laufen, greifen wir auf etwas zurück, das nicht für  alle selbstverständlich ist. Systematisch bekommen wir Bescheidenheit anerzogen und lernen, uns nicht mit unseren Stärken zu brüsten. Dies hat den unangenehmen Nebeneffekt, dass wir uns individueller Stärken weniger bewusst sind und sie teilweise sogar unterdrücken. Wir verpassen die Chance sie auszubilden und in dem Wissen einzusetzen, dass wir anderen oder uns selbst helfen könnten.

Es dauert seine Zeit bis wir Veränderungen auf diesem Gebiet einleiten können, deshalb sollten wir uns regelmäßig darauf besinnen, was wir gut können und diese Fähigkeiten einsetzen. Wir müssen sie zunächst nicht einmal aktiv ausbauen, sondern uns lediglich ihrer bewusst werden. So erkennen wir, wo wir sie einsetzen sollten. Wenn wir sie dann auch wirklich trotz aller Unsicherheiten nutzen, verbessern wir sie automatisch. Es gilt also regelmäßig nach unsern Fähigkeiten Ausschau zu halten und zu erkennen, welche Möglichkeiten sie uns eröffnen. Die besten dieser Möglichkeiten ergreifen wir und erhalten so unkompliziert positives Feedback. Nun können wir diese Ermutigung dazu nutzen, auch schwierigere Dinge anzupacken, die Dinge inkludieren, derer wir noch nicht mächtig sind. Unser Umfeld in dem unsere Stärken Anerkennung finden ist als ausgleich stark genug um die Rückschläge wegzustecken, die uns zwangsläufig widerfahren, wenn wir Schwächen ebenfalls in Stärken verwandeln wollen.

Talente, Schwächen und Stärken sind zum größten Teil nicht angeboren und lassen sich verändern. Durch Übung und Fehler, über die wir reflektieren, werden wir besser und besser. Wer sich seiner Stärken bewusst ist und diese nutzt, der wird zwangsläufig auch ein besseres Gefühl für Bereiche entwickeln die es zu verbessern gilt und kann somit langfristig immer mehr Stärken ausbilden, die ihm das Leben immens vereinfachen. Von diesem Standpunkt aus lohnt es sich dann, noch eine ganze Ebene weiterzugehen und sich der Gesamtheit bewusst zu werden, in der man selbst lebt. Diese Gesamtheit ist nur ein kleiner Ausschnitt des möglichen und lässt sich ebenso ausdehnen wie das eigene Können.

Beispiel:

Ein Bauer in einem kleinen Dorf Nähe Sachsen kann zwar wissen, dass da draußen mehr ist, doch seine tatsächliche Welt ist auf die Dorfgrenzen beschränkt. Wenn es innerhalb dieser keine 3D-Modullation am Computer gibt, dann existiert diese auch nicht in seinem Leben. Würde er nun bei einem Architektur-Wettbewerb den ersten Platz belegen und eine Zugfahrt in die nächse Großstadt gewinnen um dort an einem Design-Kurs teilzunehmen, könnte er sich bald zurechtfinden und entdecken, wie sehr ihm 3D-Modullation liegt. Er könnte Geld mit ihr verdienen, in einem Startup mitarbeiten und nach 5 Jahren in Anzug und Krawatte durch die Straßen des Silicon Valley schlendern.

Zugegeben, dieses Beispiel ist nicht realistisch, doch es zeigt, dass unser Leben sich drastisch ändern kann, wenn wir uns auf andere Dinge stützen als bisher. Hätte der Bauer sich nicht auf seine Hobby-Architektur gestützt und sie bewusst als Werkzeug  eingesetzt, dann wäre sein ganzes Leben anders verlaufen.

