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Dies ist Teil 2 der Blog-Serie: „Bitcoin & Co: Vom Verstehen zum Profitieren“

Das Ziel dieser Serie besteht darin, dich zu ermächtigen! Denn neue Technologien polarisieren immer! Gerade deshalb ist es notwendig, sich eine eigene Meinung zu bilden.

Im ersten Teil ging es unter anderem um meine Story und warum eine eigene Meinung zu der Thematik so wichtig ist. Vor allem ging es jedoch um die wichtigste Frage, die du dir stellen kannst, um das meiste aus der Serie herauszuziehen: Warum interessiert dich das Thema überhaupt? Hier geht es zum ersten Artikel.

Ein ganz gewöhnliches Gespräch…

“Ach, du bist in Kryptowährungen investiert!? Ich habe mir auch mal überlegt in Bitcoins zu investieren, habe es dann aber doch nicht gemacht. Naja, jetzt ist es ja sowieso schon zu spät. Oder was meinst du?”

Diese Antwort habe ich sehr oft erhalten, wenn ich jemandem erzählt habe, dass ich mich für Kryptowährungen interessiere. Im weiteren Verlauf der Gespräche habe ich dann oft festgestellt, dass viele Menschen einfach von dem Bitcoin-Hype angesteckt sind, ohne dabei das Thema ein wenig genauer zu betrachten. Da aus meiner Sicht der Bitcoin nur die Spitze des Eisberges darstellt und der eigentlich interessante Faktor die Blockchain-Technologie dahinter ist, habe ich nie eine direkte Antwort auf die Frage gegeben, ob es sich noch lohne. Stattdessen habe ich versucht, die Zusammenhänge grob zu erklären. Genau darum geht es auch in dieser Blog-Serie. Um dir, lieber Leser, einen roten Faden an die Hand zu geben, hier das Ganze einmal kurz zusammenzgefasst:

Bitcoin und alle anderen Coins sind Anwendungsmöglichkeiten der Blockchain-Technologie.

Diese neue Blockchain-Technologie gehört niemandem sondern ist wie eine Art Werkzeug, mit dem prinzipiell jeder etwas Hübsches bauen kann (ähnlich wie dem Internet). Dabei sind Kryptowährungen wirklich nur die Spitze des Eisberges.

Damit hat die Blockchain-Technologie das Potenzial, unser gesamtes heutiges “System” zu verändern.

Zur Veranschaulichung: Diese Blog-Serie wird sich im weiteren Verlauf an der folgenden groben Struktur orientieren:

Nun ist “System” ein solch schwammiges Wort, dass ich es und damit den Status Quo in diesem Artikel ein wenig genauer betrachten werde.

Denn: Wer verstehen will, welches Potenzial in einer neuen Technologie steckt, der muss zunächst verstehen, wie die Ausgangssituation aussieht und was konkret verändert werden kann. Erst dann kann man eine Aussage darüber treffen, ob dies sinnvoll ist oder nicht.

Was bedeutet eigentlich „zentralisiertes System“?

Eine sehr anschauliche Beschreibung der zentralisierten Situation erhält man, wenn man sich die Veränderungen anschaut, die das Internet brachte. Es veränderte die Art, wie wir Informationen übermitteln und bereitstellen fundamental; dies soll uns als Blaupause dienen.

Wer vor der Zeit des Internets Informationen in großen Mengen an viele Empfänger versenden wollte, der tat sich sehr schwer. Klar, es gab das Faxgerät oder man rief die Personen an, aber die meiste Information wurde per Post verbreitet. Dies war aus heutiger Sicht nicht nur umständlich und dauerte lange, zudem war man auf einen externen Dienstleister angewiesen.

Die Art unserer Informations-Übertragung änderte sich maßgeblich, als im Jahre 1990 das Internet öffentlich zugänglich wurde. Plötzlich konnten sich alle über ein offenes Netzwerk direkt miteinander verbinden, von Privatperson bis Großkonzern. Der Austausch von Informationen war spätestens mit dem Aufkommen von massentauglichen Browsern und Email-Dienstleistern revolutioniert. Zugegeben: Man war nun nicht mehr von der Post, dafür aber von AOL abhängig. Aber dennoch: Durch die größere Auswahl der Anbieter und den entstandenen Wettbewerb waren die Nutzer schnell unabhängiger von einzelnen Dienstleistern.

So, aber warum diese Einleitung zu einem Thema, das sowieso jeder kennt? Nun ja, weil es sich einfach so perfekt eignet, um unser aktuelles System zu erklären.

