HODL'n geht zwar auf einen Rechtschreibfehler zurück, ist jedoch kein Fehler. Im Gegenteil: Solange es richtig gemacht wird, stellt HODL'n die mit Abstand beste Investment-Strategie dar.
Warum dies so ist, wie der Begriff entstand und wie wir mit Bequemlichkeit gewinnen – um das zu klären ist dieser Artikel da.

Ursprung

Der erste bekennende Hodler war der Foren-Nutzer „GameKyuubi“. Auch wenn er nur eine Sache feststellte, die im Aktienmarkt selbstverständlich ist, brachte ihm sein Rechtschreibfehler in der Kryptogemeinde unvergänglichen Ruhm ein.
„HODL“ sollte eigentlich „hold“ bedeuten, doch Kyuubi, der alleine Zuhause herumsaß, war zu betrunken, alsdass ihm dieser Fehler noch etwas ausgemacht hätte. Es war 2013 – der Bitcoin crashte grade – und wie jedes Mal, wenn der Kurs nicht steil nach oben geht, brach Panik unter den Kryptonauten aus. Alle wollten wissen was zu tun sei. Kyuubi jedoch lehnte sich zurück und wies in seinem Post darauf hin, dass es angebracht sei garnichts zu tun. Er begründete diesen (Nicht-)Schritt damit, dass er als gewöhnlicher Investor nicht besser im Markt taktieren könne, als der Großteil professioneller Trader. Er verstehe zwar, dass vor allen anderen Kaufen und vor allen anderen Verkaufen eine Kombination ist, mit der sich im Kryptomarkt Millionen machen lassen, doch er selbst sei nicht dazu fähig die richtigen Zeitpunkte anzupassen.

Glücksspiel oder Investment

Auch wenn Kyuubis Ausführungen für uns als passionierte Anleger sehr ernüchternd sind, so steckt in ihnen weit mehr als nur ein Fünkchen Wahrheit. Der Krypto-Markt ist noch jung und es schleichen sich Fehler ein. Den größten können wir sogleich benennen: Selbstüberschätzung. Nach den massiven Wertanstiegen im Kryptomarkt letzten Jahres hielten sich viele für den nächsten Warren Buffet. Die traurige Wahrheit jedoch ist: Solange wir nicht über Insider-Informationen verfügen oder Trends mindestens so gut erkennen wie der Durchschnitt ist Kaufen und Verkaufen auf täglicher Basis ein Glücksspiel und kein Investment.

Gute Investments laufen folgendermaßen ab:

Wir wollen aus Summe X die Summe X + Y machen und suchen daher nach etwas, das wir jetzt erwerben und später teurer verkaufen können.

Ein gutes Glücksspiel läuft folgendermaßen ab:

Wir suchen uns einen Markt dessen Werte stark schwanken. Wir decken uns mit Werten ein, die grade einen Crash hinter sich haben und daher günstig zu haben sind. Wir behalten diese so lange, bis wir sie deutlich höher verkaufen können und wiederholen dieses Spiel dann mit unserem Gewinn.

Nun gibt es jedoch das Problem, dass der Durchschnittsinvestor so sehr er es auch abstreiten und vor sich selbst verstecken möchte, durchschnittliche Entscheidungen trifft. Er wird also kein gutes Glücksspiel hinlegen können, sondern aller Wahrscheinlichkeit nach ein mittelmäßiges.

Ein mittelmäßiges Glücksspiel läuft folgendermaßen ab:

Wir sehen uns zahlreiche Graphen und Verläufe an, vergleichen und wägen ab um anschließend zu einem Urteil zu kommen. Wir kaufen gewisse Werte und warten etwas. Wir werden nervös, wenn sich einige von ihnen an Wert verlieren (War es ein Fehlinvestment?) und noch nervöser, wenn andere ihren Wert steigern (Hätte ich mehr kaufen sollen?). Wir wissen nicht genau wann und warum wir kaufen und verkaufen, es sei denn wir haben Insider-Informationen. Wir schätzen grob ab, gewinnen mal, verlieren mal und haben dabei eine ganze Menge Stress. Stress den wir uns wortwörtlich sparen könnten.

