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Man stelle sich vor, die Staatliche Banknoten-Druckerei wird überfallen. Anstatt jedoch die paar Millionen mitzunehmen, die sich in den Tresoren befinden, besetzen die Räuber das Gebäude und drucken ihr eigenes Geld.

Mit diesem Plot startet die spanische Neflix-Serie grade durch. Abgesehen von dem genialen Storytelling und der hervorragenden Charakterentwicklung, fesselt die Serie mit der Grundidee: Reichtum einfach drucken zu können.

Doch wie verhält es sich mit dem Geld? Ist es immernoch gestohlen, obwohl es doch frisch gedruckt wurde? Und wenn ja, wer wurde bestohlen? Das sind Fragen, welche die Serie nicht richtig aufgreift, die aber noch viel wichtiger sind, als „Was würdest du mit deinen hundert Millionen machen?“

In der Serie gelingt der Raub (vorerst) deshalb so gut, weil niemand einen direkten Bezug zu dem gestohlenen Geld hat. Der Plan ist so genial, weil niemanden etwas an diesem Geld liegt. In der Serie wird behauptet, niemand würde bestohlen, doch in Wahrheit wird fast die gesamte Welt bestohlen. Doch beginnen wir am Anfang…

Geld hat einen Wert. Dieser Wert entsteht durch die staatliche Legitimierung als Zahlungsmittel. Das bedeutet aber keinesfalls, dass der Staat einen entsprechenden Gegenwert hinterlegt hat. Das Geld wird einfach in nahezu beliebigen Mengen gedruckt. Selbstredend steht ein Plan und eine Limitierung hinter dem Druck, doch das Grundprinzip bleibt gleich: Geld wird in den Umlauf gebracht, das gegen Dienstleistungen und Arbeit eingetauscht werden kann. Dieses Geld hat den auf dem Schein ausgeschriebenen Wert ohne dass die Leistung wirklich aufgebracht wurde. Das bedeutet, dass die Dienstleistung nachträglich erfolgen muss, um den Wert zu legitimieren. Dies macht einen Geldschein zum genauen Gegenteil von dem was er vorgibt zu sein. Geld kann ohne Kosten ausgegeben werden, kostet aber Dienstleistungen um es zu erlangen. Jeder Schein, der neu ins System gelangt, kann genutzt werden um Dienstleistungen (Arbeit und Lebenszeit) einzufordern. Das macht ihn zum Schuldschein. Der, der Geld neu ins System bringt hat Anspruch auf etwas, das er selbst nicht durch Gegenleistung verdient hat. Kurzgesagt es liegt ein verheerendes Ungleichgewicht vor.

Wenn also die Bankräuber in der spanischen Serie 2 Milliarden Euro drucken, dann begehen sie ein Verbrechen. Sie bestehlen jeden den sie mit dem Geld bezahlen, über einen Weg, der ihren Diebstahl maskiert und nicht nachvollziehbar macht. Dies kann nur funktionieren, weil enorme Geldmengen im Umlauf sind. Dadurch betrifft es den Einzelnen nicht so stark, dass er darunter leiden würde.

Jetzt kommt jedoch der Punkt: Es ist vollkommen egal, ob Verbrecher Geld drucken oder Banken. Die Tat bleibt die gleiche, insofern kein Gegenwert erbracht wird. Und das wird er nicht. Das macht unser jetziges Bankensystem unfair gegenüber jedem der es nutzt und richtigen Wert beiträgt.

Wo wollen wir nun mit dieser Erkenntnis hin?

Nun, ich habe diesen Aufhänger deshalb gewählt, weil er klar macht, warum Kryptowährungen legitimen wahren Wert haben. Die wenigsten sind seriöse Wertanlagen, doch einige haben sich bereits herauskristallisiert und sind mehr als Scams. Sie sind eine wahre Alternative zu unserem jetzigen Geldsystem. Aufgrund welches Hintergrundes fälle ich dieses Urteil? Klären wir das, so, dass du es selbst nachvollziehen kannst und nicht auf irgendwelche Experten (oder mich) hören musst. Eigenständiges Denken ist eine der wichtigsten, wenn nicht der wichtigste Faktor, wenn es um finanziellen Erfolg geht.