Meine Behauptung:

In vielen Bereichen unserer heutigen Welt befinden wir uns noch in der Umständlichkeit, welche die Informationsübermittlung vor dem Internet hatte.

Genau genommen handelt es sich dabei um fast alle Bereiche, die Wertgegenstände übertragen. Egal ob wir Geld überweisen, Aktien kaufen, eine Immobilie verkaufen, Strom in das Netz einspeisen, bei Ebay einkaufen oder uns MP3s downloaden: Immer gibt es neben den beiden Vertragspartnern eine dritte Partei die dafür sorgt, dass alles korrekt abläuft. Diese dritte Partei nennt man Intermediär oder Vermittler.

Wertgegenstände sind nicht nur Geld und Aktien sondern auch Strom und sogar die Wahlstimme.

Nun könnte man natürlich argumentieren, dass das ganze Vermittler-System ja gar nicht so umständlich ist, immerhin funktioniert es doch recht gut. Hierzu ein Gedanke:

Was hat wohl ein Deutscher im Jahr 1990 zu seinen Informationsaustausch-Möglichkeiten gesagt? Natürlich war er nicht (sehr) unzufrieden, denn er wusste ja noch nicht, dass er in einigen Jahren mit seinem Kumpel in Australien täglich sprechen und ihn sogar sehen kann.

Um es anhand eines Beispiels weiter zu verdeutlichen: Wenn ich heute einen Kaffee mit meiner Kreditkarte bezahle, dann sind bis zu sieben (7!!!) Unternehmen im Hintergrund an der Abwicklung beteiligt. Und alle wollen natürlich für ihre Mühen entlohnt werden. Diese Gebühren zahlt übrigens in letzter Instanz jeder einzelne von uns und zwar über den Kaffee-Preis. Wer es genauer wissen möchte, der kann es hier nachlesen. Ein super Buch über unser aktuelles Geld-System und mögliche Weiterentwicklungen durch Kryptowährungen:

Aber gut, bei einer Sache sind wir uns definitiv einig: Es hat einen guten Grund, dass es diese Vermittler gibt. Genau genommen sogar zwei gute Gründe:

Duplizierung verhindern

Zum einen muss verhindert werden, dass die Wertgegenstände von Unberechtigten vermehrt, zum Beispiel doppelt ausgegeben werden können. Da jegliches Duplizieren den Wert der bereits bestehenden Wertgegenstände vermindert, ist dies elementar.

So besitzt eine MP3 von einem bestimmten Song einen gewissen Wert. Wenn ich sie jedoch beliebig oft kopieren kann und an unzählige Menschen versende, dann schmälert dies den Wert ganz gewaltig. Den Höhepunkt hatte das Ganze mit den Musiktauschbörsen, welche der Musikindustrie erheblichen Schaden zugefügt haben. Ein weiteres Beispiel sind Bilder.

Der Staat versucht dieses Vorgehen durch Gesetze und empfindliche Strafen zu verhindern. Dabei ist wichtig zu wissen, dass Gesetze und Strafen immer nur dann zum Einsatz kommen, wenn es keine andere Möglichkeit gibt, unerwünschtes Verhalten zu unterbinden. Viel effizienter wäre hier zum Beispiel eine technische Lösung, quasi ein Kopierschutz für digitale Wertgegenstände.

Wo wir diesen „Kopierschutz“ nutzen, ist bei unserem Geld. Bargeld hat mehrere Sicherheitsmerkmale und wer es hergibt, hat es nicht mehr, das ist klar. Wer aber online Geld verschickt, hat dieses auch nicht mehr. Das mag sich sehr banal und selbstverständlich anhören, das ist es aber ganz und gar nicht. Denn das, was ich da über mein Online-Banking versende, ist ja im Grunde auch nichts anderes als eine E-Mail: Bits & Bytes, ein paar Informationen in digitaler Form. Da aber unser gesamtes System zusammenbrechen würde, wenn ich meine 100 € an 1.000 Leute versenden könnte, haben die Banken als Intermediär eine feste Rolle in unserem Zahlungsverkehr eingenommen. Neuerdings kamen noch PayPal und weitere hinzu, aber am Ende machen alle bezogen auf die Transaktion an sich nur folgendes:

Sie prüfen, ob ich 100 € habe. Falls ja, übertragen sie diese zu dem Empfänger und „löschen“ die 100 € bei mir. Fertig.