Im Jahr 2017 brachte auch das Glücksspiel für den durchschnittlichen Investor Gewinne, jedoch nicht deshalb, weil er sich besonders geschickt angestellt hatte, sondern weil der Kryptomarkt an sich seinen Wert immens erhöhte. Selbst wer in den Shitcoin Dodge investierte, vervielfachte seinen Einsatz und das obwohl der Entwickler von Dodge davon abrät Dodgecoins zu kaufen.
Wer jedoch 2017 richtig HODLte, der entschied sich für die vielversprechendsten Projekte eines vielversprechend Marktes und fuhr auf entspannte Art und Weise deutlich höhere Gewinne ein als die Durchschnitts-Trader.

Trading

Trading funktioniert durch Pump and Dump, es ist das Ausnutzen der Auf- und Ab-Bewegungen eines Marktes. Gewinne durch Trading entstehen nicht unmittelbar durch das Projekt in das man investiert, sondern durch das Einschätzen anderer Marktteilnehmer. Wir müssen kaufen bevor der Großteil kauft und verkaufen bevor der Großteil verkauft. Dabei sind wir jedoch nicht alleine. Jeder Trader versucht es auf die gleiche Art und Weise. Hinter jedem eigenen Trading-Gewinn steht der Trading-Verlust eines anderen Marktteilnehmers. Ebenso steckt hinter jedem unserer Verluste ein deckungsgleicher Gewinn für jemand anderen. Wäre der Krypto-Markt der Aktienmarkt, dann würde dies unsere Gewinn und Verlustchancen auf 50/50 setzen. Deshalb, weil jedem die gleichen Informationen zur Verfügung stehen das Ausnutzen von Insider-Informationen ist hier verboten.

Im Kryptomarkt jedoch sieht das anders aus: dieser ist nicht reguliert und somit sind alle Wege und Mittel erlaubt. Hierzu gesellt sich noch die Tendenz, dass Marktteilnehmer mit größeren finanziellen Mitteln auch die besseren Informationen haben. Sobald wir in einem solchen Markt agieren brauchen wir also mehr als durchschnittliches Wissen, um langfristig durchschnittlichs Gewinne zu erzielen.

Kommen wir also zu dem Vorschlag von Kyuubi: Werte kaufen, von deren Zukunft wir überzeugt sind und diese in unserem Besitz belassen.

5 Gründe Warum sich Hodln lohnt

Grund 1: Steuern sparen

Wer hodlt, der spart gewaltig, wer nicht hodlt, der muss 25% seines Gewinns abgeben.
Spätestens seit Anfang 2018 steht es fest: Gewinne aus dem Erwerb von Kryptowährungen müssen versteuert werden und das nicht zu knapp. Wer tradet, der kann von jedem seiner Gewinne ein ganzes Viertel abziehen oder mit Verlusten verrechnen. Das liegt an der Spekulations-Steuer.
Diese umgehen Hodler jedoch ganz entspannt, denn sobald ein Jahr Haltefrist überschritten wird, sind alle Gewinne steuerfrei.

Grund 2: Passives Einkommen

Wer tradet, der kann sich schon einmal auf schlaflose Nächte und emotionale Achterbahnen gefasst machen. Selbst professionelle Trader verlieren in ihren eigenen Gebiet dramatisch viel Geld, da sie Menschen sind. Ab einer gewissen Fallhöhe ist es uns so gut wie unmöglich als emotionale Wesen nicht emotional zu handeln und keine Fehler zu begehen. Selbst wenn wir alles richtig machen, müssen wir immer up to date sein und uns am besten im Minutentakt über neue Ereignisse informieren. Wir müssen englische Foren durchstöbern um Tendenzen zu erkennen und Graphen interpretieren. Dabei sind wir selbst wenn wir es unaufhörlich tun, ein gutes Deut schlechter als Großinvestoren, gegen die wir jedoch gewinnen müssen um längerfristig Gewinne zu erzielen.