Regel 7: Unbewusstes bewusst machen

Es ist lange noch nicht alles, uns das stärker bewusst zu machen, was uns ohnehin schon bewusst war. Es ist noch viel wichtiger nach den Dingen Ausschau zu halten, von denen wir bisher noch keine Ahnung haben. Wenn Menschen etwas nicht verstehen, dann reagieren viele von ihnen mit einer Abwehrreaktion und sagen Dinge wie „Solche Dinge will ich gar nicht verstehen.“ Diese Kurzschluss-Reaktion ist nachvollziehbar und bequem, verhindert jedoch eigenes Wachstum. Sobald wir merken, dass wir etwas nicht verstehen, sollten wir immer davon ausgehen, dass wir bisher falsch lagen um das Unbekannte möglichst nah an uns heranlassen zu können und einen nahen Einblick zu erhalten.

Ein extremes Beispiel:

Wir sitzen in einem Imbiss und es setzt sich ein Neonazi zu uns, der davon überzeugt ist, schwarze Mitbürger seien weniger Wert als weiße. Nun könnten wir einfach den Kopf schütteln, ihn sagen was für ein Vollidiot er ist und verschwinden, doch so würden wir die einmalige Chance verpassen unseren Blick auf die Welt zu erweitern. Alle Überzeugung gründet sich auf einem Fundament und je ferner dieses Fundament an unseres angrenzt, desto wichtiger ist es für uns, es zu überprüfen.
Nehmen wir beispielsweise einmal an wir reden mit dem Imbiss-Nazi und verstehen Stück für Stück mehr, wie er zu seiner Schlussfolgerung kommt. Er erklärt uns, der IQ in afrikanischen Ländern läge weit unter europäischem Durchschnitt. Wenn wir nun nicht bereit sind unser eigenes Weltbild zu erweitern, dann werden wir widersprechen und sagen, dem sei nicht so. Nun haben wir aber das Problem, dass der Neonazi uns einwandfreie Statistiken zeigt, welche seine Aussagen belegen. Wir wurden argumentativ geschlagen, der Neonazi in seinem Weltbild bestärkt und wirklich gelernt hat niemand etwas.
Spielen wir das Selbe nochmal durch: Wir beziehen nicht direkt Position, fragen nach und bekommen die selben Statistiken zu sehen. Wir erkennen, dass sie korrekt sind, geben ihm deshalb bei seiner Faktenbasis recht, doch dann wenden wir die Situation. Wir ziehen neue Fakten hinzu, die dem Neonazi bisher nicht bewusst waren.  Wir zeigen ihm Statistiken schwarzer Bezirke innerhalb der USA und er stellt fest, dass der IQ dort hautfarbenunabhängig gleich ist. Wir konfrontieren ihn mit dem südkoreanischen Durchschnitt von 110 (der deutsche liegt bei 100) und schaffen, ihm zu vermitteln, wie sehr kulturelle Umstände und Lebensbedingungen die Intelligenz beeinflussen. Am Ende unseres Gesprächs verstehen wir, wie viele auf ihre abstrusen Ideologien kommen und haben gleichzeitig dafür gesorgt, dass einer dieser Ideologen seine Weltsicht hinterfragt.

Fassen wir die siebte Regel zusammen, so lässt sich feststellen, dass wir alle in unserer eigenen Welt leben und uns dieser Tatsache unbedingt bewusst sein müssen. Wir müssen zunächst davon ausgehen, dass andere richtig liegen und dann erst Gegengedanken einsetzen. Auf diese Weise verstehen wir den Sachverhalt von mehreren Seiten und können genauer beleuchten was die jeweiligen Schwachpunkte der Sichtweisen ist.

Regel 8: Über den Tellerand schätzen

Die achte Regel konfrontiert uns damit, dass all unser bisheriges Fühlen, Denken und Handeln falsch sein könnte. Wir leben immer nur in einem kleinen Ausschnitt des Ganzen und müssen uns dessen nicht nur bewusst sein, sondern es auch als Aufforderung verstehen. Dazu, über unseren eigenen Tellerrand hinauszusehen und damit zu rechnen, dass uns nicht nur Dinge verborgen bleiben, sondern, dass alles anders laufen wird, als wir es bisher annehmen. Einerseits sollten wir die einfachste Lösung für die wahrscheinlichste halten und entsprechend handeln, zugleich dürfen wir jedoch nicht ausblenden, dass alles anders laufen kann. Wir müssen uns ein Verhalten aneignen, dass den einfachsten Weg zum Ziel sucht aber zugleich auch Kursänderungen tolleriert.

