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Hast du schon mal darüber nachgedacht, dass sich für dich der Wechsel in eine andere Steuerklasse lohnen könnte?

Wir erklären dir, für wen das Sinnvoll sein kann, in welchen Situationen sich ein Wechsel lohnt und in welchen Situationen nicht. Aber es gibt ein paar Szenarien, bei denen sich ein Wechsel auf jeden Fall lohnen kann und du dir deine Zahlen mal durchrechnen lassen solltest.

Das kann der Fall sein, wenn folgende Szenarien bevorstehen oder gegeben sind:

  • Hochzeit
  • Schwangerschaft
  • Renteneintritt
  • Jobwechsel
  • bevorstehende Arbeitslosigkeit
  • Sabbatical
  • Veränderung der Umstände, z.B. plötzlich Verwitwet
  • frisch getrennt
  • eine längere Krankheit steht bevor, z.B. eine OP
  • Nebenjob wird zum Hauptjob

Denn mit einer Veränderung der eigenen Lebensverhältnisse ändert sich oft auch die Steuerlast. Für Verheiratete kann es sich dabei häufig lohnen, einen Wechsel der Steuerklassen durchzuspielen.

Mehr Netto vom Brutto im Monat kann schliesslich jeder gebrauchen

In der Steuerklassenvariante III/V gibt es eine kleine Faustformel: Verdient ein Partner rund 60 Prozent des Familieneinkommens und der andere rund 40, dann wirkt III/V günstiger, da das Paar dann monatlich ein höheres Nettoeinkommen hat. Und mehr Netto vom Brutto im Monat kann schliesslich jeder gebrauchen.

Wann die Steuerklasse III für den Besserverdiener sinnvoll ist

Wenn beide Partner mit ihren Einkommen weit auseinander liegen, dann ist es sinnvoll, wenn der Besserverdiener die Steuerklasse III nimmt und der andere die Steuerklasse V. Das selbe gilt, wenn es nur einen Verdiener gibt. Also Klasse III nimmt derjenige, der berufstätig ist, und der wenig oder nichts Verdiener die V.

Am Beispiel Elterngeld ist es grundsätzlich sinnvoll, dass für den besser verdienenden Partner die Steuerklasse III gewählt wird. Da sich das Elterngeld aber auch an der Höhe des Nettogehaltes orientiert, denken viele Paare es sei günstig, dass der Partner mit dem geringeren Verdienst in die III wechselt, um dann später das Elterngeld zu optimieren. Was hier allerdings oft nicht einkalkuliert wird, ist, dass man nach der Geburt des Kindes nicht einfach zurück wechseln kann. Das Netto des Partners wird kleiner, was zu hohen monatlichen Einbußen führen kann. Deshalb sollte man sich vorher genau ausrechnen, ob sich das Paar ein geringeres Netto im Monat leisten kann. Mittlerweile muss man bereits sieben Monate vor Beginn des Mutterschutzes einen Antrag auf Steuerklassenwechsel stellen, wenn die Frau danach überwiegend zu Hause bleibt, sonst ist die Situation auch wieder eine andere.

Warum es egal ist, welche Steuerklassenkonstellation gewählt wird (im Normalfall)

Ganz egal, welche Konstellation das Paar wählt, ob Steuerklasse IV, IV mit oder III/V, nach der Einkommenssteuererklärung haben alle gleich viel Steuern bezahlt. Das Paar muss sich nur klar werden, ob es jetzt ein monatlich höheres Nettogehalt haben möchte oder beide später eine höhere Steuererstattung erwarten möchten.

Warum es sinnvoll sein kann, vor einem geplanten Haus- oder Wohnungskauf die Steuerklasse zu wechseln

Geht ein Partner beispielsweise in Rente, sollte der Erwerbstätige in die Steuerklasse III wechseln, um mehr Netto zu haben. Dabei ist aber zu beachten, dass trotzdem am Ende des Jahres eine Nachzahlung droht, weil die Steuerlast sich immer danach bemisst, was beide verdienen. Diese Summe wird zusammengerechnet, und daraus ergibt sich dann die Steuerlast. Die Höhe der Nachzahlung kann in etwa abgeschätzt werden, indem man sich die Differenz zum Netto in der vorherigen Steuerklasse anschaut.

Am besten ist es immer, wenn man mehrere Konstellationen einmal durchspielt. Sinnvoll kann es auch sein, wenn man beispielsweise einen Hauskauf plant im nächsten Jahr. Für die Bank spielt das Einkommen eine große Rolle, und je nach Einkommen (da spielen natürlich noch viele weitere Faktoren mit wie Rücklagen, Sicherheiten, befristeter, unbefristeter Job, Vollzeit, Teilzeit, Kinder, Bonität, Alter usw.) kann man unterschiedliche % bei den Krediten erhalten. Und bei einer Finanzierung einer Immobilie über beispielsweise 20 Jahre können 0,1% eine nicht unerhebliche Summe sein.