Hodler können sich zurücklehnen. Sie rechnen von Anfang an damit, dass es sich bei einem gewissen Teil ihres Porfolios um Fehlinvestitionen handelt, doch es kann ihnen egal sein. Hodler setzten auf den Markt an sich und haben deshalb schon einen gewaltigen Vorteil gegenüber den Tradern, welche mit Fiatgeld und Kryptowährungen handeln. Hodler müssen nicht kurzfristig besser sein als der Markt. Sie müssen lediglich ein langfristig beständiges Projekt unterstützen, sich einmal informieren und einmalig investieren. Anschließend können sie ihr Portfolio bewusst im Dunklen lassen und sich ihrem normalen Tagewerk zuwenden.
Wer hodlt, der Investiert vielleicht 50 Stunden um sich zu informieren und wenn er 50.000€ Gewinn erzielt, dann kommt das einem Stundenlohn von 1000€ gleich. Wer tradet und dadurch in der selben Zeitperiode mithilfe von 500 Stunden 100.000€ Gewinn erzielt, dessen theoretischer Stundenlohn liegt „lediglich“ bei 200€.

Grund 3: Rationales Handeln

Für den Hodler ist die Sache klar: Aus der Recherche hat sich ergeben, dass es wahrscheinlich ist, dass ein Projekt in Zukunft mehr wert sein wird. Aus diesem Grund wird investiert. Es ist egal ob es ein paar Tage kurstechnisch auf oder ab geht, denn an der Faktenlage hat sich nichts geändert. Das Projekt ist noch immer das Gleiche und es wäre unrational auf diese Kursschwankungen zu reagieren.
Selbstredend treten auch berechtigte Kurs-Schwankungen auf, wenn die Kryptowährung beispielsweise seine eigene Roadmap-Ziele nicht einhält, doch diese Möglichkeit zieht ein Hodler bereits bei der Evaluation seiner Investments in Betracht und ihr Auftreten überrascht ihn nicht.

Grund 4: Manipulation umgehen

Der Krypto-Markt ist (noch) der Wilde Westen der Finanzbranche. Ohne Regulierung sind kleine Anleger den gigantischen Pump & Dump-Spielchen der Groß-Investoren hoffnungslos ausgeliefert. Selbst für Hodler ist dies oft Anlass dafür ungehalten zu werden und den Mauszeiger nervös über den „Sell“-Button schweifen zu lassen. Für alle die sich nicht aufs Hodln versteifen ist es jedoch ein regelrechter Albtraum. Durch Fake-News werden Coins gestürzt oder gestützt und wer so schnell handelt, wie er es als Trader nun einmal muss, der kommt diesen erst dann auf die Schliche, wenn es bereits zu spät ist.

Grund 5: An der Zukunft verdienen

Als Hodler vertrauen wir darauf, dass Kryptowährungen in der Zukunft eine tragende Rolle spielen werden. Wir richten unser Augenmerk in die Zukunft und planen Investments langfristig. Für Trader ist IOTA durch die niedrige Volatilität nicht sonderlich interessant und wird oft übersehen, doch würde IOTA sich langfristig etablieren und irgenwann ein echter Use-Case werden, dann hätten Hodler ihren Spaß daran und einen weitaus höheren Verdienst, als jedes durchschnittliche Trading mit IOTA hervorbringen würde.
Wer seine Kryptowährungen für zukunftsträchtig hält und damit Recht behält, der verdient auf rationalem Wege mindestens das selbe Geld wie Investoren die ständig kaufen und verkaufen.
Man denke hierbei auch an die Tauschgebühren und die Börsenweisheit: „Hin und Her macht Taschen leer.“