Ein Beispiel:

Wir wissen um die Fehler unseres Finanzsystems bescheid und investieren in ETF's und Einzelunternehmen, da es die naheliegendste Lösung darstellt. Wir haben uns darüber informiert, dass das Finanzsystem seit Jahrzehnten brüchig ist und Investoren dennoch regelmäßig mit hohen Renditen belohnt hat. Da wir langfristig investieren und auf den Zinseszins-Effekt bauen, sind wir ein guter Investor.
Ein sehr guter Investor würde ähnlich handeln, jedoch würde er auch absichern, dass er in unwahrscheinlichen Szenarien nicht vollkommen leer ausgeht. Er würde deshalb beispielsweise in begrenzte Rohstoffe und Kryptowährungen investieren – nur für den Fall. Selbst wenn er den Totalzusammenbruch nicht für besonders wahrscheinlich hält, geht er davon aus, dass sein Wissen über die Zukunft begrenzt ist und nutz die Vermutungen anderer um diesen Mangel zu kompensieren.

Regel 9: Komfortzone erweitern

Nachdem du nun dein Wissen systematisch hinterfragst und erweiterst, solltest du den Begriff Komfortzone zu einem der wichtigsten Wörter in deinem Leben machen.

Dazu eine kleine Geschichte:

Stell dir vor, du besitzt ein Grundstück und dein Haus mit allen Habseligkeiten steht auf diesem Grundstück. An der Grenze befindet sich ein riesiger Zaun. Innerhalb dieses Zauns bist du sicher, denn du bist von dem umgeben, was du schon kennst und schätzt.
Außerhalb des Zauns wachsen interessante Pflanzen und es gehen viele Menschen an ihm vorbei, die du gerne kennenlernen würdest. Du trittst also vor die Haustüre, öffnest das Zauntor und nimmst am täglichen Leben teil. Dort stößt du irgendwann an die Ortsgrenze und siehst einen Stand der Essen verkauft, das du noch nie gesehen hast. Du kennst den Nachbarort nicht und wagst dennoch den Schritt über die Grenze, da du lediglich neues Essen ausprobieren möchtest. Du plauderst ein bisschen mit dem Verkäufer und findest heraus, dass im Nachbarort grade ein Fest stattfindet auf dem jeder kostenlos mitfeiern kann. Schon bald findest du dich auf eben jenem Fest wieder und lernst neue Menschen kennen. Ein paar von ihnen sind aus dem Nachbarland angereißt und laden dich ein, sie dort zu besuchen. Nach Ende des Festes begleitest du sie, ihr überquert die Landesgrenze und wieder ist alles anders. Die Landschaft ist grüner, die Straßen verwinkelter und alles kostet weniger. Aus dem gemeinsamen Wochenende wird eine ganze Woche und du schließt Freundschaften. Ihr unternehmt Dinge zusammen und bald kommen Freunde von Freunden hinzu. Ihr kommt miteinander aus und jemand interessiert sich für deine Hobbys und sieht sogar eine Möglichkeit, wie du mit ihnen Geld verdienen könntest…

Wir beenden die Geschichte an dieser Stelle, damit du dir eine Frage stellen kannst:

Würde es sich für dich lohnen, das Zauntor zu öffnen?

