Wer in eine Gehaltsverhandlung geht, der möchte natürlich eine Gehaltserhöhung. Wenn es dir gerade so geht – Willkommen bei diesem Artikel! Wir geben dir 5 gute Argumente, mit denen du deinen Chef nicht nur überreden, sondern auch überzeugen kannst. Auch wenn du dir noch keine Hoffnungen auf eine Gehaltserhöhung gemacht hast solltest du diesen Artikel lesen, denn er zeigt dir, was du tun musst um mehr Gehalt verdienen zu können.

Gehaltsvorstellung und wie sie dein Gehalt beeinflusst

Wenn du an dein Gehalt denkst, dann siehst du es vermutlich immer aus der Perspektive des Arbeitnehmers, doch nie aus der des Arbeitgebers. Der beste Trick für ein höheres Gehalt ist es jedoch in den Kopf von dem zu blicken, der es auszahlt. Bevor wir mit den 10 Argumenten beginnen, die innerhalb deiner Lohnerhöhung Gold wert sind, kümmern wir uns zunächst um die Grundlagen. Nicht du bist in der Gehaltsverhandlung wichtig, sondern dein Arbeitgeber. Er kauft sich deine Arbeitsleistung deshalb, weil er sie teurer verkaufen kann. Für ihn ist es ein Investment. Investments sind das, was Menschen reich macht. Wie du selbst investierst kannst du übrigens hier lernen: Die besten Tipps für risikoarmes Investieren. Dein Arbeitgeber zahlt ganz konkret für das, was ein durchschnittlicher Arbeiter innerhalb seines Betriebs leistet. Dies hängt von den Fähigkeiten, dem Wissen, der Effektivität und dem Zeitaufwand des Arbeitnehmers ab. Nun musst du für eine Gehaltserhöhung simpel gesagt einfach mehr leisten als der Durchschnitt um damit eine überdurchschnittliche Bezahlung zu rechtfertigen. Wie (und ob) das funktionieren kann ist von Betrieb zu Betrieb unterschiedlich. Bei der einen Arbeitsstelle funktioniert es mittels hierarchischer Ränge, bei anderen durch spezifische Stellen.

Argument 1: Du hast Verständnis

Grundlage deiner Gehaltsverhandlung sollte folgender Punkt sein: Du verstehst deinen Arbeitgeber, hast das Ganze aus seiner Sicht betrachtet und aus eben jener heraus entschieden, dass es besser wäre, dir selbst eine Gehaltserhöhung zu gewähren. Das klingt erstmal ziemlich irrwitzig, doch du sollst es ja auch nicht so formulieren. Es geht vor allem darum, dass du dem Arbeitgeber eine Menge Wind aus den Segeln nimmst. Er ist es nämlich gewohnt, dass seine Angestellten nur Fordern, fordern, fordern und das haben wollen, was ihnen ihrer Auffassung nach zusteht. Es kann sogar sehr gut sein, dass es ihnen tatsächlich zusteht, doch darum geht es nicht. Dein Arbeitgeber ist ein Mensch und Menschen erreicht man am besten, wenn man sich auf eine Seite mit ihnen stellt. Wenn du also ganz zu Beginn klar machst, dass du nicht gegen, sondern mit und für deinen Chef arbeitest, dann wirst du deutlich geringeren Widerstand zu spüren bekommen.

Argument 2: Du bringst dem Unternehmen mehr Geld

Machen wir uns nichts vor. Unternehmen gibt es in erster Linie deshalb, damit mit ihnen Geld verdient wird. Damit dem aber so ist, schaffen sie wert für andere und holen auf eben jenem Weg die Gewinne ein. So oder so solltest du jedoch ganz nüchtern betrachten: Du bist in deinem Unternehmen, damit es durch deine Arbeit so viel Geld wie möglich verdient. Wenn du nun nachweisen kannst, dass dein Unternehmen durch dich deutlich mehr Geld verdient, als durch den Durchschnittsarbeiter, dann hast du die Interessen des Unternehmens auf deiner Seite. Wenn das Unternehmen normale Arbeit z.B. für 3000€ einkauft, und mit ihr 15.000€ Gewinn macht, du aber für 3000€ Gehalt 30.000€ Gewinn einbringst, dann wäre es theoretisch sogar logisch dich mit 6000€ zu bezahlen. Wenn dein Chef nun stattdessen mit nur 3200€ davonkommt und du dafür deine Produktivität beibehältst, dann ist das ein hervorragender Deal für ihn. Auf der Kehrseite kannst du dir ausmalen was für ein Verlust es für ihn wäre, wenn du nur noch normal arbeiten und 15.000€ statt 30.000€ Gewinn einbringen würdest. Nach der Drohung, das Unternehmen zu verlassen, die sich nur sehr schwer konstruktiv unterbringen lässt, ist dieser Punkt der vielversprechendste. Du musst es nicht explizit erwähnen, doch wenn du wirklich deutlich mehr leistest als das, wofür du bezahlt wirst, dann hat dein Arbeitgeber Angst davor, dass du nach einer abgelehnten Gehaltserhöhung deine Leistung zurückschraubst. Das ist auch einer der wenigen Gründe, warum dein Arbeitgeber dir von sich heraus eine Gehaltserhöhung geben wollen würde. Weil diese dich langfristig durch das Reziprozitätsprinzip positiv auf deine Leistung und damit auf seinen Profit auswirkt.