Als mir das so richtig klar wurde, kamen mir zwei Fragen in den Sinn:

  1. Wenn das so einfach ist, wieso dauern dann v.a. Auslandsüberweisungen so lange und sind auch noch so teuer? –> Dazu weiter unten mehr.
  2. Wenn die Vermehrung eines Wertgegenstandes prinzipiell ungünstig für dessen Wert ist und vermieden werden soll, wie passt es dann ins Bild, dass die EZB seit Jahren Unmengen an Zentralbank-Euros neu erschafft? –> Die Frage ist wirklich extrem spannend, nur leider würde sie hier den Rahmen sprengen. Aber schaue dir doch einmal diesen Artikel hier an.

Vertrauen schaffen

Zum anderen muss Vertrauen aufgebaut und bewahrt werden. Letztendlich ist dies die absolute Grundlage jeder Transaktion! Ganz egal wie gut der vermeintliche Deal auch sein mag, sobald ich Zweifel daran habe, dass meine Bedingungen wie vereinbart erfüllt werden, werde ich den Deal eher nicht abschließen.

Wir bleiben bei dem Überweisungs-Beispiel: Auch die Vertrauensbildung übernimmt hier die Bank bzw. ähnliche Dienstleister. Zum Beispiel durch Legitimationsprüfungen, lückenlose Buchführung über alle Transaktionen und als erreichbarer Ansprechpartner im Problemfall. Daher auch die Bezeichnung: „Vertrauenswürdiger Dritter“.

Wer nun das Gefühl hat: „Hey warte mal, waren es nicht die Großbanken, die uns 2008 an den Rand des wirtschaftlichen Abgrunds gebracht haben? Ist „vertrauenswürdig“ da nicht ein wenig deplatziert?“ dem sei gesagt: Gut beobachtet! Seit einiger Zeit schwindet das Vertrauen immer mehr. Das ist bereits ein Anzeichen dafür, welche Probleme in diesem System stecken.

Unser zentralisiertes System

Wir haben also ein System aufgebaut, in dem der Schutz von Wertgegenständen und die Sicherheit der Transaktionen von Institutionen gewährleistet wird, welche als Vermittler grundsätzlich benötigt werden. In dem Beispiel waren es Banken, aber es sind z.B. auch Notare, Wertpapierhändler, Energieversorger, Handelsplattformen u.v.m.

Dieses System funktioniert, doch es beinhaltet einige Aspekte, die problematisch sind:

  • Jeder benötigt einen entsprechenden Vermittler. Dadurch nehmen sie eine machtvolle Schlüsselposition ein.
  • Gleichzeitig bilden sie jedoch einen Flaschenhals mit teils extrem veralteter Technik und unmotivierten Mitarbeitern.
  • Die meisten Intermediäre sind Wirtschaftsunternehmen, die eigene unternehmerische Ziele verfolgen (Profitmaximierung).
  • Die Kosten und Margen der Vermittler fließen in die Transaktionskosten mit ein.
  • Die gesamten Daten befinden sich zentral bei dem Intermediär.

Die Blockchain-Technologie verspricht zumindest auf dem Papier, einige dieser Nachteile auszugleichen. Um zu verstehen, wie das funktionieren kann, werfen wir im nächsten Artikel einen generellen Blick auf diese neue Technologie: Leicht verständlich werden ich erklären, was genau der Kern ist und wie sie im Groben funktioniert. Ich würde mich freuen dich wieder als Leser begrüßen zu dürfen.

In diesem Sinne: Viel Spaß auf deinem Weg und hier auf Geldhelden.org.

Schön, dass du da bist!

Dein Benny

PS: Was hälst du von unserem zentralisierten System? Habe ich Aspekte vergessen? Bereichere mich und andere und teile deine Meinung doch einfach in den Kommentaren.

PPS: Wenn du neben dem Lesen auch gerne Videos schaust, könnte der Einsteiger-Video-Kurs für dich interessant sein. Die ersten vier Lektionen + ein Geschenk sind für nur 1,00 € erhältlich.

Dieser Artikel zusammengefasst:

  • Die Übertragung von Wertgegenständen (Transaktionen) sind heute noch so umständlich gestaltet, wie die Informationsübermittlung vor dem Internet.
  • Wir realisieren dies jedoch nicht, da wir es nicht anders kennen.
  • Wir benutzen ein breites Netz an Intermediären, welche das Kopieren von Wertgegenständen verhindern und Vertrauen schaffen.
  • Dieses zentralisierte System hat neben vielen Vorteilen auch einige Nachteile wie hohe Kosten und eine Flaschenhals-Bildung.

 

Disclaimer:

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