In 3 Schritten richtig HODL'n

Schritt 1: Recherche

Die Recherche ist das A und O, sowie jeder andere denkbare Buchstabe des Alphabets, wenn es um das Investieren in Kryptowährungen geht. Wir wählen Projekte für die Zukunft aus und müssen daher in etwa einschätzen, wie sich der von uns betrachtete Wert verhalten könnte. Durch unser Langzeit-Spektrum fallen uns Dinge auf, die für Trader gänzlich irrelevant sind, welche uns aber reich machen können.
Wer die ADA-Coins von Cardano gekauft hat (zum Beispiel aufgrund der Information, dass in dem Cardano-Projekt ein ehemaliger Mitbegründer von Ethereum beteiligt war) bevor diese bedeutende Marktbewegungen verzeichnen konnten, der kam Tradern zuvor, die nur mit Coins arbeiten können, die bereits eine Marktgeschichte vorzuweisen haben.
Trader verkauften den Bitcoin, nachdem er seinem Wert verdoppelte. Hodler hingegen konnten unter Umständen tausende Prozente herausholen.

Um zu recherchieren muss immer eine Frage im Hintergrund stehen:

Wird mein Investment in ein paar Jahren mehr wert sein als jetzt.
Anschließend wird im gesamten Netz nach Informationen gesucht die dafür sprechen und noch wichtiger, nach Informationen, welche dagegen sprechen.
Beide Seiten werden schriftlich festgehalten und ausgewertet. Dann wird eine Liste erstellt, bei welchen Kryptowährungen sich der Kauf lohnen könnte.

Schritt 2: Einkauf

Auch wenn uns der Kurs einer Währung als Hodler relativ egal sein kann, so wollen wir doch von günstigen Preisen profitieren, denn da wir nur einmal Kaufen ist es umso wichtiger, dass wir dies unter den besten Umständen tun.
Wir sollten also nicht kaufen, wenn grade ein enormer Hype für einen Coin stattfindet, sondern abwarten, bis sich dieser Hype wieder ein wenig beruhigt. Wenn wir beispielsweise für 350$ XRP gekauft haben, als diese bei einem Stückpreis von 3,5$ lagen, dann erhielten wir 100 XRP. Hätten wir etwas gewartet, weil sich der XRP-Preis sehr schnell auf die 3,5$ hochgeschaukelt hatte, dann hätten wir wenig später 500 oder sogar 1000 XRP zum selben Preis bekommen.

Würde XRP nun in 5 Jahren einen Wert von 7$ erreichen, dann hätten wir als Hodler im ersten Fall immernoch 100% Gewinn gemacht, im zweiten und dritten Fall jedoch 500% oder 1000%.

Schritt 3: HODL

Das Hodln selbst fällt vielen schwer und ist am besten zu bewältigen, wenn das eigene Portfolio garnicht erst angesehen wird. Selbst Hodler geraten regelmäßig bei schlechten Kursen in Zugzwang und ärgern sich hinterher über verfrühte Verkäufe. Wer konsequent hodlt, dem ist von Anfang an klar, dass ein Teil seiner Steckenpferde auf der Rennstrecke sterben wird. Durch Diversifikation und das Setzen auf mehrere von ihnen, beugt er diesem Risiko jedoch vor und gewinn am Ende das Rennen gleich mehrfach.
Ein guter, wenn auch schwierig umzusetzender, Tipp ist deshalb:

Günstig einkaufen, sich für seinen Anlagehorizont von mindestens einem Jahr schlafen legen und dann deutlich wohlhabender aufwachen.

Auch Hodler sollten jedoch bereits den Verkauf vorbereiten, um nicht nach 25 Jahren feststellen zu müssen, dass sich der ganze Markt revolutioniert hat und 80% ihrer Coins mittlerweile keine Verwendung mehr finden. Eine bewährte Technik um Verluste zu vermeiden ist es nach einem Jahr, den ursprünglichen Einsatz wieder aus dem Kryptomarkt zu nehmen und zum Zeitpunkt seiner Wahl weitere Coins Stück für Stück in andere Kryptowährungen, Aktien oder Gold umzutauschen um diese Neuinvestitionen wieder langfristig hodln zu können.

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Hinweis:

Ich hoffe, dir hat dieser Artikel weitergeholfen. Behalte bitte im Kopf, dass es sich hierbei um meine subjektive Wahrnehmung handelt und in keinster Weise um eine professionelle Anlageberatung. Investiere kein Geld, welches du nicht bereit bist auch zu verlieren.