Es geht hier also lediglich darum, ein höheres Netto pro Monat zu erzielen. Die tatsächliche Steuerlast des Paares wird dann erst im Einkommensteuerbescheid festgelegt. Prüfe jetzt mit dem Gehaltsrechner, wie sich dein Einkommen ändert.

Was ist mit der Steuerklassen, wenn ich ein Sabbatical einlege?

Eine Möglichkeit, um ein Sabbatical oder auch Sabbatjahr zu finanzieren, ist der befristete Lohnverzicht im Vorfeld der beruflichen Auszeit. Das heißt, du arbeitest weiterhin Voll, bekommst aber nur einen Teil deines Gehaltes ausbezahlt. Der Rest geht auf ein Zeitwertkonto. Eine Art Sparkonto für das Sabbatical Jahr. Wenn genügend Geld angespart ist, erhältst du im Laufe des Sabbaticals regelmäßig Auszahlungen des vorher angesparten Geldes.

sabbatical und mehr netto vom brutto

Das eingezahlte Bruttogehalt auf dem Zeitwertkonto ist in der Phase während der Ansparung Sozialabgaben- und steuerfrei und muss erst bei Antritt des Sabbatjahres versteuert werden. Damit ist es möglich, dir die Auszeit nicht nur finanziell zu überbrücken, sondern du sparst auch noch Einkommensteuer. Deine sozialen Absicherungen gehen dabei auch nicht verloren, denn bei fortlaufendem Bestand des Arbeitsvertrages laufen die Beiträge zur gesetzlichen Renten-, Pflege- und Krankenversicherung ununterbrochen weiter.

Selbstverständlich kannst du auch deinen Arbeitgeber fragen, ob du unbezahlen Urlaub machen kannst. Dann ruht dein Arbeitsvertrag. Dann solltest du vorher prüfen, ob ein Wechsel in eine andere Steuerklasse sinnvoll ist, denn du musst dann in der Zeit die Krankenversicherung selbst tragen und diese bemisst sich am vorher erhaltenen Einkommen und wenn das dann vorher kleiner war, sparst du eine Menge.

Sparen kannst du auch, wenn du während des Sabbaticals einen Bildungsurlaub einlegst oder deine Arbeitskraft für ein gemeinnütziges Projekt einsetzt. Du kannst falls du in der Zeit dein angespartes Guthaben aus dem Zeitwertkonto erhälst, die enstandenen Ausgaben geltend machen. Frag aber auch vorher deinen Arbeitgeber mal, ob er sich nicht an den Kosten für Bildungsurlaub beteiligt, er ist schliesslich auch derjenige, der selbstverständlich auch davon profitiert.

Vor der Arbeitslosigkeit prüfen, ob eine Steuerklassenänderung sinnvoll ist

Wenn absehbar ist, dass eine längere Krankheit beispielsweise durch eine OP bevorsteht, Arbeitslosigkeit, oder um noch etwas erfreuliches hinzuzufügen wenn Elterngeld erwartet wird, dann sollte der Ehepartner, den dies betrifft, sich möglichst im Jahr vor dem erwarteten Ereignis in Steuerklasse 3 einstufen lassen. Bei Arbeitslosigkeit beispielsweise lohnt sich dies, weil das Arbeitslosengeld abgabenfrei ist, das heißt es ist Steuerfrei und wenn du zu der Zeit in einer ungünstigeren Steuerklasse bist, dann wird dein Arbeitslosengeld auch danach berechnet. Das wird auch nicht nachträglich korrigiert! Denn beim Arbeitslosengeld zählt eine Steuerklassenänderung im laufenden Jahr nicht. Hierbei wird berücksichtigt, welche Steuerklasse der Steuerbürger zwölf Monate vor Eintritt der Arbeitslosigkeit hatte.

Wann und wie kann ich denn meine Steuerklasse ändern?

Ein Wechsel der Steuerklasse kann natürlich nicht jeder so einfach machen. Der Wechsel in eine andere Steuerklasse ist nur einmal im Jahr möglich, jeweils zum 30.11. das Änderungsformular findest du hier.

Möchtest du mehr erfahren, was du tun kannst, um generell mehr aus deinen Finanzen zu holen, das erfährst du in unserem Geldhelden Podcast, aber auch in der Facebook Community.