Wenn dem so ist, dann können wir die Metapher auflösen und festellen, dass sich unser gesamtes Weltbild so verhält wie das Grundstück und unsere Gewohnheiten sind der Gartenzaun. Wollen wir raus in die weite Welt und Neues erleben dann dreht ich alles darum den Gartenzaun zu öffnen, sich anders zu verhalten als bisher und zu sehen was passiert. In der Praxis bedeutet das, wann immer uns etwas interessiert, sollten wir es tun anstatt uns darauf auszuruhen es noch nie getan zu haben. Es ist nichts weiter als Bequemlichkeit, Dinge abzulehnen, weil man sie bisher abgelehnt hat. Diese Bequemlichkeit wird jedoch dann toxisch für uns, wenn wir uns einmal aus ihr hinausbewegen müssen, weil es nicht anders geht.

Wer sein Leben lang für ein und dieselbe Firma gearbeitet hat, der ist von dieser abhängig. Er vernachlässigt Alternativ-Pläne und arbeitet selbst dann noch weiter, wenn er grade so vom Gehalt leben kann. Er nimmt in Kauf länger zu arbeiten und weniger Urlaubstage zu bekommen, weil er keine Ahnung hat was er sonst machen sollte. Nun kündigt ihm die Firma nach 40 Jahren und er muss Pfandflaschen aufsammeln weil die Rente nicht reicht. Wäre er vor 40 Jahren neben seinem „sicheren Arbeitsplatz“ zusätzlich auf Jobsuche gegangen und hätte nach 5 Jahren auf eine andere Branche umgesattelt, sich extern weiter-gebildet und dann selbstständig gemacht, dann könnte er nach 40 Jahren von seinen Ersparnissen leben und hätte in seinen Urlauben schon die halbe Welt bereist. Selbst wenn die Selbstständigkeit gescheitert wäre, hätte er genügend Erfahrungen gesammelt um sich für andere Jobs zu bewerben und es ein paar Jahre später erneut zu versuchen.

Kurzgesagt: Wann immer wir die Chance erhalten, etwas an unserem Leben zu verändern ohne dadurch unsere Lebensgrundlage zu verwerfen, sollten wir sie nutzen und ausprobieren was neben dem, was wir grade tun, noch alles so möglich ist.

Regel 10: Unwissenheit statt Bosheit

Wer unseren Planeten genauer betrachtet, der erblickt überall Leid, Hunger, Krieg und Streit. Auf diesem Weg kann man sich sehr einfach sehr unglücklich machen. Man kann das alles einer einzigen Quelle zuschieben, die es verursacht, die Menschen zu Tieren  macht und den Planeten in den Abgrund steuert. Man kann einfach davon ausgehen, es gäbe das Böse. Menschen seien böse und das würde alles erklären, was falsch läuft.

Dieses Denken ist bequem und falsch, denn letztendlich ist das Böse nur ein Synonym für das Schlechte und damit keine Klärung sondern nur eine Umformulierung des Problems. Mit Hilfe von Rationalität können wir diesen Umstand entlarven und müssen die Probleme auf ihre tatsächliche Ursache zurückführen. Das ist mitunter deutlich schwerer, aber lässt uns  eingreifen und eine Lösung anstreben. Denn im konkreten Formulieren eines Problems ist die Lösung schon enthalten.
Eben jenes Problem das hinter „bösen“ Taten steht ist nahezu immer Unwissenheit. Durch das Ansammeln von Wissen und Verständnis, handeln wir somit besser und können die, welche etwas „Böses“ tun aufklären, anstatt sie zu verachten. Wenn sie zu einer solchen Aufklärung nicht bereit sind, oder ihr Verhalten nicht ändern, dann haben wir wenigstens alles getan, das in unserer Macht stand.

Als Fazit bleibt somit nur eines zu sagen. Rationalität schützt uns vor schlechten Entscheidungen, lässt uns unser Denken stetig erweitern und gibt uns die Möglichkeit sowohl unser, als auch das Leben anderer zu bereichern. Jeder der sollte sich hinterfragen und sein Handeln aktiv gestalten. 

Sei so rational und sieh dir diesen Video-Kurs an, er zeigt dir wie du die Investment-Chance des Jahrhunderts nutzt 😉