Argument 3: Du ersparst dem Unternehmen Geld

Dieses Argument schlägt in dieselbe Kerbe wie das vorherige. Jedoch ist es meist einfacher zu bewerkstelligen, dass das Unternehmen durch dich Geld spart. So fallen wohl den meisten, die länger beim selben Arbeitgeber beschäftigt sind, gehörige Mängel und Fehler an diesem auf. Diese Mängel und Fehler sind, insofern sie der Führungsriege nicht bewusst sind, eine wahre Goldgrube. Prozesse, die sich nur aus Angestelltenperspektive beurteilen lassen, sind oft fehlerhaft und kosten das Unternehmen dadurch eine ganze Menge Geld. Alleine wer seine Teamkollegen durch positive Psychologie zu einer leistungsstarken Einheit formt, spart dem Unternehmen viel Geld. Wenn du beispielsweise bemerkst, dass über den Arbeitsrechner Facebook zwar gesperrt ist, dieses sich aber noch immer durch einen VPN aufrufen lässt, dann sparst du ihm ebenfalls eine Menge Geld. Wichtig ist nur, was du aus den Fehlern und Problemen machst. Oft werden diese nämlich von vielen gesehen, doch keiner traut sich dem Chef davon zu berichten. Kein Wunder, denn wer schlechte Nachrichten überbringt wird mit eben jenen assoziiert und hat darunter zu leiden. Viel klüger ist es da, sich die einfachsten der Probleme zu suchen, eigene Lösungen auszuarbeiten und diese durchzuführen. Anschließend kann die positive Nachricht verbreitet und hinterher bei der Gehaltsverhandlung vorgebracht werden.

Argument 4: Du bist besser geworden

Wer selbstreflektiert ist und stetig an sich arbeitet, der sticht schnell aus der Masse heraus. Die meisten tun nämlich nur dann was, wenn sie es wirklich müssen. Sich selbst zu entwickeln ist zudem oft einfacher, als unter dem Druck von Außen zu leiden. Es ist eine langfristige und erfolgreiche Strategie, die sogar profitabel werden kann. Wenn du dich entwickelt hast und dich durch mehr Wissen, mehr Erfahrung, mehr Sozialkompetenz, einige Schulungen und ähnliches hervortust, dann sollte das in jeder Gehaltsverhandlung erwähnt werden. Selbst wenn es nicht direkt in einer Gehaltserhöhung mündet, so ist es doch ein Punkt, den der Arbeitgeber wahrnehmen wird. Die meisten sind Gewohnheitstiere und nicht in der Lage sich neuen Bedingungen anzupassen oder sogar stärker aus ihnen hervorzugehen. Wenn dies bei dir anders ist, spricht das für deine persönlichen Qualitäten und macht dich damit respektabler und zu einem besseren Mitarbeiter für die ungewisse und eventuell bewegte Zukunft. Den Jackpot abräumen kannst du dann, wenn dein Arbeitgeber dieses Potential bereits erkannt und dir weitere Aufgaben anvertraut hat. Kurzfristig ist dies ärgerlich, denn du arbeitest mehr, ohne mehr Lohn zu bekommen. Langfristig lässt sich damit hervorragend argumentieren, weil du in Vorleistung getreten und dein Chef dir somit etwas schuldig ist. Das lässt sich nicht immer 1:1 anwenden, doch die Tendenz der Reziprozität (Wissenschaftlich bewiesenes Konzept. In etwas zu erklären mit: „Wem gegeben wird, der fühlt sich unterbewusst genötigt zurückzugeben.“) wirkt auf alle Menschen – auch für deinen Chef.

Argument 5: Du kannst es nachweisen

Alle obigen Argumente nützen dir absolut gar nichts, wenn sie wie leere Phrasen vorgetragen werden. Es muss wirklich Arbeit, Leistung und Exzellenz dahinter stecken. Wenn sie das bei dir tut – hervorragend! Zeit, dass du Beweise für deine Behauptungen findest. Kundenbewertungen, Mitarbeiteraussagen, Qualifikationen, Zertifikate…, lege dir alles vorher ordentlich zurecht, sodass du dich auf diese Dinge verlassen kannst. Worte sind wichtig, doch wenn du die hinter ihnen stehenden Taten mit Zahlen untermauern kannst, dann bist du in Gehaltsverhandlungen unschlagbar (oder zumindest so gut, wie man in dieser Situation eben sein kann). Viele Arbeitnehmer leisten eine ganze Menge für ihr Unternehmen und sind selbstverständlich enttäuscht, wenn ihre Leistung nicht gewürdigt wird. Andererseits muss die Leistung dafür zunächst einmal auffallen. Das tut sie meist nicht und oft wird sie durch geschicktes Taktieren den falschen Leuten zugesprochen. Sorg dafür, dass es bei dir anders ist. Wenn du eine Idee hast, dann setze sie als leitender Initiator durch und stehe hinter ihr. Sammle wo es nur geht Referenzen und Beweise deiner guten Taten. So kannst du am Ende mit den anderen Argumenten punkten, denn du kannst zeigen, dass du nicht nur forderst, sondern im vorneherein geboten hast.


Über den Autor: Maximilian Alexander Koch setzt sich seit seinem 15. Lebensjahr mit dem Geldsystem auseinander und ermittelt wie Gering- und Normalverdiener schaffen können das Beste aus ihrem Geld zu machen. Neben seiner Selbstständigkeit, studiert er Psychologie und schreibt für Wallstreet-Online und Geldhelden. Täglich erreichbar ist er unter: maximilian.alexander.koch.autor@gmail.com und über Facebook: Maximilian Alexander Koch. Sein Finanzroman „Cryptopia“ ist auf Amazon erhältlich.