Die 3 Faktoren für wahren Geldwert

An den folgenden 3 Punkte kannst du erkennen ob hinter einer Währung wahrer Wert steckt:

Punkt 1: Limitiert

Nur was selten ist hat einen Wert. Wenn jeder Löwenzahn vor seiner Haustüre pflücken kann, dann wirs niemand etwas gegen diese Blume eintauschen wollen. Ganz anders verhielt es sich mit Tulpen vor etwas über 200 Jahren. In Holland war die Blume ein Statussymbol, doch sie konnte nicht der Nachfrage entsprechend angebaut werden. Tulpenzwiebeln waren selten und deshalb gefragt. Es gibt dutzende Gründe für eine Limitierung: begrenztes natürliches Vorkommen, künstliche Verknappung, höhere Nachfrage als Angebot, usw und so fort. Je mehr dieser Limitierungen zusammenkommen, desto wertvoller ist die Währung.

Punkt 2: Gegenwert

Der Wert, den eine Währung angibt zu haben, muss irgendwo herkommen. Soweit natürlich logisch. Wie dieser Gegenwert letztendlich aussieht ist egal. Das wichtige ist nur, dass er transparent ist und bedingungslos erbracht werden muss. Es darf keinen Weg geben, die Währung zu erzeugen, ohne etwas gegen sie einzutauschen. Geld ist ein Wertspeicher und konserviert eine Dienstleistung. Wenn zuerst das Geld ausgegeben wird, dann muss die Dienstleistung nachträglich erbracht werden, sonst bricht das tragene System bald zusammen.

Punkt 3: Akzeptiert

Eine Währung ist wertlos, wenn sie niemand haben will. Je weitreichender eine Währung akzeptiert wird, desto mehr Menschen vertrauen ihr uns messen ihr Wert zu. Selbst dann, wenn sie gar keinen Wert hat (!). Legitime Währungen werden bedingungslos von einer Menschengruppe oder von Staaten akzeptiert. Grade in der Zukunft ist damit zu rechnen, dass der Staat eine kleinere Rolle hier spielt, da er nicht mehr benötigt wird um zu organisieren.

Kryptowährungen kommen an dieser Stelle ins Spiel und sind überraschenderweise oftmals „echtere“ Währungen als staatlich legitimiertes Geld. Gehen wir die Punkte anhand von Bitcoin durch.

1: Limitiert ist der Bitcoin auf mehreren Ebenen. Er wird geschürft und ist zugleich auf eine Anzahl von unter 21 Millionen Stück begrenzt. Das Schürfen erfordert hierbei Hardwarepower (Strom) und das richtige Timing. Bitcoins werden ausgeschüttet, wenn Transaktionen bestätigt werden und selbst dann erhält nur ein Miner den Lohn.

2: Der Gegenwert ist in diesem Fall Strom zum aufrechterhalten der Blockchain. Ohne diesen wird kein einziger Bitcoin erzeugt, was die Münzen zugleich fälschungssicher macht, da nicht zu jeder Zeit Strom gegen Währung getauscht werden kann, sondern nur im Zusammenhang mit einer Transaktion.

3: Dieser letzte Faktor war lange Zeit der Knockout für den Bitcoin, denn erst seit Ende letzten Jahres wurde er der breiten Masse ein Begriff. Starbucks, Airlines, Online-Shops, Cafes und Juweliere akzeptieren Bitcoin zum Teil. Zugegeben, von einer weltweiten Akzeptanz ist der Bitcoin noch weit entfernt, doch angesichts der Tatsache, dass das bisherige Geld weder Punkt 1 noch Punkt 2 erfüllt, gibt es keinen rationalen Grund, nicht auf Kryptowährungen umzusteigen.